Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten

In einem Hausrohbau abgelagerte Baustoffezum Vergr??ern anklicken
K?nnen Bauprodukte die Gesundheit beeintr?chtigen?
Quelle: BG/FOTOLIA.com

K?nnen Materialien und Gegenst?nde, die in einem Haus verbaut werden, die Gesundheit des Menschen beeintr?chtigen? Dieser Frage widmet sich der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB).

Inhaltsverzeichnis

 

AgBB: Gesundheitliche Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen aus Bauprodukten

! Bitte beachten Sie das Korrigendum zum AgBB-Bewertungsschema 2018 !

Bauprodukte k?nnen wesentlich zur Belastung der Innenraumluft durch flüchtige organische Verbindungen (VOC) beitragen. Um die Grundlage für eine einheitliche und nachvollziehbare gesundheitliche Bewertung von Bauprodukten in Deutschland bereitzustellen, hat der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) Prüfkriterien erarbeitet und daraus ein Bewertungsschema für VOC-Emissionen aus innenraumrelevanten Bauprodukten entwickelt. Das Bewertungsschema setzt gesundheitsbezogene Qualit?tsma?st?be für die Herstellung von Bauprodukten für den Innenraum und soll die Entwicklung besonders emissionsarmer Produkte unterstützen.

Die Vorgehensweise bei der Produktprüfung, ihre Hintergründe und Bewertung mit 184 NIK-Werten finden Sie ausführlich erl?utert im AgBB-Bewertungsschema von 2018*.

In den Anh?ngen finden sich die aktuelle Version des AgBB-Schemas mit erg?nzenden Informationen, früheren Versionen des Bewertungsschemas, die Ergebnisse der durchgeführten Fachgespr?che sowie aktuelle Publikationen.
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*Der AgBB beschloss in seiner Sitzung am 20.2.2008, dass bei Ver?ffentlichungen von überarbeiteten Neufassungen des AgBB-Schemas sowie auch der aktualisierten NIK-Werte-Listen die jeweils alten Fassungen noch ein Jahr weiter gelten sollen. Dies wurde beschlossen, um den betroffenen Herstellern von Bauprodukten ausreichend Zeit zur Anpassung ihrer Produkte an die neuen Anforderungen zu geben.

 

NIK-Werte

Die Hilfsgr??en der gesundheitsbezogenen Einzelstoffbewertung bei der Produktemissionsprüfung, die sog. NIK-Werte, werden ausschlie?lich durch die NIK-Arbeitsgruppe des AgBB festgelegt und in einem ca. zweij?hrlichem Turnus aktualisiert. Um Missinterpretationen vorzubeugen, werden sie nur innerhalb des kompletten Textes des AgBB-Bewertungsschemas ver?ffentlicht. Die Aktualit?t ist an der Jahreszahl sichtbar. In der Bearbeitungsliste finden Sie die zurzeit diskutierten oder bereits beschlossenen ?nderungen zu Ihrer Information vor dem n?chsten Update. Für noch nicht gelistete Stoffe besteht die M?glichkeit, die Ableitung eines NIK-Wertes beim AgBB unter Vorlage vorhandener Daten zu beantragen (NIK-Antrag). Das Gleiche gilt für begründete Antr?ge auf ?nderung eines bestehenden NIK-Wertes.

 

Der Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB)

Der AgBB wurde 1997 von der L?nderarbeitsgruppe "Umweltbezogener Gesundheitsschutz" (LAUG) der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbeh?rden (AOLG) ins Leben gerufen. Vertreten sind im AgBB neben den L?ndergesundheitsbeh?rden auch das Umweltbundesamt, das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt), die Bauministerkonferenz – die Konferenz der für St?dtebau, Bau- und Wohnungswesen zust?ndigen Minister und Senatoren der L?nder (ARGEBAU), die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Bundesinstitut für Risikobewertung (⁠BfR⁠) und der Koordinierungsausschuss 03 für Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz des Normenausschusses Bauwesen im DIN (DIN-KOA 03).

Die Gesch?ftsstelle des AgBB ist im Umweltbundesamt im Fachgebiet II 1.3 ?Innenraumhygiene, gesundheitsbezogene Umweltbelastungen“ angesiedelt.

 

Fachgespr?che und Konferenzen

Im Mai 2001 fand ein 1. Fachgespr?ch mit den betroffenen Kreisen zur Einführung in die Emissionsmessung von Bauprodukten statt. Zum Austausch der Erfahrungen, die in der Einführungsphase des AgBB-Bewertungsschemas in 2002 bis 2004 gewonnen wurden, fand am 25. November 2004 ein 2. Fachgespr?ch im Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) statt, an dem 70 Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Hersteller- und Verbraucherverb?nden, Messinstituten, Beh?rden und Ministerien teilnahmen.

Im Juni 2007 fand im Rahmen der deutschen EU-Ratspr?sidentschaft eine zweit?gige internationale Konferenz zu "Construction Products and Indoor Air Quality" in Berlin statt. über 100 Teilnehmer aus 16 L?ndern haben die bisherigen Erfahrungen mit der Verbesserung der Innenraumluftqualit?t, verschiedenen emissionsbezogenen Gütekennzeichnungen und Strategien zur Produktoptimierungen diskutiert und den Bedarf einer europ?ischen Harmonisierung im Bereich Bauproduktemissionen betont. Das Umweltbundesamt hat die positive Resonanz w?hrend und nach der Konferenz aufgegriffen und eine Harmonisierungsinitiative für Bewertungsschemata gestartet.

Seit Einführung des Bewertungsschemas für ⁠VOC⁠-Emissionen aus Bauprodukten war es dem AgBB wichtig, auch die von Bauprodukten ausgehenden Gerüche im Beurteilungsverfahren zu berücksichtigen. In den vergangenen Jahren wurde die Methodik für die Messung von Gerüchen erarbeitet, standardisiert und jetzt in der ISO 16000-28 bereitgestellt. Am 5. Dezember 2011 wurde in einem 1. Fachgespr?ch zur Geruchsprüfung bei Bauprodukten im DIBt mit den Verb?nden, Hersteller, Messinstitutionen, Beh?rden und Wissenschaftlern über die vorhandenen Erfahrungen bei der Erfassung und Bewertung von Gerüchen aus Bauprodukten diskutiert, um so eine gemeinsame und zielgerichtete Plattform für eine Pilotphase zu schaffen. Der Verlauf dieses Fachgespr?chs und die Beitr?ge k?nnen?hier heruntergeladen werden.

Als Ergebnis dieses Fachgespr?chs wurde entschieden, zusammen mit den Herstellern eine Pilotphase zu starten. W?hrend der Pilotphase soll im Verbund mit den Herstellern erprobt werden, inwieweit mit diesem Know-how eine objektive Geruchsbewertung von Bauprodukten vorgenommen werden kann. Zwei Ringversuche mit verschiedenen Prüfinstituten wurden im Auftrag des Umweltbundesamts durchgeführt. Die Pilotphase für die Einführung der Geruchsprüfung bei Bauprodukten endete im Sommer 2015. Die Ergebnisse wurden in einer Fachkonferenz am 1.-2.10.2015 im Umweltbundesamt in Dessau vorgestellt und diskutiert. Der AgBB hat über die Ergebnisse aus der Pilotphase beraten und die sensorische Prüfung von Bauproduktemissionen als neues Kriterium in der aktualisierten Version des AgBB-Schemas 2018 eingeführt. Allerdings ist die Anwendung des Kriteriums ?sensorische Prüfung‘ nicht verbindlich, sondern stellt ein freiwillig einzusetzendes Instrument dar.