Arzneimittel

verschiedene bunte Tabletten und Pillen von oben fotografiertzum Vergr??ern anklicken
Medikamente gelangen auf vielen Wegen in die Umwelt.
Quelle: CC Vision

Arzneimittel sind seit der Entdeckung des Penicillins 1928 durch Alexander Flemming für Mensch und Tier ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung geworden. In Deutschland werden zurzeit über 2300 Wirkstoffe in der Humanmedizin mit j?hrlichen Verbrauchsmengen von mehr als 30 000 Tonnen verkauft. Und es ist in den kommenden Jahrzehnten mit einem steigenden Verbrauch zu rechnen, da sich der Anteil ?lterer Menschen weiter erh?hen wird. Für Heim- und Nutztiere sind ca. 450 Wirkstoffe zugelassen.

Wieso sind Arzneimittel auch für die Umwelt relevant??

Wirkstoffe in Arzneimitteln sind biologisch hochaktive Stoffe, die nach der Einnahme oft unver?ndert ausgeschieden werden, in die Umwelt gelangen und dort unerwünschte Wirkungen auf Tiere und Pflanzen haben k?nnen. In Deutschland wurden mittlerweile 269 Arzneimittelwirkstoffe in Oberfl?chengew?ssern, Sedimenten, Grundwasser und B?den nachgewiesen. Dabei gibt es Unterschiede im Vorkommen von Human- und Tierarzneimitteln, die vor allem auf die unterschiedlichen Eintragspfade in die Umwelt zurückzuführen sind. Arzneimittel für den Menschen gelangen über die Kanalisation und die Kl?rwerke in Oberfl?chengew?sser. Die meisten Tierarzneimittel erreichen mit Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung, landwirtschaftliche Fl?chen.

In der Regel liegen die gemessenen Konzentrationen der Arzneimittelwirkstoffe in der Umwelt unterhalb der therapeutischen Dosen und der für sie festgelegten, maximal zul?ssigen Rückstandsmengen in Nahrungsmitteln bei Tierarzneimitteln. Damit ist jedoch für die Umwelt keine Entwarnung gegeben. Obwohl Humanarzneimittel zu den toxikologisch am besten untersuchten Stoffen z?hlen, sind die Umweltauswirkungen der vergleichsweise geringen, dafür jedoch dauerhaften Belastung der Gew?sser mit Arzneimittelresten, insbesondere von Stoffen, die seit Jahrzehnten auf den Markt sind, oftmals unbekannt.

Was tut das Umweltbundesamt?

Das Gesetz über den Verkehr von Arzneimitteln (AMG) trat 1978 in Kraft, die Umweltsicherheit neuer Medikamente wurde jedoch erst mit der Reform in 2005 gest?rkt, indem eine Umweltrisikobewertung im Rahmen der Zulassung verpflichtend wurde.?

Seit 2006 gibt es internationale Bewertungskonzepte, die eine detaillierte und standardisierte Untersuchung des Verhaltens und der Wirkungen von Human- und Tierarzneimitteln in der Umwelt erm?glichen.?

Pharmazeutische Unternehmer müssen für die Zulassung neuer Human- und Tierarzneimittel auch eine entsprechende Umweltrisikobewertung vorlegen, auf Basis derer das Umweltbundesamt eine abschlie?ende Bewertung des Umweltrisikos vornimmt.

Es besteht internationaler Konsens darüber, dass Arzneimittel nicht in die Gew?sser oder gar in unser Trinkwasser geh?ren und der Eintrag sollte soweit wie m?glich reduziert werden. Das Umweltbundesamt diskutiert hierfür neue Wege im?engen Dialog mit u.a. Wissenschaftlern, ?rzte- und Apothekenvertretern, pharmazeutischen Unternehmern und Wasserversorgern. Ein Weg in die richtige Richtung ist die Aufrüstung bestehender Kl?ranlagen mit einer zus?tzlichen Kl?rstufe oder gar die Entwicklung von Arzneimitteln, die in Kl?ranlagen leicht und vollst?ndig abgebaut werden k?nnen. Aber auch die Aufkl?rung über die korrekte Entsorgung von Altmedikamenten und die Sensibilisierung von Patienten und ?rzteschaft für die Problematik sind ein wichtiger Schritt.

Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen zum Vorkommen und Auswirkungen von Human- und Tierarzneimittel in der Umwelt, der Rolle des Umweltbundesamtes sowie m?gliche Handlungsoptionen.

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