Pflanzenschutzmittel

Bauer bringt Pflanzenschutzmittel auf seinem Feld auszum Vergr??ern anklicken
J?hrlich werden auf einem Hektar Acker etwa neun Kilogramm Pflanzenschutzmittel eingesetzt.
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T?glich gelangen Chemikalien in die Umwelt. Doch kaum eine Stoffgrupppe wird so gezielt und in so gro?en Mengen ausgebracht wie Pflanzenschutzmittel.

Was sind Pflanzenschutzmittel?

Pflanzenschutzmittel sind chemische oder biologische Produkte, die Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse vor einer Sch?digung durch Tiere (zum Beispiel Insekten oder Nagetiere) oder Krankheiten wie Pilzbefall schützen sollen. Produkte, die der Bek?mpfung von Pflanzen wie unerwünschten Ackerbegleitkr?utern dienen, z?hlen ebenfalls zu den Pflanzenschutzmitteln. Vielfach wird anstatt Pflanzenschutzmittel h?ufig auch der Begriff ⁠Pestizide⁠ verwendet, zu diesen geh?ren neben den Pflanzenschutzmitteln auch die Biozide.

Pflanzenschutzmittel enthalten einen oder mehrere Wirkstoffe sowie weitere Beistoffe (Stoffe, die einen positiven Effekt auf die Herstellung, Lagerung oder Anwendung haben sollen). Sie werden als Produkt in unterschiedlicher Form, zum Beispiel als Spritzmittel, zur Saatgutbehandlung oder als Granulat, eingesetzt. Im Jahr 2016 waren in Deutschland laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 753 Pflanzenschutzmittel mit insgesamt 270 Wirkstoffen zugelassen. Der Inlandsabsatz lag 2016 bei etwas mehr als 32.000 Tonnen, ohne die ausschlie?lich im Vorratsschutz eingesetzten inerten Gase. Der Inlandsabsatz stellt allerdings lediglich die Menge der verkauften Pflanzenschutzmittel dar und spiegelt somit nicht zwangsl?ufig eins zu eins die tats?chlich in einem Jahr auf den Anbaufl?chen ausgebrachten Mengen wieder.

Pflanzenschutzmittel in der Umwelt: Keine Wirkung ohne Nebenwirkungen

Ungef?hr die H?lfte der Gesamtfl?che Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2009). Pro Jahr werden auf einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfl?che durchschnittlich etwa neun Kilogramm Pflanzenschutzmittel beziehungsweise 2,8 Kilogramm Wirkstoffe eingesetzt.

Pflanzenschutzmittel werden in der Landwirtschaft also gro?fl?chig und in verh?ltnism??ig gro?en Mengen in die Umwelt ausgebracht, um Pflanzen vor Schadorganismen (Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien oder Viren) zu schützen. Pflanzenschutzmittel wirken toxisch auf diese Schadorganismen. Allerdings ist die Wirkung der meisten Mittel nicht auf diese beschr?nkt. Es k?nnen auch andere Tier- und Pflanzenarten gesch?digt werden. In Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln k?nnen diese Arten auf dem Feld, aber auch in umliegenden Gebieten kommen: Wird ein Pflanzenschutzmittel auf einem Feld angewendet, k?nnen Spritznebel oder Abriebst?ube von behandeltem Saatgut in benachbarte Gew?sser oder andere Landschaftsstrukturen gelangen. Auch durch Abschwemmung nach Regen sowie über Drainageleitungen flie?en sie in Gew?sser. In das Grundwasser – Hauptquelle unseres Trinkwassers – k?nnen Pflanzenschutzmittel durch Versickerung gelangen.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist also mit Risiken für die Umwelt verbunden. Diese Risiken gilt es abzusch?tzen und gegen den Nutzen – also den Schutz der Kulturpflanze – abzuw?gen, bevor ein Pflanzenschutzmittel zugelassen wird.

Aufgaben des Umweltbundesamtes

Pflanzenschutzmittel dürfen nur dann angewendet werden, wenn sie zugelassen sind. Die rechtliche Grundlage für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln bildet in Deutschland? die Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 sowie das Pflanzenschutzgesetz. Zulassungsstelle ist das? Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). An den Zulassungsverfahren beteiligt sind au?er dem Umweltbundesamt (⁠UBA⁠), das Julius-Kühn-Institut (JKI) sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das Umweltbundesamt bewertet dabei die Auswirkungen des Mittels auf den Naturhaushalt und das Grundwasser.
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Pflanzenschutzmittel dürfen keine ?unannehmbaren Auswirkungen“ auf die Umwelt haben. Die Zustimmung zur Zulassung erteilt das Umweltbundesamt nur, wenn es in seiner Bewertung zu dem Schluss kommt, dass dies bei sachgem??er Anwendung sichergestellt ist. M?gliche Auswirkungen auf Gew?sser (Oberfl?chengew?sser, Grundwasser), Boden und Luft sowie das ⁠?kosystem⁠ und die biologische Vielfalt? sind zu berücksichtigen. Vertretbar k?nnen Auswirkungen nur dann sein, wenn der Nutzen des Pflanzenschutzmittels gegenüber m?glichen nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt überwiegt. Das Umweltbundesamt hat nach dem Pflanzenschutzgesetz in den Zulassungsverfahren einen sogenannten Einvernehmensstatus: Ohne Zustimmung des Umweltbundesamtes ist eine regul?re Zulassung in Deutschland nicht m?glich.

Das Umweltbundesamt prüft nicht nur die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland. Es ist auch in die Wirkstoffprüfung der Europ?ischen Union eingebunden. Au?erdem erfüllt das UBA Aufgaben, die im weiteren Sinne mit Pflanzenschutzmitteln und dem Schutz der Umwelt verbunden sind: Es ber?t das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in umweltbezogenen Fragen zu Pflanzenschutzmitteln, wirkt an der Erarbeitung von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien sowie an der Ausgestaltung des Nationalen Aktionsplanes zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit. Das Umweltbundesamt erarbeitet Bewertungsverfahren und entwickelt diese weiter, betreibt anwendungsbezogene Umweltforschung und informiert die ?ffentlichkeit über aktuelle Fragen zu Pflanzenschutzmitteln.

Ziel des Umweltbundesamtes ist es, die Umwelt vor den Risiken und Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln zu schützen und zur ?kologischen ⁠Nachhaltigkeit⁠ des Pflanzenschutzes beizutragen.