Schaltanlagen

schematische Zeichnung einer Anlagezum Vergr??ern anklicken
Illustration einer beispielhaften gasisolierten Schaltanlage
Quelle: Ecofys

Schwefelhexafluorid (SF6) mit seinem sehr hohen Treibhauspotenzial wird in Schaltanlagen zur Isolation und L?schung eingesetzt. Im Rahmen einer Selbstverpflichtung konnten die Emissionen des st?rksten bekannten Treibhausgases deutlich gesenkt werden. Alternative Produkte für die Substitution von SF6 wurden und werden für verschiedene Anwendungsfelder entwickelt.

Aktuelles

  • EU Kommission überprüft?die Verordnung (EU) Nr. 517/2014?
  • 2. Runde der ?ffentlichen Konsultation – Fragebogen für ⁠Stakeholder⁠ offen bis 29. Dezember 2020
  • EU Kommission ver?ffentlicht Bericht zur Verfügbarkeit von Alternativen in Schaltanlagen

EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase

In elektrischen Betriebsmitteln der Energieübertragung und -verteilung im Mittelspannungs- und Hochspannungsbereich wird seit vielen Jahren SF6 verwendet. Aufgrund seines hohen Treibhauspotenzials von 23.500 (Scientifc Assessment of Ozone Depletion: 2018) bzw. 22.800 (Verordnung (EU) 517/2014) und der langen atmosph?rischen Verweildauer? reichert sich dieser Stoff in der ⁠Atmosph?re⁠ an.

Elektrische Schaltanlagen unterliegen den Regelungen der Verordnung (EU) 517/2014. In Abh?ngigkeit von der Füllmenge und Konstruktion bestehen Anforderungen zur Dichtheitskontrolle, Führung von Aufzeichnungen und Zertifizierung des Personals. Letzteres wird durch die Durchführungsverordnung (EU) 2015/2066 konkretisiert.

Im Artikel 21 der Verordnung (EU) 517/2014 ist eine Bewertung von Alternativen für sekund?re Mittelspannungsschaltanlagen bis 01.07.2020 vorgesehen, mit dem Ziel, gegebenenfalls dem Europ?ischen Parlament und dem Rat einen Gesetzgebungsvorschlag zur ?nderung der Liste des Anhangs III zu unterbreiten.

Das Umweltbundesamt ist der Auffassung, dass es ausreichend Alternativen für SF6 in neuen Mittelspannungsschaltanlagen (≤ 24 kV) gibt. Es wird sich daher, im Rahmen der überprüfung des Anhangs III der Verordnung (EU) 517/2014, für ein Verbot von SF6 in neuen sekund?ren Mittelspannungsschaltanlagen für diese Spannungsebenen mit einer angemessenen übergangszeit einsetzen.

Bis 31. Dezember 2022 ist eine überprüfung für alle Erzeugnisse, die unter die Verordnung fallen, vorgesehen.

Projekt zu elektrischen Betriebsmitteln

Von 2016 bis 2018 wurde die Studie ?Konzept zur SF6-freien übertragung und Verteilung elektrischer Energie“,? im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit (⁠BMU⁠) durchgeführt. Der Schwerpunkt der Studie lag? auf der detaillierten Erstellung eines überblicks über Anlagen mit und ohne SF6-Nutzung. Weiterhin wurde untersucht, welche politischen, gesetzlichen, regulativen und wirtschaftlichen Ma?nahmenpakete geeignet sind, eine wirksame Reduktion des SF6-Einsatzes in Neuanlagen zu erzielen. Da eine Substitution der SF6-Technik durch alternative Isoliermedien und Techniken nur im Rahmen der Produktion neuer Anlagen erfolgen kann, konzentrierte sich die Studie ausschlie?lich auf neue Anlagen. Der intensive Dialog mit Herstellern und Anwendern von Schaltanlagen w?hrend der gesamten Laufzeit war dabei von gro?er Bedeutung.

Das Projekt wurde von der Ecofys Germany GmbH, Teil der Navigant-Gruppe in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich, High Voltage Laboratory durchgeführt, vom Umweltbundesamt fachlich betreut und Ende Februar 2018 abgeschlossen.

Pr?sentation vor politischen Vertretern in Brüssel im September 2017

Am 25.09.2017 fand die Abendveranstaltung für Interessenten unter dem Titel ?Relevance of the F-gas regulation for the European energy system“ statt. Hierzu waren Vertreter, deren politische Verantwortung im Bereich F-Gase liegt, geladen. Es nahmen Vertreter der nationalen Regierungen, der Europ?ischen Kommission, des Europ?ischen Parlaments sowie von Hersteller- und Anwenderverb?nden teil. Die Veranstaltung wurde durch die Leiterin des ⁠UBA⁠-Fachbereichs ?Nachhaltige Produkte und Produktion, Kreislaufwirtschaft“ Frau Dr. Rechenberg mit einer Pr?sentation er?ffnet. Darauf folgte ein Vortrag zum Projektstand sowie Diskussionen zur Thematik.

Abschlussbericht

Im April 2018 konnte nach einem intensiven Dialog mit Herstellern und Anwendern in Form von Interviews und mehreren Fachgespr?chen der Abschlussbericht sowie eine Kurzzusammenfassung ver?ffentlicht werden. Hierin zu finden sind detaillierte Erkenntnisse vorhandener SF6-Alternativen hinsichtlich ihrer Einsatzf?higkeit, ihrer Vorteile und Einsatzgrenzen sowie Umweltauswirkungen. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen dabei einerseits der wissenschaftlichen Ermittlung des Klimaschutzpotentials durch den SF6 Ersatz in Mittel- und Hochspannungsanlagen sowie als Grundlage für einen europ?ischen Ausstieg und die dafür notwendigen Zeithorizonte sowie Vorschl?ge für begleitende Ma?nahmen. Instrumente und Handlungsempfehlungen hierfür wurden dabei inventarisiert, systematisiert und vergleichend bewertet.?

Deutsche Selbstverpflichtung

Am 9. November 2000 wurde zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Wirtschaft eine Vereinbarung zur Klimavorsorge getroffen. In diesem Rahmen haben im Jahr 2005 die SF6-Produzenten sowie die Hersteller und Betreiber von elektrischen Betriebsmitteln > 1kV eine freiwillige Selbstverpflichtung abgeschlossen, deren Ziel es war und ist, die Emissionen von SF6 zu minimieren.

Im Verlauf dieser Selbstverpflichtung sind die Emissionen an SF6 bei Produktion und Verwendung in Deutschland deutlich zurückgegangen.

Das Kurvendiagramm zeigt, dass die Emissionen elektrischer Betriebsmittel in Deutschland ab dem Jahr 1998 stark zurückgegangen sind: von ca. 50 Tonnen im Jahr 1998 auf ca. 12 Tonnen im Jahr 2018.
Emissionen elektrischer Betriebsmittel in Deutschland
Quelle: Umweltbundesamt
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 Schwefelhexafluorid  Schaltanlagen  Freiwillige Selbstverpflichtung