Erosion

Foto von extremen Erosionsformen.zum Vergr??ern anklicken
Erosion ist der schleichende Verlust von fruchtbarem Boden.
Quelle: S. Marahrens / Umweltbundesamt

Treffen starke Regenf?lle oder stürmischer Wind auf den nackten Ackerboden, geraten die Bodenteilchen in Bewegung. Sie k?nnen hangabw?rts oder durch die offene Landschaft über l?ngere Distanzen transportiert werden. Die Folge ist der Verlust von fruchtbarem Boden, den wir zum Leben brauchen. Weil die Anbaupraxis immer intensiver und monotoner wird, k?nnen langfristig Probleme entstehen.

Inhaltsverzeichnis

 

Bodenerosion durch Wasser – eine untersch?tzte Gefahr?

Treten sturzflutartige Regenf?lle auf, kann der ungeschützte Ackerboden in Bewegung geraten. Auf Ackerfl?chen in Hanglagen werden die Bodenpartikel abgetragen und je nach Intensit?t über kurze oder lange Distanzen verfrachtet. Durch diesen Vorgang der ⁠Erosion⁠ geht fruchtbarer und humoser Boden verloren, der die landwirtschaftlichen Ertr?ge garantiert. Gleichzeitig gelangen an die Bodenpartikel gebundene N?hr- und Schadstoffe in angrenzende Gew?sser oder ?kosysteme. In Einzelf?llen werden Stra?en und Wohngebiete mit Erde überflutet und beeintr?chtigen die ?ffentliche Sicherheit. In Mitteleuropa sind Bilder komplett erodierter Landoberfl?chen derzeit unbekannt, jedoch tritt Bodenerosion durch Wasser auf vielen Ackerfl?chen in Deutschland auf. Der wenig sichtbare und meist schleichende Bodenverlust gef?hrdet langfristig die Ern?hrungssicherheit, da neuer Boden langsamer entsteht als sein Verlust.

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Wie erkennen wir Bodenerosion durch Wasser?

Bodenerosion tritt sehr unregelm??ig und r?umlich begrenzt auf. Das macht es anspruchsvoll den Vorgang zu beobachten und zu bilanzieren. In den vorwiegend hügeligen Landschaften von Deutschland ist die Bodenerosion durch Wasser dominant, wohingegen besonders in Norddeutschland und den küstennahen Regionen als Ausl?ser der Wind vorherrscht.

Bodenerosion durch Wasser tritt auf Ackerfl?chen je nach Ursache entweder in fl?chenhaften und/oder linienhaften Formen auf. Bei allen Formen werden Bodenpartikel von den oberen und mittleren Hanglagen zu den unteren Hangpartien verfrachtet oder in angrenzende Gew?sser und auf benachbarte Fl?chen transportiert.

Fl?chenhafte Erosionsformen

Fl?chenhafte Erosionsformen bestehen aus kleinen, wenig bis gar nicht messbaren Formen auf der Ackerfl?che. Dies betrifft die Spritzwassererosion (?Splash-Erosion“), bei der durch die direkte Kraft eines aufprallenden Regentropfens die Bodenpartikel aus ihrem Verbund gel?st werden. Vor allem kleinere und gr??ere Bodenklumpen und -aggregate werden zerst?rt und die Ackerkrume wird fl?chig verschl?mmt.

Linienhafte Erosionsformen

Linienhafte Formen sind deutlich sichtbare, mess- und kartierbare Formen auf einer Ackerfl?che. Unterschieden werden je nach Tiefe:

  • Rillen (zwei bis zehn Zentimeter),
  • Rinnen (10 bis 40 Zentimeter) und
  • Gr?ben (gr??er als 40 Zentimeter).

Sie orientieren sich meist an ⁠Abfluss⁠- und Tiefenlinien sowie den Fahr- und Bearbeitungsspuren und reichen oftmals über mehrere Ackerschl?ge. Der Bereich des Abtrags und der erneuten Ablagerung liegen also deutlich auseinander.
Die langfristig daraus resultierenden Sch?den auf einer Ackerfl?che (englisch. ?On-Site“) betreffen neben dem Verlust von fruchtbarem Boden meistens auch die angebauten Ackerkulturen und k?nnen au?erhalb der Ackerfl?che liegende Siedlungs- und Verkehrsfl?chen sowie Gew?sser und ?kosysteme (englisch. ?Off-Site“) treffen.

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Wodurch kommt es zu Bodenerosion durch Wasser?

Die Ursache für Bodenerosion in Mitteleuropa ist der Ackerbau des Menschen. Einige Ausl?ser sind zwar natürlichen Ursprungs, jedoch wird Bodenerosion in diesen Ausma?en erst durch menschliches Wirtschaften m?glich.
Die Darstellung des gesamten Ursachenbündels kann anhand der ?Allgemeinen Bodenabtragsgleichung“ (ABAG, englisch. USLE) gut illustriert werden, da in diese alle wesentlichen Faktoren einbezogen werden.

Natürliche Einflussfaktoren

  • Klima⁠ (Niederschlagsintensit?t),
  • Boden (Erosionsanf?lligkeit der Korngr??en),
  • Gel?ndebeschaffenheit (Gef?lle und Gel?ndeform).

Grunds?tzlich gilt: Starke Regenf?lle in Verbindung mit sehr erosionsanf?lligen B?den in Hanglagen bedeuten eine hohes Risiko für ⁠Erosion⁠.

Die Niederschlagsintensit?t: Im Winter und Frühjahr sind eher lang anhaltende Niederschl?ge mit geringerer Intensit?t der Ausl?ser für Erosion. Im Juni und im Sp?tsommer ist die H?ufigkeit von Stark- und Gewitterregen ausschlaggebend.

Als Faustformel gilt: Regenereignisse mit mehr als zehn Millimeter (10 Liter) Niederschlag auf einem Quadratmeter k?nnen Bodenerosion ausl?sen.

Die Korngr??enzusammensetzung des Bodens: Besonders B?den mit hohen Anteilen der ⁠Korngr??e⁠ ?Schluff“, die vor allem in L??b?den vorherrscht, sind sehr erosionsanf?llig. Hohe Anteile an Steinen auf der Oberfl?che und viel Humus bieten Schutz vor den auftreffenden Regentropfen. Ein aktives Bodenleben sorgt für viele senkrechte Bodenporen, kleine R?hren, zum Beispiel von Regenwürmern, die die Versickerung des Regenwassers beschleunigen und den oberfl?chlichen ⁠Abfluss⁠ und die Erosion verringern.

Die Gel?ndebeschaffenheit – insbesondere die Gr??e des Gef?lles – und die Form des Gel?ndes sind entscheidend, besonders wenn die Bearbeitung in Richtung des Gef?lles erfolgt.
Als Faustformel gilt: Schon ab einem Gef?lle von zwei Prozent kann Bodenerosion einsetzen.

Einfluss der Bewirtschaftung

Verschiedene Faktoren der Bewirtschaftung beeinflussen das Auftreten von Bodenerosion. Diese Faktoren k?nnen betrieblich angepasst werden:

  • Hangl?nge (Flurgestaltung, Geometrie und Gr??e der Ackerfl?che),
  • Kulturarten (Vielfalt und Abfolge der Kulturarten),
  • Bearbeitungssystem (Bestellweise und -intensit?t),
  • Bearbeitungsrichtung (Anordnung der Bearbeitungsrichtung zum Gef?lle).

Der Einfluss der Hangl?nge bemisst sich aus der Strecke, die ohne Barrieren und Hindernisse für den Abfluss des Wassers zur Verfügung steht. Je l?nger der Hang desto gr??er wird das Risiko. Bei starkem Gef?lle haben auch geringe Flie?strecken ein hohes Risiko.

Die angebauten Kulturarten beeinflussen den Grad der Bodenbedeckung zu bestimmten Zeiten im Jahresverlauf. Besonders Hackfrüchte wie Mais und Zuckerrüben garantieren erst sehr sp?t nach der Aussaat eine Bodenbedeckung von mehr als 30 Prozent, die als Minimum für einen wirksamen Schutz des Bodens gilt.

Die Intensit?t der Bodenbearbeitung: Die konventionelle Bearbeitung erfolgt mit Pflug. Dabei wird der Boden gewendet und alle Erntereste in den Boden eingemischt. Zwei Effekte, die der Bodenerosion entgegenwirken, gehen dabei verloren: Zum einen verbleiben keine Erntereste (Mulch) auf dem Boden, die den Boden vor der Aufprallenergie des Wassers schützen. Zum anderen zerst?rt das Pflügen die Struktur des gewachsenen Bodens. Der Boden verliert seine senkrechten R?hren für die Versickerung des Regenwassers und seine Stabilit?t. Diese positiven Effekte bleiben mit der dauerhaft pfluglosen Bodenbearbeitung erhalten. Die Struktur des Bodens wird konserviert. Die schonendste Form der konservierenden Bodenbearbeitung ist die Direktsaat, bei der die Saat direkt in die Vorfrucht erfolgt, so dass der Boden dauerhaft bedeckt ist.

Die Bearbeitungsrichtung also die Bestellung entweder in Richtung des Gef?lles oder hangparallel quer zum Gef?lle ist eine der wesentlichen Einflussfaktoren auf die Erosion. Dies gilt besonders für die Fahrspuren auf einer Ackerfl?che.

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Was sind die Folgen von Bodenerosion durch Wasser?

Bodenerosion bedeutet den Verlust von fruchtbarem Boden und langfristig eine Bedrohung der Produktionsgrundlage für Nahrungsmittel.
Neben der Beeintr?chtigung des Bodens und seiner Funktionen, k?nnen auch ?ffentliche und schützenswerte Güter wie die Wasserqualit?t und Sachsch?den an Siedlungs- und Verkehrsfl?chen betroffen sein.

Als Faustformel gilt: Ein Bodenverlust von zehn Tonnen pro Hektar und Jahr entspricht einem Verlust von einem Millimeter Boden pro Jahr. Demzufolge kann sich der Verlust im Laufe eines Menschenlebens (80 Jahre) auf circa acht Zentimeter summieren, was einem Drittel der fruchtbaren Ackerkrume (oberste 25-30 Zentimeter) entspricht. Seit der Kulturnahme des Menschen sind vielerorts Bodenabtr?ge von mehreren Dezimetern keine Seltenheit.

Negative Auswirkungen auf der Ackerfl?che (englisch. ?On-Site“):

  • Verringerung der Bodenfruchtbarkeit,
  • Beeintr?chtigung der ⁠Bodenfunktion⁠: Filtern von Verunreinigungen,
  • Beeintr?chtigung der Bodenfunktion: Wasserspeicher,
  • Ernteausfall in Folge des Verlusts der Kulturpflanzen und
  • Verlust von Mineraldünger.

Negative Auswirkungen auf benachbarten Fl?chen, in B?chen, Flüssen und Seen (englisch. ?Off-Site“):

  • Verunreinigung von Wegen und Stra?en,
  • Verunreinigung von Gr?ben und Kanalisation,
  • Verunreinigung in Wohngebieten und von Privateigentum,
  • Steigerung der lokalen überschwemmungsgefahr durch oberfl?chlichen Wasserabfluss,
  • Ernteausfall durch überschwemmung benachbarter Fl?chen,
  • Verfrachten von an den Boden gebundenen Schadstoffen und Mineraldünger in B?che, Flüsse und Seen sowie benachbarte ?kosysteme (⁠Eutrophierung⁠).
Schaubild zum Bodenverlust durch Bodenerosion durch Wasser.
Bodenverlust nach 80 Jahren bei bestimmten j?hrlichen Abtragsmengen.
Quelle: FG II 2.7 / Umweltbundesamt
 

Wie hoch ist die Bodenerosion durch Wasser in Deutschland tats?chlich?

Um den tats?chlichen Bodenabtrag durch Wasser zu ermitteln, bedarf es einer Beobachtung auf den Ackerfl?chen. Die zweckm??igste Methode ist die Kartierung von Ereignissen, bei denen ⁠Erosion⁠ sichtbar ist. Einen solchen Ansatz gibt es in Deutschland systematisch seit dem Jahr 2000 in Niedersachsen und seit kurzem in Baden-Württemberg. Die über zehnj?hrigen Beobachtungen in Niedersachsen lieferten bislang weiterführende Erkenntnisse zum Erosionsgeschehen:

  • bei einzelnen Ereignissen betrug der Bodenverlust von weniger als einer Tonne bis 50 Tonnen Boden pro Hektar (50 Tonnen Boden entspr?che einem Bodenverlust von circa fünf Millimeter pro Jahr und im Laufe eines Menschenlebens dem kompletten Verlust der fruchtbaren Ackerkrume),
  • der durchschnittliche Bodenverlust auf allen Beobachtungsfl?chen reichte von 1,4 bis 3,2 Tonnen pro Hektar und Jahr,
  • der durchschnittliche Bodenverlust auf den stark gef?hrdeten Fl?chen betrug über fünf Tonnen pro Hektar und Jahr (entspricht einem Bodenverlust von mehr als 0,5 Millimeter pro Jahr). Ein Viertel aller Fl?chen sind davon betroffen,
  • generelle Ursachen für hohe Abtragsmengen waren: Hangl?nge, Bewirtschaftung in Gef?llerichtung, Bodenanf?lligkeit, Bestellweise und Bodenverdichtungen,
  • Kulturarten mit hohem Abtragspotenzial: Kartoffel, Mais, Zuckerrübe und Winterweizen,
  • ein Sechstel der Abtragsmengen gelangten in angrenzende Gew?sser,
  • bei mehr als der H?lfte der Ereignisse erfolgte ein Transport in angrenzende Fl?chen.

Die methodische Vorgehensweise erm?glicht das Bilanzieren der tats?chlichen linienhaften Abtragsmengen. Als Faustformel für die gesamte Abtragsmenge gilt: Durch linienhafte und fl?chenhafte Erosionsformen auftretende Bodenverluste verteilen sich im Verh?ltnis eins zu eins.

 

Welche Gebiete sind besonders von Bodenerosion durch Wasser gef?hrdet?

Für die bundesweite Ermittlung der tats?chlichen bewirtschaftungsabh?ngigen Erosionsgef?hrdung wird die anerkannte Methode der ?Allgemeinen Bodenabtragsgleichung – ABAG“ eingesetzt. Das Verfahren liefert als Ergebnis den mittleren langj?hrig zu erwartenden Bodenabtrag in Tonnen pro Hektar und Jahr.

In der Praxis wird oft eine standortabh?ngige Variante, die sogenannte ?potenzielle“ Gef?hrdung ermittelt, die nur die ?natürlichen“ Einflussfaktoren ⁠Klima⁠, Boden und Gel?nde berücksichtigt.

Der gegenw?rtige Stand beruht auf Niederschlagsmessungen des Zeitraums 1971 bis 2000. Den Informationen zur Verteilung der Kulturarten liegen statistische Daten aus dem Jahr 2007 zugrunde, die für die Ebene der Naturr?ume zusammengefasst wurden. Für die Bodenbearbeitung ist derzeit in Deutschland davon auszugehen, dass auf circa der H?lfte der Ackerfl?che pfluglose, konservierende Lockerung nach der Ernte durchgeführt wird. Regional f?llt dies unterschiedlich aus.

Nach gegenw?rtigem Stand weisen derzeit 14 Prozent der ackerbaulich genutzten Fl?che für das Bezugsjahr 2007 einen mittlere langj?hrige Gef?hrdung von mehr als drei Tonnen pro Hektar und Jahr auf. Das entspricht einer hohen bis sehr hohen Gef?hrdung. Auf weiteren 36 Prozent der Ackerfl?che besteht eine mittlere bis geringe Erosionsgef?hrdung durch Wasser. Demnach ist auf der H?lfte der bundesdeutschen Ackerfl?che das Erosionsrisiko durch Wasser vergleichsweise gering bis gar nicht vorhanden. Die Ergebnisse berücksichtigen nicht die Bearbeitungsrichtung. Diese Gr??e ist nur lokal oder einzelbetrieblich darstellbar.
Für die Gef?hrdung durch Wassererosion ergibt sich ein bestimmtes Muster für Deutschland.
Stark gef?hrdet sind:

  • das mittels?chsische L??lehmhügelland,
  • randliche Teile des Thüringer Beckens,
  • das ?stliche und n?rdliche Harzvorland,
  • Teile des Weserberglandes,
  • die Hellwegb?rden,
  • das Bergische Land,
  • die Ville,
  • Teile des Saar-Nahe Hügellandes,
  • der Kraichgau mit G?uplatten,
  • das Markgr?fler Hügelland,
  • Teile der Schw?bischen Alb,
  • das Donau-Isar-Inn Hügelland sowie
  • Teile des Oberpf?lzer- und Bayerischen Waldes.

Der Vergleich mit einem ⁠Szenario⁠ unter Annahme einer fl?chendeckend konventionellen Bodenbearbeitung mit dem Pflug zeigt das Minderungspotential der konservierenden, pfluglosen Bearbeitung auf.
Die bundesweiten Ergebnisse k?nnen nicht auf einzelne Betriebe oder Parzellen übertragen werden.

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Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Bodenerosion durch Wasser aus?

Das tats?chliche Auftreten von Bodenerosion durch Wasser wird sich in Folge des Klimawandels ver?ndern. Diese Ver?nderungen werden Deutschland nicht gleichm??ig treffen, denn die Prognosen zeigen regionale Unterschiede. Für die Bodenerosion durch Wasser wird ma?gebend sein, wie sich die Niederschlagsintensit?t und der Temperaturverlauf entwickeln. Regionale Anbauschwerpunkte bestimmter Kulturpflanzen lassen dann Hinweise auf gezielte Anpassungsma?nahmen zu.

Klimamodelle erm?glichen es, die Ver?nderungen beim Niederschlag und der Lufttemperatur für die Zukunft zu berechnen. In einer Studie wurde mittels ⁠Klimamodell⁠ WETTREG aus dem Jahr 2006 und dem ⁠Klimaszenario⁠ A1b eine ⁠Prognose⁠ der Bodenerosion durch Wasser für die Zeitr?ume 2011 bis 2040, 2041 bis 2070 und 2071 bis 2100 berechnet.

Zukünftige Schwerpunktgebiete der standortabh?ngigen Erosionsgef?hrdung

Die standortabh?ngige, potenzielle Erosionsgef?hrdung gibt einen Hinweis auf die Ver?nderung der Niederschlagsintensit?t in Deutschland. Im Zeitraum 2011 bis 2040 zeigt sich ein Anstieg der Niederschlagsintensit?t im Nordosten und im Westen Deutschlands, der sich im Zeitraum 2041 bis 2070 vom Nordosten in den Nordwesten verlagert, so dass vor allem Nordwestdeutschland betroffen ist. Im Zeitraum 2071 bis 2100 tritt ein einheitlicher Anstieg von Nordwesten her auf, bei dem der Nord- und Südosten ausgenommen ist sowie Bayern und ein Teil von Baden-Württemberg.

Dementsprechend ergeben sich Schwerpunktgebiete für die zukünftige standortabh?ngige Erosionsgef?hrdung zun?chst im Westen der Mittelgebirgsschwelle. Sie dehnt sich in der Folge nach Hessen aus und betrifft im letzten Zeitraum (2071-2100) die gesamte westliche Mittelgebirgsschwelle. Die Steigerungsraten sind in den ersten beiden Zeitr?umen gering, erfahren aber 2071 bis 2100 einen deutlichen Anstieg.

Zukünftige Schwerpunktgebiete der bewirtschaftungsabh?ngigen Erosionsgef?hrdung

Für die tats?chliche, bewirtschaftungsabh?ngige Erosionsgef?hrdung verlagert sich das Muster der Schwerpunktgebiete. Der Grund liegt in einer Ver?nderung der Bodenbedeckung im Jahresverlauf, die durch den Einfluss von Niederschlag und Temperatur auf die Kulturpflanzen gesteuert wird.

Die geringen Steigerungsraten der standortabh?ngigen, potenziellen Erosionsgef?hrdung für die Zeitr?ume 2011 bis 2040 und 2041 bis 2070 ?ndern sich für die bewirtschaftungsabh?ngige Gef?hrdung. Von 2011 bis 2040 ist die gesamte deutsche Mittelgebirgsschwelle von einer Zunahme betroffen, die besonders das Thüringer Becken und Mitteldeutschland betrifft. Dieser ⁠Trend⁠ schw?cht sich 2041 bis 2070 etwas ab um von 2071 bis 2100 wiederum viel deutlicher hervorzutreten.

Insgesamt erh?ht sich die Erosionsgef?hrdung durch Wasser in Abh?ngigkeit von der Region moderat bis mittel. Es gibt Regionen in denen keine Ver?nderung eintritt. Maisanbau auf Stilllegungsfl?chen bedeutet eine deutliche Erh?hung der bewirtschaftungsabh?ngigen Erosionsgef?hrdung. Die verschiedenen Szenarien der Bodenbearbeitung unterstreichen, dass die steigende Erosionsgef?hrdung durch pfluglose, konservierende Bodenbearbeitung kompensiert werden kann.

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Welche Regelungen zur Vermeidung von Bodenerosion durch Wasser gibt es?

Bodenerosion durch Wasser ist in mehreren unabh?ngig voneinander geltenden Rechtsbereichen verankert:

  • Bundes-Bodenschutzgesetz – BBodSchG (§17) und Bundes-Bodenschutz und Altlastenverordnung – BBodSchV (§8),
  • Direktzahlungen-Verpflichtungengesetz – DirektZahlVerpflG (§2) und Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung – DirektZahlVerpflV (§2) zur Umsetzung der EG – Verordnung (Cross Compliance) Nr. 1782/2003 (Artikel 5),
  • Wasserhaushaltsgesetz – WHG (§78, §83) zur Umsetzung der EG – ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ Nr. 2000/60/EG (Artikel 13) und
  • Bundes-Naturschutzgesetz – BNatSchG (§5)

Das Bundes-Bodenschutzgesetz regelt neben der Abwehr von Gefahren für die ?ffentlichen Güter vor allem die Vorsorge vor sch?dlichen Einwirkungen auf den Boden. Für die landwirtschaftliche Bodennutzung wird dies im Paragraf 17 des BBodSchG mit der ?Guten fachlichen Praxis“ (GfP) in der Landwirtschaft konkretisiert. Speziell für die Vermeidung von Bodenerosion sieht Paragraf 17 vor: ?Bodenabtr?ge durch eine standortangepasste Nutzung unter Berücksichtigung der Hangneigung, der Wasser- und Windverh?ltnisse sowie der Bodenbedeckung m?glichst zu vermeiden“.

Die Direktzahlungen-Verpflichtungenverordnung regelt national die Gew?hrung von F?rdermitteln der gemeinsamen EU-Agrarpolitik im Rahmen der Cross-Compliance-Bestimmungen. Je nach Erosionsgef?hrdung eines Betriebes ist die Zahlung von F?rdermitteln an bestimmte Auflagen zur Vermeidung von Bodenverlusten gebunden. Grunds?tzlich ist das Instrument geeignet, um Vorsorgema?nahmen zu f?rdern. Die Auflagen stellen einen Mindeststandard dar. Die Erfüllung der Auflagen ist freiwillig und vom Bundes-Bodenschutzgesetz losgel?st, dessen Grunds?tze der Vorsorge und Gefahrenabwehr verpflichtend sind.

Es ist für den Landwirt m?glich, die Gef?hrdung und Ma?nahmen entweder selber zu ermitteln oder bei Bedarf durch entsprechende Beratung nach Paragraf 17 des BBodSchG zu erhalten. In vielen Bundesl?ndern existieren dazu Verfahren. Ein Beispiel ist der ?Bodenerosionsschlüssel für Betriebsleiter und Berater“ in Niedersachsen, den es bereits seit 2004 gibt. Das Schema erm?glicht es, die Erosionsgef?hrdung durch Wasser auf der Ackerfl?che selbst abzusch?tzen und Ma?nahmen zu ergreifen.

Für die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und die Aufstellung von Bewirtschaftungspl?nen haben viele Bundesl?nder Handreichungen und Ma?nahmensteckbriefe erarbeitet, die deren Wirkung und die jeweiligen Kosten beschreiben.

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Welche Ma?nahmen vermeiden Bodenerosion durch Wasser?

Zur Vermeidung von Bodenerosion durch Wasser existiert eine Vielzahl an pflanzenbaulichen und betrieblichen Ma?nahmen im Rahmen der ?Guten fachlichen Praxis“ nach Paragraf 17 des BBodSchG.

Acker- und pflanzenbauliche Ma?nahmen:

  • Anlegen vielf?ltiger Fruchtfolgen,
  • Nutzen von Zwischenfruchtanbau (Gew?hrleisen einer langen Bodenbedeckung),
  • Anlegen von Untersaaten (z.B. bei Mais und Zuckerrübe),
  • Durchführen der Querbewirtschaftung (Vermeiden hangabw?rts gerichteter Bearbeitung),
  • Vermeiden von Bodenverdichtungen,
  • Zuführen organischer Substanz und Kalken (Erhalten der Bodenstruktur).

Bodenbearbeitungs- und Bestellverfahren:

Die wirksamste Ma?nahme ist die dauerhaft pfluglose Bodenbearbeitung und Mulchsaat. In Deutschland liegen 20 Jahre Erfahrung mit dieser Art der Bodenbearbeitung vor. Bundesweite Bilanzierungen belegen, dass der Bodenverlust um bis zu 50 Prozent gegenüber der konventionellen Bearbeitung reduziert werden kann. Die pfluglose Bodenbearbeitung erfordert besondere Ma?nahmen beim Pflanzenschutz.

  • Durchführen dauerhaft pflugloser Bodenbearbeitung und Mulchsaaten,
  • Einführen der Streifenbearbeitung,
  • wo m?glich einsetzen von Direktsaattechnik (Einsaat in die Erntereste der Vorfrucht),
  • Anh?ufeln von Querd?mmen im Kartoffelanbau.

Vermeiden des linienhaften Wasserab- und -zuflusses:

  • Anlegen von Barrieren (Kleinterrassen, Wiesenstreifen),
  • Dauerbegrünen von Hangmulden und Tiefenlinien,
  • Vermeiden von Fremdzufluss (z.B. zuflie?endes Wasser von Wegen),
  • Anlegen von ⁠Gew?sserrandstreifen⁠ zum Vermeiden von Gew?sserbelastungen,
  • Anlegen von Rückhalteeinrichtungen und ⁠Retentionsfl?chen⁠.

Stark gef?hrdete Ackerfl?chen erfordern besondere Ma?nahmen:

Gro?e Effekte lassen sich durch die Neuverteilung der einzelnen Ackerfl?chen in der Landschaft (Flur) erreichen:

  • Ver?ndern der Nutzung und dauerhaftes Stilllegen (Begrünen von stark gef?hrdeten Bereichen),
  • Verzichten auf Grünlandumbruch (besonders auf stark gef?hrdeten Standorten),
  • Durchführen von Hang- und Parzellenteilungen (streifenf?rmiger Anbau quer zum Gef?lle),
  • Aufstellen von einzugsgebietsbezogenen Anbauplanungen (Optimieren der Kulturartenverteilung) und
  • Durchführen von Flurneuordnungen (Neuanlegen von erosionsmindernden Parzellen- und Bearbeitungsstrukturen).
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