Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit von Erwachsenen – GerES VI

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Nun stehen die Erwachsenen in der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit wieder im Fokus.
Quelle: Fotolia/Dashk (Bearbeitung Agentur Naumilkat)

Im Rahmen der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Erwachsenen (GerES VI) erheben Untersuchungsteams im Auftrag des UBA deutschlandweit aktuelle Daten zur Umweltbelastung der erwachsenen Bev?lkerung. Die Teams besuchen die Teilnehmenden zuhause und messen Schadstoffe in Urin- und Blutproben, führen Interviews und untersuchen u.a. Trinkwasser, Hausstaub und Innenraumluft.

Hinweis zur Studienteilnahme: Die Teilnehmenden werden nach einem wissenschaftlichen Zufallsverfahren so ausgew?hlt, dass Sie stellvertretend für M?nner und Frauen und für eine Altersgruppe eines ebenfalls zuvor ausgew?hlten Wohnortes stehen. Nur so k?nnen Rückschlüsse auf die gesamte erwachsene Bev?lkerung in Deutschland gezogen werden. Daher ist es ist leider nicht m?glich sich freiwillig für die Umweltstudie zu melden.

Nachdem sich die Studien GerES IV 2003–2006 und GerES V 2014–2017 ausschlie?lich mit Kindern und Jugendlichen besch?ftigt haben, stehen nun die Erwachsenen im Alter von 18–79 Jahren wieder im Fokus. Der letzte GerES III 1997-1999 für die erwachsene Bev?lkerung liegt bereits fast 20 Jahre zurück.

Damit geht die Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit (GerES = German Environmental Survey) in die 6. Runde. In Kooperation mit dem Robert Koch-Institut (⁠RKI⁠) und zum ersten Mal mit dem Max Rubner-Institut (MRI), wurde vorab im Dezember 2018 - Januar 2019 die GerES VI-Pilotstudie mit einer Bruttostichprobe von 121 Teilnehmenden durchgeführt. Diese dient dazu, die wesentlichen Elemente von GerES VI auf Machbarkeit zu prüfen.

Die Feldarbeit der anschlie?enden Hauptphase wird etwa zwei Jahre dauern. In 300 Erhebungsorten in ganz Deutschland werden unsere Untersuchungsteams unterwegs sein und die teilnehmenden Personen in ihren vier W?nden besuchen.

Untersuchungsprogramm für die Teilnehmenden

Ein Schwerpunkt des GerES VI-Untersuchungsprogramms bildet das Human-Biomonitoring (HBM), d. h. die Untersuchung von Blut- und Urinproben der teilnehmenden Menschen auf zahlreiche Umweltschadstoffe. Au?erdem werden Schadstoffe im Wohnumfeld erfasst, Trinkwasserproben aus dem h?uslichen Wasserhahn untersucht, Hausstaubproben genommen und die heimische Innenraumluft getestet.

Die durchschnittliche Dauer des Hausbesuches betr?gt etwa zweieinhalb Stunden. Das Basisprogramm des Hausbesuchs umfasst bei allen Teilnehmenden:

  • Ein pers?nliches Interview (Fragen zu Aspekten des Wohnumfeldes, der Ausstattung der Wohnung, Produktanwendungen und Ern?hrungsgewohnheiten sowie umweltrelevanten Verhaltensweisen),
  • eine Morgenurinprobe zur Untersuchung der k?rperlichen Belastung u. a. mit Schwermetallen, Weichmachern und Pestizidrückst?nden,
  • Trinkwasserproben zur Bestimmung von Metallen,
  • Selbstausfüllfrageb?gen zu Belastungsquellen in der Wohnung und im Haushalt sowie zu umweltbedingten Krankheiten und gesundheitlichen Beeintr?chtigungen und
  • eine abschlie?ende Zufriedenheitsbefragung zur Studiendurchführung.

?Die Interviews und Frageb?gen dienen der Bestimmung der Einflüsse von pers?nlichen Lebensumst?nden auf eine eventuell gegebene Belastung mit bestimmten Schadstoffen.

Erg?nzend werden bei einigen Teilnehmenden zus?tzlich eine der folgenden Untersuchungen bzw. Messungen durchgeführt:

  • Hausstaub: Der gefüllte Staubsaugerbeutel wird u. a. auf Flammschutzmittel untersucht.
  • Trinkwasser: In weiteren Trinkwasserproben werden organischen Verbindungen bestimmt.
  • Chemische Innenraumluftverunreinigungen: Mit kleinen Passivsammlern werden flüchtige Schadstoffe gemessen, au?erdem die Raumluftfeuchte und -temperatur aufgezeichnet.
  • Feinstaub: Im Wohnzimmer und dem davor liegenden ⁠Au?enbereich⁠ wird der Feinstaub von Partikeln bis zu einer Gr??e von 2,5μm bestimmt.
  • Schimmel: Im Hausstaub, in der Au?enluft sowie im Schlafzimmer werden Schimmelsporen gemessen, im Schlafraum auch Temperatur und Luftfeuchte. Manchmal kommt genauere Untersuchungen auch ein Schimmelspürhund zum Einsatz.

Nutzen für die Teilnehmenden

Die Teilnehmenden erhalten auf Wunsch nach vier bis sechs Monaten eine Mitteilung über die individuellen Ergebnisse und eine umweltmedizinische Bewertung der bei ihnen und in ihrem Haushalt gemessenen Schadstoffe. Für Fragen steht das ⁠UBA⁠ den Teilnehmenden telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.?

Nutzen für die gesamte Bev?lkerung

GerES VI stellt aktuelle, bev?lkerungsrepr?sentative Daten zur Belastung der erwachsenen Bev?lkerung Deutschlands mit Umweltschadstoffen bereit. Sie dienen dazu, das Ausma? der Belastung von Erwachsenen mit Umweltschadstoffen beschreiben. Diese Daten erlauben es auch, besonders belastete Gruppen zu identifizieren und Belastungsquellen und -pfade aufzuzeigen. Diese Informationen sind eine wichtige Basis, um zielgerichtete Ma?nahmen zum Schutz der Bev?lkerung vor gesundheitsrelevanten Umwelteinflüssen zu entwickeln. Auch kann mit den Daten geprüft werden, ob bestehende Regeln und Gesetze ausreichend sind. Die GerES VI-Ergebnisse werden au?erdem genutzt, um den Einfluss von Umweltfaktoren auf das Krankheitsgeschehen in Deutschland und ggf. auch Europa zu untersuchen und m?gliche Zusammenh?nge zwischen sozio-?konomischen Faktoren und Umweltbelastungen im Hinblick auf die Umweltgerechtigkeit zu analysieren.