Harmonisierung der gesundheitl. Bewertung – NIK-und EU-LCI-Werte

Ein Dachgeschoss wird ausgebaut.zum Vergr??ern anklicken
Beim Innenausbau sollten gesundheitlich unbedenkliche Materialien verwendet werden.
Quelle: Jürgen F?lchle / Fotolia.com

Viele Europ?ische Forschungsprojekte zeigen, dass die Entwicklung emissionsarmer Materialien und Bauprodukte die effektivste Ma?nahme zur Verbesserung der Innenraumluft ist.

Für eine europaweit geltende Begrenzung oder Kennzeichnung von Materialausgasungen sind einheitliche Messmethoden und Bewertungen der Messergebnisse erforderlich, um fundierte Anforderungen zum Schutz der Verbraucher zu treffen. Deutschland und Frankreich haben sogenannte Niedrigste Interessierende Konzentrationen (NIK-Werte, engl. LCI, franz. CLI) entwickelt, die in den nationalen rechtlichen Regelungen zur Bewertung von Emissionen aus Bauprodukten in die Raumluft herangezogen werden. Belgien hat?in seiner Regelung zur Begrenzung der Emissionen aus Bauprodukten?auf eine harmonisierte Liste mit europ?ischen LCI-Werten verwiesen und solange eine komplette EU-LCI-Liste nicht zur Verfügung steht, die deutsche NIK-Liste als Bewertungsma?stab im Bezug genommen.

Zur Harmonisierung der verschiedenen Bewertungen erarbeitet eine Expertengruppe aus zehn europ?ischen L?ndern eine gemeinsame europ?ische Liste mit Stoffen und den dazugeh?rigen Emissionsgrenzen (EU-LCI Werte). Die Vorgehensweise der EU-LCI-Arbeitsgruppe bei der Ableitung von diesen europ?ischen Referenzwerten für Bauproduktemissionen in die Innenraumluft ist mit allen Stakeholdern abgestimmt und im ECA-Bericht Nr. 29 publiziert. über den aktuellen Fortschritt bei der Ableitung der EU-LCI k?nnen alle Interessierten sich auf der Website https://ec.europa.eu/growth/sectors/construction/eu-lci/values_en?informieren.

Das Umweltbundesamt hat sich in den letzten Jahren intensiv dafür eingesetzt, dass die Europ?ische Kommission die Harmonisierungsaktivit?ten unterstützt. Ein Grund dafür ist, dass Mitgliedstaaten nicht parallel weitere neue nationale Bewertungsma?st?be erarbeiten, sondern sich im Bedarfsfall auf gemeinsame europ?ische EU-LCI-Werte beziehen. Im November 2015 hat die Europ?ische Kommission das Mandat zur Fertigstellung der EU-LCI Liste an die EU-LCI-Arbeitsgruppe erteilt. Eine vollst?ndig harmonisierte EU-LCI Liste soll bis Ende 2019 vorliegen. Dies wird ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der rechtlich festgelegten Ziele zur Harmonisierung der Bewertungsmethoden für Bauprodukte sein – und erm?glicht ein europaweit einheitliches, hohes Schutzniveau des Verbrauchers vor Ausgasungen aus Bauprodukten.

Die Gesch?ftsstelle der Arbeitsgruppe ist im Umweltbundesamt angesiedelt.