Anpassung an den Klimawandel im Tourismus

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Niedrigwasser Elbe
Quelle: Andreas Gruhl / Fotolia

Der Klimawandel wirkt sich regional sehr unterschiedlich aus und stellt die Tourismuswirtschaft vor Herausforderungen. Gleichzeitig er?ffnen sich Optionen für neue Angebote. Touristische Destinationen k?nnen sich an steigende Durchschnittstemperaturen, zunehmende Trockenheit, h?ufigere Extremereignisse und eine abnehmende Schneesicherheit auf unterschiedliche Weise anpassen.

Inhaltsverzeichnis

 

Wie betrifft der Klimawandel die Tourismuswirtschaft?

Der Tourismus ist für Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Es besteht eine enge Verbindung zwischen Tourismus und Natur, dadurch sind touristische Aktivit?ten sensibel für klimatische Ver?nderungen. Am deutlichsten wird dies am Beispiel des Rückgangs der natürlichen Schneesicherheit, der wintertouristisch gepr?gte Destinationen vor Herausforderungen stellt. Die Folgen des Klimawandels sind weitreichend und k?nnen sich je nach Destination auf unterschiedliche Weise ?u?ern: beispielsweise werden

  • touristische Infrastrukturen durch Extremereignisse st?rker beansprucht mit steigenden Kosten für die Instandhaltung;
  • eine Verschlechterung der Gew?sserqualit?t schr?nkt die touristische Nutzbarkeit ein;
  • eine H?ufung von Niedrigwasserst?nden beeintr?chtigt die Schifffahrt;
  • Extremereignisse wie Unwetter, Waldbr?nde, Hochwasser oder andere Naturgefahren k?nnen die Sicherheit von Touristinnen und Touristen gef?hrden.
 

Warum sollte sich die Tourismuswirtschaft anpassen?

Der ⁠Klimawandel⁠ und damit verbundene Ver?nderungen wirken sich nicht immer unmittelbar auf die touristische Nachfrage aus. Grund dafür ist, dass diese stets nur einen Teil bei der Reiseentscheidung darstellen. Au?erdem werden die Auswirkungen des Klimawandels sehr stark von der individuellen Wahrnehmung und Erfahrung der Reisenden bestimmt. Insbesondere im Tagestourismus k?nnen Ver?nderungen im Reiseverhalten allerdings relativ direkt spürbar werden. Grund dafür ist die hohe Flexibilit?t der Tagesg?ste in Bezug auf die Reisezeit, die Destination und die Urlaubsart. Dies ist zum Beispiel nach pl?tzlichen extremen Ereignissen wie Naturkatastrophen der Fall. Aber auch langfristige Ver?nderungen k?nnen dazu führen, dass bestimmte Aktivit?ten oder Attraktionen nicht oder nur noch eingeschr?nkt angeboten werden k?nnen, was in der Folge zu einem Ausbleiben von Touristinnen und Touristen und Umsatzeinbrüchen in der Tourismusbranche führen kann. Ziel der Anpassung ist es daher, die touristische Attraktivit?t einer Destination auch unter zukünftigen Klimaverh?ltnissen zu erhalten.

 

Steht Klimawandelanpassung im Widerspruch zu Klimaschutzma?nahmen?

Der Tourismus ist wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig auf eine intakte Natur angewiesen, welche durch den ⁠Klimawandel⁠ und weitere menschliche Umwelteingriffe immer mehr gef?hrdet wird.
Dabei tr?gt auch der Tourismus selbst zur Gef?hrdung seiner eigenen Gesch?ftsgrundlage bei. Beispielsweise werden 5 - 8 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen durch den Tourismus verursacht. Der Tourismus steht daher vor der Aufgabe, einen Beitrag zur Minderung des Klimawandels zu leisten, gleichzeitig aber auch eine vorausschauende ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ voranzutreiben. Was dies konkret für den Tourismus bedeutet und wie diese beiden Strategien miteinander verbunden werden k?nnen, wird in einer Broschüre "Klimaanpassung und ⁠Klimaschutz⁠ im Kontext des Tourismus" erl?utert werden.

 

Forschungsprojekt zu den Folgen des Klimawandels für den Tourismus

Mit dem Forschungsprojekt ?Folgen des Klimawandels für den Tourismus in den deutschen Alpen- und Mittelgebirgsregionen und Küstenregionen sowie auf den Badetourismus und fluss-begleitende Tourismusformen (z.B. Radwander- und Wassertourismus)“ wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf deutsche Tourismusdestinationen untersucht, bestehende F?rderm?glichkeiten bewertet und Anpassungsma?nahmen entwickelt. Weitere Informationen und Zwischenergebnisse k?nnen in der Projektdokumentation nachgelesen werden.

 

Wie kann sich der Tourismus an den Klimawandel anpassen?

Kenntnisse über die zukünftig zu erwartenden klimatischen Verh?ltnisse sind die Grundlage für alle weiteren Schritte.

Dafür wurde ein Klimainformationssystem entwickelt. Dieses Online-Tool soll die Klima?nderungen der Vergangenheit abbilden und einen Ausblick auf ein m?gliches zukünftiges ⁠Klima⁠ in allen deutschen Tourismusregionen geben. Verschiedene klimatische Kennzahlen k?nnen als interaktive Karte, Datentabelle oder Zeitreihe angeschaut werden. In einer Kurzanleitung?werden verschiedene Funktionen des Klimainformationssystems erkl?rt.

Die ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ ist ein langfristiger Prozess, umso mehr ist eine strategische Vorgehensweise wichtig. Dafür wurde ein Handlungsleitfaden speziell für Destinationsmanagerinnen und -manager entwickelt, der hierbei eine Hilfestellung bieten soll. In sieben Modulen von der Vorbereitung bis zu der Evaluierung des Fortschritts wird der Anpassungsprozess dargestellt und durch Checklisten, Praxisbeispiele und Informationen zu F?rderungsm?glichkeiten erg?nzt.

Der erste Schritt einer ⁠Anpassungsstrategie⁠ ist die Untersuchung der gegenw?rtigen und zukünftigen Gefahren für die Destination infolge des Klimawandels. Im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel wurde daher eine deutschlandweite, sektorenübergreifende Vulnerabilit?tsanalyse durchgeführt, auch für das Handlungsfeld Tourismus. Deren Aktualisierung wird 2021 ver?ffentlicht.

Darüber hinaus kommt der Auswahl passender Anpassungsma?nahmen eine zentrale Bedeutung bei der Verringerung der ⁠Verwundbarkeit⁠ gegenüber Klimawandelfolgen zu. Informationen zu m?glichen Ma?nahmen, die speziell für den Tourismus relevant sind, sollten steckbriefartig zusammengestellt werden: jeweils die ?kologischen Vor- und Nachteile, sozio-?konomische Aspekte, Kosten und Umsetzungshindernisse mit Beschreibung von L?sungen.

In der Tatenbank kann ein überblick über bereits erprobte Ma?nahmen zur Anpassung an den Klimawandel gewonnen werden. über die Filterfunktion k?nnen z.B. nur Ma?nahmen mit Relevanz für den Tourismus angezeigt werden.

Dabei wird auch deutlich, dass sich Ma?nahmen selten nur einem Handlungsfeld allein zuordnen lassen.

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 Tourismus  Anpassung an den Klimawandel