Pestizidfreie Kommune

Wiese mit bunten Wildblumen
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Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln tr?gt wesentlich zum Verlust der biologischen Vielfalt bei - durch die unmittelbare Sch?digung von Wildpflanzen und -tieren einerseits, durch die Sch?digung der Nahrungsnetze und den Entzug der Nahrungsgrundlage von Wildtieren andererseits. Zudem beeintr?chtigt ein überm??iger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die Qualit?t der Umweltmedien, insbesondere von Boden und Wasser. All diese Beeintr?chtigungen wirken sich auch auf die Lebensgrundlagen des Menschen aus. Es gilt, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt soweit wie m?glich zu reduzieren.

Auch Biozidprodukte fallen unter den Oberbegriff ?Pestizide“. Dabei handelt es sich ebenfalls um potente Wirkstoffe mit ?hnlichen ungewollten Wirkungen auf die Umwelt. Dazu geh?ren beispielsweise Desinfektionsmittel, Mittel gegen Grünbelag auf Fassaden und Produkte zur Bek?mpfung von Nagetieren oder Insekten, die zum Schutz der menschlichen Gesundheit oder von Materialien ausgebracht werden. Auch sie k?nnen negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Ziel ist daher, den Biozideinsatz zu reduzieren und dort, wo es m?glich ist, zu vermeiden.

Haupts?chlich werden Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft und im Gartenbau eingesetzt. Doch auch in Kommunen auf Grün- und Freifl?chen finden sie Anwendung. Darüber hinaus verpachten viele Kommunen landwirtschaftliche Fl?chen. Dem ?ffentlichen Sektor kommt dabei eine besondere Vorbildfunktion zu. Ein kompletter Verzicht auf Pflanzenschutzmittel in Kommunen ist schon heute m?glich, ohne die Unterhaltungspflichten einer Gemeinde zu vernachl?ssigen. Bundesweit bewirtschaften über 460 St?dte ihre Fl?chen ganz oder teilweise ohne Pflanzenschutzmittel und haben damit Erfolg. Hierzu geh?ren z.B. auch gr??ere St?dte wie Münster und Saarbrücken, die bereits auf über 20 Jahre gute Erfahrung zurückblicken.

Der Einsatz von Biozidprodukten in Kommunen zur Bek?mpfung von Gesundheits- und Materialsch?dlingen dagegen ist zum Teil notwendig und in vielen kommunalen Bereichen gesetzlich vorgeschrieben. Ein kompletter Verzicht ist hier also nicht m?glich. Das Ziel muss es jedoch auch hier sein, den Einsatz so weit wie m?glich zu begrenzen und Alternativmethoden zu f?rdern.

Vor diesem Hintergrund veranstalteten das Umweltbundesamt (⁠UBA⁠) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bereits im Juni 2015 die Fachtagung ?Die pestizidfreie Kommune“. Seither hat sich viel getan: Immer mehr Kommunen sind bestrebt, auf Pflanzenschutzmittel ganz oder teilweise zu verzichten. Auf ihrem Weg dorthin stehen sie jedoch vor so mancher Herausforderung. Diese m?chten wir in einer Folgeveranstaltung gerne aufgreifen und au?erdem auf die M?glichkeit der alternativen Anwendungsm?glichkeiten im Bereich von Biozidprodukten im kommunalen Bereich n?her eingehen. Dazu laden das UBA sowie der BUND am 9./10. September 2019 zu der 2. Fachtagung ?Die pestizidfreie Kommune“ in die Bauhausstadt Dessau-Ro?lau ein.

Im Rahmen der 2. Fachtagung sollen mit kommunalen Expert*innen, Politiker*innen, Planer*innen und Naturschützer*innen neue und bereits bew?hrte Konzepte einer ?pestizidfreien Kommune“ diskutiert werden. Dabei sollen gewonnene Erfahrungen, aber auch Probleme bei einer pestizidfreien Pflege, bei der Gestaltung kommunaler Pachtvertr?ge und Alternativen zum Biozideinsatz im Mittelpunkt des zweit?gigen Programms stehen. Ziel der Veranstaltung ist, weitere Kommunen über die M?glichkeiten zu informieren, künftig auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten. Die vorgesehenen Vortr?ge, Workshops und Exkursionen bieten hierfür umfangreiche Gelegenheiten. Auch sollen Spezialtechniken zur herbizidfreien Wildkrautbeseitigung und zur giftfreien Bek?mpfung von Nagetieren vorgestellt werden.

Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat der Deutsche St?dtetag.


Für n?here Informationen zur Tagung nutzen Sie bitte den Reiter ?2. Fachtagung 2019“.