Fl?chensparen – B?den und Landschaften erhalten

grüne Wiesezum Vergr??ern anklicken
Immer mehr Freifl?chen weichen Siedlung und Verkehr
Quelle: Detlef Grimski /Umweltbundesamt

Fl?chensparen hei?t, weniger Fl?chen für Siedlungen und Verkehr zu beanspruchen und fruchtbare B?den zu erhalten. Mit innovativen Konzepten sollen Fl?chen umweltschonend und effizient genutzt werden. Im Fokus stehen die Fl?chen für Wohnen, ?ffentliche Zwecke, Handel, Gewerbe, Industrie, Freizeit und Sport sowie für den Land-, Wasser- und Luftverkehr.

Inhaltsverzeichnis

 

Fl?chenverbrauch in Deutschland und Strategien zum Fl?chensparen

Was bedeutet Fl?chenverbrauch und was steckt hinter dem 30-Hektar-Ziel

W?hrend der letzten 60 Jahre hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfl?che in Deutschland mehr als verdoppelt. Im Jahr 2017 wurde t?glich eine Fl?che von rund 58 Hektar neu ausgewiesen - meist zulasten der Landwirtschaft und fruchtbarer B?den. Das entspricht etwa der Gr??e von ca.?82 Fu?ballfeldern.

?kologisch wertvolle Fl?chen werden in Bauland und Standorte oder Trassen für Infrastrukturen wie Kl?ranlagen, Flugpl?tze, Stra?en oder Bahnlinien umgewidmet. Negative Umweltfolgen sowie sch?dliche st?dtebauliche, ?konomische und soziale Auswirkungen sind unausweichlich.

Ziele zur Reduzierung der Fl?cheninanspruchnahme

Die Bundesregierung hat sich deshalb im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die Neuinanspruchnahme von Fl?chen für Siedlungen und Verkehr auf unter?30 Hektar pro Tag zu verringern. Im Durchschnitt der Jahre 1993 bis 2003 lag der Fl?chenverbrauch noch bei 120 Hektar pro Tag.

Darüber hinaus fordern der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE), der Rat der Sachverst?ndigen für Umweltfragen (SRU) sowie der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), sp?testens zum Jahr 2050 die Inanspruchnahme neuer Fl?chen auf null zu reduzieren.

Die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) hat darüber hinaus im Rahmen des Positionspapiers ?Fl?chenverbrauch einschr?nken – jetzt handeln“ einen Vorschlag unterbreitet, wie das 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung auf die Bundesl?nder verteilt werden k?nnte. Inzwischen haben sich fünf Bundesl?nder für das Jahr 2020 ad?quate quantitative Ziele gesetzt, die zum ?30-Hektar-Ziel“ beitragen.

Um überprüfen zu k?nnen, ob sich die tats?chliche Entwicklung in Richtung ?30-Hektar-Ziel“ bewegt, hat das UBA für das Jahr 2010 ein Zwischenziel von 80 Hektar und für das Jahr 2015 ein Zwischenziel von 55 Hektar pro Tag gesetzt. Wie die Abbildung zeigt, nahm die Siedlungs- und Verkehrsfl?che vor der Jahrtausendwende um gut 129 Hektar pro Tag zu. Seither hat sich der Anstieg des Fl?chenverbrauchs für Siedlungen und Verkehr deutlich verlangsamt. Das UBA-Ziel für das Jahr 2010 von 80 Hektar pro Tag wurde für die Einzeljahre 2009, 2010 und 2011 unterschritten, jedoch wurde das Ziel im Vier-Jahres-Mittelwert von 2007 bis 2010 verfehlt.

Insgesamt sind die Inanspruchnahme immer neuer Fl?chen und die Zerst?rung von B?den auf die Dauer nicht vertretbar und sollten beendet werden. Angesichts global begrenzter Landwirtschaftsfl?chen und fruchtbarer B?den sowie der wachsenden Weltbev?lkerung ist der anhaltende Fl?chenverbrauch mit all seinen negativen Folgen unverantwortlich. Dies gilt auch und besonders mit Rücksicht auf künftige Generationen.

Ein Diagramm stellt in Balkenform für jedes Jahr dar, wie viel Hektar Fl?che in Deutschland zwischen 1993 und 2018 pro Tag neu für Siedlungs- und Verkehrsfl?chen ausgewiesen wurden. Erg?nzend wird als Linie der Vier-Jahres-Durchschnitt abgebildet.
Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfl?che
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Ma?nahmen und Instrumente

Eine verst?rkte Innenentwicklung und die Aufbereitung und Nutzung von Brachfl?chen sind die wesentlichen Bausteine für die Reduzierung der Fl?cheninanspruchnahme. Konkrete Ma?nahmen- und Instrumentenvorschl?ge konzentrieren sich somit darauf, den Ausbau von Siedlungsfl?chen und die damit verbundene Verkehrserschlie?ung zu d?mpfen. Um die Inanspruchnahme immer neuer Fl?chen für Siedlungszwecke zu reduzieren, sind viele aufeinander abgestimmte Ma?nahmen erforderlich. Erg?nzend sollten Siedlungsfl?chen die umweltschonend genutzt und der Bedarf im Fernstra?enbau ged?mpft werden.

Zielführende Instrumente und Ma?nahmen zum Fl?chensparen sowie zur F?rderung von Innenentwicklung und Fl?chenrecycling sind:

  • Landes- und Regionalplanung st?rken und das vorhandene Instrumentarium der Raumordnung zur Begrenzung der Au?enentwicklung zielführend anwenden;
  • sch?dliche Subventionen die die Au?enentwicklung begünstigen, wie die Pendlerpauschale oder die F?rderung der Erschlie?ung von Gewerbegebieten auf der grünen Wiese, abbauen;
  • Instrumentarium des Baugesetzbuchs nutzen und F?rdermittel zur Aktivierung der Potenziale der Innenentwicklung und des Brachfl?chenrecycling zielgerichtet einsetzen;
  • dazu in den Verwaltungen auch geeignete, ?mterübergreifende Organisationsstrukturen schaffen, die ein effektives Fl?chenmanagement erm?glichen;
  • weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Aktivierung ungenutzter Baugrundstücke im Innenbereich schaffen;
  • die Belastung durch weitere Zersiedelung durch eine zweckm??ige Reform der Grundsteuer zu minimieren. Hierzu z?hlt ein zoniertes kommunales Satzungsrecht, mit dem gezielt baureife oder ungenutzte Grundstücke mobilisiert werden k?nnen. Weitere Rahmenbedingungen k?nnen mit der Grunderwerbsteuer und / oder Schaffung einer Bauland-Ausweisungs-Umlage oder einer Neuerschlie?ungsabgabe verbessert werden;
  • Neubau von Geb?uden, Bundesfernstra?en und anderer Verkehrsinfrastrukturen reduzieren und stattdessen Bestehendes instandsetzen und verbessern;
  • ?ffentlichkeitsarbeit, um die Menschen für die Nachteile und Risiken des Fl?chenverbrauchs zu sensibilisieren. Die Chancen des Fl?chensparens aufzeigen sowie jedem einzelnen Handlungstr?ger und Bürger Informationen darüber zu geben, wie diese zum Fl?chensparen beitragen k?nnen.
 

Strategien und Ma?nahmenvorschl?ge des Umweltbundesamtes

Vorschl?ge, wie eine Trendwende bei der Fl?cheninanspruchnahme im Einzelnen erreicht werden kann, unterbreitet das Umweltbundesamt in einem Strategiepapier von 2003. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (⁠BfN⁠) hat das Umweltbundesamt im Jahr 2009 diese Vorschl?ge gesichtet sowie – wo n?tig – aktualisiert, erg?nzt und mit Priorit?ten versehen. Das Ergebnis haben die ?mter dem Bundesministerium für Umwelt (⁠BMU⁠) berichtet. Auf dieser Basis ber?t das Umweltbundesamt das Bundesumweltministerium im Rahmen von aktuellen Gesetzgebungsverfahren und sonstigen fl?chenpolitischen Aktivit?ten.

Das Umweltbundesamt hat diverse Forschungsvorhaben durchgeführt, unter anderem zu Kosten- und Nutzen der Siedlungsentwicklung und des Fl?chenrecycling, um daraus Kriterien für eine effiziente Siedlungsentwicklung abzuleiten, oder zu Ans?tzen, um Planungsrecht und Planungsinstrumente noch st?rker auf Fl?chensparen und Innenentwicklung auszurichten.

Ein neues innovatives Instrument zum Fl?chensparen wird derzeit in einem Modellversuch des Umweltbundesamtes erprobt: Der Handel mit Fl?chenzertifikaten soll – in Anlehnung an den Handel mit ⁠CO2⁠-Emissions-Zertifikaten – finanzielle Anreize setzen für diejenigen Kommunen, die Innenentwicklung betreiben und Fl?chen sparen.

  • Daten zu Bev?lkerung und Fl?chennutzung

    Daten zur Umwelt

  • Manifest

    Manifest der Architekten, Ingenieure und Stadtplaner für eine zukunftsf?hige Architektur und Ingenieurbaukunst – Der Schutz des Klimas erfordert ein neues Denken, 2009

    Bund der deutschen Architekten

  • UN-Naturschutzkonferenz

    UBA fordert Grenzen für Asphalt und Beton, 2008

    Grenzen setzen für Asphalt und Beton

  • Umweltministerium Rheinland-Pfalz

    Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz berichtet über eine gemeinsame Veranstaltung vom Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, vom Ministerium des Innern und für Sport und des Kompetenzzentrums Fl?chenhaushaltspolitik zur Thematik Berücksichtigung des Bodenschutzes in der r?umlichen Planung, 2008

    Umweltministerium Rheinland-Pfalz

  • F?rderung wirtschaftsnaher Infrastruktur

    Ziel der F?rderung ist der Ausgleich von Standortnachteilen in strukturschwachen Regionen durch St?rkung der Wettbewerbs- und Anpassungsf?higkeit der Wirtschaft sowie die Schaffung und Sicherung von dauerhaften Arbeitspl?tzen, 2008.

    BMWI

  • Presse-Hintergrundpapier

    Schutz der biologischen Vielfalt und Schonung von Ressourcen – Warum wir mit Fl?chen sorgsam und intelligent umgehen müssen, 2008

    Schutz der biologischen Vielfalt und Schonung von Ressourcen

  • Eckzahlen 2007

    Erhebung der Siedlungs- und Verkehrsfl?che nach Art der tats?chlichen Nutzung

    Statistisches Bundesamt

  • Gemeinsame Forderungen aus Landwirtschaft und Naturschutz

    Positionspapier aus Landwirtschaft und Naturschutz, 2006

    Verringerung der Fl?cheninanspruchnahme durch Siedlungen und Verkehr

  • S?chsische-Thüringische Bodenschutztage in Gera, 2005

    Umweltministerium Sachsen

  • Tagung zum Bodenschutz und Fl?chenverbrauch

    Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz berichtet über eine Tagung am 18. November 2004, auf der die Aktivit?ten im Bereich des vorsorgenden Bodenschutzes sowie zur Fl?cheninanspruchnahme diskutiert wurden. Dabei wurden auch Vorschl?ge zur Reduzierung des ?Fl?chenverbrauchs” vorgestellt und diskutiert

    Umweltministerium Rheinland-Pfalz

  • Umweltbundesamt Hintergrundpapier

    ?Fl?chenverbrauch, ein Umweltproblem mit wirtschaftlichen Folgen”, 2004

    Fl?chenverbrauch, ein Umweltproblem mit wirtschaftlichen Folgen

  • Refina-Projekt

    Fl?chen für Siedlung und Verkehr reduzieren und ein nachhaltiges Fl?chenmanagement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist Teil der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, 2004.

    Refina-Projekt

  • Strategiepapier

    ?Reduzierung der Fl?cheninanspruchnahme durch Siedlungen und Verkehr", Erich Schmidt Verlag, Berlin 2004. ISBN 3-503-07852-5; Materialbald mit ausführlicher Hintergrundinformation zu Handlungsfeldern, Strategien, Ma?nahmen und Instrumenten

    Reduzierung der Fl?cheninanspruchnahme durch Siedlung und Verkehr

  • NABU-Fachtagung zur Fl?chennutzung

    Dokumentation der NABU-Fachtagung am 8. und 9. November 2001 in Erfurt ?Fl?chen intelligent nutzen - Strategien für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung”.
    Die Tagungsdokumentation enth?lt den Vortrag des damaligen Pr?sidenten des Umweltbundesamtes, Dr. Andreas Troge (Seite 8-17)
    ARL-Hannover: Nachhaltigkeitsprinzip in der Regionalplanung - Handreichung zur Operationalisierung - Forschungs- und Sitzungsberichte. Hannover 2000. ISBN-3-88838-041-3. insbes. Kapitel 2.2.3 Bodenschutz.

    Tagungsdokumentation ARL

  • Volkswirtschaftliche Folgewirkungen nach einer Brachfl?chenrevitalisierung im Stadtbereich

    Im Hinblick auf den fortschreitenden Fl?chenverbrauch hat die Brachfl?chenrevitalisierung im Stadtbereich in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung für eine nachhaltige Stadtentwicklung gewonnen. Um die volkswirtschaftlichen Folgewirkungen von innerst?dtischen Brachfl?chenrevitalisierungen aufzuzeigen, wurden in 14 baden-württembergischen Kommunen 17 Areale hinsichtlich der Auswirkungen auf den kommunalen Haushalt und auf die Bev?lkerung untersucht. Im Fokus stand dabei, welche wirtschaftlichen Vor- und Nachteile für den Kommunalhaushalt aus den Projekten entstehen und wie sich die umgesetzten Ma?nahmen auf die Wohn- und Lebensqualit?t der Nutzer, Bewohner und Anrainer auswirken.

    Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg UNTERSUCHUNG VON VOLKSWIRTSCHAFTLICHEN FOLGEWIRKUNGEN NACH DURCHFüHRUNG EINER BRACHFL?CHENREVITALISIERUNG IM STADTBEREICH

  • Bayern

    Bayern pr?sentiert in einer Wanderausstellung Wie wohnen - Wo leben? Fl?chen sparen - Qualit?t gewinnen gute Beispiele zum Wohnen in der Stadt, zur Erneuerung bestehender Siedlungen und zur zeitgem??en Modernisierung ?lterer Geb?ude.

    Flyer (siehe Thema ?Boden”)

  • Niedersachsen

    Das Nieders?chsische Umweltministerium hat sich 2005 zu einem kommunalen Brachfl?chenmanagement (d.h. gezielter Umgang mit Brachfl?chen zum Zweck der Revitalisierung) bekannt, mit dem Ziel, die Innenentwicklung aktiv zu steuern und Entwicklungsziele besser umzusetzen.

    Nieders?chsisches Umweltministerium

  • Baden-Württemberg

    Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat unter dem Stichwort Fl?chenmanagement Boden seine Aktivit?ten und F?rderprogramme zur Fl?chen für Siedlung und Verkehr reduzieren und Wiedernutzung von Siedlungsbrachen dargestellt

    Umweltministerium Baden-Württemberg

  • Berlin

    Die Senatsverwaltung Berlin betreibt die Aktivierung der Baulandpotenziale im Innenbereich durch ein Baulückenmanagement

    Senatsverwaltung Berlin

  • Fl?chenkonstanz Saar

    Refina-Projekt

  • Wallmerod

    ?Leben im Dorf - Leben mittendrin”