PFC in Feuerl?schmitteln

Ein Feuerwehrmann h?lt den Schlauch, aus dem Schauml?schmittel quillt, im Hintergrund ist Feuerzum Vergr??ern anklicken
Feuerwehr l?scht einen Gro?brand
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Derzeit werden noch vielfach PFC in Feuerl?schsch?umen eingesetzt. Das UBA empfiehlt aufgrund ihrer besorgniserregenden Eigenschaften, fluorfreie Alternativen einzusetzen. Fluorhaltige L?schmittel sollten nur bei Br?nden eingesetzt werden, bei denen keine wirksame Alternative existiert.

Poly- und perfluorierte Chemikalien in Feuerl?schmitteln – ein Problem für Mensch und Umwelt

Zur erfolgreichen Brandbek?mpfung, insbesondere von Br?nden der Brandklasse B (Br?nde von Flüssigkeiten und schmelzenden Feststoffen), werden h?ufig Feuerl?schmittel eingesetzt, die PFC enthalten. Der Nutzen dieser L?schmittel ist unbestritten, jedoch stehen diesem die langfristigen Folgen für Mensch und Umwelt entgegen:

  • PFC in L?schmitteln sind extrem best?ndig. Wenn AFFF-L?schsch?ume (wasserfilmbildende Schauml?schmittel) im Boden versickern, wird der Boden mit PFC verunreinigt. Im Laufe der Zeit migrieren PFC in das darunter liegende Grundwasser. Es kann Wochen bis Jahrzehnte dauern, bis diese langlebigen Stoffe im Grundwasser messbar sind. Die Reinigung des Grundwassers und die Auskofferung des verunreinigten Bodens sind aufwendig und teuer.
  • Eins?tze von AFFF-L?schmitteln haben bereits zur Sperrung von Trinkwasserbrunnen geführt. Auch einzelne Seen mussten bereits wegen erh?hter PFC-Werte gesperrt werden und der Verzehr von Fisch aus solchen Seen wurde bereits beh?rdlich untersagt. Ein Beispiel dafür ist der Lambertus-See, in der N?he des Düsseldorfer Flughafens.
  • Die PFC-Belastungen in Boden und Grundwasser sind in einer Bestandsaufnahme in Nordrhein Westfalen in nahezu zwei Dritteln der bekannten Schadensf?lle auf den Einsatz von PFC-haltigen L?schschaum zurückzuführen.

Zur Reduzierung der Gefahren für die Umwelt, ausgehend von PFC-haltigen L?schmitteln, empfiehlt das Umweltbundesamt folgende Leitlinien:

  1. PFC-haltige L?schmittel durch wirksame fluorfreie Alternativmittel oder Alternativtechniken ersetzen. Wo dies nicht m?glich ist, gilt:
  2. PFC-haltige L?schmittel vermeiden, d.h. den Einsatz fluorhaltiger L?schmittel auf die Brandf?lle begrenzen, wo keine wirksamen Alternativen existieren. Wo es zum unvermeidlichen Einsatz kommt, gilt:
  3. L?schwasser von PFC-haltigen L?schmitteln auffangen und ordnungsgem?? entsorgen.

Dialog zwischen Herstellern, Anwendern und Umweltbundesamt

Seit 2008 steht das Umweltbundesamt mit dem Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. (bvfa), dem Werkfeuerwehrverband und verschiedenen weiteren Feuerwehrverb?nden im Dialog. Gemeinsam wurde u.a. eine Beitragsserie in der vfdb-Zeitschrift (Verein zur F?rderung des Deutschen Brandschutzes e.V.) ver?ffentlich und ein Merkblatt (?Fluorhaltige Schauml?schmittel umweltschonend einsetzten“) erstellt.

H?ufige Fragen

1. Welche Grenzwerte gelten für PFC in L?schmitteln?

Perfluoroktansulfons?ure (PFOS) darf weder als Stoff noch als Bestandteil von Gemischen in einer Konzentration von ≥ 10 mg/kg (0,001 Gew.-%) in Verkehr gebracht oder verwendet werden (Verordnung (EU) Nr. 757/2010).?

Ab dem 4. Juli 2020 gilt eine EU-weite Beschr?nkung für Perfluoroktans?ure (PFOA), deren Salze und Stoffe, die zu PFOA abgebaut werden k?nnen. Folgende Grenzwerte müssen dann in neuen Produkten eingehalten werden: 25 ⁠ppb⁠ PFOA und Salze, 1000 ppb für PFOA verwandte Verbindungen (z.B. Vorl?uferverbindungen). Feuerl?schschaumgemische, die vor dem 4. Juli 2020 auf dem Markt waren, dürfen aufgebraucht werden. Zus?tzlich zu dieser EU-weiten Regulierung wurden PFOA und Stoffe, die zu PFOA abgebaut werden k?nnen, in den Anhang A der Stockholm Konvention?aufgenommen. Folge ist eine globale Regulierung, welche enger gefasst ist, als die derzeitige EU-weite Beschr?nkung. Voraussichtlich 2020 wird diese Regulierung in EU-Recht umgesetzt.

Aus Sicht des Umweltbundesamtes weisen auch kurzkettige PFC besorgniserregende Eigenschaften auf. Deswegen bereitet das Umweltbundesamt auch für diese Vertreter EU-weite Regulierungen vor, welche zu weiteren Grenzwerten für PFC in L?schmitteln führen k?nnen.?

2. Wann sollten grunds?tzlich keine PFC-haltigen L?schmittel eingesetzt werden?

Es sollten nur dann PFC-haltige Feuerl?schmittel verwendet werden, wenn es notwendig ist (siehe Merkblatt). Bei übungen sollten grunds?tzlich keine PFC-haltigen Sch?ume verwendet werden. Auf dem Markt gibt es dafür spezielle PFC-freie übungssch?ume, um für den Ernstfall zu proben.?

In Schauml?schmitteln werden PFC eingesetzt, um die Bildung eines hitzeresistenten dünnen Wasserfilms auf der Oberfl?che des Brandes zu erreichen. Allerdings kann diese Wasserfilmbildung nicht bei Br?nden jeder Art erreicht werden. Deswegen gibt es verschiedene Anwendungsgebiete in denen? herk?mmliche Protein- oder Mehrbereichsschaummittel erfolgreich zur Brandbek?mpfung eingesetzt werden, z. B.

  • bei Br?nden der Brandklasse A, Papierlager, holzverarbeitende-und Textilindustrie;
  • bei Br?nden von Altreifen, Heiz?l, Hausmülldeponien, -sortier- oder -verbrennungsanlagen,
  • wenn Erfahrungen oder Nachweise über eine wirkungsvolle Brandbek?mpfung mit diesen Schaummitteln vorliegen,
  • wenn station?re Anlagen dafür ausgelegt sind oder das Brandschutzkonzept es vorsieht

Weiterhin gibt es seit einiger Zeit verschiedene fluorfreie Produkte auf dem Markt, welche nach Industriestandards getestet wurden und in Brandf?llen verwendet werden k?nnen, in denen zuvor PFC-haltige? Schauml?schmittel genutzt wurden. Dementsprechend ist es sehr wichtig zu überprüfen, ob fluorhaltige Schauml?schmittel im Hinblick auf Leistungsf?higkeit und Umweltgef?hrdung in einem Brandfall das geeignete Mittel der Wahl darstellen oder fluorfreie Schauml?schmittel die bessere Alternative sind.

3. Welche fluorhaltigen Verbindungen sind in Schauml?schmitteln enthalten?

PFOS wird seit mehreren Jahren nicht mehr in L?schmitteln verwendet, kann jedoch in ?lteren Schaummitteln in h?heren Konzentrationen enthalten sein. Anstelle von PFOS werden in fluorhaltigen Schauml?schmitteln andere PFC eingesetzt, die h?ufig auch als Telomere, Fluortelomeralkohole oder fluorhaltige Betaine bezeichnet werden.

4. Welche Schauml?schmittel enthalten PFC?

Fluorhaltige und fluorfreie L?schmittel sind an ihrer Kennzeichnung zu unterscheiden:

Fluorhaltige Schauml?schmittel

  • AFFF – wasserfilmbildende Schaummittel
  • AFFF (AR) -alkoholbest?ndig
  • FP - Fluor-Proteinschaummittel
  • FP (AR) -alkoholbest?ndig
  • FFFP – wasserfilmbildende Fluor-Proteinschaummittel
  • FFFP (AR) -alkoholbest?ndig

Fluorfreie Schauml?schmittel

  • P - Proteinschaummittel
    P (AR) -alkoholbest?ndig
  • S - Synthetische oder Mehrbereichschaummittel
    S (AR) –alkoholbest?ndig

5. Sind Schauml?schmittel, die auf Fluortelomeralkoholen basieren, ungef?hrlich für Mensch und Umwelt?

PFOS- und PFOA-freie Schauml?schmittel, die Fluortelomeralkohole oder andere per- und polyfluorierte Chemikalien enthalten, werden in der Umwelt zu stabilen kaum abbaubaren PFC umgewandelt. Das Umweltbundesamt sieht diese Alternativen daher ebenfalls kritisch.

6. Was ist bei einem unvermeidlichen Einsatz von PFC-haltigen L?schmitteln zu beachten?

Es gilt zuerst abzuw?gen, ob PFC-haltige L?schmittel zur erfolgreichen Brandbek?mpfung notwendig sind. Für bestimmte Anwendungsgebiete k?nnen herk?mmliche Protein- oder Mehrbereichsschaummittel erfolgreich eingesetzt werden. Hier muss die Aufkl?rung der Verantwortlichen noch gest?rkt werden. Bei übungen und Tests muss auf den Einsatz PFC-haltiger L?schmittel verzichtet werden. Kommt es jedoch zum unvermeidlichen Einsatz von PFC-haltigen L?schmitteln, ist auf die sachgerechte Entsorgung zu achten. In Werken und in station?ren betrieblichen Anlagen sind geeignete L?schwasserrückhalteinrichtungen vorzusehen und anzuwenden. Im mobilen Einsatz sind die L?schw?sser, soweit m?glich, einzud?mmen, aufzunehmen und zu entsorgen. In Zweifelsf?llen sind die notwendigen Ma?nahmen mit den zust?ndigen Umwelt?mtern abzustimmen.

7. Warum ist die Nutzung von PFC-haltigen Feuerl?schsch?umen so besorgniserregend für die Umwelt?

Beim unkontrollierten Einsatz von PFC-haltigen Feuerl?schmitteln gelangen PFC ins Oberfl?chenwasser oder durch Versickerung im Boden ins Grundwasser. Ebenfalls ins Grundwasser k?nnen PFC über Uferfiltration (über Gew?ssersohle und Gew?sserufer) aus belasteten Gew?ssern gelangen. Weder biotische Prozesse (Bakterien) noch abiotische Prozesse (Wasser, Luft, Licht) k?nnen zum Abbau der PFC beitragen. Somit verbleiben diese Chemikalien sehr lange in der Umwelt und werden über Flüsse und Meere sowie über die Luft global verteilt. Weitere Informationen zu besorgniserregenden Eigenschaften von PFC.?