Boden beobachten und bewerten

Entnahme einer Bodenprobe im Wald.zum Vergr??ern anklicken
Für die Entnahme einer Bodenprobe kommt meistens Bohrger?t zum Einsatz.

Die Umweltprobenbank entnimmt regelm??ig an elf ausgew?hlten Standorten in Deutschland Bodenproben für das Archiv in Schmallenberg. Diese stammt aus Christinendorf.

Quelle: Umweltbundesamt

Um den Boden nachhaltig schützen zu k?nnen, muss sein Zustand kontinuierlich und langfristig überwacht werden. Bodendaten leisten einen wichtigen Beitrag, um frühzeitig Ver?nderungen und Beeintr?chtigungen des Bodenzustands und der Bodenfunktionen zu erkennen. Sie sind Grundlage, um erforderliche Ma?nahmen einleiten zu k?nnen. Hier ein überblick über die wichtigsten Projekte auf Bundesebene.

Inhaltsverzeichnis

 

Boden-Dauerbeobachtung

Auf fast 800 Boden-Dauerbeobachtungsfl?chen unter Acker, Grünland, Forst und Sondernutzung (z. B. Siedlungen, Weinbau) wird in Deutschland der Boden langristig beobachtet. Ziel des Monitoringprogramms ist es, den aktuellen Zustand der B?den zu erfassen, ihre Ver?nderungen langfristig zu überwachen und Entwicklungstendenzen abzubilden. Für die Boden-Dauerbeobachtung sind die L?nder zust?ndig. Die Daten der Boden-Dauerbeobachtung werden in den L?ndern und vom Umweltbundesamt für vielf?ltige Fragestellungen im Bodenschutz abgefragt und eingesetzt. Die Aussagegenauigkeit der Messreihen wird mit jeder weiteren Untersuchung zunehmen. Das Umweltbundesamt führt die Daten in einem Fachinformationssystem zusammen und hat die M?glichkeit l?nderübergreifende Auswertungen durchzuführen.

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Bodenzustandserhebung im Wald

BZE Wald und ICP Forest (Level I und II)

Die Projekte BZE Wald und ICP Forest bewerten und überwachenden Waldzustand sowie den Zustand der Waldb?den. Anhand der Daten sind beispielsweise Aussagen zum ⁠Kohlenstoffkreislauf⁠, dem N?hrstoff- und Wasserhaushalt sowie zu diffusen stofflichen Belastungen im Boden m?glich. Die Bund-/L?nder-Arbeitsgemeinschaft Bodenzustandserhebung (BZE) koordiniert und regelt die Einrichtung und den Betrieb der Me?standorte, den Mindestparametersatz sowie die Untersuchungsmethoden. Das Programm liegt in der Zust?ndigkeit des Bundesministeriums für Ern?hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das Thünen-Institut, Institut für Wald?kologie und Waldinventuren h?lt die Daten in einer zentralen Datenbank und ist für die Koordinierung und Analyse der Daten verantwortlich.

 

Bodenzustandserhebung Landwirtschaft

Mit der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft erfolgt erstmalig eine deutschlandweite, konsistente und repr?sentative Inventur der Kohlenstoffvorr?te in den obersten 100 Zentimetern landwirtschaftlich genutzter B?den. An circa 3.200 Probenahme-Standorten werden deutschlandweit auf Acker- und Grünland, Gartenland und Sonderkulturfl?chen die Kohlenstoffvorr?te des Bodens bestimmt. Ein wesentliches Ziel besteht darin, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bodenkohlenstoffvorr?te zu prognostizieren. Das Programm liegt in der Zust?ndigkeit des Bundesministeriums für Ern?hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Für die Koordinierung und Umsetzung ist das Thünen-Institut, Institut für Agrarrelevante Klimaforschung verantwortlich.

Landwirtschaftliche Dauerfeldversuche

Gegenw?rtig werden noch 40 Dauerfeldversuche an 19 Standorten in Deutschland betrieben (Stand: September 2011). Sie dienen der kontinuierlichen Untersuchung verschiedener Fragestellungen des Acker- und Pflanzenbaus wie Düngung, ?kologischer Landbau, Stoffkreisl?ufe und Ertragssteigerung. Darüber hinaus sind sie auch ein wichtiger Baustein für die Untersuchung von langfristigen bewirtschaftungs- und klimabedingten Ver?nderungen der Bodeneigenschaften (z. B. Humus- und N?hrstoffgehalte und -vorr?te im Boden). Agrarwissenschaftliche Forschungseinrichtungen des Bundes und der L?nder sowie Universit?ten sind für die Einrichtung und den Betrieb zust?ndig.

 

Umweltprobenbank des Bundes

Die Umweltprobenbank ist ein Archiv von Proben, mit denen die Qualit?t der Umwelt dokumentiert und bewertet wird. Sie liefert dem Bundesumweltministerium eine wissenschaftliche Grundlage, um Ma?nahmen im Umwelt- und Naturschutz ergreifen und ihren Erfolg kontrollieren zu k?nnen. Seit 2002 werden routinem??ig an elf ausgew?hlten Standorten in Deutschland Bodenproben entnommen. Das Archiv für Umweltproben befindet sich im Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und Angewandte ?kologie in Schmallenberg.

Foto einer Probenahme im Wald.
Die Streuauflage von Waldb?den erfordert eine besondere Beprobung.
Quelle: Umweltbundesamt
 

Agrarmeteorologische Daten des Deutschen Wetterdienstes

Das agrarmeteorologische Messprogramm des Deutschen Wetterdienstes liefert seit den 1960er-Jahren Messreihen zu ⁠Bodenfeuchte⁠ und ⁠Bodentemperatur⁠. Deutschlandweit bestehen etwa 500 Standorte. Nutzer sind vor allem landwirtschaftliche Betriebe, Agrarbetriebe, Landwirtschaftskammern und agrarwissenschaftliche Institute. Die Daten bilden eine wichtige die Grundlage für eine standortgerechte und umweltschonende landwirtschaftliche Bodennutzung.

 

Bodensch?tzung

In der Bodensch?tzung werden die Beschaffenheit und die Ertragsf?higkeit der landwirtschaftlich nutzbaren B?den im gesamten Bundesgebiet auf einheitliche Art und Weise kontinuierlich erfasst. Grundlage ist ein Netz von rund 4.100 Musterprofilen (Musterstücke) sowie ein Sch?tzungsrahmen für Acker- und Grünland. Zu den Daten geh?ren Bodeneigenschaften (z.B. Bodenart, Humusgehalt, Steingehalt und Gründigkeit). Die Einsch?tzung der Ertragsf?higkeit erfolgt anhand von Relativzahlen zwischen sieben und 100. Zweck der Bodensch?tzung ist es, für die Besteuerung der landwirtschaftlich nutzbaren Fl?chen des Bundesgebiets einheitliche Bewertungsgrundlagen zu schaffen (Bodensch?tzungsgesetz – BodSch?tzG). Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich ist die Festsetzung landwirtschaftlicher F?rdermittel und die Ausweisung von agrar- und umweltpolitischen Ma?nahmen.

Foto einer Profilgrube bei der Bodensch?tzung.
Für die Bodensch?tzung werden Bodenprofile aufgegraben und begutachtet.
Quelle: S. Marahrens / Umweltbundesamt