Fünfter Sachstandsbericht des Weltklimarats

Eisschollen auf dem Meer, im Hintergrund f?rbt die tief stehende Sonne die Wolken am Horizont rosazum Vergr??ern anklicken
Schmelzendes Eis, w?rmere Ozeane: der 5. Weltklimabericht best?tigt den Klimawandel eindeutig
Quelle: Stefan K?rber / Fotolia.com

Der im Jahr 2013 ver?ffentlichte Teilbericht 1 des fünften Sachstandsberichts des Weltklimarats best?tigt eindeutig, dass sich das Klima gegenw?rtig ?ndert und dass dies auf menschliche Einflüsse zurückzuführen ist. Die Belege für den Klimawandel und seine Ursachen sind noch umfassender und sicherer als im vorhergehenden Bericht von 2007.

Inhaltsverzeichnis

 

Was steht im Fünften Sachstandsbericht?

Welche Ver?nderungen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits festgestellt und womit rechnen sie für die Zukunft? Wir haben die wichtigsten Ergebnisse des Fünften Sachstandsberichts hier für Sie zusammenmgefasst:

 

Ver?nderungen in der Atmosph?re: Es wird w?rmer

Welche Hauptaussagen enth?lt der Bericht über Ver?nderungen in der ⁠Atmosph?re⁠?

  • Die globale Mitteltemperatur in Bodenn?he stieg im Zeitraum von 1880 bis 2012 um 0,85 °C. Auf der Nordhemisph?re war die 30-Jahresperiode von 1983 bis 2012 die w?rmste seit 1400 Jahren.
  • Seit Mitte des letzten Jahrhunderts finden im gesamten ⁠Klimasystem⁠ Ver?nderungen statt. Die globale Mitteltemperatur in Bodenn?he steigt, Gletscher tauen, Eisschilde verlieren an Masse, die Ozeane erw?rmen sich und der mittlere Meeresspiegel steigt. Viele dieser Ver?nderungen sind in den zurückliegenden Jahrzehnten bis Jahrtausenden noch nie aufgetreten.
  • Es ist ?u?erst wahrscheinlich, dass der menschliche Einfluss auf das Klimasystem die Hauptursache der beobachteten Erw?rmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war. "?u?erst wahrscheinlich" bedeutet? mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 bis 100 Prozent.
  • Bis Ende des 21. Jahrhunderts wird sich die Erw?rmung der bodennahen Luftschichten fortsetzen. Alle zugrunde gelegten Emissionsszenarien zusammen genommen ergeben bis Ende dieses Jahrhunderts eine Temperaturzunahme, die von 0,9 bis 5,4 °C reichen kann – immer gegenüber vorindustriellen Bedingungen.
  • Nur unter der Voraussetzung eines Emissionsszenarios mit einer sehr ambitionierten Klimaschutzpolitik lie?e sich der mittlere Temperaturanstieg gegenüber der vorindustriellen Zeit auf 0,9 bis 2,3 °C begrenzen.

Warum erw?rmt sich das ⁠Klima⁠?

Das Klima erw?rmt sich haupts?chlich durch die Freisetzung von Treibhausgasen, die durch Energieerzeugung, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Landnutzungs?nderungen entstehen.

Das wichtigste ⁠Treibhausgas⁠ ist Kohlendioxid (CO2). Dessen Konzentration ist in der Atmosph?re heute so hoch wie noch nie zuvor in den zurückliegenden 800.000 Jahren. Bliebe die derzeitige Emissionsrate unver?ndert, w?re schon Mitte dieses Jahrhunderts so viel Kohlendioxid in die Atmosph?re emittiert, dass die globale Mitteltemperatur über 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau anstiege.

Ein weiterer, ungebremster Aussto? von Treibhausgasen k?nnte das Klimasystem in einer Weise ver?ndern, wie dies in den vergangenen hunderttausenden Jahren nicht vorgekommen ist. Die bisher beobachteten ?nderungen würden verst?rkt und alle Regionen der Erde w?ren betroffen. Viele dieser ?nderungen blieben über Jahrtausende bestehen, auch wenn keine Treibhausgase mehr freigesetzt würden.

Welche Ver?nderungen in der Atmosph?re wurden beobachtet?

Die atmosph?rischen Konzentrationen der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) stiegen zwischen 1750 und 2011 um 40 Prozent, 150 Prozent und 20 Prozent. Damit übersteigen die gegenw?rtigen Konzentrationen dieser Gase erheblich die in Eisbohrkernen gemessenen h?chsten Werte in den letzten 800.000 Jahren.

Insgesamt wurden von 1750 bis 2011 durch menschliche Aktivit?ten CO2-Mengen in H?he von 545 Gigatonnen Kohlenstoff freigesetzt. Davon blieben etwa 240 Gigatonnen Kohlenstoff in der Atmosph?re. Der Rest wurde etwa jeweils zur H?lfte vom Ozean (155 Gigatonnen Kohlenstoff) und von B?den und Pflanzen (150 Gigatonnen Kohlenstoff) aufgenommen.

Die globale Mitteltemperatur in Bodenn?he stieg im Zeitraum von 1880 bis 2012 um 0,85 °C. In der Nordhemisph?re war die letzte 30-j?hrige Periode (von 1983 bis 2012) wahrscheinlich die w?rmste seit 1.400 Jahren. Die Arktis erw?rmte sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts besonders stark.

In der jüngsten Vergangenheit, insbesondere im letzten Jahrzehnt, wurde ein verz?gerter Anstieg der globalen Mitteltemperatur beobachtet. Daraus kann man nicht schlie?en, dass sich die globale Erw?rmung des Klimas abschw?cht. Neben der langfristigen Erw?rmung über mehrere Jahrzehnte zeigt die globale Mitteltemperatur erhebliche Schwankungen von Jahr zu Jahr. Wegen dieser natürlichen Variabilit?t des Klimas k?nnen Temperaturtrends über kurze Zeitr?ume von den langfristigen Trends deutlich abweichen.

Bei vielen extremen Wetterereignissen wurden Ver?nderungen beobachtet. So hat die Zahl der kalten Tage und N?chte abgenommen und die der warmen Tage und N?chte seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts zugenommen. In Europa, Asien und Australien traten h?ufiger Hitzewellen auf. Die Starkregenereignisse in Nordamerika und Europa sind h?ufiger und intensiver geworden.

Welche Ver?nderungen in der Atmosph?re sind künftig zu erwarten?

Welche Annahmen über die künftige Entwicklung der Treibhausgase wurden gemacht?

Zur Simulation des Klimas der kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte ben?tigen Klimaforscherinnen und –forscher Szenarien über den Aussto? der Treibhausgase in diesen Zeitr?umen.

In den Szenarien werden Annahmen über das künftige Wachstum der Bev?lkerung, über die wirtschaftliche Entwicklung, die Entwicklung neuer Technologien und über etwaige Ma?nahmen zum ⁠Klimaschutz⁠ getroffen. Aus diesen Vorgaben k?nnen dann zeitabh?ngige Emissionspfade für die Zukunft – die Emissionsszenarien – konstruiert werden.

Im fünften Sachstandsbericht wurden vier neue Szenarien verwendet: sogenannte repr?sentative Konzentrationspfade, im ⁠IPCC⁠-Bericht als Representative Concentration Pathways (RCP) bezeichnet. Die RCPs decken den Zeitraum zwischen 1850 bis 2100 ab. Anders als in den Emissionsszenarien der beiden letzten Sachstandsberichte haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesmal auch Ma?nahmen zur Minderung der Treibhausgase berücksichtigt. Das RCP-⁠Szenario⁠ mit dem niedrigsten künftigen Treibhausgasaussto? basiert auf sehr ambitionierten Klimaschutzma?nahmen. Demnach würde sich die Temperatur bis Ende des Jahrhunderts um 0,9 °C Celsius erh?hen Die drei RCPs mit h?heren Treibhausgaskonzentrationen schlie?en die Bandbreite der atmosph?rischen CO2-Konzentrationen der Szenarien aus den vorigen Sachstandsberichten ein.

Von welchen ?nderungen der künftigen Temperaturen und Niederschl?ge geht der IPCC aus?

Die Simulationen mit Klimamodellen ergeben, dass ein anhaltender ungebremster Aussto? von Treibhausgasen zu einer weiteren Erw?rmung und zu Ver?nderungen in allen Komponenten des Klimasystems führen würde. Bisher beobachtete Ver?nderungen würden dabei verst?rkt. Die zu erwartenden ?nderungen sind in Art und Gr??e ?hnlich denen, die im vierten Sachstandsbericht ermittelt wurden. Viele Ver?nderungen würden über Jahrhunderte andauern, auch wenn die Treibhausgasemissionen l?ngst zurückgegangen sind.

Auf der Grundlage des RCP-Szenarios mit sehr ambitionierter Klimapolitik (RCP 2.6) zeigen die Modellsimulationen, dass der mittlere Temperaturanstieg gegen Ende dieses Jahrhunderts gegenüber der vorindustriellen Zeit 0,9 bis 2,3 °C betragen würde. Unter diesen Bedingungen – und auf der Basis des gegenw?rtigen Kenntnisstandes der Physik des Klimasystems – besteht die M?glichkeit, die globale Erw?rmung unterhalb von 2 °C zu begrenzen. Die Ergebnisse für alle betrachteten Emissionsszenarien sind in der untenstehenden Tabelle zusammengefasst.

Mit dem weiteren Anstieg der globalen Mitteltemperatur werden sich auch Extremereignisse weiter ver?ndern. Als gesichert gilt, dass über den meisten Landgebieten h?ufiger hei?e und seltener kalte Temperaturextrema auftreten werden. Hitzewellen werden sehr wahrscheinlich h?ufiger werden und l?nger anhalten. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden Starkniederschl?ge über den meisten Landgebieten der mittleren Breiten und über feuchten tropischen Regionen sehr wahrscheinlich intensiver und h?ufiger auftreten.

Die Niederschlags?nderungen in Verbindung mit der weiteren Erw?rmung im 21. Jahrhundert werden regional und jahreszeitlich unterschiedlich sein. Zwischen trockenen und feuchten Gebieten sowie zwischen trockenen und feuchten Jahreszeiten werden sich die Unterschiede noch verst?rken, obwohl es regional davon Ausnahmen geben kann.

Auf der Grundlage des Szenarios mit den h?chsten Emissionen (RCP 8.5) werden sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts die mittleren j?hrlichen Niederschl?ge über hohen Breiten und über dem ?quatorialen Pazifik wahrscheinlich erh?hen. In vielen trockenen Regionen der mittleren Breiten und in trockenen Gebieten der Subtropen wird dagegen der mittlere Niederschlag wahrscheinlich abnehmen. In feuchten Regionen der mittleren Breiten wiederum wird es wahrscheinlich zu Zunahmen kommen.

Gebiete, die von Monsunen betroffen sind, werden sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts wahrscheinlich ausweiten. W?hrend sich die Monsunwinde wahrscheinlich abschw?chen, werden die Monsunniederschl?ge wegen des h?heren Feuchtegehaltes der Atmosph?re zunehmen. In vielen Regionen wird darüber hinaus die Dauer der Monsunsaison wahrscheinlich zunehmen.

Wie viel CO2 darf h?chstens in die Atmosph?re emittiert werden, wenn eine Erw?rmung von mehr als 2 °C vermieden werden soll?

Im fünften Sachstandsbericht wurde erstmalig ein spezifischer Wert für den Gesamteintrag von CO2 in die Atmosph?re seit Beginn der Industrialisierung festgelegt. Gelangt mehr CO2 in die Atmosph?re, wird es schwierig, eine bestimmte Temperaturobergrenze, wie beispielsweise die 2 °C-Obergrenze, einzuhalten: Bei CO2-Emissionen von bis zu etwa 1.000 Gigatonnen Kohlenstoff k?nnte die 2 °C-Obergrenze mit mehr als 66 Prozent Wahrscheinlichkeit eingehalten werden (zum Vergleich: 2011 waren es bereits 545 Gigatonnen Kohlenstoff). Je mehr dieser Wert überschritten wird, desto unwahrscheinlicher wird es, dass die globale Erw?rmung unterhalb von 2 °C begrenzt werden kann. Da durch menschliche T?tigkeiten neben CO2 jedoch noch weitere Treibhausgase in die Atmosph?re emittiert werden, müssten die weltweiten CO2-Emissionen sogar noch deutlich unter dieser Marke liegen, um die 2 °C-Obergrenze einhalten zu k?nnen.

Quelle

IPCC 2013: Working Group I Contribution to the IPCC Fifth Assessment Report, Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Summary for Policymakers, 36 S.

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Ver?nderungen in den Ozeanen: Die Ozeane werden w?rmer und versauern

Welche Hauptaussagen enth?lt der Bericht über Ver?nderungen in den Ozeanen?

  • Die Ozeane haben mehr als 90 Prozent der Energie, die zwischen 1971 und 2010 dem ⁠Klimasystem⁠ zugeführt wurde, gebunden. Dabei erw?rmten sich die oberfl?chennahen Wasserschichten am st?rksten.
  • Etwa ein Drittel des anthropogenen CO2 der ⁠Atmosph?re⁠ wurde durch die Ozeane aufgenommen und hat deren S?uregehalt erh?ht.
  • Die Erw?rmung der Ozeane wird sich im 21. Jahrhundert fortsetzen. Die W?rme wird von der Oberfl?che in die tieferen Wasserschichten vordringen und die globale ozeanische Zirkulation beeinflussen.

Welche Rolle spielen Ozeane im Klimasystem?

Ozeane sind ein wichtiges Schlüssel-Element im globalen Klimasystem. Wegen ihrer gro?en W?rmekapazit?t und global ausgedehnten Str?mungssysteme sind sie in der Lage, gro?e Mengen an Energie zu speichern und zu transportieren. Die Ozeane binden den gr??ten Teil der Energie, die durch den menschengemachten ⁠Treibhauseffekt⁠ zus?tzlich im Erdsystem vorhanden ist. Sie d?mpfen somit die Erw?rmung der Atmosph?re und erw?rmen sich selbst. Indem sie immer mehr CO2 aufnehmen, ?versauern“ sie zunehmend. Ihre Funktion als ⁠?kosystem⁠ beziehungsweise globaler Energie- und CO2-Speicher wird dadurch beeintr?chtigt.

Welche Ver?nderungen wurden beobachtet?

Die oberen Wasserschichten (0 bis 700 Meter) der Ozeane erw?rmten sich im Zeitraum 1971 bis 2010 deutlich. In der oberfl?chennahen Schicht (bis 75 Meter Wassertiefe) war die Erw?rmung mit etwa 0,11 °C pro Dekade am gr??ten und mit gro?er Wahrscheinlichkeit weitgehend ⁠anthropogen⁠ verursacht.

Wahrscheinlich hat sich der Ozean im Beobachtungszeitraum 1957 bis 2009 auch in Wassertiefen zwischen 700 und 2.000 Metern erw?rmt. Für gr??ere Wassertiefen liegen erst für den Zeitraum 1992 bis 2005 ausreichende Beobachtungen vor, wobei für den Tiefenbereich zwischen 2.000 und 3.000 Metern keine klaren Temperaturtrends beobachtet wurden. Erst für Wassertiefen unterhalb von 3.000 Metern zeigten die Messungen wieder eine Erw?rmung, die in den südlichen Ozeanen am st?rksten ausgepr?gt war.

Mehr als 60 Prozent der Nettoenergiezunahme im Klimasystem wurden w?hrend der relativ gut untersuchten Zeitspanne von 1971 bis 2010 in den oberen Ozeanschichten abgespeichert, w?hrend sich etwa 30 Prozent in den Ozeanen unterhalb von 700 Metern Wassertiefe wiederfinden.

Das Atlantische Str?mungssystem (Golfstrom) zeigt bisher keine Ver?nderungen. Dies ergibt sich aus den zehnj?hrigen Aufzeichnungen zum kompletten System und den bereits l?nger andauernden Beobachtungen einzelner Komponenten.

Regionen mit hohem Salzgehalt des Ozeanwassers, in denen die ⁠Verdunstung⁠ dominiert, wurden seit den 1950er Jahren noch ?salziger‘, w?hrend in Regionen mit dominierendem Niederschlag der Salzgehalt zurückging. Die Ozeane haben bisher etwa 155 Gigatonnen anthropogenes Kohlendioxid aus der Atmosph?re gebunden. Dadurch sind sie zunehmend versauert.

Welche Ver?nderungen sind künftig zu erwarten?

Die st?rkste Erw?rmung wird künftig für die oberfl?chennahen Wasserschichten in den Tropen und in subtropischen Regionen der Nordhalbkugel erwartet. In gr??eren Tiefen wird die Erw?rmung in den südlichen Ozeanen am deutlichsten sein. Modellrechnungen gehen bis zum Ende des 21. Jahrhundert für die oberste Wasserschicht (bis 100 Meter Tiefe) von einer Erw?rmung zwischen 0,6 °C (niedrigstes ⁠Emissionsszenario⁠) bis 2,0 °C (h?chstes Emissionsszenario) und einer Erw?rmung zwischen 0,3 °C und 0,6 °C in etwa 1.000 Metern aus.

Das Nordatlantische Str?mungssystem, umgangssprachlich oft als Golfstrom bezeichnet, wird sich im Laufe des 21. Jahrhunderts sehr wahrscheinlich abschw?chen. Hier gehen Modellrechnungen in Abh?ngigkeit vom Emissionsszenario von einer Minderung der Str?mungsintensit?t zwischen 11 und 34 Prozent aus. Aufgrund der gro?en internen Variabilit?t des Systems k?nnten nach einer Abschw?chung bis 2050 auch einige Dekaden mit einer Verst?rkung folgen. Für die betrachteten Emissionsszenarien ist eine abrupte Ver?nderung oder ein Zusammenbruch des Str?mungssystems im 21. Jahrhunderts sehr unwahrscheinlich. Eine zeitlich weiterführende Betrachtung ist aber wegen der unzureichenden Datenlage sehr unsicher. Ein Zusammenbruch nach dem 21. Jahrhundert kann bei einer fortgesetzten st?rkeren Erw?rmung jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Die Ozeane werden auch weiterhin CO2 aus der Atmosph?re aufnehmen, was eine weitere zunehmende Versauerung⁠ des Meerwassers bewirkt. Dies behindert unter anderem die Bildung von Kalkschalen vieler Meereslebewesen und beeintr?chtigt damit die Lebenswelt in den Ozeanen.

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Ver?nderungen in der Kryosph?re: Gletscher und Eisschilde schmelzen

Welche Hauptaussagen enth?lt der Bericht über Ver?nderungen in der Kryosph?re?

  • In den vergangenen zwei Dekaden haben das Gr?nl?ndische und das Antarktische Eisschild an Masse verloren und die Gletscher ihren Schrumpfungsprozess nahezu weltweit fortgesetzt. Das Arktische Meereis, die Schneedecke der n?rdlichen Hemisph?re und die sich erw?rmenden Permafrostregionen haben weiter an Ausdehnung eingebü?t. Insbesondere die Arktis erw?rmt sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts besonders stark.
  • Das Arktische Meereis wird sehr wahrscheinlich weiterhin an Fl?che und St?rke verlieren. Die Schneebedeckung in der n?rdlichen Hemisph?re wird bei ansteigenden Temperaturen im 21. Jahrhundert weiter abnehmen. Ein fortgesetzter Rückgang des oberfl?chennahen Permafrosts im hohen Norden erscheint als sicher und ein weiterer Verlust an Gletschermasse ergibt sich in der Zukunft für alle gerechneten Emissionsszenarien.

Was ist die Kryosph?re und welche Rolle spielt sie im ⁠Klimasystem⁠?

Die Kryosph?re, der gefrorene Teil der Welt, umfasst die permanenten und saisonalen Schnee- und Eisvorkommen an der Erdoberfl?che. Dazu geh?ren Gletscher und Eiskappen, Schneedecken, Eisdecken von Meeren, Flüssen und Seen, die Eisschilde Gr?nlands und der Antarktis, sowie die ⁠Permafrost⁠-Gebiete. Wegen ihrer Masse und W?rmekapazit?t ist die Kryosph?re nach den Ozeanen die zweitgr??te Komponente des globalen Klimasystems. Sie spielt eine Schlüsselrolle für den Energie- und Wasserhaushalt, als auch für die ?kosysteme der Erde. Die Kryosph?re wird einerseits durch den ⁠Klimawandel⁠ beeinflusst, andererseits wirken sich die Ver?nderungen, wie zum Beispiel der Rückgang des Arktischen Meereises, auf das Klimasystem aus.

Welche Ver?nderungen wurden beobachtet?

Von 2002 bis 2011 verringerte sich die Eismasse Gr?nlands im j?hrlichen Durchschnitt etwa sechsmal so stark (215 Gigatonnen) wie in der Dekade davor (34 Gigatonnen).

Der Antarktischen Eisschild verlor im Zeitraum 1992 bis 2001 durchschnittlich 30 Gigatonnen pro Jahr an Eismasse. Im Zeitraum 2002 bis 2011 war es mit 147 Gigatonnen pro Jahr fast fünfmal so viel. Die Verluste traten hier haupts?chlich im n?rdlichen Teil der Antarktischen Halbinsel und im Bereich der Amundsen-See in der West-Antarktis auf.

Die Ausdehnung des Arktischen Meereises verringerte sich im Zeitraum 1979 bis 2012 um eine Rate von 3,5 bis 4,1 Prozent pro Dekade. Im Sommer-Minimum (September) belief sich der Rückgang sogar auf 9,4 bis 13,6 Prozent pro Dekade. Die Dauer der Schmelzperiode verl?ngerte sich in diesem Zeitraum um etwa 5,7 Tage pro Dekade und die Dicke der winterlichen Eisdecke des Nordpolarmeeres nahm um etwa 1,3 bis 2,3 Meter ab.

Das Antarktische Meereis dehnte sich dagegen im betreffenden Zeitraum um etwa 1,2 bis 1,8 Prozent pro Dekade leicht aus, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden.

Der durchschnittliche j?hrliche Massenverlust der Gletscher (hier ohne Berücksichtigung der Gletscher am Rande der gro?en Eisschilde) betrug weltweit für den Gesamtzeitraum 1971 bis 2009 etwa 226 Gigatonnen pro Jahr, wuchs jedoch in der jüngsten Zeit (1993 bis 2009) auf etwa 275 Gigatonnen pro Jahr an.

Die Schneebedeckung nahm insbesondere im Frühling auf der Nordhalbkugel seit Mitte des 20. Jahrhunderts ab. Sie verringerte sich im Zeitraum 1967 bis 2012 in den Monaten M?rz und April um durchschnittlich 1,6 Prozent pro Dekade und um 11,7 Prozent pro Dekade im Juni.

Die Temperaturen im Permafrost sind in den meisten Regionen seit den frühen 1980er Jahren angestiegen. Die beobachtete Erw?rmung betrug dabei bis zu 3 °C in Nordalaska (Beginn der 1980er bis Mitte 2000er) und bis zu 2°C im europ?ischen Norden Russlands (1971 bis 2010). Dort stellte man im Zeitraum von 1975 bis 2005 auch eine beachtliche Verringerung der Tiefe und Ausbreitung des Permafrostes fest.

Welche Ver?nderungen sind künftig zu erwarten?

Der Rückgang des Arktischen Meereises wird sich auch bis zum Ende des 21. Jahrhunderts bei weiterhin ansteigender globaler Durchschnittstemperatur fortsetzen. Die Reduktion der Eisfl?che wird bis dahin in Abh?ngigkeit vom gew?hlten ⁠Emissionsszenario⁠ zwischen 43 Prozent und 94 Prozent im September und zwischen 8 Prozent und 34 Prozent im Februar betragen. Für das ⁠Szenario⁠ mit den h?chsten Emissionen k?nnte das Nordpolarmeer sogar schon vor Mitte des 21. Jahrhunderts im September weitgehend eisfrei sein.

Für die Antarktis wird, allerdings mit geringerer Sicherheit, ebenfalls ein Rückgang an Ausdehnung und Volumen des Meereises bis zum Ende des 21. Jahrhunderts erwartet.

Je nach Szenario k?nnten die Gletscher in diesem Zeitraum zwischen 15 und 55 Prozent (niedrigstes Emissionsszenario) und 35 bis 85 Prozent (h?chstes Emissionsszenario) ihres globalen Eisvolumens verlieren.

Es wird erwartet, dass die Schneebedeckung auf der Nordhalbkugel im Frühjahr bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zwischen 7 Prozent und 25 Prozent zurückgeht – je nach verwendetem Emissionsszenario.

Für die Region des Westantarktischen Eisschildes werden zukünftig st?rkere Schneef?lle erwartet. Diese werden die weiterhin eher geringfügigen Abtauprozesse mehr als ausgleichen. Allerdings schlie?t die spezielle Topographie des Felsuntergrundes in einigen Regionen der Antarktis einen m?glichen Abbruch von Eismasse als Folge von Instabilit?ten nicht aus.

Eine intensivere Eisschmelze an der Oberfl?che des Gr?nlandeisschildes wird auch künftig zu einem Masseverlust an der Oberfl?che des Eisschildes führen. Zu diesen Verlusten k?me noch ein Schwund an Eismasse hinzu, der aus Prozessen innerhalb des Eisschildes (Gletscher-Kalben) resultiert.

Bei weiterhin ansteigenden globalen Durchschnitts-Temperaturen gilt ein weiterer Rückzug des Permafrostes als sicher. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird für den oberfl?chennahen Permafrost (bis 3,5 Meter) in Abh?ngigkeit vom Emissionsszenario ein Fl?chenrückgang zwischen 37 und 81 Prozent erwartet.

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Ver?nderungen des Meeresspiegels: Der Meeresspiegel steigt weiter an

Welche Hauptaussagen enth?lt der Bericht über Ver?nderungen des Meeresspiegels?

  • Infolge des fortgesetzten Masseverlustes von Gletschern und Eisschilden und der Ausdehnung des erw?rmten Ozeanwassers stieg der globale mittlere Meeresspiegel im Zeitraum von 1901 bis 2010 um etwa 0,19 Meter an. Der mittlere Anstieg betrug in dieser Zeit etwa 1,7 Millimeter pro Jahr. In den letzten 20 Jahren war dieser Wert mit ca. 3,2 Millimetern pro Jahr fast doppelt so gro?.
  • Der Meeresspiegel wird im 21. Jahrhundert weiter ansteigen. Für alle Emissions-Szenarien beschleunigt sich der Anstieg des Meeresspiegels wegen der st?rkeren ozeanischen Erw?rmung und des verst?rkten Masseverlustes von Gletschern und Eisschilden.

Welche Auswirkungen hat ein Anstieg des Meeresspiegels?

Der Meeresspiegelanstieg ist wegen seiner wesentlichen Ursachen (Ausdehnung des erw?rmten Meerwassers, Abschmelzen von Inlandeis) ein guter ⁠Indikator⁠ für die ⁠Klima?nderung⁠ und er beeinflusst direkt Ansiedlungen, Infrastruktur und natürliche Systeme. Er führt zum Verlust tiefer gelegener küstennaher Landfl?chen, verst?rkt die Wirkung von Sturmfluten und die Küstenerosion, führt zu Grundwasserversalzung und gef?hrdet küstennahe ?kosysteme.

Welche Ver?nderungen wurden beobachtet?

Seit dem frühen 20. Jahrhundert haben sich die Raten des Meeresspiegelanstiegs weiter erh?ht. Die mittlere Rate des durchschnittlichen globalen Meeresspiegelanstiegs für den Zeitraum 1901 bis 2010 betrug etwa 1,7 Millimeter pro Jahr. Für die letzten zwanzig Jahre verdoppelte sich diese nahezu? auf etwa 3,2 Millimeter pro Jahr. Dieser Wert wird sowohl durch Pegel-, als auch durch Satellitenmessungen best?tigt.

Für die Zeitperiode 1993 bis 2010 setzt sich der durchschnittliche globale j?hrliche Meeresspiegelanstieg aus folgenden Beitr?gen zusammen:

  • der thermischen? Ausdehnung des Ozeanwassers? (etwa 1,1mm), der weltweiten Gletscher (etwa 0,76 mm) und der gro?en Eisschilde? (Gr?nland etwa 0,33 mm pro Jahr und Antarktis etwa? 0,27mm) und
  • der Ver?nderung der Wasserspeicherung an Land, wie zum Beispiel durch Grundwasserausbeutung (etwa? 0,38mm).

Insgesamt führte ein besseres physikalisches Verst?ndnis der einzelnen Komponenten des Meeresspiegelanstiegs zu einer verbesserten übereinstimmung von Modellergebnissen und Beobachtungen.

Welche Ver?nderungen werden in der Zukunft erwartet?

Die Berechnungen des künftigen globalen Meeresspiegelanstiegs sind seit dem vierten Sachstandbericht? des ⁠IPCC⁠ deutlich sicherer geworden. Das liegt vor allem daran, dass interne dynamische Prozesse der gro?en Eisschilde besser berücksichtigt werden k?nnen, wie zum Beispiel das Gletscherkalben. Bis zum Ende des 21.Jahrhunderts ist ein Meeresspiegelanstieg um weitere 26 bis 55 Zentimeter selbst bei betr?chtlichen Klimaschutzanstrengungen zu erwarten (niedrigstes Emissions-⁠Szenario⁠). Ohne Emissionsbeschr?nkungen kann der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um etwa 45 bis 82 Zentimeter ansteigen (h?chstes ⁠Emissionsszenario⁠). Der IPCC schlie?t nicht aus, dass der Anstieg des Meeresspiegels auch deutlich h?her ausfallen k?nnte. Wegen der besseren Berücksichtigung der Beitr?ge der polaren Eisschilde liegen die neuen Projektionen für den Meeresspiegelanstieg h?her als im vierten Sachstandbericht des IPCC.

Es gilt als sicher, dass der Meeresspiegelanstieg sich auch nach 2100 fortsetzt. Wichtige Ursache dafür ist? die thermische Ausdehnung des Ozeanwassers, das sich weiterhin erw?rmt. Dieser Effekt kann noch über viele Jahrhunderte fortbestehen. Auch der fortgesetzte, teilweise irreversible, Masseverlust der gro?en Eisschilde würde zu einer weiteren Verst?rkung des Meeresspiegelanstiegs führen.

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