Weltweite Temperaturen und Extremwetterereignisse seit 2010

in einer ausged?rrten Graslandschaft steht ein einzelner kleiner, dürrer, grüner Baumzum Vergr??ern anklicken
Hitze und K?lte, Starkregen und Trockenheit: in den letzten Jahren gab es viele Wetterextreme
Quelle: Eric Isselée / Fotolia.com

Die globalen Durchschnittstemperaturen steigen in den letzten Jahrzehnten immer schneller, das belegen Beobachtungsdaten. Ein Beispiel: Neun der zehn w?rmsten Jahre seit Beginn der regelm??igen Wetteraufzeichnungen wurden im 21. Jahrhundert gemessen. Extreme Wetterereignisse wie Starkniederschl?ge und Hitzewellen wurden h?ufiger.

Inhaltsverzeichnis

 

Chronik

Hier finden Sie eine Chronik weltweiter Temperaturen, Niederschl?ge und Extremereignisse seit 2010.

Zur Untersuchung von Klima?nderungen werten die Fachleute die weltweiten Messungen meteorologischer Parameter wie Temperatur, Niederschlag und Wind aus und bilden r?umliche und zeitliche Mittelwerte aus diesen Daten. Um beispielsweise das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur zu erhalten, interpolieren und mitteln sie mit Hilfe von Rechenvorschriften die Messwerte r?umlich über die ganze Erde sowie zeitlich über ein ganzes Jahr, zum Beispiel 2013. Nun ist das globale Temperaturmittel von 2013 allein wenig aussagekr?ftig. Mehr Informationen gewinnen wir aus der Abweichung des globalen Mittels von 2013 vom Mittelwert in einem zurückliegenden, l?ngeren Zeitraum (Referenzzeitraum) – wir sehen dann, ob 2013 w?rmer oder kühler als im langj?hrigen Durchschnitt war.

Zudem wird eine Zeitreihe der globalen Mitteltemperatur ben?tigt, um Erkenntnisse über die zeitliche ?nderung der Temperatur – den ⁠Trend⁠ – ableiten zu k?nnen. Die Fachleute w?hlen als Referenzzeitraum beispielsweise die Jahre 1961 – 1990 und bilden aus den globalen Temperaturmitteln der einzelnen Jahre dieser Periode den 30-j?hrigen Mittelwert. Nun konstruieren sie eine Zeitreihe (beispielsweise von 1900 bis 2013), indem sie auf der x-Achse der Darstellung alle Jahre (von 1900 bis 2013) abtragen und auf der y-Achse für jedes einzelne Jahr die Abweichung des globalen Temperaturmittels vom Mittelwert des 30-j?hrigen Referenzzeitraumes.

Derartige Reihen zur Analyse der zeitlichen Entwicklung der globalen Mitteltemperatur werden von verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen berechnet und ver?ffentlicht. Viel genutzt ist der Datensatz der Universit?t von East Anglia und des Britischen Meteorologischen Dienstes (Climate Research Unit at the University of East Anglia und Hadley Center – HadCRUT) in Abbildung 1, der Datensatz der NASA (Goddard Institute for Space Studies – GISS) in Abbildung 2 sowie die Zeitreihe der amerikanischen Ozean-Atmosph?renbeh?rde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) in Abbildung 3. Bedingt durch unterschiedliche Referenzzeitr?ume und geringfügige Abweichungen in den Methoden zur Berechnung der globalen Mitteltemperatur sind die Zeitreihen der verschiedenen wissenschaftlichen Institute nicht identisch (NASA 2011).

 

Das Jahr 2019

Für das Jahr 2019 lag die globale Mitteltemperatur um 0,95°C über dem langj?hrigen Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts und etwa 1,1°C über den vorindustriellen Werten. Dadurch nimmt 2019 den zweiten Platz in der Rangliste der w?rmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn ein. Hervorzuheben ist, dass neun der 10 w?rmsten Jahre seit 2010 stattfanden. Darüber hinaus trat 2019 zum 43. Mal in Folge (seit 1977) ein Jahr auf, dessen globale Mitteltemperatur über dem Mittelwert des 20. Jahrhunderts liegt. (NOAA 2020, ⁠WMO⁠ 2019)

Das Jahr begann mit einer mittelschwachen El Ni?o-Episode. Dabei rangierte jeder Monat unter den w?rmsten fünf des jeweiligen Monats, von denen der Juni und Juli jeweils neue W?rmerekorde brachen (NOAA 2020).

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten1

  • 2019 stellte in Europa das zweitw?rmste Jahr dar, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und das Vereinigte K?nigreich erlebten im Juni neue W?rmerekorde.
  • Die Arktis erreichte w?hrend der Wachstumsperiode die siebtgeringste maximale Ausdehnung und w?hrend der Schmelzperiode ihre zweitgeringste Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnung
  • Alaska erlebte das w?rmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung
  • In den USA sorgten Schneeschmelze und starke Regenf?lle entlang des Missouri, Mississippi, Platte und Arkansas River für Rekordüberschwemmungen
  • Der Hurricane Dorian erreichte zwischen August und September H?chstgeschwindigkeiten von 295 km/h und war damit der st?rkste Hurricane, der die Bahamas getroffen hat.
  • Südamerika erlebte das zweitw?rmste Jahr seit Aufzeichnung, nur 2015 war w?rmer
  • Afrika erlebte das drittw?rmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnung
  • Der Zyklon Kyarr im Oktober erreichte Windgeschwindigkeiten von 240 km/h und war damit der st?rkste Zyklon im Arabischen Meer.
  • Asien verzeichnete das drittw?rmste Jahr seit Aufzeichnung, nur die Jahre 2015 und 2017 waren w?rmer
  • Hong Kong erlebte das w?rmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung
  • Australien verzeichnete das w?rmste Jahr seit 1910 und Neuseeland das viertw?rmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung
  • Australien erlebte das trockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnung

Quelle: NOAA 2020

1Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2010.

 

Das Jahr 2018

Für das Jahr 2018 lag die globale Mitteltemperatur um 0, 83°C (NOAA, 2020) bzw. 0.86°C (NASA, 2020) über dem langj?hrigen Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts, also etwa 1°C über vorindustriellen Werten. Dadurch nimmt 2018 den fünften Platz in der Rangliste der w?rmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn ein. Hervorzuheben ist, dass somit die fünf w?rmsten Jahre seit 2015 stattfanden (NOAA 2020, NASA 2020).

Das Jahr begann mit einer La Ni?a-Episode im tropischen Pazifischen Ozean, die bis April in eine Episode ohne Meeresstr?mungsabh?ngigkeit (weder La Ni?a noch El Ni?o) überging. Laut amerikanischer Ozean-Atmosph?renbeh?rde trat zum 42. Mal in Folge (seit 1977) ein Jahr auf, dessen globale Mitteltemperatur über dem langj?hrigen Mittelwert liegt (NOAA 2019).

Alle Zeitreihen der globalen Mitteltemperatur in den Abbildungen 1 bis 3 stimmen in folgendem Punkt überein: Neun der zehn w?rmsten Jahre, die seit Beginn der regelm??igen Aufzeichnungen beobachtet wurden, traten im 21. Jahrhundert auf. Lediglich ein Jahr im 20. Jahrhundert, das von einem starken El Ni?o gepr?gte Jahr 1998 schafft es unter die zehn W?rmsten. Zwischen 1880-1980 wurde durchschnittlich alle 13 Jahre ein neuer Temperaturrekord registriert. Für die Periode 1981 bis 2018 hat sich diese H?ufigkeit deutlich erh?ht. Jetzt wird durchschnittlich alle drei Jahre ein neuer Rekordwert für die globale Mitteltemperatur registriert. (NOAA 2019).

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten2

  • 2018 stellte für Europa einen neuen W?rmerekord dar, L?nder wie Frankreich, Deutschland oder die Schweiz erlebten nationale W?rmerekorde.
  • Alaska erlebte das zweitw?rmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Im April wurde für die USA ein neuer nationaler Niederschlagsmengenrekord beobachtet. So fielen auf Hawaii innerhalb von 24 Stunden 1262,13 mm Regen pro Quadratmeter.
  • Die Arktis hatte w?hrend ihrer Wachstumsperiode die zweitgeringste maximale und w?hrend der Schmelzperiode ihre sechstgeringste minimale Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Der ?stliche Nordpazifik erlebte mit 23 Stürmen und 13 Hurrikans eine überdurchschnittlich aktive Hurrikan-Saison.
  • Australien verzeichnete das drittw?rmste und Neuseeland das zweiw?rmste (zusammen mit 1998) Jahr seit Beginn der nationalen Aufzeichnungen.
  • Die Antarktis hatte w?hrend ihrer Wachstumsperiode die viertgeringste maximale und w?hrend der Schmelzperiode ihre zweitgeringste minimale Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Asien verzeichnete auf dem Festland eine Rekordtemperatur für M?rz, als in Pakistan das Thermometer auf 45,5°C stieg.
  • Taifun Yutu erreichte im November H?chstgeschwindigkeiten von 285 km/h und war damit der st?rkste Taifun, der die Inselgruppe der Marianen im Westpazifik getroffen hatte.
  • Argentinien erlebte das neuntw?rmste Jahr seit Beginn der nationalen Aufzeichnungen.

Quelle: NOAA 2019

2Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2010.

 

Das Jahr 2017

Die globale Mitteltemperatur lag im Jahr 2017 bei 14,75°C und damit 0,85°C über dem langj?hrigen Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts. Das Jahr weist keine El Ni?o-Bedingungen auf und rangiert trotzdem auf Rang 4 hinter den Rekordjahren 2016 (+1,00 °C), 2019 (+0.95°C) und 2015 (+0,93°C) (CRU 2020, NOAA 2020). In der Reihung der w?rmsten Jahre in der Zeitreihe der NASA findet sich das Jahr 2017 auf Platz 3 (NASA 2020).

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten3

  • Der gr??te Teil des asiatischen Kontinents erlebte Bedingungen, die viel w?rmer waren als im Durchschnitt. Das Jahr 2017 war das drittw?rmste seit Beginn der kontinentalen Aufzeichnungen im Jahr 1910, nach den Jahren 2015 und 2007. Die nationalen Messreihen von Russland und China verzeichneten die w?rmste Januar-September-Periode seit Beginn der nationalen Aufzeichnungen.
  • Den zweitfeuchtesten Januar-September-Zeitraum erlebte Thailand seit Beginn der regelm??igen Messungen.
  • In Bangladesch, Indien und Nepal kam es zwischen dem 9. und 12. August zu sinnflutartigen Regenf?llen, bei denen einige Messstationen fast den normalen, monatlichen Niederschlag in nur wenigen Tagen gemessen haben.
  • W?hrend seiner j?hrlichen Wachstumsperiode erreichte die arktische Meereisfl?che die geringste Maximalausdehnung. In der Abschmelzperiode, zum Zeitpunkt seiner geringsten Ausdehnung, bedeckte das arktische Meereis die achtkleinste Fl?che seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • In Europa wurde das fünftw?rmste Jahr in der Geschichte der regelm??igen Wetterbeobachtung registriert.
  • Portugal erlebte das vierttrockenste Jahr in seiner 87-j?hrigen Messreihe. Der Zeitraum von April-Dezember war sogar der trockenste in der nationalen Messreihe.
  • In der kanadischen Provinz British Columbia hat mangelnder Niederschlag zur ausgedehntesten Waldbrandsaison in der Geschichte der Provinz geführt (6.250 km2 betroffen)
  • Im Zeitraum Januar-Oktober wurden in Mexiko die h?chsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1971 gemessen. Dabei wurde der Rekord aus dem Jahr 2016 noch übertroffen.
  • Die nationalen Temperaturen der USA für das Jahr 2017 liegen hinter 2012 und 2016 auf Rang 3 der 122-j?hrigen Messreihe.
  • Die atlantische Hurrikan-Saison war mit 17 Stürmen und 10 Hurrikans die aktivste seit 2005 und die siebendaktivste seit Beginn der Aufzeichnungen in dieser Region. Die hervorstechendsten Hurrikans des Jahres waren dabei ?Harvey“ (17.08.-01.09.), ?Irma“ (30.08.-16.09.) und ?Maria“ (16.09.-30.09.) mit Windgeschwindigkeiten von 215, 295 bzw. 280 km/h.
  • Eine intensive ⁠Hitzewelle⁠ erfasste Chile und Argentinien im Januar. Am 27. Januar wurde in der argentinischen Stadt Porto Madryn eine H?chsttemperatur von 43,5°C gemessen. Es ist die h?chste Temperatur, die jemals soweit südlich (43°S) auf der Welt gemessen wurde. Argentinien verzeichnete die h?chste Durchschnittstemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961.
  • Afrika erlebte das viertw?rmste Jahr nach 2010, 2015 und 2016.
  • In Australien wurde das drittw?rmste Jahr seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1910 gemessen. Sieben der zehn w?rmsten Jahre traten nach 2005 auf.
  • Das antarktische Meereis wies in der Wachstumsperiode die zweitgeringste Maximalausdehnung auf. W?hrend der Abschmelzperiode wurde die geringste jemals gemessene Ausdehnung verzeichnet.

Quelle: NOAA 2018

3Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2017.

 

Das Jahr 2016

Alle drei Zeitreihen der globalen Mitteltemperatur in den Abbildungen 1 bis 3 weisen 2016 als das w?rmste Jahr seit Beginn der regelm??igen Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert aus. Die globale Mitteltemperatur lag 1,00°C über dem langj?hrigen Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 13,9°C und übertrifft das vorangegangene Rekordjahr 2015 noch um 0,07°C (NOAA 2020).

Die Temperaturen wurden haupts?chlich beeinflusst durch starke El Ni?o-Bedingungen, die zu Beginn des Jahres vorherrschten und bereits im Jahr 2015 für Rekordw?rme sorgten.

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten4

  • Europa erlebte sein drittw?rmstes Jahr, hinter 2014 (w?rmstes Jahr) und 2015 (zweitw?rmstes Jahr). Dies macht die letzten drei Jahre zu den w?rmsten in der 107-j?hrigen Geschichte der Aufzeichnungen. Das winterliche Temperaturmittel (Dezember 2015 bis Februar 2016) lag h?her als jemals zuvor.
  • Ende Januar war Ostasien von einer K?ltewelle betroffen. So wurde beispielsweise im südlichen China, in den St?dten Guanzhou und Nanning, der erste Schnee seit 1967 bzw. 1983 verzeichnet.
  • Rekordw?rme, besonders im Norden Südamerikas, und Temperaturen weit über dem Durchschnitt führten auf dem südlichen Teil des amerikanischen Doppelkontinents zum zweitw?rmsten Jahr seit 1910. Für die Monate Januar, Februar und April wurden neue Rekorde der Monatsmitteltemperatur beobachtet.
  • In Kanada zerst?rte Anfang Mai ein verheerender Gro?fl?chenbrand gro?e Teile von Fort Murray (Alberta). Das Ereignis wurde zum teuersten natürlichen Desaster in der Geschichte des Landes.
  • Alaska erlebte das w?rmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1925.
  • Zum Zeitpunkt seiner j?hrlichen Maximalausdehnung (Mitte M?rz) erreichte die arktische Meereisfl?che im zweiten Jahr in Folge die geringste Ausdehnung seit Aufzeichnungsbeginn. Zudem bedeckte das arktische Meereis auch zum Zeitpunkt seiner geringsten Ausdehnung (7. September) nur eine Fl?che von 4,1 Mio. km2 und damit die zweitkleinste Fl?che seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979. Weniger arktisches Meereis gab es bisher nur im Negativ-Rekord-Jahr 2012 mit 3,4 Mio. km2.
  • Es war das w?rmste Jahr in Nordamerika seit dem Beginn der kontinentalen Messungen im Jahr 1910 und damit auch w?rmer als das bisherige Rekordjahr 1998.
  • 2016 war das zweitw?rmste Jahr in den Vereinigten Staaten von Amerika. In jedem Bundesstaat war es w?rmer, als es dem langj?hrigen Temperaturdurchschnitt entspricht.
  • In Asien wurde nach dem Rekordjahr 2015 und dem zweitw?rmsten Jahr 2007 das drittw?rmste Jahr beobachtet. In den Monaten April, August und September wurden jeweils die h?chsten Monatsmittelwerte der Temperatur gemessen, wohingegen die Monate Oktober und November kühler als im jeweiligen langj?hrigen Monatsdurchschnitt waren.
  • In Kuwait wurde am 21. Juli mit 54,0°C die h?chste je gemessene Temperatur in Asien festgestellt.
  • Mit 51,0°C wurde im indischen Phalodi am 19. Mai ein neuer landesweiter Hitzerekord aufgestellt.
  • Im zweiten Jahr in Folge erlebte das südliche Afrika eine Regenzeit mit Regenmengen weit unter dem Durchschnitt, was zu ernsthaften Dürren und substantiellen Verlusten in der Landwirtschaft führte.
  • Für Australien wurde das viertw?rmste Jahr in der 107-j?hrigen Geschichte der Datenerhebung beobachtet. Tasmanien erlebte sogar das w?rmste Jahr. Die Jahresmitteltemperatur in Australien lag in neun der zehn vorangegangenen Jahre über dem langj?hrigen Mittelwert.

Quelle: NOAA 2017

4Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2016.

 

Das Jahr 2015

2015 ist in mehrerer Hinsicht ein bemerkenswertes Jahr. Die globale Mitteltemperatur liegt nach Auswertungen der amerikanischen Ozean-Atmosph?renbeh?rde NOAA 0,93°C (NASA: 0,9°C) über dem langj?hrigen Mittel des 20. Jahrhunderts und bricht damit den vorherigen Rekord von 2014 noch um 0,19°C (NASA: 0,15°C). Der Dezember 2015 zeigt sich mit einer globalen Mitteltemperatur, die 1,11°C über dem langj?hrigen Dezembermittel liegt. Zum ersten Mal in der Geschichte der NOAA-Aufzeichnungen überschreitet damit eine monatliche Temperaturabweichung vom langj?hrigen Mittelwert die 1°C-Marke (NOAA 2020; NASA 2020)).

Einfluss auf die hohen Mitteltemperaturen hatten die El Ni?o-Bedingungen, die sich im Laufe des Jahres 2015 entwickelten und zu den st?rksten z?hlen, die bisher beobachtet wurden. Das bedeutete Rekordtemperaturen an den Ozeanoberfl?chen. ?hnlich starke El Ni?o-Bedingungen traten auch 1997 und 1998 auf, allerdings betragen in diesen Jahren die Abweichungen der globalen Mitteltemperatur vom langj?hrigen Durchschnitt nur 0,51°C und 0,63°C. Im Vergleich dazu steigert sich 2015 mit 0,90°C noch einmal deutlich.

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten5

  • In den meisten Teilen der Welt war es 2015 w?rmer als im langj?hrigen Mittel. Lediglich in einer Region im Nordosten Kanadas und an der ?u?ersten Südspitze Argentiniens lag das Jahresmittel der Temperatur unter dem Durchschnitt.
  • Europa verzeichnete nach dem Rekordjahr 2014 das zweitw?rmste Jahr.
  • Auch ?sterreich beobachtete das zweitw?rmste Jahr nach 2014. Zehn Monate waren erheblich w?rmer als im langj?hrigen Mittel, w?hrend der w?rmste Juli in der 247-j?hrigen Geschichte der Aufzeichnungen auftrat.
  • Nach einem kühlen Start entwickelte sich 2015 in Spanien zum w?rmsten Jahr in der 51-j?hrigen Beobachtungsperiode – gleichauf mit 2011. Wie in ?sterreich wurde ein Rekord-Juli beobachtet.
  • W?rmstes Jahr in Finnland mit einer Jahresmitteltemperatur, die 1,9 °C über dem langj?hrigen Mittel von 1981-2010 lag. Folgende Rekordtemperaturen wurden gemessen: 14,3 °C am 3. November in Kemi?nsaari und 11,3 °C am 20. Dezember in Pori und Kokem?ki (alle im Südwesten).
  • Nach dem Rekordjahr 2014 verzeichnete Deutschland das zweitw?rmste Jahr – gleichauf mit 2000 und 2007. Die Monate November und Dezember waren die w?rmsten seit Beginn fl?chendeckender Messungen im Jahr 1881.
  • Der asiatische Kontinent erlebte 2015 das w?rmste Jahr.
  • China beobachtete den w?rmsten Januar seit Beginn der Aufzeichnungen 1961.
  • Rekordw?rme im Juni und Juli in Hong Kong seit Aufzeichnungsbeginn 1884.
  • Der afrikanische Kontinent verzeichnete das zweitw?rmste Jahr nach 2010.
  • In Südafrika wurden im Frühjahr viele Rekordtemperaturen beobachtet. In der Stadt Vredendal (300 Kilometer n?rdlich von Kapstadt) wurden am 27. Oktober 48,4 °C gemessen, 5,9 °C mehr als beim vorherigen Temperaturrekord am 30.10.1999. An verschiedenen Beobachtungsstationen in n?rdlichen Landesteilen wurden im Zeitraum 9. bis 12. November insgesamt 74 neue Rekord-H?chsttemperaturen gemessen.
  • Auch in Südamerika war 2015 das w?rmste Jahr.
  • In der 55-j?hrigen Geschichte der Aufzeichnungen in Argentinien waren die Jahre 2012 bis 2015 die w?rmsten mit 2012 auf Platz 1, gefolgt von 2015.
  • Der starke El Ni?o und die Rekordw?rme in Indischen Ozean beeinflussten die Temperaturen in Australien, wo der w?rmste Oktober gemeldet wurde. Die vergangenen Frühjahre (September bis November 2013, 2014 und 2015) waren die w?rmsten, die in der 106-j?hrigen Geschichte der Wetteraufzeichnungen beobachtet wurden.
  • Zweitw?rmstes Jahr – nach 2012 - in den USA. Florida, Montana, Oregon und Washington meldeten die h?chsten Jahresmitteltemperaturen.
  • In westlichen Teilen Kanadas entlang der Pazifikküste herrschten im Winter Rekordtemperaturen. Viele Regionen quer durch Westkanada beobachteten auch den w?rmsten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn.
  • Der globale mittlere Niederschlag lag 2015 unter dem langj?hrigen Mittel von 1961 – 1990.
  • Trockenster Januar in Chile seit mindestens 50 Jahren.
  • Starke Niederschl?ge im Februar in Argentinien, die an vielen Stationen Rekordwerte erreichten.
  • Angola verzeichnete Mitte M?rz sturzflutartige Regenf?lle, die zu starken überschwemmungen führten.
  • Starke Niederschl?ge im Norden Chiles Ende M?rz. In der sonst extrem trockenen Atacamawüste wurden betr?chtlich über dem Jahresmittel liegende Niederschl?ge beobachtet. Die Stadt Antofagasta meldete vom 25. bis 26. M?rz 24,4 mm Regen in 24 Stunden, ein Wert, der dort im Mittel über einen Zeitraum von vierzehn Jahren erwartet wird.
  • Ende M?rz herrschten trockene Bedingungen im Westen der USA. In Kalifornien führte die Trockenheit zu Einschr?nkungen in der Wasserversorgung und setzte sich bis zum Jahresende fort.
  • Mexiko beobachtete den feuchtesten M?rz seit Beginn der Aufzeichnungen 1941, w?hrend die Bundesstaaten Baja California und Baja California Sur den niederschlagsreichsten Juni meldeten.
  • Sehr feuchter Mai in Schweden, Stockholm beobachtete den feuchtesten Mai seit 200 Jahren. Zweitfeuchtester Mai in der 116-j?hrigen Periode der Aufzeichnungen in Norwegen.
  • Trockenster Mai in Spanien seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnungen 1947.
  • Mauritius erhielt im feuchtesten Juni seit 1976 180 % des mittleren Niederschlags.
  • Starkniederschl?ge und überschwemmungen traten im August in nord?stlichen Teilen Argentiniens auf und brachen vielerorts die Junirekorde.
  • In China wurden zwischen Mai und Oktober 35 Starkregenereignisse beobachtet.
  • Trockenster Oktober seit 1951 in Lettland mit nur 13 % des mittleren monatlichen Niederschlags.
  • D?nemark verfehlte den Rekord als feuchtestes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1874 um 2 mm (hinter 1999), obgleich der trockenste Oktober seit 1972 beobachtet wurde – mit nur 30 % des mittleren Monatsniederschlages.
  • In n?rdlichen und westlichen Teilen Gro?britanniens brachte eine Serie von Stürmen von Sp?therbst bis Ende des Jahres extreme Niederschl?ge und überschwemmungen. Der Sturm Desmond verursachte am 5. Dezember mit 341 mm Niederschlag über dem Honister Pass in England den h?chsten, je gemessenen 24-Stunden-Wert in Gro?britannien.

Quelle: NOAA 2016

5Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2015.

 

Das Jahr 2014

2014 war bis dahin das w?rmste Kalenderjahr. Gleich im Anschluss daran haben jedoch die Jahre 2015 und 2016 wieder neue Rekorde aufgestellt und auch in den Jahren 2017, 2018 und 2019 waren die Temperaturen h?her, womit 2014 auf Platz 6 verwiesen wird. Das verdeutlichen alle drei Zeitreihen der globalen Mitteltemperatur in den Abbildungen 1 bis 3. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass 2014 keine anhaltenden El Ni?o-Bedingungen herrschten wie etwa im vorherigen Rekordjahr 2010 und im w?rmsten Jahr des vergangenen Jahrhunderts – 1998. Auch ohne El Ni?o-Ereignis lag die global gemittelte ⁠Meeresoberfl?chentemperatur⁠ 2014 bis zu diesem Zeitpunkt auf Rekordniveau (NOAA 2020).

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten6

  • Sechs Monate des Jahres 2014 waren die w?rmsten, die seit Beginn der regelm??igen Messungen beobachtet wurden: Mai, Juni, August, September, Oktober und Dezember.
  • Europa verzeichnete das w?rmste Jahr seit mindestens 500 Jahren. 19 europ?ische L?nder einschlie?lich Deutschland meldeten das w?rmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • In Deutschland lag die Jahresmitteltemperatur 1,4 °C über dem langj?hrigen Mittelwert von 1981 - 2010 und 0,4 °C über dem Jahresmittel des vorherigen Rekordjahres 2000.
  • In ?sterreich lag das Jahresmittel von 2014 sogar 1,8 °C über dem Mittelwert des Zeitraumes 1981 – 2010. Die Monatsmittel der Monate Januar, Februar, M?rz, November und Dezember waren alle mehr als 2,5 °C w?rmer als die jeweiligen langj?hrigen Mittelwerte.
  • In den hohen Breiten der Nordhemisph?re steigen die Temperaturen schneller als in anderen Teilen der Welt. So erw?rmt sich die Arktis im Vergleich zu niedrigeren Breiten mehr als doppelt so schnell. Im Zeitraum Oktober 2013 bis September 2014 lag die Mitteltemperatur der Arktis 1,0 °C über dem Mittel von 1981 – 2010.
  • Afrika verzeichnete ebenfalls ein w?rmeres Jahr als im langj?hrigen Durchschnitt. Hitzewellen traten Mitte Januar in Südafrika und im September in Tunesien auf.
  • Im Unterschied zu allen anderen Kontinenten war es in den meisten Teilen Nordamerikas k?lter als im langj?hrigen Mittel. Kanada beobachtete im Zeitraum November – M?rz die k?lteste Periode seit Beginn der Aufzeichnungen 1948, begleitet von Rekordschneef?llen in einigen Regionen.
  • Der globale mittlere Niederschlag unterschied sich 2014 nur wenig vom langj?hrigen Mittelwert.
  • Die ersten 8 Monate des Jahres waren in Gro?britannien die feuchtesten seit Beginn der Aufzeichnungen, die in England und Wales bis zum Jahr 1766 zurückreichen. Anschlie?end Rekordtrockenheit im September.
  • Nach starker Trockenheit zu Beginn des Jahres starke Regenf?lle und sehr feuchter Mai im Norden und Osten ?sterreichs.
  • Feuchtester Juli seit 1959 in Frankreich.
  • Im Mai traten schwere überschwemmungen in Bosnien-Herzegowina, Serbien, Kroatien, Rum?nien, Bulgarien und in der Slowakischen Republik auf. Starke Niederschl?ge im Juni, August und September in Bulgarien. Südliche Teile der Balkanhalbinsel erhielten im September über 250 % des mittleren monatlichen Niederschlags und Teile der Türkei sogar über 500 %.
  • Starke Niederschl?ge und überschwemmungen in Teilen Südsibiriens Ende Mai und Anfang Juni.
  • Japan wurde im August von Starkniederschl?gen heimgesucht, die u.a. von den Taifunen Nakri und Halong verursacht wurden. Westliche Teile Japans meldeten 301 % des mittleren monatlichen Niederschlags.
  • Starkniederschl?ge im Norden von Indien und in Teilen Pakistans führten im September zu starken überschwemmungen, bei denen über 400 Menschen umkamen.
  • Starke Niederschl?ge und überschwemmungen in Südmarokko im Zeitraum 21. – 24. November.
  • Von September 2013 bis Januar 2014 war die Nordwest-Provinz von Südafrika einer schweren ⁠Dürre⁠ ausgesetzt.
  • In Teilen Ost- und Zentralbrasiliens herrschte 2014 eine monatelange schwere Dürre, die in der Region um S?o Paulo zu erheblicher Wasserknappheit führte.
  • Ende April traten im Osten der USA starke Niederschl?ge auf. In Pensacola (Florida) fielen innerhalb von zwei Tagen 520 l/m2 (das ist mehr als die H?lfte des Jahresniederschlages in Deutschland).

Quelle: NOAA 2015

6Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2014.

 

Das Jahr 2013

Nach Auswertungen der amerikanischen Ozean-Atmosph?renbeh?rde ist das Jahr 2013 das achtw?rmste seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 (NOAA 2020). 2013 herrschten weder El Ni?o- noch anhaltende La Ni?a-Phasen.

Laut Datensatz der NASA liegt 2013 auf Platz 9 in der Rangfolge der w?rmsten Jahre und gem?? Auswertungen der Universit?t von East Anglia und des Britischen Meteorologischen Dienstes auf Platz 10 (NASA 2020, CRU 2020).

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten7

  • Im Jahresmittel war es 2013 in den meisten Regionen der Welt w?rmer als im langj?hrigen Mittel. In keiner Region trat winterliche Rekordk?lte auf.
  • Nach milden Wintermonaten sehr kalter Frühling in weiten Teilen Europas. Die Niederlande meldeten das k?lteste Frühjahr seit mehr als 40 Jahren und Gro?britannien den k?ltesten M?rz seit 1962.
  • In Pakistan trat im Mai eine schwere ⁠Hitzewelle⁠ auf.
  • Sehr warmer Sommer in vielen Teilen Europas. ?sterreich meldete den zweitw?rmsten Juli. Am 8. August wurde mit 40,5 °C in Bad Deutsch-Altenburg erstmals in ?sterreich eine Temperatur über der 40 °C-Marke gemessen.
  • Japan beobachtete den w?rmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen und mit 41 °C am 12. August die h?chste, je gemessene Temperatur.
  • In Südchina trat von Anfang Juli bis Ende August eine ausgesprochen starke und anhaltende Hitzewelle auf. An mehr als 300 Stationen wurde die 40 °C-Marke überschritten. W?rmster August in China und Südkorea.
  • Russland verzeichnete den w?rmsten November und Dezember.
  • Warme Periode von Oktober bis Dezember in Südamerika. Argentinien beobachtete das zweitw?rmste Jahr seit 1961. Viele Regionen verzeichneten den w?rmsten Dezember seit Aufzeichnungsbeginn.
  • W?rmstes Jahr seit 1910 in Australien. Der Januar war der w?rmste je beobachtete Monat. Am 7. Januar wurde mit 40,3 °C ein neuer Temperaturrekord aufgestellt. Mit Dezember 2012 beobachtete Australien den w?rmsten Sommer (Dezember bis Februar), den drittw?rmsten Winter (Juni bis August) sowie den w?rmsten Frühling (September bis November). Im Januar starke Niederschl?ge und überschwemmungen in Teilen Australiens.
  • Neuseeland verzeichnete den w?rmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn.
  • Nordostbrasilien erlebte die schwerste ⁠Dürre⁠ seit fünf Jahrzehnten.
  • Zu Jahresbeginn schwerste Dürre seit Jahrzehnten in Neuseeland.
  • Moskau meldete im Februar Rekordschneeh?hen von 216 cm (langj?hriges Mittel: 152 cm) seit mehr als einem Jahrhundert.
  • Am 2. April fielen in La Plata (Argentinien) innerhalb von 3 Stunden 300 l/m2 Niederschlag – mit dem blitzartig folgenden Hochwasser und den überschwemmungen eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte Argentiniens.
  • Angola und Namibia erlebten die schwerste Dürre seit drei?ig Jahren, w?hrend in anderen Regionen Afrikas wie in Mozambique tausende von Menschen vor Hochwasser flüchten mussten.
  • Von schwerer Trockenheit im Juli und August in Südchina waren 78 Millionen Menschen und mehr als 8 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfl?che betroffen.
  • Im sp?ten Frühjahr führten extreme Niederschl?ge in Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik, ?sterreich und der Schweiz zum st?rksten Hochwasser im ⁠Einzugsgebiet⁠ von Elbe und Donau seit 1950. ?rtlich fielen zwischen dem 29. Mai und dem 3. Juni 400 l/m2 Regen, ein Ereignis, das im Mittel einmal im Jahrhundert auftritt. ?sterreich beobachtete die feuchteste Mai-Juni-Periode seit 1858. Das Hochwasser in Passau erreichte den h?chsten Stand seit 1501.
  • Der asiatische Sommermonsun verursachte im Juni im Grenzgebiet von Indien und Nepal die st?rksten überschwemmungen und Zerst?rungen seit 50 Jahren. In Nordwestindien verloren tausende Menschen ihr Leben.
  • Ungew?hnlich starke Niederschl?ge von Mitte Juli bis Mitte August mit schweren überschwemmungen in Nordostasien. In Ostru?land waren mehr als 140 St?dte durch die schwersten Hochw?sser seit 120 Jahren betroffen.
  • Starkniederschl?ge im September in den USA brachten Boulder (Colorado) einen neuen 24-Stunden-Rekord von 231 l/m2 ein und einen Rekord im Monats- und Jahresniederschlag.
  • Im September wurde Mexiko fast gleichzeitig von zwei tropischen Wirbelstürmen (Ingrid und Manuel) heimgesucht. Starke Niederschl?ge führten zu überschwemmungen und Erdrutschen.

Quelle: NOAA 2014

7Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2013.

 

Das Jahr 2012

2012 liegt in der Reihung der w?rmsten Jahre in den Zeitreihen von NOAA auf Platz 11 und NASA auf Platz 12, in der britischen Zeitreihe auf Platz 16 (NOAA 2020, NASA 2020, CRU 2020). W?hrend der ersten drei Monate des Jahres herrschten La Ni?a-Bedingungen (vgl. Abbildung 4).

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten8

  • In vielen Teilen Europas war der Februar sehr kalt (k?ltester Februar in Deutschland und ?sterreich seit 1986).
  • Drittw?rmster Winter seit Aufzeichnungsbeginn 1948 hingegen in Kanada.
  • Warmes Frühjahr in weiten Teilen der Nordhemisph?re (in den USA und Norwegen w?rmster M?rz und in ?sterreich, Deutschland und Gro?britannien drittw?rmster M?rz seit Beginn der regelm??igen Messungen).
  • Die USA beobachteten das w?rmste Frühjahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Nach dem trockensten M?rz verzeichnete Gro?britannien den feuchtesten April, einen sehr feuchten Juni und insgesamt das zweitfeuchteste Jahr seit 1910. Niederschlagsreichstes Jahr in England seit Aufzeichnungsbeginn.
  • Am 30. Juni wurde in Wien die h?chste, je im Juni gemessene Temperatur beobachtet: 37,7 °C.
  • Fehlende Niederschl?ge in der ersten Jahresh?lfte führten in Nordbrasilien zur schwersten ⁠Dürre⁠ seit fünf Jahrzehnten, von der rund vier Millionen Menschen betroffen waren.
  • Hei?ester Juli und gleichzeitig hei?ester Monat überhaupt seit Beginn der regelm??igen Aufzeichnungen in den USA.
  • Mitte Juli Rekord-Regenf?lle mit anschlie?ender Flut auf der japanischen Insel Kyushu: In 24 Stunden fielen bis zu 500 l/m2 Niederschlag (zum Vergleich: in Deutschland betr?gt laut ⁠DWD⁠ 2010 der gesamte Jahresniederschlag 789 l/m2). In der Region um Peking trat durch Starkniederschl?ge im Juli die schwerste überschwemmung seit sechs Jahrzehnten auf.
  • W?rmster Sommer in Kanada in der bis dahin 65-j?hrigen Periode der Aufzeichnungen. Im Anschluss an das warme Frühjahr beobachteten die USA den zweitw?rmsten sowie einen sehr trockenen Sommer (mit schweren Ernteausf?llen). Ungarn meldete den zweitw?rmsten Sommer seit 1900.
  • Mitte September verursachte der Taifun Sanba schwere Regenf?lle in Teilen Japans, der Philippinen sowie in Nord- und Südkorea. Der Hurrikan Sandy brachte Ende September über Jamaika, Haiti, der Dominikanischen Republik, Cuba und ?stlichen Teilen der USA schwere Niederschl?ge. Durch den Taifun Bopha kamen Anfang Dezember auf den Philippinen mehr als 900 Menschen ums Leben.
  • In Russland sehr kalter Dezember und k?ltester Winter seit 1938. In einigen Teilen Sibiriens fielen die Temperaturen auf -50 °C. Kalter Dezember in weiten Teilen Nordeuropas.
  • Das Jahr 2012 war in den USA das w?rmste Jahr in der (bis zu diesem Zeitpunkt) 118-j?hrigen Geschichte der Aufzeichnungen.

Quelle: NOAA 2013

8Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2012.

 

Das Jahr 2011

Das Jahr 2011 war durch zwei kühle La Ni?a-Phasen gekennzeichnet.

La Ni?a und El Ni?o

Unter La Ni?a und El Ni?o versteht man eine periodisch wiederkehrende Abkühlung und Erw?rmung der Meeresoberfl?chentemperaturen im tropischen Pazifik. W?hrend La Ni?a-Ereignissen treiben starke Ostwinde w?rmeres Oberfl?chenwasser in den westlichen tropischen Pazifik, w?hrend im ?stlichen Pazifik k?lteres Wasser aus tieferen Schichten an die Wasseroberfl?che aufsteigt. Im La Ni?a-Zustand herrschen deshalb im ?stlichen und zentralen ?quatorialen Pazifik niedrigere Wasseroberfl?chentemperaturen vor als unter normalen Bedingungen. Dieses Ph?nomen beeinflusst in starkem Ma?e die atmosph?rischen Luftstr?mungen und hat Einfluss auf die ⁠Witterung⁠ weit über den tropischen Pazifik hinaus.

Das Gegenstück zu La Ni?a sind El Ni?o-Ereignisse, in deren Verlauf sich die Winde über dem tropischen Pazifik abschw?chen. Dadurch kann sich das warme Oberfl?chenwasser im Westpazifik ostw?rts ausbreiten und dort das Aufquellen von k?lterem Tiefenwasser reduzieren. Die Wasseroberfl?chentemperaturen liegen dann in weiten Teilen des tropischen Pazifiks h?her als unter normalen Bedingungen. El Ni?o-Jahre tendieren dazu, im globalen Mittel w?rmer zu sein als La Ni?a- und neutrale Jahre9, w?hrend La Ni?a-Jahre eher kühler sind (⁠UBA⁠ 2013).

2011 – ein La Ni?a-Jahr

Zu Beginn des Jahres 2011 sowie ab Oktober bis zum Jahresende wurden starke La Ni?a-Phasen beobachtet. Die bodennahe globale Mitteltemperatur von 2011 lag unter der des vorangegangenen, warmen Jahres 2010. Die Abbildung 4 verdeutlicht, dass 2010 vorrangig El Ni?o-Bedingungen und 2011 La Ni?a-Bedingungen herrschten. Nach Auswertungen der amerikanischen Ozean-Atmosph?renbeh?rde NOAA sowie der NASA nimmt 2011 den 17. Platz in der Reihung der w?rmsten Jahre seit Beginn der regelm??igen Aufzeichnungen 1880 ein (NOAA 2020, NASA 2020). Die Universit?t von East Anglia und der Britische Meteorologische Dienst setzen 2011 auf Platz 19 unter den w?rmsten Jahren (CRU 2020).

2011 war auch ein sehr feuchtes Jahr. Im Hinblick auf den global gemittelten Niederschlag über Land rangiert 2011 hinter 2010 auf Platz 2 der niederschlagsreichsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen (NOAA 2012, 2020).

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten10

  • In Australien führten die La Ni?a -Bedingungen zu erheblichen Niederschl?gen und so zum zweitniederschlagsreichsten Sommer (Dezember 2010 – Februar 2011) und dem niederschlagsreichsten M?rz.
  • Dagegen herrschte in Ostafrika gro?e Trockenheit, besonders in Somalia, ?thiopien, Eritrea, Kenia und Dschibuti. In Somalia herrschte eine Hungersnot.
  • Kühlster Herbst (M?rz – Mai) in Australien seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Au?erordentlich warme Frühjahrsmonate in Teilen Europas. Deutschland meldete den zweitw?rmsten April seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 (nach April 2009). W?rmster April sowie w?rmstes Frühjahr in Gro?britannien (gleichrangig mit dem Frühling 2007).
  • W?rmster Mai und drittw?rmster Juni in Neuseeland seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1909.
  • Trockenstes Frühjahr in Frankreich sowie trockenes Frühjahr und niederschlagsreichster Sommer in den Niederlanden.
  • Eine ⁠Hitzewelle⁠ in Nordamerika führte zum drittw?rmsten Juli, dem zweitw?rmsten August sowie dem zweitw?rmsten Sommer in den USA (seit Beginn der Aufzeichnungen 1895).
  • Sehr starke Monsunniederschl?ge in den Sommermonaten in Südpakistan.
  • überaus starke Monsunniederschl?ge führten zum niederschlagsreichsten Sommer in Südkorea. Am 27. Juli verzeichnete Seoul mit 300 l/m2 die h?chste t?gliche Niederschlagsmenge seit 1907.
  • Niederschlagsreichstes Jahr in einigen Bundesstaaten im Nordwesten der USA, u.a. verursacht durch zwei tropische Wirbelstürme Ende August und Anfang September.
  • Unwetter und starke Monsunniederschl?ge von Ende Juli bis November führten zum st?rksten Hochwasser in Thailand seit 1942. Sehr starke Niederschl?ge auch in Kambodscha, Myanmar und Vietnam.
  • überaus starke Niederschl?ge im Oktober in einigen Regionen Mittelamerikas, besonders in Honduras, Costa Rica, Guatemala, El Salvador und Nikaragua.
  • Norwegen beobachtete den w?rmsten November und Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen 1900. Die Durchschnittstemperatur in Nordnorwegen lag im November 5,3 °C über dem langj?hrigen Mittel, auch das war ein neuer Rekord. Finnland meldete den w?rmsten Herbst seit 1938.
  • Gro?britannien beobachtete den zweitw?rmsten November und den zweitw?rmsten Herbst seit mehr als einem Jahrhundert.
  • Unter dem Einfluss des La Ni?a-Ereignisses herrschte gro?e Trockenheit in Nordmexiko und in südlichen Teilen der USA. Ende November litt Mexiko unter der schlimmsten Trockenheit seit Beginn der Aufzeichnungen 1941.
  • 2011 war das w?rmste Jahr in Spanien und das niederschlagsreichste in Norwegen und Schottland.

Quelle: NOAA 2012

9In neutralen Jahren treten weder El Ni?o- noch La Ni?a-Ereignisse auf.
10Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2011.

 

Das Jahr 2010

Das Jahr 2010 liegt hinter den Jahren 2014-2019 auf Platz 7 in der Reihung der w?rmsten Jahre seit Beginn der regelm??igen Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Das verdeutlichen alle drei Zeitreihen der globalen Mitteltemperatur in den Abbildungen 1 bis 3 (NASA 2020, NOAA 2020, CRU 2020).

Beim Niederschlag hingegen h?lt 2010 den Rekord. Nach Auswertungen der amerikanischen Ozean-Atmosph?renbeh?rde NOAA war 2010 das niederschlagsreichste Jahr im Zeitraum seit 1900 (NOAA 2011, 2020).

Extreme Ereignisse, Rekorde, Besonderheiten11

  • K?ltester Winter in Gro?britannien seit 1978/79. Mildester Winter in Kanada seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1948 (auch Frühjahr, Sommer und Herbst waren au?ergew?hnlich warm, so dass 2010 in Kanada das w?rmste Jahr im Zeitraum seit 1948 war). Zugleich trockenster Winter seit 1948, gebietsweise fiel überhaupt kein Schnee.
  • In Australien fing das Jahr 2010 sehr hei? an – dort herrschte der w?rmste Sommer seit Beginn der Messungen.
  • Hitzewelle⁠ im April in Indien. Neu-Delhi meldete den w?rmsten April seit 1958.
  • Hitzewelle Ende Mai in Indien und Pakistan. Am 26. Mai wurden in Mohenjo-Daro in Pakistan 53,5°C gemessen, die h?chste, je in Pakistan gemessene Temperatur sowie die h?chste, in Asien gemessene Temperatur seit 1942.
  • Mitte Juni bis Mitte August beispiellose Hitzewelle in der Region Westru?lands. Das Moskauer Observatorium meldete am 29. Juli die h?chste, je gemessene Temperatur: 38,2°C. Vor 2010 betrug der W?rmerekord 36,8°C und lag 90 Jahre zurück. Auch in Finnland wurde am 29. Juli mit 37,2°C der bisherige W?rmerekord aus dem Jahre 1914 (35,9°C) gebrochen. Russland beobachtete den w?rmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Sehr warme Sommer verzeichneten auch China, Japan und Kanada.
  • Ende Juli traten in Pakistan schwere Regenf?lle auf, die zu extremen überschwemmungen führten, bei denen mindestens 1500 Menschen ums Leben kamen. Starke Monsunniederschl?ge in Pakistan und Indien setzten sich bis in den September hinein fort.
  • Im August waren der Nordosten Chinas und Nordkorea starken Regenf?llen und überschwemmungen ausgesetzt. Starke Monsunniederschl?ge traten im Oktober in Vietnam, Thailand und Südostchina auf.
  • Auf einen kühlen Sommer folgte in Teilen der westlichen USA eine Hitzewelle im September. Am 27. September wurde in Los Angeles eine Rekordtemperatur von 45°C gemessen.
  • K?ltester Dezember in Gro?britannien seit mehr als 100 Jahren.
  • Sehr schneereicher Dezember in den USA und sehr kalter Dezember im Südosten der USA (an 3. Stelle der k?ltesten Dezember).
  • Im Frühling traten in Australien au?erordentlich starke Niederschl?ge auf. Besonders in Queensland setzten sich diese Niederschl?ge bis in den Dezember hinein fort und führten dort zu Hochwasser der Flüsse und starken überschwemmungen. Die Monate September bis Dezember waren sehr kühl.

Quelle: NOAA 2011

11Die Auflistung extremer Ereignisse und Rekorde bezieht sich nur auf den Zeitraum von Beginn der Messungen bis einschlie?lich 2010.

<>
 

Quellen

CRU 2020: Climatic Research Unit, University of East Anglia: Temperature.
https://crudata.uea.ac.uk/cru/data/temperature/

DWD⁠ 2010: Jahresrückblick 2010 des Deutschen Wetterdienstes.
https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2010/20101229_deutschlandwetter_jahr.pdf?__blob=publicationFile&v=2

NASA 2011: Despite Subtle Differences, Global Temperature Records in Close Agreement.
http://www.giss.nasa.gov/research/news/20110113/

NASA 2020: GISTEMP Team: GISS Surface Temperature Analysis (GISTEMP). NASA Goddard Institute for Space Studies. Dataset accessed June 26, 2020 from
https://data.giss.nasa.gov/gistemp/.
Lenssen, N., G. Schmidt, J. Hansen, M. Menne, A. Persin, R. Ruedy, and D. Zyss, 2019: Improvements in the GISTEMP uncertainty model. J. Geophys. Res. Atmos., 124, no. 12, 6307-6326, doi:10.1029/2018JD029522.
https://pubs.giss.nasa.gov/abs/le05800h.html

NOAA 2011: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Analysis for Annual 2010, published online January 2011, retrieved on March 17, 2016 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201013

NOAA 2012: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Analysis for Annual 2011, published online January 2012, retrieved on March 17, 2016 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201113

NOAA 2013: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Analysis for Annual 2012, published online January 2013, retrieved on March 17, 2016 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201213

NOAA 2014: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Analysis for Annual 2013, published online January 2014, retrieved on March 17, 2016 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201313

NOAA 2015: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Analysis for Annual 2014, published online January 2015, retrieved on March 17, 2016 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201413

NOAA 2016: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Analysis for Annual 2015, published online January 2016, retrieved on March 17, 2016 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201513

NOAA 2017: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Analysis for Annual 2016, published online January 2017, retrieved on February 6, 2017 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201613

NOAA 2018: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Analysis for Annual 2017, published online January 2018, retrieved on June 26, 2018 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201713

NOAA 2019: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Climate Report for Annual 2018, published online January 2019, retrieved on February 8, 2019 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201813

NOAA 2020: National Centers for Environmental Information, State of the Climate: Global Climate Report for Annual 2018, published online January 2019, retrieved on February 8, 2019 from
https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201913

UBA⁠ 2013:Globale Erw?rmung⁠ im letzten Jahrzehnt?
http://www.matthieusonnet.com/sites/default/files/medien/479/publikationen/hgp_globale_erwaermung_im_letzten_jahrzehnt.pdf

Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 Klimawandel  Chronik  Temperaturentwicklung  globale Temperaturren