Leerlaufverluste

An einem Ger?t einer Musikanlage brennt eine rote Standby-Lampezum Vergr??ern anklicken
Viele Ger?te verbrauchen auch ausgeschaltet Strom - und belasten so Umwelt und Stromrechnung
Quelle: Abe Mossop / Fotolia.com

Viele Elektroger?te verbrauchen auch dann Energie, wenn sie ihre eigentliche Funktion nicht erfüllen: im Leerlauf. Standby ist die bekannteste, aber nicht die einzige Form dieser Energievergeudung. Immer mehr Elektroger?te haben keinen Schalter mehr, der sie vom Netz trennt. Allein in Deutschland kostet der Stromverbrauch durch Leerlaufverluste mehrere Milliarden Euro pro Jahr.

EU sagt Leerlaufverlusten den Kampf an

Seit Anfang 2010 müssen Rechner für Heimanwendungen, Waschmaschinen, Fernsehger?te und andere Büro- und Haushaltger?te, die in der EU in den Handel kommen, eine Reihe von Anforderungen erfüllen: In bestimmten Bereitschafts- und Schein-Aus-Zust?nden müssen sie H?chstwerte der Elektroleistung (Watt) einhalten, sie müssen Stromsparzust?nde haben und der Hersteller mu? in den Technikunterlagen über Leerlaufzust?nde informieren.

Grundlage der EU-Verordnung ist die Richtlinie 2005/32/EG, die Energiebetriebene-Produkte-Richtlinie (EbP-RL), auch ?kodesign-Richtlinie (RL), EuP-RL und EuP-Direktive genannt. Ersetzt wurde die Richtlinie inzwischen durch die Richtlinie 2009/125/EG, die eine gr??ere Zahl an Produktgruppen einschlie?t.

Die EbP-RL stellt nur den Rahmen für Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Produkten. Anforderungen an einzelne Produktgruppen, wie beispielsweise Elektromotoren, Fernsehger?te und Lampen werden gesondert geregelt, beispielsweise durch Verordnungen.

Leerlaufverluste treten bei einer gro?en Zahl an Ger?ten auf. Die Ursachen sind ebenso vielf?ltig wie die Leerlaufarten. Manche Leerlaufarten treten bei vielen Ger?ten auf, beispielsweise das Schein-Aus, andere nur bei einzelnen Ger?tegruppen, wie zum Beispiel die Druckbereitschaft bei Druckern und Kopierern. Als Grundlage für eine Regelung lie? die EU-Kommission in einer Studie Leerlaufarten untersuchen, die bei sehr vielen Ger?ten auftreten. Die Studie ermittelte für die EU Leerlaufverluste in H?he von insgesamt 51 Mrd. Kilowattstunden. Die Verordnung 1275/2008/EG legt Anforderungen fest, die etwa die H?lfte dieser Leerlaufverluste betrifft. Die andere H?lfte wird durch die Netzbereitschaft, englisch network stand-by, verursacht. Netzbereitschaft tritt bei Ger?ten auf, die Daten mit anderen Ger?ten austauschen (k?nnen). Für diese Leerlaufverluste gibt es wahrscheinlich eine gesonderte Regelung: Die Verordnung 801/2013/EU.

Mit der Verordnung 1275/2008/EG ist EU-weit eine Minderung unnützer Stromverluste um 35 Milliarden Kilowattstunden (kWh) pro Jahr bis zum Jahr 2020 zu erwarten. Dies entspricht einer Einsparung von 14 Millionen Tonnen des Klimagases Kohlenstoffdioxyd (CO2) und etwa 9 Gro?kraftwerken mit 800 Megawatt.

Die Verordnung 1275/2008/EG trat am 6. Januar 2009 in Kraft. Ihre Anforderungen sind gestuft. Die zweite Stufe wirkt seit 6. Januar 2013. Die Verordnung begrenzt die Elektroleistung (Leistungsaufnahme in Watt) für bestimmte Bereitschafts- und Schein-Aus-Zust?nde, schreibt Stromsparzust?nde für die Ger?te vor und fordert, da? der Hersteller in den Technikunterlagen über Leerlaufzust?nde informiert. Die Anforderungen gelten:

  • bei einer Reihe von Ger?tegruppen (diese sind im Anhang I der Verordnung aufgeführt)
  • für Ger?te, die in der EU in den Handel kommen.

Die Anforderungen gelten damit nicht für:

  • Ger?te, die bereits im Handel sind und
  • Ger?te des Bestandes, also Ger?te, die beispielsweise in einem Haushalt eingesetzt werden.

Weitere Anforderungen an die Effizienz: Das mit dem Netz verbundene Ger?t mu? in den Bereitschafts- oder Aus-Zustand oder in einen anderen Zustand versetzt werden k?nnen, in dem der geltende Grenzwert nicht überschritten wird, soweit das mit seiner vorgesehenen Verwendung vereinbar ist. Der Hersteller muss in den Technikunterlagen unter anderem folgende Informationen geben: Für jeden Bereitschafts- oder Aus-Zustand:

  • die Leistungsaufnahme in Watt, gerundet auf zwei Dezimalstellen,
  • die angewandte Me?methode,
  • eine Beschreibung, wie die Betriebsart des Ger?ts gew?hlt oder programmiert wurde,
  • die Schrittfolge, in der der Zustand erreicht wird, in dem das Ger?t automatisch den Betriebszustand wechselt,
  • Hinweise zur Bedienung des Ger?tes.

Für weitere Einzelheiten siehe Anhang II der Verordnung.

Fachinformationsblatt ?Neues zum Thema Leerlaufverluste"

?Neues zum Thema Leerlaufverluste” ist ein Fachinformationsblatt des Umweltbundesamtes, das von 1998 bis 2004 erschien (siehe unten). Das Informationsblatt berichtete über die Entwicklung auf dem Gebiet Leerlaufverluste bei Elektroger?ten. Der Inhalt besteht aus Meldungen über Politik, Ver?ffentlichungen/Studien, ?ffentlichkeitsarbeit, Forschung und Technik. Angesichts der allgemeinen Informationsflut sind die Meldungen eher kurz gehalten, um den Leserinnen und Lesern einen schnellen überblick über Neuigkeiten zu erm?glichen. Weitergehende Informationen finden sich im Anhang des Blattes oder es wird auf andere Quellen verwiesen.

Fachinformationsblatt ?Neues zum Thema Leerlaufverluste”

Das Umweltbundesamt hat von 1998 bis 2004 das Fachinformationsblatt ?Neues zum Thema Leerlaufverluste” herausgegeben.