BAU-R-5: Versicherungsdichte Elementarschadenversicherung Wohngeb?ude

Das Bild zeigt eine Wohnsiedlung mit einem Einfamilienhaus. über die davor liegende Stra?e ergie?t sich eine Schlammlawine.zum Vergr??ern anklicken
Die Elementarschadenversicherung versichert gegen Sch?den u.a. durch Hochwasser und Starkregen.
Quelle: elmar gubisch / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

BAU-R-5: Versicherungsdichte der erweiterten Elementarschadenversicherung für Wohngeb?ude

Die Elementarschadenversicherung (eEV) erg?nzt die Verbundene Wohngeb?udeversicherung und die Hausratsversicherung um eine Absicherung der Sch?den, die unter anderem durch überschwemmung, ⁠Starkregen⁠, Schneedruck und Lawinen entstehen. Die Versicherungsdichte der eEV ist in den letzten Jahren zwar signifikant gestiegen, sie ist im bundesweiten überblick mit 43 % bei der Geb?udeversicherung und 24 % bei der Hausratsversicherung aber noch immer gering.

Das S?ulendiagramm zeigt die Versicherungsdichte bei der Verbundenen Wohngeb?udeversicherung mit Elementardeckung sowie die Versicherungsdichte bei der Hausratsversicherung mit Elementardeckung.
BAU-R-5: Versicherungsdichte der erweiterten Elementarschadenversicherung für Wohngeb?ude

Das S?ulendiagramm zeigt die Versicherungsdichte bei der Verbundenen Wohngeb?udeversicherung mit Elementardeckung sowie die Versicherungsdichte bei der Hausratsversicherung mit Elementardeckung. Beide Zeitreihen zeigen von 2001, die Hausratsversicherung ab 2002 bis 2017 einen signifikant steigenden Trend. 2017 betrug die Versicherungsdichte bei Verbundener Wohngeb?udeversicherung mit Elementardeckung 40 Prozent, die Versicherungsdichte bei Hausratsversicherung mit Elementardeckung 24 Prozent. Au?erdem sind in der Grafik für die Jahre 2012, 2014 und 2016 die Anteile von Befragten, die zwar noch keine eEV haben, einen Abschluss aber beabsichtigen, in Prozent abgebildet. Die Werte betragen für die drei Jahre 5,8 Prozent, 4 Prozent und 6 Prozent.

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.; BMUB & UBA (Umweltbewu?tsein in Deutschland
 

Noch immer zu wenige Abschlüsse von Elementarschadenversicherungen

Die Wohngeb?udeversicherung gegenüber Sturm und Hagel ist bei den Hausbesitzerinnen und -besitzern inzwischen eine Selbstverst?ndlichkeit. Demgegenüber hat sich der Abschluss von Versicherungen gegenüber anderen extremen Naturereignissen wie ⁠Starkregen⁠ und Hochwasser noch nicht in der Breite durchgesetzt, auch wenn gerade für diese Gefahren eine Zunahme infolge des Klimawandels zu befürchten ist und Starkregenereignisse ortsunabh?ngig auftreten. Es kann also jede und jeder von Sch?den an seiner Immobilie und seinem Hausrat betroffen sein.

Im Schadensfall haben die gesch?digten Privatleute und Gewerbetreibenden in der Vergangenheit h?ufig staatliche und nicht-staatliche Hilfen erhalten, so zum Beispiel nach dem extremen August-Hochwasser vom Sommer 2002, das Sch?den in H?he von insgesamt über 11 Milliarden Euro verursachte. Nur ein Teil davon war versichert. Für Wiederaufbau und Schadenersatz wurde der Bund-L?nder-Fonds ?Aufbauhilfe“ eingerichtet. Er speiste sich zu 3,5 Milliarden Euro aus Bundes- und zu 3,6 Milliarden Euro aus Landesmitteln. 923 Millionen Euro davon flossen allein in die Instandsetzung besch?digter Wohngeb?ude sowie in die Erneuerung besch?digter oder zerst?rter Bauteile. Die Sch?den des Juni-Hochwassers 2013, das Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern und Thüringen am schlimmsten betroffen hat, lagen bei etwa 8 Milliarden Euro. In diesem Falle bewilligten Bund und L?nder Fluthilfen in H?he von 3,7 Milliarden Euro für die mitteldeutschen L?nder.

In Anbetracht der erheblichen Mittel, die in die Fluthilfe flie?en, und da staatliche Hilfen nicht alle privaten Sch?den decken k?nnen, appelliert der Staat an Haus- und Wohnungsbesitzer sowie Mieter, in gr??erem Umfang Eigenvorsorge zu betreiben, um m?gliche Sch?den und damit auch Anforderungen an staatliche Hilfen zu reduzieren. Wer von Hochwasser betroffen sein kann, ist sogar gesetzlich dazu verpflichtet, Vorsorgema?nahmen zu treffen. Zur Eigenvorsorge geh?rt neben baulichen Ma?nahmen vor allem auch ein ausreichender Versicherungsschutz. Im Jahr 2017 verst?ndigten sich die Ministerpr?sidenten der L?nder, dass künftig nur derjenige mit Hilfsgeldern über Soforthilfen hinaus rechnen kann, der sich erfolglos um eine Versicherung bemüht hat oder dem Versicherungen zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten wurde.

Im Versicherungsmarkt ist die erweiterte Elementarschadenversicherung (eEV), die die sogenannten Elementarsch?den abdeckt, inzwischen ein etabliertes Produkt. Bundesweit war Ende 2018 aber nur für 43 % der Wohngeb?ude eine eEV abgeschlossen. Für Mieter sind Hausratsversicherungen mit Elementardeckung relevant, denn mit Elementarsch?den an Geb?uden k?nnen vor allem in Erdgeschosswohnungen oder Kellerr?umen auch Sch?den am Hausrat von Mietern einhergehen. Ende 2017 hatten allerdings gerade mal 24 % aller abgeschlossenen Hausratversicherungen eine Elementardeckung.

Auch wenn die Zahl der Versicherungsabschlüsse kontinuierlich steigt, ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer eEV in der Bev?lkerung noch immer nicht ausreichend verankert. Die Gefahren werden untersch?tzt und die Kenntnis über die mit den abgeschlossenen Versicherungen tats?chlich abgedeckten Sch?den reicht nicht aus. Extremereignisse hatten in der Vergangenheit immer nur sehr kurzfristig eine Steigerung der Versicherungsbereitschaft zur Folge. Die Ergebnisse der im Auftrag des ⁠UBA⁠ zweij?hrlich durchgeführten repr?sentativen Bev?lkerungsumfrage ?Umweltbewusstsein in Deutschland“I lassen auch für die n?chsten Jahre keinen steilen Anstieg der Versicherungsdichte erwarten. Im Jahr 2012 bekundeten nur knapp 6 % aller Befragten, dass sie zwar noch keine eEV abgeschossen haben, eine solche Versicherung aber in Zukunft abschlie?en m?chten. Zwei Jahre sp?ter waren es sogar nur 4 %. Die letzte Umfrage im Jahr 2016 ergab wieder einen Anteil von 6 %. Es ist hier also bisher keine klare Tendenz ersichtlich.

Um das Verantwortungsbewusstsein zu st?rken und für mehr Eigenvorsorge zu werben, ziehen Politik, Versicherungswirtschaft und Verbraucherschutz in zahlreichen Bundesl?ndern an einem Strang. Ende 2018 hatten bereits zehn Bundesl?nder Kampagnen umgesetzt oder gestartet, um die Bev?lkerung zu informieren und zum Abschluss geeigneter Versicherungen anzuregen. Den Versicherern ist es m?glich, nahezu alle Geb?ude und Wohnungen in Deutschland und zu einem deutlich überwiegenden Teil auch zu bezahlbaren Preisen gegen Elementarsch?den zu versichern. Ausnahmen gelten nur für wenige Gebiete mit besonders hoher Gef?hrdung. Auch hier lassen sich aber durch die Vereinbarung von hohen Selbstbehalten und risikoad?quaten, h?heren Pr?mien oft individuelle Versicherungsl?sungen finden.

Trotz des Abschlusses von Versicherungen sollten sich alle Bürgerinnen und Bürger aber auch mit gezielten Ma?nahmen gegen m?gliche Sch?den schützen. Dazu geh?ren bau- und anlagentechnische Schutzma?nahmen an Haus und Wohnung sowie Vorsichtsma?nahmen vor, w?hrend und nach einem ⁠Extremereignis⁠.

I - Die repr?sentative Bev?lkerungsumfrage (deutschsprachi?ge Wohnbev?lkerung ab 14 Jahre) ?Umweltbewusstsein und -verhalten in Deutschland“ wird seit dem Jahr 2000 zweij?hr?lich im Auftrag des ⁠BMU⁠ und des UBA durchgeführt. Seit 2012 wurden Fragen aufgenommen, die Daten für die ⁠DAS⁠ ⁠Monitoring⁠ Indikatoren liefern, ab 2016 werden diese Fragen alle 4 Jahre in der Umweltbewusstseinsstudie erhoben.

 

Schnittstellen

WW-I-3: Hochwasser

BAU-I-5: Schadenaufwand in der Sachversicherung

BAU-R-4: F?rdermittel für klimawandelangepasstes Bauen und Sanieren

RO-R-6 Siedlungsnutzung in Hochwassergefahrenbereichen – Fallstudie

 

Ziele

Unterstützung der Eigenvorsorge im Hochwasserschutz (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.3)

Aktives Management der Risiken und Chancen durch Banken und Versicherungen (DAS, Kap. 3.2.10)

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 Anpassung an den Klimawandel  KomPass  Monitoringbericht