BAU-R-4: F?rdermittel für klimawandelangepasstes Bauen und Sanieren

Das Bild zeigt den Blick zu gl?sernen Dach eines Innenhofes eines modernen Geb?udes, das teilweise durch Textilbahnen verschattet wird.zum Vergr??ern anklicken
Auch Ma?nahmen des Sonnenschutzes k?nnen durch die KfW gef?rdert werden.
Quelle: Armin Hering / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

BAU-R-4: F?rdermittel für klimawandelangepasstes Bauen und Sanieren

Die ⁠KfW⁠ vergibt j?hrlich Bundesmittel als Darlehenszusagen und Zuschüsse in H?he von 4,8 bis 13,6 Milliarden Euro für energetische Bau- und Sanierungsma?nahmen, die bei guter Planung auch die Gefahr von Hitzebelastungen in Geb?uden verringern k?nnen. Seit 2006 nahmen Darlehenszusagen und Zuschüsse sowie die dadurch ausgel?sten Investitionen signifikant zu. über die Vorbeugung gegen weitere Einflüsse des Klimawandels kann der ⁠Indikator⁠ keine Aussagen treffen.

Zwei Linien zeigen die durch F?rderung ausgel?sten Ma?nahmen für klimawandelangepasstes Bauen und Sanieren in Milliarden Euro. Dargestellt sind die Darlehenszusagen / Zuschüsse sowie die dadurch ausgel?sten Investitionen gesamt. Beiden Linien sind signifikant steigend. Im Jahr 2016 wurden 44,6 Milliarden Euro Investitionen ausgel?st.
BAU-R-4: F?rdermittel für klimawandelangepasstes Bauen und Sanieren

Zwei Linien zeigen die durch F?rderung ausgel?sten Ma?nahmen für klimawandelangepasstes Bauen und Sanieren in Milliarden Euro. Dargestellt sind die Darlehenszusagen / Zuschüsse sowie die dadurch ausgel?sten Investitionen gesamt. Beiden Linien sind signifikant steigend. Im Jahr 2016 wurden 44,6 Milliarden Euro Investitionen ausgel?st.

Quelle: KfW (F?rderreport der KfW-Bankengruppe)
 

Klimawandelangepasstes Bauen und Sanieren f?rdern

Die in den vergangenen Jahren erzielten Verbesserungen beim W?rmeschutz und die damit verbundene Reduzierung des Energieverbrauchs im Geb?udebereich sind u. a. ein Ergebnis gezielter F?rderpolitik. Obwohl das Einhalten eines sommerlichen Komforts w?hrend Hitzeperioden in Bundesprogrammen kein F?rderkriterium ist, dienen manche der gef?rderten baulichen Ma?nahmen sekund?r auch zum Schutz vor einer sommerlichen überw?rmung von Geb?uden und bieten somit die Grundlage für Synergieeffekte zwischen ⁠Klimaschutz⁠ und Anpassung.

Eine wesentliche S?ule der finanziellen F?rderung von Ma?nahmen zur energetischen Sanierung von Geb?uden bzw. von energieeffizienten Neubauten sind die durch F?rdermittel des Bundes finanzierten Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (⁠KfW⁠).

Hierfür standen in den Jahren 2006 bis 2017 KfW-Mittel in H?he von insgesamt rund 107,6 Milliarden Euro zur Verfügung, im Jahr 2017 ca. 12,4 Milliarden Euro. Mit den Programmen werden über Investitionszuschüsse oder über im Zins vergünstigte Darlehen in Verbindung mit Tilgungszuschüssen Energieeffizienzma?nahmen gef?rdert, die die gesetzlichen Anforderungen (Energieeinsparverordnung) überschreiten. Insgesamt wurde durch die F?rderung bis Ende 2017 ein Investitionsvolumen von rund 300 Milliarden Euro ausgel?st.

In den durch Bundesmittel gef?rderten KfW-Programmen, die für die ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ relevant sind, wurden in den zurückliegenden zw?lf Jahren j?hrlich Darlehenszusagen oder Zuschüsse zwischen 4,8 und 13,6 Milliarden Euro bewilligt. Als anpassungsrelevant werden dabei solche Programme der KfW betrachtet, deren F?rdermittel zu mehr als zwei Dritteln Ma?nahmen zugutekommen, die Geb?ude vor dem sommerlichen Aufheizen schützen, z. B. D?mmung oder Sonnenschutz, oder Ma?nahmen, mit denen sich Raumklima und Frischluftzufuhr regeln und steuern lassen. Im Jahr 2017 wurden durch diese Programme über 35,4 Milliarden Euro an Investitionen gef?rdert, die sekund?r auch die Anpassung an den Klimawandel unterstützen k?nnen. Eine finanzielle F?rderung, die gezielt und direkt die bauliche Klimaanpassung von Geb?uden adressiert, gibt es in Deutschland nicht.

Der Schutz vor überw?rmung ist eine der Anforderungen, mit der sich Bauherren, Immobilieneigentümer und Architekten mit Blick auf den Klimawandel auseinandersetzen müssen. Mit den oben genannten und weiteren Ma?nahmen wie der Reduzierung innerer W?rmequellen, einem durchdachten Umgang mit gro?en Glasfl?chen oder dem Einsatz massiver Bauteile zum Temperaturausgleich lassen sich sommerliche überw?rmungsprobleme in Geb?uden auch ohne technische Anlagen zur Klimatisierung weitgehend vermeiden.

Darüber hinaus erfordern auch m?glicherweise zunehmende extreme Ereignisse wie Starkniederschl?ge und Schlagregen, Stürme und Tornados, Hagel oder Schneelasten bauliche Anpassungen zum Geb?udeschutz. Zwar stellt der in Deutschland herrschende hohe Standard von Bauplanung, -technik und -ausführung grunds?tzlich sicher, dass Geb?ude und Baupraxis für eine gro?e Spannbreite an wetter- und witterungsbedingten Beanspruchungen ausgelegt sind. Nicht alle Auswirkungen der genannten Extremereignisse werden sich aber innerhalb dieses Standards bew?ltigen lassen.

Neben dem Schutz vor Hitze umfassen m?gliche Schutzma?nahmen an einzelnen Geb?uden etwa den Einbau von Schutzgittern und Schutzglas gegen Hagelsch?den, die Befestigung von Dachmaterial oder die Integration von Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlagen in den Dachaufbau zur Sicherung bei Stürmen. Zahlreich sind die m?glichen Ma?nahmen zum Schutz gegen Hochwasser und ⁠Starkregen⁠: Sie reichen von der Geb?udeabdichtung durch den Einsatz von Bitumenbahnen oder wasserdichtem Beton über Drainagen und Pumpen bis zur Rückstausicherung der Abwasserleitungen. Der Schutz von Einzelgeb?uden insbesondere gegen überflutung ist schwierig. Daher vermeidet eine vorsorgende Raum- und Stadtplanung die bauliche Nutzung von Gebieten mit einem erh?hten Schadenspotenzial durch solche Gefahren.

Im Zuge von Neubauten k?nnen die entsprechenden Anpassungserfordernisse z. B. durch die Auswahl robusterer Materialien und stabilerer Konstruktionsweisen bereits in der Planung berücksichtigt werden. Dies verursacht aber auch dort erh?hte Baukosten. Für bestehende Geb?ude sind Anpassungen in Form nachtr?glicher Ma?nahmen wie beispielsweise Abdichtungen von Kellern gegen drückendes Wasser i. d. R. schwieriger und kostspieliger umzusetzen. Aller Voraussicht nach lassen sich aber zumindest die meisten klimabedingten Probleme mit Sanierungs- und Modernisierungsma?nahmen in den Griff bekommen.

Grunds?tzlich liegt es in der Verantwortung des jeweiligen Bauherrn oder der Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer, diese und andere Ma?nahmen umzusetzen und sich baulich vor Klimarisiken zu sichern.

 

Schnittstellen

BAU-R-3 Spezifischer Energieverbrauch der privaten Haushalte für Raumw?rme

RO-R-3 Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für (vorbeugenden) Hochwasserschutz

 

Ziele

Langfristige Senkung des W?rmebedarfs des Geb?udebestandes mit dem Ziel, bis 2050 nahezu einen klimaneutralen Geb?udebestand zu haben. (Energiekonzept 2010, S. 22)

Ma?nahmen zur ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ sollen Anstrengungen zum ⁠Klimaschutz⁠ m?glichst nicht entgegenwirken bzw. sollen Alternativen den Vorzug erhalten, die auch zur Minderung der Treibhausgasemissionen beitragen und umgekehrt, beispielsweise Investitionen in die Isolierung von Geb?uden. (⁠DAS⁠, Kap. 3.4)

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Schlagworte:
 Anpassung an den Klimawandel  KomPass  Monitoringbericht