Expositionssch?tzung

Stilisierter Mensch im Mittelpunkt wird durch in K?stchen dargestellte orale, inhalative und dermale Expositionen pfeilgerichtet beeinflusstzum Vergr??ern anklicken
Exposition - alle Umwelteinflüsse von au?en
Quelle: Umweltbundesamt

Der Mensch ist vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt, die akute oder chronische Gesundheitssch?digungen hervorrufen k?nnen: L?rm, Schadstoffe in der Luft, im Wasser, oder in Nahrungsmitteln. Den Kontakt eines Organismus mit chemischen, biologischen oder physikalischen Einflüssen bezeichnen Fachleute als ?Exposition”.

Exposition

Die ⁠Exposition⁠ kann durch den Mund (zum Beispiel durch die Nahrung), über die Atemwege oder die Haut stattfinden. Die unterschiedlichen Aufnahmewege hei?en ?Expositionspfade”.

Es ist meist nicht m?glich, die Exposition eines Menschen vollst?ndig und exakt zu messen. In der Regel ist daher eine Sch?tzung über mathematische Modelle n?tig. Oft liefert erst die Kombination aus Messung und Sch?tzung ein realistisches Bild.

Für eine Expositionssch?tzung müssen viele Informationen in die Modellrechnung einflie?en. Ist zum Beispiel die Exposition eines Menschen gegenüber Blei zu sch?tzen, muss unter anderem bekannt sein, wie viel Blei in den Umweltmedien (Boden, Wasser, Luft) und in Nahrungsmitteln enthalten ist, wie viel dem K?rper über die einzelnen Expositionspfade zugeführt und wie viel davon aufgenommen wird. Die H?he der Exposition wird auch durch das individuelle Verhalten (beispielsweise beim Konsum von Nahrungsmitteln oder durch das Aktivit?tsmuster) der Person bestimmt. Solche Informationen hei?en ?Expositionsfaktoren”.

Für eine – im Sinne der Vermeidung von Gesundheitsgefahren – ?konservative” Expositionssch?tzung ziehen Fachleute zun?chst besonders ungünstige Expositionsfaktoren heran. Das bedeutet, dass sie für jeden Faktor einen Wert annehmen, der zu besonders hohen Expositionen führt. So l?sst sich beispielsweise die Exposition für einen besonders hohen Trinkwasserkonsum bei gleichzeitig hoher Nahrungsmittelbelastung und erh?hter Schadstoffkonzentration in der Au?enluft sch?tzen.

Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie einfach anzuwenden und schnell durchzuführen ist. Ihr Nachteil ist, dass viele Informationen über die tats?chliche Belastung der Bev?lkerung unbekannt bleiben, danur ein einzelner, besonders ungünstiger Expositionswert abgeleitet wird. Daher diskutiert die Fachwelt zunehmend den Einsatz der so genannten verteilungsbasierten (?probabilistischen”) Expositionssch?tzung. Diese beschreibt die Verteilung der Schadstoffexposition innerhalb der betrachteten Bev?lkerungsgruppe. So kann z.?B. das gesamte Spektrum der Bleibelastungen in der deutschen Bev?lkerung abgebildet werden. Neben typischen Werten für besonders hoch oder gering belastete Personen kann an der Verteilung auch eine mittlere Bleiexposition abgelesen werden.

Das Projekt "Xprob"

Mit der verteilungsbasierten Expositionssch?tzung haben sich von 2002 bis 2006 in einem gemeinsamen Projekt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universit?ten Bielefeld und Bremen, des Universit?tsklinikums Hamburg-Eppendorf, des Landesinstituts für den ?ffentlichen Gesundheitsdienst (l?gd) NRW, des Nieders?chsischen Landesgesundheitsamtes und des Umweltbundesamtes besch?ftigt. Unter dem Titel ?Evaluation von Standards und Modellen zur probabilistischen Expositionsabsch?tzung – Xprob"?haben sie unter anderem Leitlinien zur Anwendung der Methode der verteilungsbasierten Expositionssch?tzung entwickelt und dabei für Deutschland aktuelle und repr?sentative Daten über Expositionsfaktoren in einheitlicher Form zusammengetragen und ausgewertet.