Online Workshops: Umsetzung des Stockholmer übereinkommens 2020

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Vortrag
Quelle: Dmitry Vereshchagin / Fotolia.com

2020 veranstaltete das UBA zur überarbeitung des Nationalen Durchführungsplans für das Stockholmer übereinkommen zu persistenten organischen Schadstoffen (POP) mehrere Online-Workshops.

Inhaltsverzeichnis

Als Vertragspartei des Stockholmer übereinkommens ist Deutschland verpflichtet, mit einem nationalen Durchführungsplan die Freisetzung von persistenten organischen Schadstoffen (⁠POP⁠) in die Umwelt durch geeignete Ma?nahmen zu unterbinden oder soweit wie m?glich zu reduzieren und darüber zu berichten.

Der nationale Durchführungsplan soll als Standortbestimmung und als Grundlage für weitere Arbeiten zur Umsetzung des Stockholmer übereinkommens in Deutschland dienen. Er enth?lt ausführliche Informationen zu den im Stockholmer übereinkommen gelisteten POP. Der nationale Durchführungsplan wurde mit dem Forschungsvorhaben ?Ein ambitionierter Nationaler Durchführungsplan 2020 zum Stockholmer übereinkommen“ (FKZ 3719 65 414 0) aktualisiert. Dabei wurden die neu gelisteten POP (HCBD, PCP, PCN, DecaBDE und SCCP) in den Plan aufgenommen sowie Informationen zu den bereits gelisteten POP überprüft und aktualisiert.

Im Zuge des Forschungsvorhabens führte das ⁠UBA⁠ zusammen mit den Auftragnehmern Online-Workshops durch, um den vorl?ufigen Stand des Durchführungsplans und ausgew?hlte Themen zu diskutieren. Die Ergebnisse der Online-Workshops sind in der Aktualisierung des Durchführungsplans berücksichtigt.

Eingeladen waren Vertreter/innen von Beh?rden des Bundes und der L?nder, von Industrieverb?nden und von Verb?nden der Zivilgesellschaft.

Im Jahr 2020 wurden Online Workshops zu folgenden Themen durchgeführt:

POP in der Kreislaufwirtschaft und in Abf?llen (am 23. Juni 2020)

Die neue POP-Verordnung 2019/1021 - Verpflichtungen, Umsetzung und Kontrolle (am 22. September 2020)

PFAS-Substitution – nachhaltige und nicht-nachhaltige Alternativen (am 23. September 2020.

 

POP in der Kreislaufwirtschaft und in Abf?llen

Am 23. Juni 2020 fand ein online Workshop zum Thema ?POP in der Kreislaufwirtschaft und in Abf?llen“ statt.

Viele der bereits im Stockholmer übereinkommen gelisteten ⁠POP⁠ sind nach wie vor in Abf?llen zu finden. Das Vorkommen von POP in Abf?llen hat entsprechend den Anh?ngen der POP-Verordnung Konsequenzen für die Abfallbehandlung und für das Ma? der Ausschleusung von POP aus dem Wirtschaftskreislauf. In einer effizienten, gemeinwohlvertr?glichen und zugleich ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft muss ein vernünftiger Kompromiss zwischen Schadstoffentfrachtung und Recycling gefunden werden.

Die Herausforderungen und Probleme dieser Thematik behandelten zwei Pr?sentationen und eine intensive Diskussion dazu.? Dr. Georg Surkau vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (⁠BMU⁠) berichtete über den Umgang mit der unbeabsichtigten Spurenverunreinigung von Abf?llen mit PCP. Christian Kitazume vom Umweltbundesamt referierte zur Problematik des Vorkommens und Ausschleusens von DecaBDE bei Elektroaltger?ten.

 

Die neue POP-Verordnung 2019/1021

Am 22. September 2020 fand ein online Workshop zum Thema ?Die neue ⁠POP⁠-Verordnung 2019/1021 - Verpflichtungen, Umsetzung und Kontrolle“ statt.

Die EU POP Verordnung (EG) Nr. 850/2004 wurde 2019 in einer Neufassung als Verordnung (EU) 2019/1021 verabschiedet, die nun z.B. auch die Aufgaben der Europ?ischen Chemikalienagentur (ECHA) zu den POP umfasst. Die Inhalte und Vorgaben dieser Verordnung stellen in den Mitgliedstaaten unmittelbar geltendes Recht dar. Auf dieser Rechtsgrundlage bestehen für alle EU-Mitgliedsstaaten bestimmte Pflichten zur Umsetzung der POP-Verordnung und Kontrolle von POP.

Der Workshop diskutierte auf der Grundlage von vier Vortr?gen Ma?nahmen für die Umsetzung der Verpflichtungen des Stockholmer übereinkommens in Deutschland.

Dr. Anja Duffek vom Umweltbundesamt berichtete über das Vorkommen von POP in deutschen Gew?ssern. Dr. MartinSchlummer vom Fraunhofer IVV beleuchtete die Herausforderungen bei der Analytik von POP. Ulrike Kallee vom BUND e.V. stellte eine Studie zum Vorkommen von SCCP in Alltagsprodukten vor. Abschlie?end erl?uterte Meike Schroeter von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die Herausforderungen und Verpflichtungen, die sich aus der POP-Verordnung aufgrund neu gelisteter POP ergeben.

 

PFAS-Substitution – nachhaltige und nicht-nachhaltige Alternativen

Am 23. September 2020 fand ein online Workshop zum Thema ?PFAS-Substitution – nachhaltige und nicht-nachhaltige Alternativen“ statt.

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) finden aufgrund ihrer chemisch-physikalischen Eigenschaften sehr breite Anwendung, jedoch bauen sie sich in der Natur nur ?u?erst schwer ab, deswegen auch als ?Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, und sind in vielen F?llen auch toxisch. Einige dieser Stoffe wie die Perfluoroktansulfons?ure (PFOS) und die Perfluoroktans?ure (PFOA) sind bereits im Stockholmer übereinkommen gelistet. Zurzeit l?uft ein Gruppenbeschr?nkungsverfahren für PFAS unter ⁠REACH⁠. Dadurch würden vielf?ltige Anwendungen dieser Stoffe beschr?nkt werden, wo sie ggf. durch Alternativen ersetzt würden.

Die Herausforderungen bei der Suche nach Ersatzstoffen und Ersatzverfahren wurden auf der Grundlage von vier Vortr?gen und einer anschlie?enden Diskussion er?rtert. Wolfram Willand vom Regierungspr?sidium Freiburg und Sandra Leuthold vom Umweltbundesamt stellten die Probleme bei der PFOS-Substitution in der Oberfl?chenbehandlung von Metallen und Kunststoffen dar. Jürgen Arning vom Umweltbundesamt stellte die Ergebnisse einer vergleichenden Risikobewertung kurzkettiger poly- und perfluorierter Alkylverbindungen mit fluorfreien Alternativen zur Diskussion. Reiner S?hlmann vom LRA Rastatt erl?uterte in seinem Vortrag die PFAS-Verunreinigungen im Boden in Rastatt und deren Auswirkungen auf die Region. Caren Rauert vom Umweltbundesamt gab abschlie?end einen Ausblick zu weiteren Entwicklungen bei der europ?ischen Regulation von PFAS.

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 Persistente organische Schadstoffe  POPs  PFAS  Kreislaufwirtschaft