Toxikologie

ein Apotheken-Mitarbeiter nimmt ein beschriftetes Fl?schchen aus dem Regalzum Vergr??ern anklicken
Toxikologie untersucht die gesundheitssch?dlichen Wirkungen von Chemikalien und Stoffgemische.
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Gift. Wann ist etwas giftig und wie wirkt das Gift? Welche Risiken birgt eine Substanz und wie kann Sch?digungen vorgebeugt werden? Das sind Fragen, denen sich das Fachgebiet der Toxikologie widmet.

Was ist Toxikologie?

Toxikologie ist die Lehre von den Giften und Vergiftungen, die künstlich erzeugte und natürliche Substanzen beim Menschen hervorrufen k?nnen. In der Regel unterscheidet man die Toxikologie von der ?kotoxikologie, letztere bezeichnet die Wirkung von Stoffen auf Organismen in Populationen und ?kosystemen. Toxikologische Untersuchungen an Tieren werden In-vivo-Toxikologie genannt; die In–vitro- oder Zell-Toxikologie gewinnt ihre Wirkungserkenntnisse an Zellen.

Risiken bewerten, Sch?digungen vorbeugen

Die Toxikologie ist eine angewandte Wissenschaft; sie untersucht und beschreibt die gesundheitssch?dlichen Wirkungen einzelner Chemikalien oder Stoffgemische. Wirkungen werden beschrieben anhand der Zeitdauer der Untersuchungen (zum Beispiel kurzfristig, chronisch, lebenslang) und der Art der beobachteten Sch?den (zum Beispiel reizend, ?tzend, mutagen, krebserzeugend, reproduktionstoxisch). Toxikologinnen und Toxikologen beobachten nicht nur die vorhandenen Effekte. Sie kl?ren auch die dafür verantwortlichen chemisch-biologischen Wechselwirkungen und m?glichst den Wirkmechanismus auf. Das Ziel ist, Gef?hrdungen durch Stoffe zu erkennen, das Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier einzusch?tzen und m?glichen Sch?digungen vorzubeugen. Für die Risikobewertung sind Informationen über die Wirkungen bei l?ngerfristiger ⁠Exposition⁠ und über nicht rückg?ngig zu machende Wirkungen in den meisten Zusammenh?ngen bedeutsamer als Daten über die akute Toxizit?t. Diese ist vor allem bei St?r- und Vergiftungsf?llen von zentraler Bedeutung.

Die Giftigkeit von Stoffen und die Intensit?t ihrer Wirkung h?ngen im Allgemeinen von der aufgenommenen Dosis ab. Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Risikobewertung vornehmen, müssen sie daher neben dem Toxizit?tsprofil auch die Wirkst?rke, das Hauptsch?digungsmerkmal und die Verwendung des Stoffes berücksichtigen. Von einer sehr giftigen Substanz kann in Situationen, in denen nur geringfügige Mengen aufgenommen werden, ein geringeres Risiko ausgehen, als von einem wenig giftigen Stoff, der in gro?en Mengen oder unkontrolliert freigesetzt wird. Um das Gef?hrdungspotenzial von Stoffen sch?tzen und m?glichst genaue Aussagen über m?gliche Risiken treffen zu k?nnen, nutzt die Toxikologie auch Kenntnisse aus Biologie, Biochemie, Physiologie, Zellbiologie und Pharmakologie. All diese Informationen sind notwendig, um die Toxizit?t eines Stoffes m?glichst sicher beurteilen und Ma?nahmen ableiten zu k?nnen.

Erarbeiten von Grenz- und Richtwerten

Das Erarbeiten von Grenz- und Richtwerten ist eine wesentliche und besonders schwierige Aufgabe der Toxikologie. Wirkmechanismen müssen dazu analysiert, medizinische, biologische und physiologische Daten erhoben und diese zusammenschauend beurteilt werden.

Das Umweltbundesamt sucht Antworten zu toxikologisch unterschiedlichsten Stoffen und Fragestellungen. Schwerpunkte sind die Risikosch?tzung für Schadstoffe in der Innenraumluft und für Chemikalien, die für die Sicherheit chemischer Anlagen bedeutsam sind, sowie die Beurteilung der im Kinder-Umwelt-Survey und in der Teilbank Humanproben der Umweltprobenbank gemessenen Schadstoffe. Darüber hinaus werden Einzelaspekte wie die Toxikologie endokriner Disruptoren und die Toxikologie von Nanopartikeln untersucht.