Ozon bei Sportveranstaltungen

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Bei Open-Air-Veranstaltungen kann sich bodennahes Ozon negativ auf die Gesundheit auswirken
Quelle: Iuliia Sokolovska / Fotolia.com

Bei hohen Ozonwerten ist es angeraten, die Teilnahme an Open-Air-Sportveranstaltungen zu überdenken.

Inhaltsverzeichnis

 

Ozon bei Sportveranstaltungen

Open-Air-Sportveranstaltungen finden witterungsbedingt h?ufig im Sommer statt. Gerade in den Sommermonaten k?nnen aber auch die Ozongehalte der Luft hoch sein. Bei k?rperlicher Anstrengung wird mehr sowie tiefer geatmet und Ozon gelangt mit jedem Atemzug in die Atemwege und Lungen und kann so nachteilige gesundheitliche Wirkungen entfalten.

Die Veranstalterinnen und Veranstalter von Sportveranstaltungen sind angehalten, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über hohe Ozonwerte zu informieren. Werden die Schwellen des Informations- oder Alarmwerts überschritten, wird zudem auch in den Medien über die erwarteten erh?hten Ozonwerte berichtet. Letztlich bleibt es aber den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst überlassen, ob sie bei erh?hten Ozonwerten an einer Sportveranstaltung teilnehmen. Wir m?chten Ihnen im Folgenden einige grundlegende Informationen an die Hand geben, so dass Sie selbst noch besser über eine Teilnahme entscheiden k?nnen.

 

Hintergrundinformationen

Die Luftgüteleitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehlen für Ozon einen Richtwert zum Schutz der Gesundheit von 100 μg/m3 als 8-Stunden-Mittelwert. Die EU-Richtlinie 2008/50/EG ?Luftqualit?t und saubere Luft für Europa“ legt für Ozon einen Zielwert für die menschliche Gesundheit fest: Der? maximale 8-Stunden-Wert eines Tages darf an h?chstens 25 Tagen pro Kalenderjahr, gemittelt über 3 Jahre, den Wert von 120 μg/m3 überschreiten. Es gibt zudem eine Informationsschwelle von 180 μg/m3 (1-Stunden-Wert) und eine Alarmschwelle von 240 μg/m3 (1-Stunden-Wert). Die EU-Richtlinie fand ihre Umsetzung in deutsches Recht durch die 39. Bundesimmissionsschutzverordnung (⁠BImSchV⁠), durch welche 2010 frühere Regelungen zu Ozon aufgehoben wurden.

Ab einem Ozonwert von 180 μg/m3 muss gem?? der deutschen Verordnung die Bev?lkerung über die Gef?hrdung durch die Ozonbelastung informiert werden. Eine Gef?hrdung ergibt sich insbesondere bei k?rperlicher Anstrengung, so dass in den Bundesl?ndern und Kommunen Hinweise in der folgenden Art gegeben werden: Personen, die "erfahrungsgem?? gegenüber Ozon empfindlich reagieren", sollen insbesondere ungewohnte und starke Anstrengungen am Nachmittag im Freien vermeiden. Zum Teil wird auf das ?ungewohnt“ und den ?Nachmittag“ verzichtet und es werden ?sportliche Ausdauerleistungen“ konkret benannt.

 

Wie lassen sich diese Informationen auf Sportveranstaltungen übertragen?

Speziell zu Sportveranstaltungen finden sich in den Bundesl?ndern zust?ndigen Institutionen? keine konkreteren Hinweise; anders ist das beim Schulsport: Allgemeiner Tenor ist, dass ab 180 μg Ozon/m3 (Informationswert) Achtsamkeit angeraten ist. Empfohlene Ma?nahmen sind: auf Ausdauersportarten zu verzichten, auf besonders ozonempfindliche Schüler Rücksicht zu nehmen, asthmatische Kinder vom Sport zu befreien und auf Wettk?mpfe und Schulfeste zu verzichten.

Es gibt auch Bundesl?nder und Kommunen, die zu mehr Vorsicht raten. In Sachsen?wird empfohlen ab einem Wert von 150 μg/m3 den Sportunterricht anzupassen und das Schulverwaltungsamt Essen informiert bereits ab einem Wert von 120 μg/m3 (1 Stunden-Wert) mit der Empfehlung, dass im nachmitt?glichen Sportunterricht auf Ausdauerleistungen verzichtet werden sollte.

 

Unsere Empfehlungen zu Open-Air-Sportveranstaltungen

Uns erscheint die gr??ere Vorsicht gerechtfertigt und wir empfehlen Ihnen, schon ab einem 1-Stunden-Ozonwert von 120 μg/m3 eine Teilnahme an Open-Air-Sportveranstaltungen zu überdenken, denn für empfindliche Personen, und insbesondere für durch Atemwegserkrankungen vorbelastete Kinder, ist Vorsicht geboten. Dabei gilt, dass oft sinnvolles Handeln in Bezug auf sommerliche Hitze und UV-Strahlungsbelastung auch einen Schutz vor erh?hten Ozonkonzentrationen bietet; zum Beispiel sollten sportliche Aktivit?ten nicht in der Mittagszeit und vor allem nicht am Nachmittag stattfinden, denn dann ist nicht nur die Hitze gro?, sondern auch die Ozonkonzentrationen? hoch.
Unsere Empfehlung ist aufgrund einer fehlenden aktuellen toxikologischen oder epidemiologischen Neubewertung der gesundheitlichen Wirkungen von Ozon als nicht abschlie?end anzusehen. Wir begründen unsere Empfehlung daher im Sinne des vorsorgenden Gesundheitsschutzes vorl?ufig mit den folgenden wissenschaftlichen Stellungnahmen:

  • In der VDI-Richtlinie 2310 (Verein Deutscher Ingenieure), Blatt 15 von 2001 wurden ein Kurzzeit-MIK -Wert (0,5 h) (Maximale Immissions-Konzentration) zum Schutz der menschlichen Gesundheit definiert, er betr?gt 120 μg/m3. Die VDI-Kommission stellte damals fest, dass es bei diesem Wert praktisch keinen Sicherheitsabstand für empfindlich auf Ozon reagierende Personen bei langandauernder k?rperlicher Bet?tigung im Freien gibt.
  • Das Bundesland Baden-Württemberg lie? im Jahr 2000 ein Indexsystem zur Beurteilung der Luftqualit?t auf wissenschaftlicher Basis entwickeln. Dort wurde ebenfalls ein 1-Stunden-Wert von 120 μg/m3 ermittelt, ab dem ozonempfindliche Personen die k?rperliche Anstrengung im Freien reduzieren sollten.
  • Die WHO hat 2013 ein Gutachten (REVIHAAP) zu den derzeit gültigen Grenz- und Zielwerten in der Europ?ischen Union (EU) erarbeitet und stellt bezüglich Ozon fest, dass ein Kurzzeit-Beurteilungswert (1 h) für Ozon wahrscheinlich sogar unter 90 μg/m3 liegen würde. Die WHO empfiehlt der EU in dem Gutachten auch, eine Neubewertung für Ozon vorzunehmen.?
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 Gesundheitsschutz  Sportveranstaltung  Open Air  Ozonkonzentration