Gef?hrdung der Biodiversit?t

Klatschmohn und Kornblumen in einem Getreidefeldzum Vergr??ern anklicken
Wildblumen im Feld
Quelle: Knut Ehlers / Umweltbundesamt

Agrarlandschaften sind Lebensraum für viele wildlebendeTier- und Pflanzenarten. Felder, Wiesen, Weiden dienen als Nahrungsgrundlage und bieten Brut- und Rückzugsr?ume. Die zunehmende Intensivierung und Monotonisierung der Landwirtschaft schr?nkt dieses Potenzial jedoch erheblich ein. Die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft ist seit Jahren rückl?ufig.

Einführung

über die H?lfte der Landesfl?che Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Als Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen kommt einer umweltvertr?glichen und die Artenvielfalt erhaltenden Gestaltung der Landwirtschaft eine besondere Bedeutung zu.

Die Landwirtschaft galt lange Zeit als Garant für die Arten- und Biotopvielfalt in der offenen Kulturlandschaft. Mit der Intensivierung im Pflanzenbau und der Industrialisierung in der Tierhaltung z?hlt sie heute zu den treibenden Kr?ften für den Verlust an biologischer Vielfalt. Mit zunehmender Technisierung vergr??erten sich die Ackerschl?ge. Flurgeh?lze, natürliche Landschaftselemente wie Hecken oder Blühstreifen, Weiher und Ackerrandstreifen wurden vielfach entfernt und sind heute insbesondere in den ackerbaulichen Gunstregionen und in den Intensivtierhaltungsregionen selten anzutreffen. Diese natürlichen und miteinander verbundenen Landschaftselemente sind für wildlebende Tiere und Pflanzen au?erordentlich wichtig.

Der hohe Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln versch?rft die Situation, denn eingetragen in natürliche ?kosysteme verdr?ngen sie hier die natürliche, standortangepasste Vegetation. Auch mit der im Zuge des verst?rkten Anbaus von Nachwachsenden Rohstoffen (Raps und Mais) intensivierten landwirtschaftlichen Nutzung, k?nnen Biodiversit?tsverluste verbunden sein. Für den Anbau von Energiepflanzen werden h?ufig ehemalige Stilllegungs-oder Grünlandfl?chen umgebrochen. Die engen Fruchtfolgen im Energiepflanzenanbau bieten Insekten und V?geln nur wenig Abwechslung und erfordern zudem einen hohen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Das ⁠Habitat⁠- und Rückzugsdargebot für viele heimische Vogel- und Insektenarten verringert sich. Mit 52 Prozent des Artenbestandes Deutschlands geh?ren Grünlandstandorte zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas. Der Umbruch zu Ackerstandorten schr?nkt dieses Potenzial somit erheblich ein. Damit kann es weiterhin zu einer zunehmenden Isolation der verbleibenden Grünland-Restbest?nde mit einer St?rung des Biotopverbundsystems kommen.

Die Vielfalt der Organismen auf und in B?den erfüllt aber auch wichtige Funktionen für die Erhaltung der Ertragsf?higkeit und Bodenfruchtbarkeit. Funktionen der Organismen wie Best?ubung, Kontrolle von Schaderregern sind vielen ein Begriff. Dass aber der gesamte Umbau der Pflanzen- und Wurzelrückst?nde im Boden von Bodentieren, wie zum Beispiel Regenwürmern, Springschw?nzen, Milben und letztlich von den Bodenbakterien und -pilzen abh?ngt, ist oft unbekannt. Dabei nutzen wir diese Funktionen im heimischen Komposthaufen.

Je intensiver landwirtschaftliche B?den bewirtschaftet werden, desto geringer sind Artenzahl und Vorkommen der Bodenorganismen. Erh?hter Aufwand zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ist n?tig, wenn man auf diese ?kologischen Leistungen der Natur verzichtet. Die Verbesserungen durch Gesetze im Bereich des Pestizid- und Düngereinsatzes bringen zwar punktuell einige Verbesserungen, reichen aber für eine Umkehr beim Verlust der Artenvielfalt nicht aus. Der für 2010 angestrebte Stopp beim Artenverlust nebst Trendwende konnte bislang nicht erreicht werden. Das Ziel soll nun bis 2020 erreicht werden. Die Indikatoren der Nationalen Biodiversit?tsstrategie "Artenvielfalt und Landschaftsqualit?t" und "Gef?hrdete Arten" zeigen nur marginale Ver?nderungen.??