Smogalarm und Gesundheit bei Auslandsaufenthalten

Geb?ude der Verbotenen Stadt in Peking sind von Smog eingehüllt.zum Vergr??ern anklicken
Nicht nur in der Verbotenen Stadt: Smog hüllt Peking ein.
Quelle: WakawakaStudios / iStock / Thinkstock

In den letzten Jahren und Monaten finden sich immer wieder Meldungen und beunruhigende Fotos zu extremen Luftverschmutzungen durch Feinstaub aus China oder Indien. Im M?rz 2014 wurde aber auch in Paris für eine Woche ein Smogalarm ausgerufen und im April 2014 gab es einen Smogalarm in London.

Inhaltsverzeichnis

 

In welchen L?ndern kommen hohe Luftverschmutzungen vor und woher bekommen Sie aktuelle Informationen?

W?hrend die Luftqualit?t in Deutschland meist gesundheitlich unbedenklich ist, k?nnen Smogepisoden bei Reisen oder beruflichen Auslandsaufenthalten ein gesundheitliches Risiko darstellen. Wir m?chten Ihnen daher Informationen an die Hand geben, damit Sie Ihre und die Gesundheit ihrer Angeh?rigen und Kinder soweit wie m?glich schützen k?nnen.

Bei Auslandsaufenthalten sollten Sie sich bei der Planung der Reise und eventuell auch noch einmal vor der Abreise informieren, ob von Ihrem Zielland bekannt ist, dass dort hohe Luftbelastungen vorkommen. L?nder, in deren St?dten h?ufig hohe und sehr hohe Luftverschmutzungen vorkommen sind zum Beispiel China, die Mongolei, Indien, Brasilien (Sao Paulo), einige L?nder des Nahen Ostens und einige Regionen in Afrika. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2014 eine weltweite übersicht ver?ffentlicht. In Europa empfiehlt sich die Informationsbeschaffung vor allem für die Wintermonate zum Beispiel in London, Paris und vielen Gro?st?dten im Mittelmeerraum sowie Osteuropas.

Weltweit ver?ffentlichen einige L?nder sogenannte Air Quality Indices (AQI), die eine schnelle Orientierung über die aktuelle Situation erm?glichen sollen. Für deren Ableitung werden die Konzentrationen der wichtigsten Luftschadstoffe berücksichtigt und daraus ein Index berechnet. In der EU wurden im Rahmen einer Forschungsinitiative Vorschl?ge für einen Index und eine vorl?ufige Berichterstattung erarbeitet. Die entwickelte Internetseite Air Quality Now besteht weiterhin und einige L?nder berichten ihre Indexwerte dorthin.

Die Umweltbeh?rde der USA (Environment Protektion Agency) hat sechs Kategorien des Indexwertes (0-500) definiert (Gut (0-50) – Mittelm??ig (51-100) – ungesund für sensible Gruppen (101-150) – ungesund (151-200) – sehr ungesund (201-300) – giftig (301-500) und in einer informativen Broschüre den Index erkl?rt und Handlungsempfehlungen zur Gesundheitsvorsorge gegeben.

Basierend auf einer Initiative der amerikanischen Botschaft in Peking erfolgt eine weltweite aktuelle Zusammenstellung dieser Indexwerte. Auf dieser Website werden den Kategorien Farben (von grün über gelb bis dunkel violett und braun) zugeordnet, so dass Sie die Situation in Ihrem Zielland beurteilen k?nnen. So kann auf der Weltkarte schnell erkannt werden, dass besonders in China und Indien Index-Werte von mehr als 150 (rote Zahlen) sehr h?ufig sind.

 

Geh?ren Sie oder Ihre Angeh?rigen zu einer Risikogruppe für die Wirkung von Luftverunreinigungen?

In einem n?chsten Schritt sollten Sie vor einer Reise oder einem l?ngeren Auslandaufenthalt beurteilen, ob Sie oder Ihre Angeh?rigen zu einer Risikogruppe für die Wirkung von Luftverunreinigungen z?hlen: Unabh?ngig vom Alter sind Menschen mit Vorsch?digungen der Atemwege durch zum Beispiel chronische Bronchitis oder Asthma eine besondere Risikogruppe für die Wirkung von Luftschadstoffen, da sich die Symptome und Krankheiten unter dem Einfluss von Luftschadstoffen verschlimmern k?nnen.

Weiterhin sind Personen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten für die Wirkung von Luftschadstoffen besonders anf?llig. Die Ursache dafür ist, dass feine und ultrafeine Partikel des Staubes bis in die Alveolen der Lunge sowie die Blutbahn vordringen k?nnen und dort negative Wirkungen entfalten.

Unabh?ngig vom Gesundheitszustand sind Schwangere, Kinder und alte Menschen Risikogruppen für Luftschadstoffe, denn der sich entwickelnde oder durch das Alter geschw?chte menschliche Organismus reagiert besonders empfindlich auf Belastungen.

Bezogen auf den US-amerikanischen Indexwert sind die besonders sensiblen Gruppen und deren gesundheitliche Risiken den Kategorien wie in der folgenden Grafik zugeordnet.

Tabelle mit Grenzwerten zur gesundheitlichen Belastung
US-amerikanischer Indexwert zur gesundheitlichen Belastung
Quelle: United States Environmental Protection Agency PDF-Datei
 

Gibt es Handlungsempfehlungen zu k?rperlichen Aktivit?ten bei hohen Indexwerten?

Bei Betrachtung der Schadstoffe, die den Index bestimmen, f?llt auf, dass der Index sehr h?ufig ma?geblich durch hohe Feinstaubbelastungen der Luft beeinflusst ist. Daher geben wir Ihnen die folgenden Hinweise vor allem im Hinblick auf die Minimierung des sch?dlichen Einflusses einer Feinstaubbelastung auf Ihre Gesundheit.

Grunds?tzlich halten wir die in der folgenden Tabelle dargestellten allgemeinen US-amerikanischen Empfehlungen zum Schutz der Gesundheit bei hohen Feinstaubbelastungen (in der Regel Hauptkomponente des Index-Werts) für sinnvoll. Sie bestehen im Wesentlichen darin, die k?rperliche Anstrengung an der Au?enluft von den sensiblen Gruppen bis zur Allgemeinbev?lkerung entsprechend der zunehmenden Belastungskategorien zu reduzieren

Zu dieser übersicht wird von der Umweltbeh?rde der USA (EPA) erg?nzt, dass das Verbleiben im Innenraum als Selbstschutzma?nahme nur dann sinnvoll ist, wenn Au?enluft über eine Filteranlage zugeführt wird oder wenn eine auf Umluft gestellte Klimaanlage verwendet wird. Zu den sensiblen Gruppen z?hlen auch Schwangere und Neugeborene. Au?erdem gibt es aktuelle Hinweise aus Bev?lkerungsstudien, dass m?glicherweise Personen, die an Fettleibigkeit und/oder Diabetes leiden, als zus?tzliche Risikogruppen für die gesundheitlichen Wirkungen von Luftverschmutzungen anzusehen sind.

Liste mitIndex-Werten udn entsprechenden Empfehlungen zum Schutz der Gesundheit bei hohen Feinstaubbelastungen
Empfehlungen zum Schutz der Gesundheit bei hohen Feinstaubbelastungen
Quelle: United States Environmental Protection Agency PDF-Datei
 

Was k?nnen Sie tun, um ihre pers?nliche Staubbelastung zu reduzieren?

Die Botschaft der USA in Peking gibt nützliche Tipps, wie die pers?nliche Feinstaubbelastung in Smog-Episoden verringert werden kann. Dies umfasst die oben schon erw?hnten Ma?nahmen m?glichst zu Hause zu bleiben und die k?rperliche Aktivit?t, besonders an der Au?enluft, einzuschr?nken. Eine weitere Ma?nahme ist das Tragen einer Atemschutzmaske, falls Sie den Innenraum verlassen. Sollten Sie eine Feinstaubmaske benutzen, ist es wichtig, dass diese Mund- und Nase m?glichst vollst?ndig umschlie?t und so keinen seitlichen Luftstrom zul?sst.

Sollten Sie sich aus beruflichen Gründen für eine l?ngere Zeit in einer Smogregion aufhalten, k?nnten auch die nachfolgenden Hinweise für Sie nützlich sein. Um die Wohnung oder andere Innenr?ume staubfrei zu halten, sollten sie mit einer Klimaanlage mit Filterfunktion ausgestattet sein. Ein Umluftbetrieb wird in der Smogphase empfohlen. Sollte es nicht m?glich sein, alle R?ume zum Beispiel einer Wohnung damit auszustatten, sollte zumindest ein Raum damit versehen sein, in dem sich die Bewohner vorrangig aufhalten. Ist keine Klimaanlage vorhanden, kann es sinnvoll sein, zumindest zeitweise den Aufenthaltsort in eine Wohnung oder in ein ?ffentliches Geb?ude zu verlegen, die mit einer Klimaanlage mit Filterfunktion ausgestattet ist. Luftreinigungsger?te, welche die Partikelzahl in der Raumluft reduzieren, k?nnen zus?tzlich eingesetzt werden.

Fenster und Türen sollten geschlossen gehalten und Quellen für weitere Luftverschmutzungen in den Innenr?umen vermieden werden. Dies sind zum Beispiel offene Feuerstellen, Gasflammen und Kerzen. Die R?ume sollten sauber gehalten werden, allerdings sollte nur ein Staubsauger mit Feinstaubfilter (HEPA-Filter) verwendet werden. Nicht in einem Innenraum zu Rauchen, sollte selbstverst?ndlich sein. Die Stra?enkleider sollten am Hauseingang abgelegt und der Schlafraum nicht mit der Tageskleidung betreten werden.