BAU-I-5: Schadenaufwand in der Sachversicherung

Das Bild zeigt aufgestapelte stark verschmutzte Bretter und Fenster. Oben auf dem Stapel ist ein v?llig mit Schlamm überzogener Kuscheltierhund abgelegt zum Vergr??ern anklicken
Hochwassersch?den sind heute l?ngst noch nicht bei allen Geb?uden versichert.
Quelle: Mykola / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

BAU-I-5: Schadenaufwand in der Sachversicherung

Sch?den durch Stürme und Hagel sowie Sch?den durch wetterbedingte Elementargefahren wie überflutungen nach ⁠Starkregen⁠ und Hochwasser verursachen den Versicherungsunternehmen hohe Kosten in der Sachversicherung. Die Zeitreihe ist stark von einzelnen extremen Unwetterereignissen gepr?gt. Ein signifikanter ⁠Trend⁠ zeichnet sich für den Schadenaufwand in der Sachversicherung bisher nicht ab.

Das Stapels?ulen-Diagramm zeigt für 1970 bis 2017 den Schadenaufwand in Milliarden Euro in der Sachversicherung (Sturm und Hagel) bezogen auf Bestand und Preise 2017 sowie für 2002 bis 2017 auch den Schadenaufwand in der Sachversicherung  (Elementarsch?den) bezogen auf Bestand und Preise 2017.
BAU-I-5: Schadenaufwand in der Sachversicherung

Das Stapels?ulen-Diagramm zeigt für 1970 bis 2017 den Schadenaufwand in Milliarden Euro in der Sachversicherung (Sturm und Hagel) bezogen auf Bestand und Preise 2017 sowie für 2002 bis 2017 auch den Schadenaufwand in der Sachversicherung (Elementarsch?den) bezogen auf Bestand und Preise 2017. Ab 1990 gibt es deutliche Peaks in den Jahren 1990 und 2002 mit knapp 9 Milliarden Euro sowie in 2007 und 2013. Zwischen diesen Jahren gibt es nur geringfügige Schwankungen. Vor 1990 gab es gr??ere Sch?den in 1972, 1976 und 1984. In beiden F?llen gibt es keinen Trend.

Quelle: Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
 

Hohe witterungsbedingte Sch?den in der Sachversicherung

Nach den gegenw?rtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die der ⁠IPCC⁠ unter anderem in seinem Sonderbericht zum ?Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur F?rderung der Anpassung an den Klimawandel“ 2018 zusammengetragen hat, wird die fortschreitende Klimaerw?rmung die St?rke, H?ufigkeit, r?umliche Ausdehnung und Dauer von Extremwetterereignissen ver?ndern. Für die Zukunft muss unter anderem von h?ufigeren und extremeren Starkniederschlagsereignissen ausgegangen werden, die überschwemmungen zur Folge haben k?nnen. Für die Entwicklung der H?ufigkeit und Intensit?t von Stürmen l?sst sich derzeit für Deutschland noch kein klarer ⁠Trend⁠ erkennen. Auch Projektionen in die Zukunft sind im Gegensatz zu Temperaturvorhersagen nach wie vor schwierig. Allerdings zeigen inzwischen mehrere wissenschaftliche Studien, dass die Heftigkeit der st?rksten Stürme und damit auch das Ausma? von sturmbedingten Sch?den zunehmen werden. Vor allem die Winterstürme fallen besonders stark aus. Friederike war der letzte von fünf zerst?rerischen Orkanen der Wintersaison 2017/2018. Sie haben 21 Menschen in Deutschland das Leben gekostet und versicherte Sachsch?den von über einer Milliarde Euro verursacht.

Witterungsbedingte Extremereignisse k?nnen Sch?den an der Geb?udehülle und im Innern von Geb?uden anrichten. Typische Sturmsch?den an Geb?uden sind losgerissene Dachziegel oder Dach- und Fassadenteile und zerbrochene Fenster- oder Türscheiben. Indirekt k?nnen Geb?ude durch umgefallene oder abgebrochene B?ume und Masten oder Sch?den an Geb?uden in der Nachbarschaft beeintr?chtigt werden. Hagelk?rner haben in Abh?ngigkeit von ihrer Gr??e eine enorme Schlagkraft und besch?digen dann D?cher, Fensterscheiben oder Verblendungen. Vor allem wenn Wasser in Geb?ude eindringt, sei es durch Hochwasser oder ⁠Starkregen⁠, k?nnen auch erhebliche Sch?den an den Geb?udeinhalten, insbesondere dem Hausrat, entstehen. Die h?chsten Einzelsch?den an Einfamilienh?usern k?nnen sich bei solchen Extremereignissen auf über 100.000 Euro belaufen.

Der Umfang, in dem Sch?den an und in Geb?uden durch Extremereignisse entstehen, l?sst sich anhand von Zahlen der Versicherungswirtschaft ersehen. Vor allem bei hohen Versicherungsdichten wie bei der Versicherung privater Geb?ude gegen Sturm und Hagel (hier besteht mit 94 % ann?hernd Markts?ttigung) bilden sich auch regional begrenzte Schadenereignisse gut in der Statistik ab. Eine Ver?nderung der gemeldeten Sch?den und der damit verbundenen Leistungen der Versicherungsunternehmen an die Versicherungsnehmerinnen und -nehmer l?sst sich daher unmittelbar mit einer Ver?nderung der Schadensereignisse in H?ufigkeit und Intensit?t in Zusammenhang bringen.

Mit Blick auf die in der üblichen Sachversicherung abgesicherten Sch?den gilt, dass die Schadensummen durch Brand, Blitzschlag, Explosion und Leitungswasser über die Jahre hinweg ann?hernd stabil sind. Im Falle der Sturm- und Hagelsch?den sowie der Elementarsch?den, die durch Erdbeben, Erdrutsch, Erdsenkung, Schneedruck und Lawinen sowie durch überschwemmung infolge von Flussausuferung oder Starkregen ausgel?st werden, schwanken die Sch?den dagegen st?rker von Jahr zu Jahr. Schadensereignisse k?nnen in manchen Jahren in Abh?ngigkeit der ⁠Witterung⁠ geh?uft auftreten, und einzelne sehr heftige Ereignisse k?nnen gro?e Sch?den verursachen. Andere Jahre verlaufen dagegen vergleichsweise ?ruhig“.

Der Schadenaufwand in der Sachversicherung schlie?t neben den privaten Wohngeb?uden und deren Hausrat auch gewerbliche und industriell genutzte Geb?ude und deren Geb?udeinhalte sowie Betriebsunterbrechungen infolge von Schadereignissen ein. Er umfasst die Zahlungen und Rückstellungen für die im jeweiligen Gesch?ftsjahr verursachten Sch?den einschlie?lich der Aufwendungen für die Schadenregulierung. Es erfolgt für die Zeitreihe eine Hochrechnung auf Bestand und Preise im Jahr 2017, um Inflationseffekte und Ver?nderungen im versicherten Bestand auszugleichen und die Zahlen der einzelnen Jahre miteinander vergleichbar zu machen.

Die Zeitreihe des Schadenaufwands in der Sachversicherung zeigt bisher weder für Sturm und Hagel noch für die Elementarsch?den einen signifikanten Trend. Es gibt aber immer wieder Jahre, in denen einzelne Extremereignisse den Schadenaufwand in die H?he treiben. Nach der Jahrtausendwende geh?rt hierzu vor allem das Jahr 2002, in dem das August-Hochwasser und darüber hinaus mehrere Orkane, insbesondere der Orkan Jeanett, sehr massive Sch?den anrichteten. Das Orkantief Kyrill im Januar 2007 beeintr?chtigte das ?ffentliche Leben in weiten Teilen Europas und forderte 47 Todesopfer. Ende Februar 2010 verursachte das Sturmtief Xynthia in Deutschland Sch?den in H?he von 500 Millionen Euro. Im Jahr 2013 trieben gleich vier gr??ere Hagelereignisse die Sch?den in die H?he: Manni und Norbert im Juni sowie Andreas und Bernd im Juli mit Schwerpunkt in Niedersachsen und Baden-Württemberg. Das Juni-Hochwasser im selben Jahr verursachte noch einmal Sch?den in H?he von 1,95 Milliarden Euro.

 

Schnittstellen

WW-I-3: Hochwasser

BAU-R-5: Versicherungsdichte erweiterte Elementarschadenversich Wohngeb?ude

 

Ziele

Aktives Management der Risiken und Chancen durch Banken und Versicherungen (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.10)

Unterstützung der Eigenvorsorge im Hochwasserschutz (DAS, Kap. 3.2.3)

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