Grüne Start-ups st?rker f?rdern

Computer-Platine, die mit Gras begrünt ist; die Vernetzungen, die zu der Platine hinlaufen, sind ebenfalls begrünt; einige Str?nge enden im Bild zum Vergr??ern anklicken
Mehr als die H?lfte der grundlegenden Umweltinnovationen kommen aus grünen Start-ups.
Quelle: Mostafa Fawzy / Fotolia.com

Innovative grüne Start-ups sind zentral für die Bew?ltigung von Umweltproblemen. Die bestehenden Gründungsf?rderprogramme unterstützen sie jedoch nicht wirksam. Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt die Defizite und schl?gt zwei Varianten für eine Gründungsfinanzierung speziell für grüne Start-ups vor.

Warum besteht speziell bei grünen Start-ups eine Finanzierungslücke?
Die Studie ?High-Sustainability-Gründerfonds – Bedarf und Optionen nachhaltigkeitsorientierter staatlicher Start-up-Finanzierung“ verdeutlicht, dass grüne Start-ups durch die bestehenden Gründungsf?rderprogramme oft nicht hinreichend unterstützt werden k?nnen.
Dies hat zwei zentrale Gründe:
1) M?rkte für Green Tech-Güter sind durch Besonderheiten gepr?gt. Dazu z?hlen zum Beispiel eine hohe Dichte an gesetzlichen Bestimmungen, wenig erfahrene Investoren und sich ?ndernde umweltpolitische Rahmenbedingungen.
2) Viele grüne Start-ups br?uchten vor allem in der Gründungs- und Wachstumsphase F?rderinstitutionen mit expliziter Nachhaltigkeitsorientierung und spezifischen Nachhaltigkeitskenntnissen.

Welche institutionelle Verankerung ist für die F?rderung grüner Start-ups geeignet?
Die Studie analysiert vier Basisvarianten für eine spezifisch auf die Bedingungen von grünen Start-ups zugeschnittene Gründungsfinanzierung, von denen zwei favorisiert werden:
1) Ein ?High-Sustainability-Gründerfonds“, der institutionell eigenst?ndig ist und sich am High-Tech Gründerfonds orientiert, aber im Unterschied zu diesem einen exklusiven Nachhaltigkeitsfokus aufweist.
2) Ein eigenes F?rderprogramm ?Sustainable Growth Ventures“, welches jedoch nicht institutionell eigenst?ndig agiert, sondern in eine bestehende F?rderinstitution (wie beispielsweise die ⁠KfW⁠) eingegliedert wird.
Für eine eigene Institution (Variante 1) spricht die deutlich h?here Sichtbarkeit des Themas ⁠Nachhaltigkeit⁠ sowie bessere M?glichkeiten für eine zielgruppengerechte F?rderung grüner Start-ups. Die Eingliederung in eine bestehende F?rderinstitution (Variante 2) kann hingegen im Hinblick auf eine schnelle Umsetzung und das Mobilisieren von privatem Ko-Investment vorteilhafter sein. Auf Grund des gro?en Bedarfs einer gezielten F?rderung grüner Start-ups w?re es auch vorstellbar, Gründungsf?rderungen der beiden Varianten parallel einzurichten.

Was sollte bei der Ausgestaltung von grüner Gründungsfinanzierung beachtet werden?
Ob nun eigene Institution oder Einbettung in eine bestehende Institution, in beiden F?llen ist es wichtig, dass das Programm auch spezifische nachhaltigkeitsbezogene Angebote (Beratung, Coaching, Networking usw.) unterbreitet, die über die finanzielle Leistung hinausgehen. Aufgrund der langen Entwicklungszeit vieler grüner Technologien, Produkte und Dienstleistungen wird eine Laufzeit für notwendig gehalten, die l?nger ist als für übliche Gründungsf?rderinstrumente.
Fragen des EU-Beihilfe- und Wettbewerbsrechts k?nnten sich jedoch als problematisch erweisen und müssen daher bei der Ausgestaltung von spezifisch auf grüne Start-ups ausgerichteten Frühphasenfinanzierungsangeboten im Detail geprüft werden.