GE-I-2: Hitzebedingte Todesf?lle

Das Bild zeigt einen ?lteren Mann mit geschlossenen Augen, der sich mit einem Schwei?tuch den Hals trocknet.zum Vergr??ern anklicken
Zu gro?e und lang anhaltende Hitze beeintr?chtigt vor allem ?ltere Menschen
Quelle: chingyunsong / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

GE-I-2: Hitzebedingte Todesf?lle

In Jahren mit einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Hitzetagen treten mehr Todesf?lle auf als ohne ⁠Hitzewelle⁠ zu erwarten gewesen w?re. 2003 sind in Deutschland etwa 7.500 Menschen mehr gestorben, für 2006 und 2015 ergeben die Untersuchungen etwa 6.000 zus?tzliche Todesf?lle.

Die S?ulen-Grafik zeigt seit 2001 die gesch?tzte Anzahl hitzebedingter Sterbef?lle. Es gibt keinen Trend. Besonders hohe Zahlen gab es 2003, 2006 und 2015.
GE-I-2: Hitzebedingte Todesf?lle

Die S?ulen-Grafik zeigt seit 2001 die gesch?tzte Anzahl hitzebedingter Sterbef?lle. Es gibt keinen Trend. Besonders hohe Zahlen gab es 2003, 2006 und 2015.

Quelle: Datenquelle: RKI (eigene Berechnungen)
 

Hitzewellen verursachen zus?tzliche Todesf?lle

Seit Beginn des Jahrtausends hat es in Deutschland, wie in den meisten europ?ischen L?ndern, eine Abfolge intensiver Hitzewellen gegeben. Zwischen 2000 und 2018 wurden acht der elf w?rmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 beobachtet. Besonders viele Hitzetage wurden in den Jahren 2003, 2006, 2010, 2013, 2015 und 2018 registriert. Im Jahr 2018 traten in Deutschland durchschnittlich mehr als 20 ⁠Hei?e Tage⁠ auf, das ist die bislang h?chste Anzahl seit 1881. im Jahr 2003 gab es durchschnittlich 19 Hei?e Tage und 2015 wurden deutschlandweit im Durchschnitt 17 Hei?e Tage registriert.

Hitzebelastung führt zu einem gr??eren Flüssigkeitsverlust des K?rpers. Dieser kann zu Dehydrierung (Wassermangel im K?rper) führen und unter anderem eine verringerte Blutviskosit?t nach sich ziehen. Damit steigt das Risiko für Thrombosen und andere Herz- Kreislauferkrankungen. Wenn die Thermoregulation (der Mechanismus des menschlichen K?rpers, eine K?rpertemperatur von etwa 37 °C konstant aufrecht zu erhalten) eingeschr?nkt ist, k?nnen St?rungen im Wasser- und Elektrolythaushalt auftreten, die zu lebensbedrohlichen Beeintr?chtigungen des Herz-Kreislaufsystems führen k?nnen. Insbesondere ?ltere und gebrechliche Menschen sind durch ⁠Hitzestress⁠ stark gef?hrdet, ebenso Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen3. Auch Umweltbedingungen haben Einfluss auf die gesundheitliche Gef?hrdung. Studien belegen, dass in dicht bebauten Stadtgebieten4, in denen sich sommerliche W?rmeinseln ausbilden (Urban Heat Islands) und erh?hte Ozon- und Feinstaubwerte5 auftreten, die Gesundheitsrisiken erh?ht sind.

In Todesfallstatistiken werden Sterbef?lle, die mit Hitzeeinflüssen verbunden sind, in der Regel anderen Todesursachen zugeschrieben (z. B. Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems). Liegt die Anzahl von Todesf?llen über den saisonal üblichen und damit zu erwartenden Werten, ist das ein Hinweis, dass hier au?ergew?hnliche Ereignisse eine Rolle spielen. Zur Bestimmung des Indikators ?Hitzebedingte Todesf?lle“ wurden aggregierte Mortalit?tsdaten des Statistischen Bundesamtes verwendet, welche die w?chentliche Gesamtsterblichkeit nach Bundesl?ndern und Altersjahrg?ngen im Zeitraum 2001 bis 2015 beschreiben.

Das verwendete mathematische Modell beschreibt den nichtlinearen Zusammenhang hoher Temperaturen mit der Mortalit?tsrate. W?hrend in einem Bereich zwischen 10 °C und 20 °C Wochenmitteltemperatur die Mortalit?t relativ konstant verl?uft, steigt sie bei Wochenmitteltemperaturen über 20 °C deutlich an. Dieser Anstieg ist besonders ausgepr?gt in den Altersgruppen 65–74, 75–84 und 85+. Die Wochenmitteltemperatur gibt den Mittelwert aller stündlichen Werte innerhalb einer Woche an, insbesondere werden hier Tages- und Nachttemperaturen miteinbezogen. Wochen mit einer Mitteltemperatur über 20° C enthalten typischerweise auch einen oder mehr Hei?e Tage.

Die Zahl der hitzebedingten Todesf?lle wird gesch?tzt als Differenz der modellierten Mortalit?t und einem hypothetischen Mortalit?tsverlauf, der sich erg?be, wenn die Wochenmitteltemperatur nicht über 20 °C steigen würde.

Die genaue Methode der Sch?tzung wird im Themenheft ?Gesundheitliche Herausforderungen des Klimawandels“ des Bundesgesundheitsblattes beschrieben6. Die Ergebnisse zeigen, dass im Jahr 2003 etwa 7.500 Menschen mehr gestorben sind als ohne ⁠Hitzewelle⁠ zu erwarten gewesen w?re. Für die Jahre 2006 und 2015 ergeben sich jeweils etwa 6.000 zus?tzliche Todesf?lle.

Diese Todesf?lle treten vor allem in den Altersgruppen 75–84 und 85+ auf, wobei die Rate pro 100.000 Einwohner in der Altersgruppe 85+ besonders hoch ist. Im Zeitraum zwischen 2001 und 2015 traten im Norden Deutschland weniger oft Wochenmitteltemperaturen über 20 °C auf, sodass die meisten hitzebedingten Todesf?lle in der Mitte oder im Süden Deutschlands zu verzeichnen sind.

3 - Kovats R. S. & Hajat S. 2008: Heat stress and public health: a critical review. Annu. Rev. Public Health 29: 41-55.

4 - Gabriel, K. M. & Endlicher W. R. 2011: Urban and rural mortality rates during heat waves in Berlin and Brandenburg, Germany. Environmental pollution 159(8–9): 2044–2050.

5 - Eis D., Helm D., Lau?mann D., Stark K. 2010: ⁠Klimawandel⁠ und Gesundheit – Ein Sachstandsbericht. Berlin, 244 S.
www.rki.de/DE/Content/Gesund/Umwelteinfluesse/Klimawandel/Klimawandel-Gesundheit-Sachstandsbericht.pdf

6 - an der Heiden M., Muthers S., Niemann H., Buchholz U., Grabenhenrich L., Matzarakis A. 2019: Sch?tzung hitzebedingter Todesf?lle in Deutschland zwischen 2001 und 2015. Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz. Volume 62, Issue 5: 571–579.
https://doi.org/10.1007/s00103-019-02932-y

 

Schnittstellen

 

Ziele

Recht auf Leben und k?rperliche Unversehrtheit (Grundgesetz, Art. 2)

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 DAS-Monitoringbericht 2019 zur DAS