Fluorierte Treibhausgase und FCKW

Blauer Himmel mit Wolken in der Mittezum Vergr??ern anklicken
Fluorierte Treibhausgase, Halone und FCKW haben ein zum Teil sehr hohes Treibhauspotenzial.
Quelle: CC Vision

Stoffe wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die die Ozonschicht sch?digen, unterliegen schon lange einem internationalen Ausstieg aus Produktion und Verwendung. 2016 hat die internationale Staatengemeinschaft für eine weitere, besonders klimasch?dliche Stoffgruppe erste Schritte für einen Ausstieg beschlossen: die teilfluorierten Kohlenwasserstoffe (HFKW).

Internationale Staatengemeinschaft beschlie?t erste Schritte für einen Ausstieg aus besonders klimasch?dlichen Stoffen, den teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW)

Nach mehrj?hrigen Diskussionen war es in der Nacht zum 15. Oktober 2016 so weit: Die Vertragsstaaten zum Montrealer Protokoll einigten sich auf einen Fahrplan zur Begrenzung von HFKW. Diese Stoffgruppe, die zun?chst als Ersatz für die ozonschichtsch?digenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (⁠FCKW⁠) eingeführt wurde, l?sst sich durch weit klimafreundlichere Stoffe ersetzen. Damit war der Weg frei für eine internationale Regelung. Die EU hatte entsprechende Regelungen bereits 2014 eingeführt.

Der Beschluss von Kigali (Ruanda) verpflichtet Industrie- und Entwicklungsl?nder in unterschiedlichem Ma?, die Produktion und die Verwendung der HFKW zun?chst einzufrieren und in den Folgejahren zu vermindern (HFKW phase down-⁠Szenario⁠). W?hrend sich die Industriel?nder bereits ab 2019 zu ersten Reduktionen verpflichteten, haben Entwicklungsl?nder deutlich mehr Zeit zum Ergreifen von Ma?nahmen. Insgesamt ist der Beschluss vierstufig, da einigen Industrie- und einigen Entwicklungsl?ndern nochmals l?ngere Zeitr?ume zugestanden wurden. Zudem haben sich die Industriel?nder verpflichtet, Entwicklungsl?nder durch zus?tzliche Mittel über den Multilateralen Fonds des Montreal-Protokolls zu unterstützen. Für den Umwelt- und ⁠Klimaschutz⁠ ist es jetzt wichtig, dass die Staaten bei der Umsetzung der Beschlüsse auf langfristige Alternativen setzen.

<>

EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase

Das Inverkehrbringen und die Verwendung von fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen) in der EU sind zukünftig in der Verordnung (EU) Nr. 517/2014? geregelt. Die Verordnung gilt?seit dem?01. Januar 2015 und hat die Verordnung (EG) Nr. 842/2006 aufgehoben. Die neue F-Gas-Verordnung reduziert die Verkaufsmengen von teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW) bis 2030 schrittweise auf ein Fünftel der heutigen Verkaufsmengen, enth?lt Verwendungsverbote für F-Gase und Inverkehrbringensverbote von Erzeugnissen, die F-Gase enthalten. Ziel der neuen Verordnung ist es, die Emissionen fluorierter Treibhausgase bis zum Jahr 2030 auf etwa 35 Millionen Tonnen CO2-?quivalent in der EU zu senken. Weitergehende Informationen finden Sie auf unserer Themenseite EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase.

Klimaschutz⁠ und fluorierte Treibhausgase (F-Gase)

Die Auswirkungen des Klimawandels sind inzwischen weltweit zu beobachten. Der Klimaschutz gilt daher als eine der gr??ten ?kologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Menschheit. Im Kyoto-Protokoll, das der wichtigste und prominenteste Meilenstein des weltweiten Klimaschutzes ist, sind die fluorierten Treibhausgase (F-Gase) wegen ihrer hohen Klimawirksamkeit enthalten. Das Treibhauspotential (Global Warming Potential, GWP) ist ein Ma? für die Klimawirksamkeit von Treibhausgasen im Vergleich zu CO2 als Referenzsubstanz (GWP = 1) und wird üblicherweise über einen Zeitraum von 100 Jahren betrachtet. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich im Kontext der Klimarahmenkonvention auf die Verwendung der GWP-Werte des Vierten Sachstandsbericht des ⁠IPCC⁠ geeinigt. Die GWP-Werte von F-Gasen sind bis zu 22.900-mal h?her als für CO2.

Bedeutung der F-Gase

W?hrend die klassischen Treibhausgase meist als unerwünschte Nebenprodukte freigesetzt werden, zum Beispiel bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe, werden fluorierte Treibhausgase zum überwiegenden Teil gezielt produziert und eingesetzt. Sie werden heute in ?hnlicher Weise verwendet wie früher Fluorchlorkohlenwasserstoffe (⁠FCKW⁠) und Halone, die für die Zerst?rung der stratosph?rischen Ozonschicht verantwortlich sind.
Der Beitrag, den F-Gase heute weltweit zum ⁠Treibhauseffekt⁠ leisten, liegt bei etwa 1,3 Prozent (2004). Eine Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2010 prognostizierte bis zum Jahr 2050 einen Anstieg der F-Gas-Emissionen auf 7,9 Prozent (ohne HFKW phase down) bezogen auf die globalen direkten CO2-Emissionen.

Eingesetzt werden fluorierte Treibhausgase heute überwiegend als K?ltemittel in K?lte- und Klimaanlagen, als Treibgas in Sprays, als Treibmittel in Sch?umen und D?mmstoffen und als Feuerl?schmittel. Um die Emissionen dieser Stoffe zu mindern, sind daher neben technischen Ma?nahmen vor allem eine gezielte Stoffsubstitution oder der Einsatz alternativer Techniken zielführend. An dieser Stelle setzen die Verordnung (EU) Nr. 517/2014 über fluorierte Treibhausgase und die Richtlinie 2006/40/EG über Emissionen aus Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen an.

FCKW und H-FCKW

FCKW wurden aufgrund ihrer technischen Eigenschaften sowie ihrer Unbrennbarkeit in vielen Anwendungsbereichen in gro?em Umfang eingesetzt. Einige weitere Ozonschicht sch?digende Stoffe wie Tetrachlorkohlenstoff wurden im Laborbereich, verwendet.

Nachdem das ozonschichtsch?digende Potenzial dieser Stoffe entdeckt wurde, hat die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 1987 mit dem Montrealer Protokoll einen weltweit gültigen Ausstiegsfahrplan aus der Produktion und Verwendung ozonschichtsch?digender Stoffe beschlossen und nach und nach umgesetzt. Den Erfolg des Montrealer Protokolls? best?tigt der am 10.09.2014 ver?ffentlichte Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (⁠WMO⁠) und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (⁠UNEP⁠) ?Scientific Assessment of Ozone Depletion: 2014, Assessment for Decision-Makers“. Die Gesamtkonzentration aller im Montrealer Protokoll geregelten ozonabbauenden Stoffe sinkt weiter und wird langfristig zu einer vollst?ndigen Erholung der Ozonschicht führen.

Vielfach kamen fluorierte beziehungsweise teilfluorierte Kohlenwasserstoffe als Alternative zum Einsatz. Da Stoffe dieser Gruppe kein Chlor enthalten, tragen sie nicht zum Abbau der Ozonschicht bei. Sie besitzen aber immer noch ein teilweise nicht zu vernachl?ssigendes Treibhauspotenzial. Der neue Scientific Assessment Panel (SAP)-Bericht von 2014 warnte davor, dass die Erfolge des Montrealer Protokolls für den Klimaschutz durch die für die n?chsten Jahrzehnte vorhergesagten Emissionen der?HFKW deutlich aufgehoben werden k?nnten. Diese Entwicklung wird mit dem in Kigali verabredeten HFKW phase down vermieden.

Halone

Halone sind organische Verbindungen, die sich von Methan und Ethan ableiten und Brom im Molekül besitzen. Halone wurden in Handfeuerl?schern (zum Beispiel auch in Pkw eingesetzte Feuerl?scher) und station?ren L?schanlagen als L?schmittel eingesetzt. Halone geh?ren wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe zu den die Ozonschicht zerst?renden Substanzen, wobei Halone ein ein- bis zehnmal h?heres Zerst?rungspotential besitzen.