Aktionsplan Anpassung der Deutschen Anpassungsstrategie

Broschüren des Aktionsplans Anpassung an den Klimwandelzum Vergr??ern anklicken
Der Aktionsplan zeigt die spezifischen Aktivit?ten des Bundes zur Anpassung an den Klimawandel auf.
Quelle: Susanne Kambor/KomPass

Die Deutsche Anpassungsstrategie (DAS) an den Klimawandel ist der politische Rahmen für die Klimaanpassung in Deutschland. Um diese Strategie mit konkreten Ma?nahmen zu unterlegen, wurde im Jahr 2011 der Aktionsplan Anpassung (APA) beschlossen.

Inhaltsverzeichnis

 

Aktionsplan Anpassung der Deutschen Anpassungsstrategie

Die Folgen des Klimawandels wirken sich auf alle in der Deutschen Anpassungsstrategie genannten Handlungsfelder aus. Um notwendige Ma?nahmen zur Anpassung ansto?en zu k?nnen, ben?tigen die verantwortlichen Akteure verl?ssliche Daten und Werkzeuge. Mit welchen konkreten Schritten die Bundesregierung die Anpassung Deutschlands an den ⁠Klimawandel⁠ vorantreibt und wie sie verantwortliche Akteure bei der Umsetzung von Ma?nahmen unterstützt, definiert der Aktionsplan Anpassung.

 

Aktionsplan Anpassung II

Bereits im August 2011 wurden die in der Deutschen ⁠Anpassungsstrategie⁠ an den ⁠Klimawandel⁠ genannten Ziele und Handlungsoptionen durch den von der Bundesregierung verabschiedeten ersten ?Aktionsplan Anpassung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ (⁠APA⁠) mit spezifischen Aktivit?ten unterlegt.

2015 wurde der Fortschrittsbericht zur DAS mit einem zweiten Aktionsplan Anpassung (APA II) beschlossen. Der APA II stellt sowohl bereits laufende als auch zukünftige Ma?nahmen zum Umgang mit dem Klimawandel und seinen Folgen dar. Er wurde von verschiedenen Bundesministerien gemeinsam erarbeitet. Die Bundesl?nder, Kommunen, Wissenschaft und andere gesellschaftliche Akteure wurden dabei beteiligt.

Der zweite Fortschrittsbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie und der Aktionsplan Anpassung III wurden in 2020 ver?ffentlicht.

 

Cluster des Aktionsplan Anpassung II

Die im ⁠APA⁠ II dargestellten Aktivit?ten sind den Clustern ?Wasser“, ?Infrastrukturen“, ?Land“, ?Gesundheit“, ?Wirtschaft“ und ?Raumplanung und Bev?lkerungsschutz“ zugeordnet. Die sechs Cluster wurden mit der Vulnerabilit?tsstudie von 2015 eingeführt. Jedes Cluster umfasst mehrere Handlungsfelder der ⁠DAS⁠. Darüber hinaus gibt es ein zus?tzliches Cluster, das handlungsfeldübergreifende Aktivit?ten umfasst.

Hier finden Sie eine Auswahl an Aktivit?ten und Instrumenten, die im Aktionsplan Anpassung II beschrieben sind:

 

Handlungsfeldübergreifende Aktivit?ten

Als handlungsfeldübergreifende Ma?nahme hat die Bundesregierung ein Gesamtangebot für Klimadienste sowie für Dienste zur Unterstützung der ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ eingerichtet: Das Deutsche Klimavorsorgeportal.
Das Klimavorsorgeportal wurde auf Basis eines 2-S?ulen-Modells entwickelt:

  1. Die erste S?ule umfasst den Deutschen Klimadienst DKD. Er wurde 2015 mit einer Gesch?ftsstelle beim Deutschen Wetterdienst (⁠DWD⁠) eingerichtet und stellt Klimainformationen und Dienstleistungen bereit, die zur Umsetzung der ⁠DAS⁠ ben?tigt werden.
  2. Die zweite S?ule KlimAdapt bündelt Dienste zur Unterstützung der Anpassung an den Klimawandel an. Die Gesch?ftsstelle von KlimAdapt ist beim Kompetenzzentrum für Klimafolgen und Anpassung im Umweltbundesamt angesiedelt.

    Die Interministerielle Arbeitsgruppe ⁠Anpassungsstrategie⁠ (IMA Anpassungsstrategie) hat die Funktion eines Lenkungsausschusses für das Klimavorsorgeportal.

Als weitere handlungsfeldübergreifende Ma?nahme wurde festgelegt, dass vorhandene ⁠Klima⁠-, Extremwettervorhersage- und Gew?sser-Projektionsdaten regelm??ig bereitgestellt werden sollen. Der Monitoringbericht zur DAS wird alle vier Jahre fortgeschrieben. Darüber hinaus führt der Bund verschiedene Forschungsvorhaben durch, um das Wissen rund um den Klimawandel auszubauen und Klimamodelle weiterzuentwickeln. Technische Regelwerke und Normen sollen im Hinblick auf Klimafolgen überprüft werden.

 

Cluster ?Wasser“

Das Cluster ?Wasser“ beinhaltet die Handlungsfelder Wasserhaushalt/Wasserwirtschaft, Küsten- und Meeresschutz sowie Fischerei.

  • Wasserhaushalt/Wasserwirtschaft:
    Die im ⁠APA⁠ II genannten Ma?nahmen sollen vor allem das Management und die Planung von Hochwasserrisiken sowie den Umgang mit Sturzfluten und Starkregenereignissen verbessern. So soll unter anderem die Renaturierung von Flie?gew?ssern und Auen vorangetrieben und natürliche überflutungsfl?chen geschaffen werden.
  • Küsten- und Meeresschutz:
    Da die Verteilung der Zust?ndigkeiten im Küsten- und Meeresschutz komplex ist, ben?tigen Ma?nahmen in diesem Handlungsfeld eine besondere Koordination. Im APA II werden für den Küsten- und Meeresschutz deshalb vor allem Forschungs- und Monitoringma?nahmen beschrieben.
  • Fischerei:
    Im Handlungsfeld Fischerei sollen haupts?chlich Forschungsma?nahmen umgesetzt werden.
 

Cluster ?Infrastrukturen“

Das Cluster ?Infrastrukturen“ umfasst die Handlungsfelder Bauwesen, Energiewirtschaft und Verkehr/ Verkehrsinfrastruktur.

  • Bauwesen:
    Um Sch?den an Geb?uden und Infrastrukturen durch Fluten oder Hochwasser zu vermeiden oder zu verringern, sind für das Bauwesen vor allem Ma?nahmen aus dem Cluster ?Wasser“ relevant. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen von Hitze: Wie wird das Stadtklima beeinflusst? Und wie kann die Temperatur in Geb?uden klimafreundlich reguliert werden? Um einen erh?hten Energieverbrauch für die Kühlung von Geb?uden zu vermeiden, soll zum Beispiel geprüft werden, ob die Effizienzstandards in der Energieeinsparverordnung (EnEV) überarbeitet werden müssen.
  • Energiewirtschaft:
    Anpassungsma?nahmen sind vor allem im Bereich der Kraftwerke umzusetzen – zum Beispiel um zu verhindern, dass Kühlwasser knapp wird oder Sch?den an Erzeugungsanlagen entstehen. Dafür sollen beispielsweise W?rmelastpl?ne unter ver?nderten hydrologischen und Temperaturbedingungen überprüft werden.
  • Verkehr/ Verkehrsinfrastruktur:
    Es werden verschiedene Programme entwickelt, die einen verbesserten Umgang mit den Folgen des Klimawandels zum Ziel haben. Das Programm ?Adaptation der Stra?enverkehrsinfrastruktur an den Klimawandel“ (AdSVIS) analysiert beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels auf die Stra?enverkehrsinfrastruktur und entwickelt und erprobt Anpassungsoptionen.
 

Cluster Raumplanung und Bev?lkerungsschutz

Der ⁠Klimawandel⁠ stellt auch für die ⁠Raumordnung⁠ und den Bev?lkerungsschutz eine Herausforderung dar.

  • Raumplanung:
    Der ⁠APA⁠ II knüpft an Modellvorhaben aus dem APA I an und entwickelt Planungsinstrumente weiter. Projekte wie ?Klimawandelgerechter Regionalplan“ oder ?Klimaresilienter Stadtumbau“ wurden bzw. werden hierzu durchgeführt.
  • Bev?lkerungsschutz:
    Verschiedene Projekte zu Themen wie Trinkwasserverfügbarkeit, Selbstschutz- und Selbsthilfe sowie Risikoanalyse im Bev?lkerungsschutz sollen umgesetzt werden. Darüber hinaus soll das Thema Klimaanpassung in Lehrveranstaltungen integriert werden.
 

Cluster Land

Das Cluster ?Land“ umfasst die Handlungsfelder Boden, ⁠Biologische Vielfalt⁠, Landwirtschaft sowie Wald- und Forstwirtschaft.

  • Boden:
    Im ⁠APA⁠ II werden verschiedene übergeordnete Ma?nahmen im Bereich ⁠Monitoring⁠, Datenbereitstellung und Informationsaustausch beschrieben. Schwerpunktthemen sind unter anderem die Bodenerosion durch Wind und Wasser sowie der Schutz von Mooren.
  • Biologische Vielfalt:
    Um die Ausbreitung invasiver Arten als Folge des Klimawandels einzud?mmen, soll ein gemeinsames Monitoring von Bund und L?ndern geprüft werden. Darüber hinaus werden die Forschungsaktivit?ten zum Thema ⁠Biodiversit?t⁠ und ⁠Klimawandel⁠ ausgebaut.
  • Landwirtschaft:
    Für das Handlungsfeld werden unter anderem Forschungsaktivit?ten geplant, die sich mit den Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln unter den Bedingungen des Klimawandels besch?ftigen. Ein anderes Forschungsvorhaben untersucht, wie die landwirtschaftliche Praxis – beispielsweise durch eine schonende Bodenbearbeitung – verbessert werden kann.
  • Wald- und Forstwirtschaft:
    Für das Handlungsfeld wurden haupts?chlich übergeordnete Aktivit?ten festgelegt, wie beispielsweise mehrere Forschungsprojekte sowie die Internetplattform ?Klimawandel und Klimaschutz im Agrarbereich“, die Informationen zu forstwirtschaftlichen Fragen bietet. Mit dem ?Waldklimafonds“ f?rdert der Bund au?erdem die Anpassung der deutschen W?lder an den Klimawandel.
 

Cluster Gesundheit

Um Gesundheitsgefahren frühzeitig zu erkennen, liegt ein Schwerpunkt der Aktivit?ten auf Monitoringma?nahmen und Forschungsaktivit?ten beispielsweise zu vektorübertragenen Infektionskrankheiten. Zudem sind Ma?nahmen zur Verbesserung der Risikokommunikation sowie der Pr?vention von zentraler Bedeutung. Informationen sollen zielgruppenspezifisch aufbereitet und vor allem besonders vulnerablen Bev?lkerungsgruppen zur Verfügung gestellt werden. Für den Umgang mit Hitze wird darüber hinaus die Erarbeitung sogenannter Hitzeaktionspl?ne geprüft. Im Bereich Aus-, Fort- und Weiterbildung werden Schulungen für Multiplikatoren im Umgang mit den gesundheitlichen ⁠Klimafolgen⁠ geprüft.

 

Cluster Wirtschaft

Das Cluster ?Wirtschaft“ umfasst die Handlungsfelder Industrie/ Gewerbe, Finanzwirtschaft und Tourismus. Viele der Ma?nahmen aus dem Handlungsfeld Verkehr sind auch für dieses Cluster relevant.

  • Industrie/ Gewerbe:
    Um gewerbliche und industrielle Infrastruktur zu schützen, sollen in diesem Handlungsfeld vor allem Normen und technische Regeln geprüft werden.
  • Finanzwirtschaft:
    Beteiligte Akteure sollen mit verschiedenen Ma?nahmen für den ⁠Klimawandel⁠ und seine Folgen sensibilisiert werden. Darüber hinaus ist geplant, den Erfahrungsaustausch und die Datenbasis zu verbessern.
  • Tourismus:
    Anpassungsma?nahmen sollen vor allem die Akteure bei der Anpassung unterstützen, die mit ihren Angeboten fest an eine Region gebunden sind, die vom Klimawandel betroffen ist – wie beispielsweise Veranstalter in Wintersportgebieten. Unterstützung erfolgt durch Information, Vernetzung und übergeordnete Strategien zur touristischen Entwicklung von Regionen.

Bei den oben beschriebenen Ma?nahmen handelt es sich nur um eine Auswahl. Alle laufenden und geplanten Ma?nahmen des ⁠APA⁠ II finden sich im Fortschrittsbericht der DAS.

 

Was kommt nach dem APA?

Der Aktionsplan Anpassung ist eine wichtige Grundlage für eine frühzeitige und effektive Anpassung an den Klimawandel. In Zukunft soll es alle vier Jahre einen Fortschrittsbericht mit einem fortgeschriebenen Aktionsplan geben.
Weitere Informationen zur Anpassung auf Bundesebene finden Sie hier.