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Chemikalien

Umweltverschmutzung und Chemikalien waren bis vor 15 oder 20 Jahren noch nahezu synonym. Gew?sser, B?den und die Luft wurden durch die Produkte der chemischen Industrie stark beeintr?chtigt. Heute hat sich die Situation verbessert und andere Umweltprobleme sind st?rker in den Vordergrund getreten.

Erhebliche Fortschritte wurden bei den Emissionen der Industrie und der Chemikaliensicherheit erzielt. In der chemischen Industrie selbst ist das Bewusstsein, dass Chemikalien nicht nur segensreich für den Fortschritt sind, sondern auch Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bergen, deutlich gewachsen. Die gesetzliche Pflicht, Chemikalien vor ihrer Vermarktung und Anwendung zu untersuchen und zu bewerten, war entscheidend für diesen Fortschritt. Chemikalien geh?ren deshalb zu den am st?rksten regulierten Bereichen im Umweltschutz.

Gleichwohl besteht immer noch Handlungsbedarf: Akute Vergiftungen sind seltener geworden, aber chronische Gesundheitssch?den durch Chemikalien in Innenraumluft, Gebrauchsgegenst?nden oder Nahrungsmitteln bleiben ein Thema. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln betrifft nicht nur ?Schadorganismen“ sondern trifft auch viele ?Nützlinge“. Die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft geht zurück, auch weil manchen Tierarten wegen des intensiven Pflanzenschutzes die Nahrungsgrundlage abhandenkommt. Biozide aus Fassadenputzen und Bootsanstrichen belasten die Gew?sser. Arzneimittel helfen zwar, die Gesundheit von Mensch und Tier zu erhalten. Ihre Rückst?nde in B?den und Wasser sind jedoch ein Risiko für die dort lebenden Organismen. Au?erdem treten neue Wirkungen und Risiken in den Vordergrund: Hormonelle Wirkungen von Stoffen beeinflussen bei niedrigen Konzentrationen auch die Fortpflanzungsf?higkeit von Pflanzen und Tieren. Persistente, schwer abbaubare Stoffe reichern sich in der Umwelt und in Lebewesen an. Nanomaterialien haben ein Eigenschaftsprofil, das neue, angepasste Untersuchungsmethoden erfordert. Und schlie?lich wirken die Stoffe nicht einzeln, sondern als Gemische auf die Umwelt – h?ufig addiert sich ihre Wirkung.

Chemikaliensicherheit ist heute ein europ?isches und internationales Thema. Mit dem Ziel, den Binnenmarkte zu st?rken und den Gesamtaufwand zu reduzeiren, hat die EU die nationalen Verfahren zunehmend durch europ?ische Zulassungs- und Bewertungsverfahren abgel?st. Dies entl?sst die Mitgliedstaaten nicht aus ihrer Verantwortung. Sie müssen in Arbeitsteilung die wesentlichen Bewertungs-, Management- und überwachungsaufgaben wahrnehmen. Deutschland ist hier als Chemieproduzent Nummer eins in Europa und Nummer vier weltweit besonders in der Verantwortung. Der zunehmende internationale Handel erfordert im übrigen auch weltweite Ma?nahmen: Viele Probleme der Vergangenheit in Deutschland und Europa wie das Insektengift DDT oder Industrieemissionen von Dioxinen und Furanen harren weltweit noch ihrer L?sung. Einige Schritte sind getan, aber der Weg zur Nachhaltigkeit in der Chemie ist noch weit.

Das Umweltbundesamt

Für Mensch und Umwelt

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