F?rderung und Forschung

Die gezielte finanzielle F?rderung angewandter Forschung hat die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für die Altlastensanierung in Deutschland erheblich verbessert. Die L?sung des "Altlastenproblems" ist heute im Wesentlichen technisch beherrschbar, allerdings nicht immer mit einem angemessenen finanziellen Aufwand.

Inhaltsverzeichnis

 

Nationale Altlastenforschung

Die Bundesrepublik Deutschland hat seit den 1980er-Jahren erheblich in die Altlastenforschung investiert. Das Bundesforschungsministeriums (⁠BMBF⁠) hat gemeinsam mit Eigenanteilen Dritter dabei mehr als 300 Millionen Euro aufgewendet.?

Vom BMBF gef?rderte F?rderschwerpunkte, Forschungsverbünde und Forschungsprogramme trugen erheblich zur Weiterentwicklung des Standes von Wissenschaft und Technik im Wechselspiel von Innovation und ⁠Nachhaltigkeit⁠ bei, so zum Beispiel:

  • KORA?? – Kontrollierter natürlicher Rückhalt und Abbau von Schadstoffen bei der Sanierung kontaminierter Grundw?sser und B?den
  • RUBIN – Anwendung von durchstr?mten Reinigungsw?nden zur Sanierung von Altlasten
  • REFINA – Reduzierung der Fl?cheninanspruchnahme und nachhaltiges Fl?chenmanagement
  • SAFIRA – Sanierungsforschung in regional kontaminierten Aquiferen
  • SAFIRA II –Revitalisierung von gro?fl?chig und komplex kontaminierten Standorten
  • TASK – Terra-, Aqua- und Sanierungskompetenzzentrum.


Mit dem Abschluss dieser altlastbezogenen Forschungsinitiativen richtet das BMBF seinen Fokus auf Aspekte des nachhaltigen Landmanagements. Dennoch bleiben einige wissenschaftlich-technische Herausforderungen bestehen, insbesondere wenn es um gro?r?umige und komplexe Schadensf?lle geht: wie Altablagerungen in ehemaligen Braunkohletagebauen oder historisch gewachsene Gro?standorte zum Beispiel der Chemieindustrie. Hier k?nnen Sch?den in der Regel nicht mit konventionellen und verh?ltnism??igen Ma?nahmen in überschaubaren Zeitr?umen saniert oder Gefahren abgewehrt werden.

Besondere Herausforderungen stellen in diesen F?llen das Festlegen verh?ltnism??iger Sanierungsziele sowie die optimale Konfiguration von Schadstoffquellen- und Fahnensanierungsma?nahmen dar.? Hier bedarf es auch weiterhin einer wissenschaftlichen Begleitung.

 

Europ?ische Forschung

Auch in Europa wurde etwa zeitgleich zur deutschen Entwicklung das Thema Altlastenbearbeitung und Fl?chenrecycling in den EU-Forschungsrahmenprogrammen (FRP) adressiert und mit umfangreichen Forschungsmitteln, Projekten und Initiativen unterstützt. Einen überblick dazu gibt das Europ?ische Informationsportal EUGRIS , ein Produkt des fünften FRP, das vom Umweltbundesamt koordiniert wurde.

Durch die Forschungsmittel der EU wurden ebenso Netzwerkinitiativen, wie beispielsweise das Common Forum on Contaminated Land oder das ?Network for Industrially Contaminated Land in Europe“ (NICOLE) sowie transnationale Forschungsverbünde wie? ?Sustainable Management of Soil and Groundwater under the Pressure of Soil Pollution and Soil Contamination“ (SNOWMAN)? erm?glicht.

 

Nationale Projektf?rderung

Nationale Projektf?rderung

F?rderprogramme und -modelle zur Altlastensanierung sind, wie auch die Vollzugskompetenz, den Zust?ndigkeiten entsprechend organisiert und finanziell ausgestattet. Im f?deralen System der Bundesrepublik sind diese Aufgaben den Bundesl?ndern übertragen.

Der Bund hat eine weitreichende Projektf?rderung im Rahmen des Verwaltungsabkommens zur Regelung der Finanzierung ?kologischer Altlasten (VA-Altlastenfinanzierung) mit den neuen Bundesl?ndern erm?glicht (Artikel GP). Im Rahmen dieses Verwaltungsabkommens wird auch die “Braunkohlesanierung? finanziert.

Für die ?Wismut-Sanierung“ hat der Bund als Rechtsnachfolger der DDR rund 6 Milliarden Euro vorgesehen. Dieses Bergbausanierungsprogramm des Bundes begann 1991 und soll bis zum Jahr 2020 abgeschlossen werden.

In das Altlastenprogramm der Bundeswehr flossen im Zeitraum von 1991 bis 2008 etwa 400 Millionen Euro.

Im Bereich der Altlastensanierung stehen vom Bund derzeit keine allgemeinen F?rderprogramme für die Weiterentwicklung von Techniken und Verfahren oder für eine Einzelprojektf?rderung zur Verfügung. Ausnahme ist der Umweltforschungsplan? im Gesch?ftsbereich des Bundesumweltministeriums.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine F?rderf?higkeit für neue technische Verfahren bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Frage kommen.

 

Projektf?rderung der EU

Der überwiegende Teil der Projektf?rderung zur Altlastenthematik und zum Fl?chenrecycling wurde durch die Forschungsrahmenprogramme der EU beginnend mit dem vierten FRP unterstützt. Analog zu den nationalen F?rderschwerpunkten sind diese Schwerpunkte nur noch sekund?r oder in unmittelbarer Verbindung mit aktuellen Schwerpunkten f?rderf?hig.

Mit dem sechsten FRP wurden erste Schritte unternommen, die Koordinierung und Zusammenarbeit auf Programmebene durch eine Vernetzung der einzelstaatlichen Forschungsprogramme voranzubringen. Das ERA-NET-Programm der Europ?ischen Kommission soll die Koordinierung und gegenseitige ?ffnung der nationalen und regionalen Forschungsprogramme unterstützen. Es zielt auf eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den nationalen Programmen ab, so wie es mit dem SNOWMAN-Netzwerk auch über den Rahmen der europ?ischen F?rderung hinaus gelungen ist.

Für die Bundesl?nder stehen im Rahmen des EFRE (English ERDF) spezielle Operationelle Programme (OP) für den laufenden Zeitraum von 2014-2020 zur Verfügung. INTERREG V untegliedert sich in die mit A-C gekennzeichneten aktuellen F?rderregionen. Daneben standen im Urbact III, Interact III and ESPON zus?tzliche Instrumente zur Verfügung.