Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC)

PFC werden in vielen Alltagsgegenst?nden verwendetzum Vergr??ern anklicken
Verwendungsm?glichkeiten von PFC
Quelle: (1) Jürgen F?lchle (2) Norman Chan (3) industrieblick (4) Stillfx (5) Luisa Leal (6) Kzeno (7) demarco (8) Tobilander / Fotolia.com

PFC werden in einer Vielzahl von Verbraucherprodukten eingesetzt. Dies führt jedoch gleichzeitig zu einer weltweiten Verbreitung dieser keineswegs unbedenklichen Chemikalien. PFC sind kaum abbaubar und verbleiben daher für einen sehr langen Zeitraum in der Umwelt. Einige PFC reichern sich in der Umwelt und in Organismen an und wirken zudem gesundheitssch?dlich auf den Menschen.

Inhaltsverzeichnis

 

Was sind PFC?

PFC ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien – auch bekannt als PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) oder PFT (perfluorierte Tenside). Diese Stoffgruppe umfasst mehr als 3000 verschiedene Stoffe. PFC kommen nicht natürlich vor. Chemisch gesehen bestehen die organischen Verbindungen aus Kohlenstoffketten verschiedener L?ngen, bei denen die Wasserstoffatome vollst?ndig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind. Am h?ufigsten werden perfluorierte Carbon- und Sulfons?uren sowie deren Vorl?uferverbindungen verwendet. Als Vorl?uferverbindungen werden Stoffe bezeichnet, die zu diesen persistenten perfluorierten Stoffen abgebaut werden k?nnen.

Aufgrund unterschiedlicher chemischer Eigenschaften werden PFC in langkettige und kurzkettige PFC unterteilt. Als kurzkettige PFC gelten beispielsweise perfluorierte Carbon- und Sulfons?uren (sowie entsprechende Vorl?uferverbindungen) mit weniger als sieben beziehungsweise sechs perfluorierten Kohlenstoffatomen.

 

Wo komme ich mit PFC in Berührung?

PFC finden wegen ihrer besonderen Eigenschaften – wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie chemisch und thermisch stabil – in vielen Verbraucherprodukten wie Kochgeschirr, Textilien und Papier Anwendung.

Der Textilindustrie kommen vor allem die wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften zugute. So werden PFC gern in Outdoor-Kleidung und Arbeitskleidung eingesetzt und die PFC-haltigen Impr?gniermittel helfen, dass auch nach mehrmaligem Waschen diese Eigenschaften in den Textilien bestehen bleiben. Auch im Heimtextilbereich werden PFC für schmutzabweisende Teppiche verwendet.

Die gleichzeitig fett- und wasserabweisenden Eigenschaften werden au?erdem in der Lebensmittelverpackungsindustrie gesch?tzt und somit kommen PFC beispielsweise in Pappbechern oder Pizzakartons zum Einsatz.

Bei der Herstellung von Fluorpolymeren wie zum Beispiel Polytetrafluorethylen (PTFE) werden PFC als Hilfsmittel verwendet, so dass Spuren dieser Verbindungen im fertigen Produkt, wie antihaftbeschichtetem Kochgeschirr, enthalten sein k?nnen.

Weitere (und nicht vollz?hlige) Anwendungsgebiete der PFC sind:

  • Feuerl?schsch?ume
  • Wachse/Schmiermittel (z.B. Skiwachse)
  • Pestizide
  • Baustoffe (z.B. Wetterschutzfarben und – lacke, zum Schutz vor Verschmutzung von H?userfassaden)
 

Wie gelangen PFC in Umwelt und Mensch?

In die Umwelt k?nnen PFC bereits bei ihrer Herstellung und bei der Herstellung von PFC-haltigen Produkten gelangen. Beim Gebrauch und der Entsorgung dieser Produkte k?nnen sie auch im weiteren Verlauf des Lebenszyklus freigesetzt werden. Zu erh?hten Konzentrationen von PFC in der Umwelt führt auch der Einsatz von fluorhaltigen Feuerl?schsch?umen.

Die perfluorierten Chemikalien k?nnen in Kl?ranlagen nicht abgebaut werden. Vielmehr entstehen in Kl?ranlagen durch verschiedene Umwandlungsprozesse aus den abbaubaren Vorl?uferverbindungen (polyfluorierte Chemikalien) zus?tzliche perfluorierte Chemikalien. Wasserl?sliche PFC werden über Flüsse und Meere global verteilt. Sogar in entlegenen Gebieten wie der Arktis und den dort lebenden Tieren werden diese Verbindungen gefunden.

Andere PFC reichern sich im Kl?rschlamm an. Wird dieser Kl?rschlamm als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft genutzt, versickern die Chemikalien über die Zeit ins Grundwasser. Zudem k?nnen Pflanzen PFC aus dem verunreinigten Boden aufnehmen.

Flüchtige PFC, zum Beispiel aus Impr?gniersprays verteilen sich über Luftstr?mungen in die ⁠Atmosph?re⁠. PFC k?nnen auch an Partikel adsorbieren und so über weite Strecken in der Luft transportiert werden. über Niederschlagsereignisse gelangen PFC wiederum in Boden und Oberfl?chengew?sser.

Der Mensch nimmt PFC haupts?chlich über die Nahrung oder über verunreinigtes Trinkwasser auf. Auch erh?hte Konzentrationen von PFC in der Innenraumluft, beispielsweise durch Teppiche mit schmutzabweisender Ausrüstung, tragen zur PFC-Belastung des Menschen bei.

Weitere Informationen zu PFC:
- Besorgniserregende Eigenschaften
- Risikomanagementma?nahmen
- Forschungsaktivit?ten des UBA