Stoffe in B?den

Foto v. B?den im Glas.zum Vergr??ern anklicken
Welche Stoffe im Boden sind, k?nnen wir nicht sehen, fühlen oder riechen aber messen.

Teil einer "Bodenfenster" Aktion. Unterschiedlichen Funden zum Boden die richtige Bezeichnung zuordnen. Lehm ist das Gemisch aus Ton, Schluff und Sand.

Quelle: S. Marahrens / Umweltbundesamt

Schadstoffe sind in B?den allgegenw?rtig. Sie stammen aus natürlichen Quellen, aus Industrie, Landwirtschaft, Verkehr und privaten Haushalten. Wenn sie sich im Boden anreichern und von dort ins Grundwasser gelangen oder von Pflanzen aufgenommen werden, k?nnen sie zum Risiko für Mensch und Umwelt werden.

Schadstoffe in B?den

Als Schadstoffe werden Stoffe und Stoffverbindungen bezeichnet, die wegen ihrer Eigenschaften und den vorkommenden Konzentrationen sch?dlich für Mensch und Umwelt sein k?nnen. Natürliche Quellen für Schadstoffe in B?den sind die in den Ausgangsgesteinen der Bodenbildung?enthaltenen Mineralien, die durch Verwitterung freigesetzt werden. So k?nnen oberfl?chennahe Anreicherungen von Erzmineralien (Vererzungen) bei Verwitterung zu lokal erh?hten natürlichen Schadstoffgehalten in B?den führen. Auch nach Waldbr?nden und Vulkanausbrüchen k?nnen Schadstoffe eingetragen werden. Hinzu kommen die vom Menschen verursachten Schadstoffe: aus Industrie, Bergbau, Verkehr und privaten Haushalten. Von der Landwirtschaft werden Schadstoffe aus Düngern und Pflanzenschutzmitteln fl?chenhaft in B?den eingetragen und mit der Zeit angereichert.

Durch ihr Filter- und Pufferverm?gen bilden B?den eine Senke für in die Umwelt eingetragene Schadstoffe. Sie verhindern, dass diese in das Grundwasser gelangen oder von Pflanzen aufgenommen werden. Bei der Filterung werden die Schadstoffe aus dem Sickerwasser herausgefiltert und an die organische Bodensubstanz, die Tonminerale oder die Eisenoxide des Bodens gebunden. Die Pufferung neutralisiert versauernd wirkende Eintr?ge von Schwefel- und Stickstoff-Verbindungen. Sie verhindert damit eine ⁠Versauerung⁠ von B?den und das langfristige Absinken des pH-Wertes solange die Kapazit?t dafür ausreicht.

Doch Schadstoffe k?nnen nur solange angereichert und gebunden werden, bis die Speicherkapazit?t der B?den ersch?pft ist. Wird das Filter- und Pufferverm?gen der B?den überschritten, gibt der Boden die Schadstoffe wieder frei. Sie gelangen dann in das Grundwasser oder werden von Pflanzen aufgenommen. So geraten sie? auch in die Nahrungskette des Menschen.

Wichtige Schadstoffgruppen sind Schwermetalle und Arsen, organische Stoffe und Stoffverbindungen, Rückst?nde von schwer abbaubaren Pflanzenschutzmitteln, Arzneimittel und Radionuklide.

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PFC in B?den und Grundwasser

PFC, die auf B?den gelangen, verlagern sich mit dem versickernden Wasser in tiefere Schichten und gelangen so auch in das Grundwasser. Langkettige PFC adsorbieren an die Bodenmatrix, so dass der Transfer in das Grundwasser Jahre bis Jahrzehnte dauern kann. Kurzkettige PFC sind mobil und binden kaum an Oberfl?chen. Deshalb werden kurzkettige PFC schneller in tiefere Bodenschichten verlagert und erreichen? das Grundwasser früher als langkettige PFC.

Wenn Grundwasser für die Beregnung landwirtschaftlicher Fl?chen verwendet wird oder zur Trinkwassergewinnung dient, k?nnen PFC auf diesem Weg in Pflanzen aufgenommen werden und so in die Nahrungskette gelangen.

PFC Verdachtsfl?chen sind besonders Standorte, auf denen Feuerl?schsch?ume eingesetzt wurden. Dazu geh?ren Feuerl?sch-übungspl?tze, L?schbecken, Milit?rflugh?fen, Flugh?fen und Fl?chen, auf denen Gro?br?nde gel?scht wurden.
Auch (ehemalige) Betriebe mit Chrom-Galvanikb?dern k?nnen mit PFC verunreinigt sein. Zus?tzlich k?nnen Deponien, Textilverarbeitung, Papierherstellung sowie die Foto- und Filmindustrie PFC-Eintr?ge in B?den und Grundwasser verursachen.

Auch auf landwirtschaftlichen Nutzfl?chen k?nnen PFC in B?den eingetragen werden, z.B. durch die Verwendung von Kl?rschl?mmen zur Bodenverbesserung, Komposte oder durch Pflanzenschutzmittel.

Fallbeispiele (Hotspots) in Deutschland:
In Süddeutschland (Rastatt) und im Hochsauerlandkreis (Arnsberg, M?hnetalsperre) erfolgten gro?fl?chige Kontaminationen durch die teils illegale Vermischung von Abf?llen mit Komposten und Bodenverbesserern. Gro?fl?chige Bodenverunreinigungen über den Luftpfad k?nnen von fluorchemischen Unternehmen, z.B. Herstellern von Fluorpolymeren, fluorierten Polymeren und Unternehmen, die diese Polymere verarbeiten verursacht werden.?

Beispiele für PFC-Eintr?ge in B?den und Grundwasser durch L?schsch?ume sind die Flugh?fen Nürnberg, Düsseldorf und der Bundeswehrstandort Flughafen Manching. Sie stehen stellvertretend für viele Flugh?fen, auf denen PFC-haltige L?schsch?ume in der Vergangenheit auch für übungszwecke eingesetzt wurden (Link zur L?schmittelseite). Aufgrund der PFC-Belastung des Grundwassers und eines Flie?gew?ssers stellte in Manching das Landratsamt Pfaffenhofen eine Allgemeinverfügung aus. Konkret wurde die Benutzung von Grund- und Oberfl?chenwasser zu Beregnungszwecken in Gemeinden im Umkreis des Flugplatzes untersagt.

Ein Beispiel für die Verunreinigung von B?den durch die ⁠Deposition⁠ aus der Luft liegt in Bayern. Im Industriepark Gendorf werden Fluorpolymere hergestellt. Hier wurde PFOA als Emulgator eingesetzt. über die Abluft und das Abwasser wurde PFOA Jahrzehntelang in die Umgebung freigesetzt. Dies führte zu erheblichen Verunreinigungen von B?den und Grundwasser. Heute wird dort eine andere PFC-Verbindung eingesetzt, die auch zunehmend in B?den und Grundwasser nachgewiesen wird.?

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