Chemikalienforschung im UBA

Eine Frau im Chemiekittel arbeitet im Labor. Sie befüllt Glasgef??e mit Flüssigkeit.zum Vergr??ern anklicken
Das Umweltbundesamt verfügt über mehrere eigene Laboratorien, in denen geforscht wird.
Quelle: Umweltbundesamt

In eigenen Laboratorien untersucht das UBA, wie Pflanzenschutzmittel, Biozide, Arzneimittel oder Industriechemikalien auf die Umwelt wirken: Wie belasten sie einzelne Lebewesen in ?kosystemen? Wie verteilen sie sich im Boden, Wasser und in der Luft? Wirken die Mittel gegen Glieder- und Nagetiere ausreichend?

Chemikalienforschung im ⁠UBA

Der Fachbereich Chemikaliensicherheit untersucht in eigenen Laboratorien Chemikalien und Zubereitungen und nutzt die Ergebnisse zur Bewertung. Rund 25 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in drei Laborfachgebieten in Berlin Dahlem und Marienfelde. Sie beantworten mit ihrer Forschung zum Beispiel Fragen zum Umweltverhalten von Stoffen. Die Ergebnisse der Laboruntersuchungen werden au?erdem für die in den Stoffgesetzen verankerte Umweltprüfung ben?tigt. Die Verknüpfung mit den Aufgaben des UBA im Vollzug der Stoffgesetze (REACH, Pflanzenschutzgesetz, Arzneimittelgesetz, Biozid-Verordnung, Infektionsschutzgesetz ) ist also sehr eng. Anlass für die experimentelle Forschung ist unter anderem die Weiterentwicklung von Regelwerken, Prüfrichtlinien und Testmethoden, wenn sie nicht mehr dem aktuellen Wissenstand entsprechen. Dazu kommen auch Fragen, die bei der Umweltbewertung von einzelnen Stoffen entstehen.

Die Chemikalienforschung unterstützt die Umweltpolitik und unterscheidet sich so von der universit?ren und au?eruniversit?ren Forschung. Die Schwerpunkte der Chemikalienforschung k?nnen auch im Forschungsprogramm des UBA 2018 – 2022 (Seite 60 - 64) nachgelesen werden.

Prüflabor Gesundheitssch?dlinge

Das Prüflabor Gesundheitssch?dlinge überprüft gem?? Paragraf 18 Infektionsschutzgesetz die Wirksamkeit von Mitteln und Verfahren zur Bek?mpfung von Glieder- und Nagetieren. Es untersucht auch Arzneimittel gegen Ektoparasiten, also Parasiten, die sich auf der Haut des Menschen befinden k?nnen. Dazu züchtet das UBA Tiere wie Schaben, Bettwanzen, Mücken, Fliegen, Kopf- und Kleiderl?use, M?use und Ratten. Das Prüflabor ist nach DIN ISO 17025 akkreditiert.

?kotoxikologielabor

Das ?kotoxikologielabor des UBA untersucht Stoffe und Stoffgemische auf ihre giftige Wirkung auf Gew?sserorganismen. Dazu werden entsprechende Prüfverfahren zur Bewertung der ?kotoxikologischen Wirkung von Stoffen konzipiert, standardisiert und weiterentwickelt. Diese Prüfverfahren (z.B. Fischembryotest, sedimentfreier Myriophyllum-Test) dienen dem Vollzug der Stoffgesetze und werden an die ⁠OECD⁠ gegeben. Das Labor arbeitet experimentell an ?kotoxikologischen Fragestellungen wie zum Beispiel den Kombinationswirkungen mehrerer Stoffe.

Spurenanalytik und Flie?- und Stillgew?ssersimulation

Auf dem Versuchsfeld Marienfelde betreibt das UBA eine Flie?- und Stillgew?sser-Simulationsanlage. Mit dieser gro?en Anlage k?nnen der Abbau, die Verteilung und die Wirkung chemischer und biologischer Stoffe in Flüssen und Seen untersucht werden. So wird das ?umweltnahe" Verhalten von Chemikalien erforscht. Mit der organischen Spurenanalytik ist es m?glich, Stoffe zu bestimmen (z.B. Pflanzenschutzmittel, Biozide, Industriechemikalien), die in sehr niedrigen Konzentrationen in der Umwelt vorkommen oder in Labor- oder Technikversuchen eingesetzt werden.

Externe Forschung

Neben eigenen Experimenten vergibt der Fachbereich Chemikaliensicherheit auch Auftr?ge an Forschungseinrichtungen oder Hochschulen, z.B. im Rahmen des Umweltforschungsplans (UFOPLAN. Die UBA-Mitarbeitenden bewerten die Ergebnisse und nutzen sie für die Chemikalienbewertung und die Festlegung von Risikomanagementma?nahmen.