Sparsam und umweltbewusst Waschen

Eine Frau dreht am Programmw?hlknopf einer Waschmaschine.zum Vergr??ern anklicken
Wie und womit man w?scht, ist entscheidend für eine umweltschonende W?sche.
Quelle: Kzenon/FOTOLIA.com

Waschen ist nicht gleich Waschen - man kann Geld, Energie und CO2 einsparen, wenn man wei?, wie man am besten w?scht.

Der Energieverbrauch der Waschmaschine und die daraus resultierende CO2-Entwicklung sind vorrangig von der Wahl der Waschtemperatur abh?ngig, da das Aufheizen des Wassers den h?chsten Energiebedarf beim gesamten Waschvorgang verursacht. Niedrige Waschtemperaturen ben?tigen daher wesentlich weniger Strom für den Waschvorgang, da das Waschwasser nicht so stark erhitzt werden muss. Moderne Waschmittel waschen in den heutigen Waschmaschinen auch bei geringen Wasch-Temperaturen von 30°C bereits relativ gut. Somit sind hohe Waschtemperaturen bei leicht verschmutzter W?sche nicht erforderlich. Durch die geringe Waschtemperatur wird pro Waschgang weniger Strom verbraucht und damit weniger CO2 produziert als bei hohen Waschtemperaturen.

Im Auftrag des Umweltbundesamtes hat das ?ko-Institut e.V. im April 2005 eine aktualisierte ?kobilanz Waschen (Titel ?Aktualisierung der ?kobilanz und Stoffstromanalyse Waschen und Waschmittel“; ?ko-Institut e.V., Autorin Dr. Ulrike Eberle; Hamburg/Freiburg, April 2005) erstellt. In dieser Bilanz wurden drei verschiedene Modell-Haushalte hinsichtlich Waschverhalten skizziert. Dabei wurde bei den unterschiedlichen Haushalten unter anderem auch die durchschnittliche Waschtemperatur und das Alter der Waschmaschine variiert und der in den unterschiedlichen Haushalten aus dem Waschverhalten resultierende Stromverbrauch der Waschmaschine im Jahr berechnet.

  • Modell-Haushalt 1 (?Energiesparhaushalt“): Durchschnittliche Temperatur- bzw. Waschgangverteilung: 75 Prozent Buntw?sche bei 30°C; 25 Prozent Wei?w?sche bei 60°C.
  • Modell-Haushalt 2 (?Durchschnittshaushalt“): Durchschnittliche Temperatur- bzw. Waschgangverteilung: 40 Prozent Buntw?sche bei 30°C; 45 Prozent Buntw?sche bei 60°C und 15 Prozent Wei?w?sche bei 90°C.
  • Modell-Haushalt 3 (?Energiefresserhaushalt“): Durchschnittliche Temperatur- bzw. Waschgangverteilung: 30 Prozent Buntw?sche bei 30°C; 40 Prozent Buntw?sche bei 60°C und 30 Prozent Wei?w?sche bei 90°C.

Waschmaschinenstromverbrauch pro Haushalt:

  • Modell-Haushalt 1: 35,24 kWh pro Jahr
  • Modell-Haushalt 2: 121,35 kWh pro Jahr
  • Modell-Haushalt 3: 227,95 in kWh pro Jahr

Unter Verwendung des Faktors 1 kWh (entspricht 616 g CO2) ergibt sich folgende CO2-⁠Emission⁠ aus dem Waschmaschinenstromverbrauch pro Haushalt:

  • Modell-Haushalt 1: 21,70 Kg
  • Modell-Haushalt 2: 74,80 Kg
  • Modell-Haushalt 3: 140,40 Kg

Somit ergibt sich zwischen einem nachhaltig waschenden Haushalt und den Vergleichshaushalten folgende Differenz:

  • Differenz Stromverbrauch: 86,11 bis 192,71 kWh Strom pro Jahr und Haushalt
  • Differenz CO2-Emission: 53,1 bis 118,7 Kg CO2 pro Jahr und Haushalt

Davon ausgehend, dass der durchschnittliche Haushalt in Deutschland dem Modell-Haushalt 2 entspricht, besitzt der Modell-Haushalt 2 ein Einsparpotenzial von circa 70 Prozent bei Energieverbrauch und CO2-Emission beim Waschen.

Eine andere Studie des ?ko-Institut e. V. vom August 2006 im Auftrag eines Unternehmens (Titel ?Vergleich des Waschens bei durchschnittlichen Waschtemperaturen mit Waschen bei niedrigeren Waschtemperaturen“; ?ko-Institut e. V., Autoren Ina Rüdenauer, Dr. Ulrike Eberle, Dr. Rainer Gie?hammer; Hamburg/Freiburg, August 2006) verwendet einen anderen Ansatz bei der Berechnung des Energieverbrauches.

In dem dort gew?hlten Scenario wird die Waschtemperatur jeweils um eine Waschtemperatureinstellung beim Waschgang vermindert. Somit wird nicht mehr ?bei 95°, 60°, 40° und 30°C gewaschen, sondern ?nur“ bei 60°, 40° und 30°C. Eine Reduktion auf ?Kaltw?sche“ bei 20°C wurde aus technischen Gründen nicht berücksichtigt.

Das Einsparpotenzial beim Stromverbrauch durch dieses ?one-click-down-Szenario“ ist hoch: Zwischen 37 Prozent und 38 Prozent des Stromverbrauchs des W?schewaschens in privaten Haushalten k?nnen durch die konsequente Nutzung niedrigerer Waschtemperaturen (entsprechend der Definition im one-click-down-⁠Szenario⁠) eingespart werden. In Deutschland k?nnte so der Gesamt-Stromverbrauch privater Haushalte um 1,5 Prozent reduziert werden – einschlie?lich der damit einhergehenden Umweltauswirkungen. Dies entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von rund 570.000 deutschen Einwohnern (d.h. der Einwohnerzahl Düsseldorfs bzw. rund 270.000 Haushalten).

Eine weitere Berechnungsmethode beruht auf der direkten Berechnung des Energieverbrauchs der Waschmaschine pro Waschgang. Nach Angaben der Universit?t Bonn im ?Wasch-Rechner“ auf der Internetseite des Forum Waschen betr?gt der Energieverbrauch einer 30°-W?sche 0,37 kWh, einer 40°-W?sche 0,6 kWh und einer 60°-W?sche 1,11 kWh. Somit betr?gt das Einsparvolumen zwischen der 30°- und der 40°-W?sche circa 38 Prozent, das zwischen der 40°- und der 60°-W?sche circa 46 Prozent.

Da derzeit laut Erhebung der Universit?t Bonn mit einer Durchschnittstemperatur von circa 47°C gewaschen wird, betr?gt im Vergleich mit der Durchschnittswaschtemperatur von 37,5°C eines Energiesparhaushaltes (Modelhaushalt 1 der erstgenannten Studie) auch hier das Einsparpotenzial über 35 Prozent.

Fazit: Unabh?ngig vom gew?hlten Berechnungsansatz betr?gt das Einsparpotenzial an Strom – und somit auch an CO2-Aussto? – über 35 Prozent pro Jahr beim Waschen.

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