Boden schützen

Ein Kind h?lt eine Hand voll Boden.zum Vergr??ern anklicken
Eine Hand voll Boden bewahren.
Quelle: S. Marahrens / Umweltbundesamt

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Bodenschutz in Deutschland findet auf vielen Ebenen statt. Der Bund legt die gesetzlichen Grundlagen fest, die Bundesl?nder führen sie aus. Das UBA sammelt, bewertet und liefert Informationen zum Zustand der B?den. Es entwickelt und beurteilt Ma?nahmen, um den Bodenzustand zu erhalten oder zu verbessern. Dabei ist uns eine Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus wichtig.

Wie k?nnen Bodenfunktionen geschützt werden?

Bodenschutz bedeutet vor allem Schutz der Bodenfunktionen. Hierunter werden die natürlichen Bodenfunktionen als Lebensraum, Filter und Puffer sowie Regelgr??e beim Ab- und Umbau von Stoffen im Naturhaushalt verstanden. Sie stehen in enger Beziehung zu der Nutzung der B?den und zu den Nutzungsfunktionen, allen voran der landwirtschaftlichen Nutzung.

Indem alle stofflichen (z.B. durch Lufteintrag und Baustoffe) und nicht-stofflichen Belastungen (z. B. durch ⁠Erosion⁠/Verdichtung) auf ein n?tiges Minimum reduziert werden sowie bereits bestehende Belastungen behoben werden. Natürliche Funktionen des Bodens und Nutzungsfunktionen stehen in einem Spannungsverh?ltnis. Dieses ist ein wesentliches Merkmal des Bodenschutzes. Jahrhundertelang schon wirkt der Mensch auf B?den ein, indem er zum Beispiel den N?hrstoffgehalt und die Durchwurzelung ver?ndert oder ihren Wasserhaushalt reguliert. Auch die Grundbelastung der B?den mit Schadstoffen (Hintergrundgehalte) ist teilweise deutlich von der Nutzung beeinflusst. Letztendlich bestimmt auch die Vielfalt der B?den ihre Eignung für bestimmte Nutzungen. Mit anderen Worten: Bodenschutz ist immer auch Abw?gung der verschiedenen Interessen zwischen Nutzung und Schutz.

Bodenschutz als Querschnittsaufgabe

Bodenschutz ist eine umweltpolitische Querschnittsaufgabe. Denn B?den als Schadstoffsenke sind Gradmesser der Umweltpolitik. Der Erfolg von Ma?nahmen zum Beispiel der Luftreinhaltung, Abwasserbehandlung, der Abfallpolitik kann B?den beeinflussen. Denn Restbelastungen der Luft sammeln sich in B?den an, die Qualit?t von Kl?rschlamm beeinflusst die Bodengüte, Abf?lle zur Verwertung werden in und auf B?den eingebracht oder gelagert und beeinflussen ebenfalls die Bodenqualit?t.

Historische Entwicklung

1985 wurde die Bodenschutzkonzeption der Bundesregierung verabschiedet. Zum ersten Mal formuliert diese Konzeption einen ganzheitlichen Ansatz für den Bodenschutz. In den Folgejahren wurde aber deutlich, dass Boden immer noch nicht gleichrangig mit Luft und Wasser geschützt werden konnte. Vor allem die Probleme im Umgang mit sch?dlichen Bodenver?nderungen und Altlasten machten eine bundesgesetzliche Grundlage erforderlich. Daher wurde 1998 das Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG) verabschiedet.

Mit dem Gesetz wird die Altlastensanierung praxisgerechter gestaltet. Gegen das Entstehen künftiger Bodenbelastungen legt das Gesetz Vorsorgegrunds?tze und Anforderungen an das Ein- und Aufbringen von Material in und auf B?den fest. Als ?programmatische“ Aussage enth?lt Paragraf 1 BBodSchG die Anforderung, bei Einwirkungen auf den Boden die Beeintr?chtigungen seiner natürlichen Funktionen sowie seiner Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte soweit wie m?glich zu vermeiden.

Es hat im Wesentlichen zwei Sto?richtungen: die Gefahrenabwehr bei bestehenden Belastungen und die Vorsorge gegen das Entstehen zukünftiger Belastungen. Beide werden ma?geblich durch die Bodenschutz- und Altlastenverordnung umgesetzt. Sie enth?lt für besonders wichtige Schadstoffe Bodenwerte zur Vorsorge. Auch Prüf- und Ma?nahmenwerte zur Gefahrenabwehr bei sch?dlichen Bodenver?nderungen und Altlasten sowie Konkretisierungen zur Untersuchung und Bewertung von B?den wurden festgelegt. Zurzeit wird diese Verordnung novelliert. Ziel ist eine noch bessere Verzahnung mit anderen rechtlichen Regelungen, um den Bodenschutz auch in anderen Rechtsbereichen noch st?rker zu verankern.

Bodenschutz bedarf der Zusammenarbeit von vielen Akteuren

Bodenschutz wird von sehr unterschiedlichen Akteuren betrieben. Es sind zum Beispiel die Altlastensanierer oder die Land- und Forstwirte. Aber auch Raumplaner setzen sich für den sparsamen Umgang mit der Ressource Boden ein. Gewerbeaufsichtsbeamte vertreten den Bodenschutz bei der Genehmigung einer emittierenden Anlage. Auch Biog?rtner gestalten den Bodenschutz mit. Alle tragen zum Bodenschutz bei, ziehen aber h?ufig nicht am gleichen Strang. Hier und in der ?ffentlichkeit muss das Bewusstsein für die Ressource Boden gest?rkt werden. Beginnen sollte die Sensibilisierung in den Kinderg?rten und Schulen: zum Beispiel im fachübergreifenden Unterricht oder naturwissenschaftlichen Profil. Lehrmaterialien stehen zur Verfügung.

Für den Bodenschutz auf fachlicher Ebene spielt die Zusammenarbeit mit den L?ndern und Kommunen, Vereinigungen und europ?ischen Organisationen eine gro?e Rolle. Es werden in verschiedenen Projekten und Forschungsarbeiten Daten zum Boden gesammelt und bewertet. Neue, für den Boden und den Menschen sch?dliche Stoffe werden untersucht. Sie finden sich in der Wertesystematik der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung, aber auch in anderen rechtlichen Regelungen wieder. Die Ergebnisse der Projekte führen zu Empfehlungen und Leitlinien zum Umgang mit dem Interessenskonflikt zwischen Schutz und Nutzung des Bodens. Der Bodenschutz bleibt in seiner Vielfalt und Komplexit?t spannend und unabdingbar.

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Schlagworte:
 Bodenschutz  Bodenfunktionen  Bodenbewusstsein  Bodenvorsorge