Umweltvertr?glichkeit

Verschiedenene flüssige Wasch- und Putzmittelzum Vergr??ern anklicken
1,3 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel werden j?hrlich verkauft.
Quelle: Torsten Schon / Fotolia.com

Die Umweltvertr?glichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln h?ngt wesentlich von ihren Inhalsstoffen ab. In diesem Artikel werden einige dieser Inhaltstoffe und Vereinbarungen über ihren Einsatz vorgestellt.

Verzicht auf Alkylphenolpolyethylenglykolether

Die biologische Prim?rabbaubarkeit der nichtionischen Tenside vom Alkylphenolethoxylat-Typ entspricht den Forderungen der Tensid-Verordnung, doch die dabei entstehenden Zwischenprodukte sind relativ best?ndig und wesentlich fischtoxischer als die oberfl?chenaktiven Ausgangstenside selbst.

Der Industrieverband K?rperpflege- und Waschmittel e.?V. (IKW), der Industrieverband Putz- und Pflegemittel e.?V. (IPP), die Fachvereinigung Industriereiniger im Verband der Chemischen Industrie e.?V. und der Verband der Textilhilfsmittel-, Lederhilfsmittel-, Gerbstoff- und Waschrohstoffindustrie e.V. (TEGEWA) gingen daher am 14. Januar 1986 dem damals zust?ndigen Bundesministerium des Innern gegenüber die Selbstverpflichtung ein, auf ihre Mitgliedsfirmen einzuwirken, dass APEO-Tenside in Zukunft nicht mehr in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt werden. Auch Nichtmitglieder sollten in geeigneter Form über diese Verzichtserkl?rung informiert sowie zur ihrer Einhaltung angehalten werden.

Diese freiwillige Verpflichtung hat seinerzeit den Bundesminister des Innern davon absehen lassen, eine Rechtsverordnung zur Beschr?nkung oder zum Verbot des APEO-Einsatzes oder zur Formulierung sch?rferer Anforderungen an die Umweltvertr?glichkeit von Tensiden zu erlassen.

Reduzierung der Gew?sserbelastung

Vom Bundesumweltministerium, Bundesforschungsministerium, Bundesgesundheitsministerium und der Industrie wurde am 31. Juli 1991 eine gemeinsame Erkl?rung zur Reduzierung der Gew?sserbelastung durch EDTA abgegeben. Ziel ist die Halbierung der EDTA-⁠Frachten⁠ in den oberirdischen Gew?ssern um 50 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Erreicht werden soll dies unter anderem durch den Ersatz von EDTA durch ?kologisch günstiger zu bewertende Stoffe. Bevorzugt sollte auf biologisch abbaubare Komplexiermittel, wie Citrate, Tartrate, Methylglycindiessigs?ure (MGDA) oder Iminodibernsteins?ure Natriumsalz (IDS Na-Salz), zurückgegriffen werden.

Verzicht auf Moschus-Xylol

Nitromoschusverbindungen werden als Duftstoffkomponente in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt. In verschiedenen Untersuchungen konnten Nitromoschusverbindungen (haupts?chlich Moschus-Xylol und Moschus-Keton) in aquatischen Umweltproben, Muttermilch und Fettgewebe als stark lipophile und persistente Verbindungen nachgewiesen werden.

Moschus-Xylol wird auf Grund einer Selbstverpflichtung des Industrieverbandes K?rperpflege- und Waschmittel e?V (IKW) in Deutschland seit 1994 nicht mehr in neuen Produkten eingesetzt. Die Verwendung in Produkten, die vor 1994 auf dem Markt waren, sollte durch den Einsatz von Ersatzstoffen nach und nach beendet werden.

Verzicht auf leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe

In Gew?ssern ohne Lichteinfluss haben leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe eine sehr geringe Abbaubarkeit. Sie k?nnen daher insbesondere im Grundwasser lange Zeit best?ndig sein und den Zustand des Grundwassers nachteilig ver?ndern. Humantoxikologisch von Bedeutung sind ihre leichten Resorbierbarkeiten durch die Haut sowie ihre narkotischen und – besonders bei chronischen Einwirkungen – lebertoxischen Wirkungen.

Aus diesem Grunde haben sich der Industrieverband Putz- und Pflegemittel e.V., der Verband der Textilhilfsmittel-, Lederhilfsmittel-, Gerbstoff- und Waschrohstoffindustrie e.V. und die Fachvereinigung Industriereiniger im Verband der Chemischen Industrie e.V. mit Datum vom 27. Juli 1987 verpflichtet, auf ihre Mitgliedsfirmen und in geeignet erscheinender Weise auf andere Firmen einzuwirken, um den Einsatz derartiger leichtflüchtiger chlorierter Kohlenwasserstoffe in Produkten, die unter das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz fallen, nach M?glichkeit zu vermeiden.

Vollst?ndige Substitution von Distearyldimethylammoniumchlorid in Weichspülmitteln

Die bis 1990 in Weichspülern überwiegend eingesetzten kationischen Tenside vom Typ DSDMAC (Distearyldimethylammoniumchlorid) sind, nachdem sich der Industrieverband K?rperpflege- und Waschmittel e.V. zum freiwilligen Verzicht auf den Einsatz von DSDMAC in Weichspülmitteln entschlossen hat, inzwischen ersetzt worden.

Freiwillige Zusage zur Meldung von technischen Enzymen in Wasch- und Reinigungsmitteln

Diese Vereinbarung dient der Information der zust?ndigen Beh?rden Umweltbundesamt, Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterin?rmedizin und Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin über die Art der in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzten Enzyme. Es werden alle Herstellungsarten (Gentechnik oder herk?mmliche Biotechnologie) sowie eventuelle Modifizierungen mittels Protein-Design berücksichtigt. Durch die mitgeteilten Daten werden die Beh?rden in die Lage versetzt, umwelt-, verbraucher- und arbeitsschutzrelevante Risiken der in Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzten Enzyme abzusch?tzen.

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