Vierter Sachstandsbericht des Weltklimarats

rauchende Industrie-Schornsteine vor einem bew?lkten Himmelzum Vergr??ern anklicken
Mit Kohle, Gas und ?l heizt der Mensch den Treibhauseffekt an.
Quelle: tomas / Fotolia.com

Im Jahr 2007 ver?ffentlichte der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klima?nderungen (IPCC), auch Weltklimarat genannt, seinen vierten Sachstandsbericht zum Stand der Klimaforschung. Sein Fazit: Die Erw?rmung des Klimasystems ist eindeutig.

Wesentliche Erkenntnisse des vierten Sachstandsberichts sind:

  • Die globalen atmosph?rischen Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas) stiegen seit 1750 markant an und sind die Folge menschlicher Aktivit?ten. Der weltweite Anstieg der Kohlendioxidkonzentration ist prim?r auf den Verbrauch fossiler Brennstoffe und auf Landnutzungs?nderungen zurückzuführen, w?hrend der Anstieg von Methan und Lachgas prim?r durch die Landwirtschaft verursacht wird.
  • Die Konzentrationen dieser Treibhausgase im Jahr 2005 übertreffen die aus Eisbohrkernen bestimmten natürlichen Bandbreiten der letzten 650.000 Jahre bei Weitem.
  • Das seit dem dritten Sachstandsbericht verbesserte Verst?ndnis der anthropogenen Einflüsse auf das ⁠Klima⁠ führte zu einem sehr hohen Vertrauen, dass der globale durchschnittliche Netto-Effekt der menschlichen Aktivit?ten seit 1750 eine Erw?rmung des Klimas war.
  • Die Erw?rmung des Klimasystems ist eindeutig. Das zeigen Beobachtungen des Anstiegs der mittleren globalen Luft- und Meerestemperaturen, des ausgedehnten Abschmelzens von Schnee und Eis und des Anstiegs des mittleren globalen Meeresspiegels.
  • Der lineare Erw?rmungstrend über den 100-j?hrigen Zeitraum 1906 – 2005 betr?gt etwa 0,74 Grad Celsius. Elf der Jahre zwischen 1995 und 2006 geh?ren zu den zw?lf w?rmsten Jahren seit Beginn der instrumentellen Messung und der Ermittlung der globalen bodennahen Mitteltemperatur (1850).
  • Gebirgsgletscher und Schneebedeckung haben im Mittel sowohl auf der n?rdlichen als auch auf der südlichen Halbkugel abgenommen. Der Gr?nl?ndische Eisschild zeigt deutliche Eismassenverluste, die durch Abschmelzprozesse bedingt sind.
  • Die durchschnittlichen Temperaturen in der Arktis stiegen in den letzten 100 Jahren fast doppelt so schnell wie im globalen Mittel. Satellitendaten seit 1978 belegen, dass die durchschnittliche j?hrliche Ausdehnung des arktischen Meereises um ungef?hr 2,7 Prozent pro Jahrzehnt geschrumpft ist. Die Abnahme im Sommer betrug sogar etwa 7,4 Prozent pro Jahrzehnt.
  • Im Zeitraum 1905 – 2005 belegen die Beobachtungen signifikante Zunahmen des Niederschlags in ?stlichen Teilen von Nord- und Südamerika, im Norden Europas und in Nord- und Zentralasien. Dagegen wurden das südliche Afrika, der Mittelmeerraum, der Sahel und Teile von Südasien trockener.
  • In den letzten 50 Jahren nahm die H?ufigkeit von kalten Tagen, kalten N?chten und Frost ab, w?hrend hei?e Tage, hei?e N?chte und Hitzewellen h?ufiger auftraten. Seit den 1970er Jahren beobachten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders in den Tropen und Subtropen intensivere und l?nger andauernde Dürren über gr??eren Gebieten.
  • Der gr??te Teil des Anstiegs der mittleren globalen Temperatur seit Mitte des 20. Jahrhunderts geht sehr wahrscheinlich (das bedeutet, die Eintrittswahrscheinlichkeit für diese Aussage liegt oberhalb von 90 Prozent) auf die Zunahme der vom Menschen verursachten Treibhausgase in der ⁠Atmosph?re⁠ zurück.
  • Andauernd gleich hohe oder h?here Treibhausgasemissionen als heute würden eine Erw?rmung verursachen und im 21. Jahrhundert viele ?nderungen im globalen ⁠Klimasystem⁠ bewirken, die sehr wahrscheinlich gr??er w?ren als die im 20. Jahrhundert beobachteten.
  • Unter Zugrundelegung verschiedener Emissionsszenarien (künftige zeitliche Entwicklung der Treibhausgasemissionen) haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit mehreren Klimamodellen m?gliche Klima?nderungen in diesem Jahrhundert simuliert. Die Ergebnisse des 4. Sachstandsberichtes fu?en auf den Resultaten von 23 verschiedenen Klimamodellen unter Zugrundelegung von 6 Emissionsszenarien. Die projizierten ?nderungen der globalen Mitteltemperatur bis zum Zeitraum 2090 – 2099 verglichen mit 1980 – 1999 sind erheblich. Sie reichen von 1,8 Grad Celsius beim niedrigsten ⁠Emissionsszenario⁠ bis 4 Grad Celsius beim h?chsten ⁠Szenario⁠ (beste Sch?tzungen). Die zugeh?rigen wahrscheinlichen Bandbreiten (die wahrscheinlichen Unsicherheitsbereiche der besten Sch?tzungen) sind noch gr??er. Selbst wenn die atmosph?rischen Konzentrationen von Treibhausgasen künftig auf konstantem Niveau des Jahres 2000 gehalten werden, ergeben die Klimamodelle bis Ende des Jahrhunderts eine Zunahme der globalen Mitteltemperatur von etwa 0,6 Grad Celsius.
  • Die anthropogene Erw?rmung und der Anstieg des Meeresspiegels würden aufgrund der Zeitskalen, die mit Prozessen im Klimasystem und Rückkopplungen verbunden sind, über Jahrhunderte andauern, selbst wenn die Treibhausgaskonzentrationen stabilisiert würden.
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