Emissionsquellen

S?ulendiagramm: Die Emissionen sind seit 1990 recht kontinuierlich gefallen und betrugen 2014 902 Millionen Tonnen CO2-?quivalente. Quellen sind in abnehmender Relevanz: Energiewirtschaft, Verkehr u.a.zum Vergr??ern anklicken
Treibhausgas-Emissionen in Deutschland seit 1990 nach Kategorien der UNFCCC-Berichterstattung
Quelle: Umweltbundesamt Daten als Excel-Datei

Vor allem der Energiesektor mit stationa?ren und mobilen Quellen emittiert in Deutschland Treibhausgase, besonders Kohlendioxid. Relevant sind aber auch die Emissionen der Industrieprozesse und der Landwirtschaft, letztere insbesondere durch die Freisetzung von Methan und Lachgas.

Inhaltsverzeichnis

 

Energie - station?r

Ob warme R?ume im Winter oder Licht in der Nacht – Energie steckt in nahezu allen Lebensbereichen und Produkten. Da sie gr??tenteils aus fossilen, kohlenstoffhaltigen Energietr?gern gewonnen wird, ist die Bereitstellung und Nutzung von Energie die wichtigste Quelle anthropogener ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen. Der gesamte Energiesektor ist mit circa 83,9 Prozent im Jahr 2018 die gr??te Quelle anthropogener Treibhausgasemissionen, dieser beinhaltet neben station?re und mobile Quellen und den diffusen Emissionen aus Brennstoffen auch die energetischen Emissionen der Industrie, letztere allein schon mit ca. 15 Prozent Anteil an den Gesamtemissionen.

Emissionslast von Strom und W?rme

Die Bereitstellung von Prim?renergietr?gern (z.B. Erd?l und Kohle) und ihre Umwandlung in Nutzenergie (z.B. Elektrizit?t und W?rme) verursacht Emissionen. Bei der Verbrennung fossiler Energietr?ger entstehen vor allem Kohlendioxidemissionen.

Wie hoch die Emissionsbelastung einer Kilowattstunde Strom ist, h?ngt vom Kraftwerkstyp und dem eingesetzten Brennstoff ab. Feste Brennstoffe schneiden schlechter ab als Heiz?l oder Erdgas. Wird bei der Stromerzeugung in einem Kraftwerk au?erdem auch die anfallende W?rme genutzt (Kraftw?rmekopplung), verbessert das nicht nur den Gesamtnutzungsgrad des Kraftwerkes sondern auch die Klimabilanz der erzeugten Energie.

Die privaten Haushalte tragen vor allem durch den Betrieb von Feuerungsanlagen für die Raumw?rme- und Warmwasserbereitstellung zur ⁠Emission⁠ von Treibhausgasen und Luftschadstoffen bei. Die H?he der Emissionen ist sowohl von Art und Alter der Anlagen als auch dem Stand der Geb?udeisolierung abh?ngig – und damit in erheblichem Umfang von der Au?entemperatur im Winter.

 

Energie - Verkehr

Mobilit?t als Emissionsquelle

Ob mit dem Pkw, der Bahn, mit Schiff oder Flugzeug – ist der Mensch unterwegs, verursacht er fast immer Emissionen. Auch der Gütertransport rund um die Welt belastet Luft und ⁠Klima⁠. Im deutschen Emissionsinventar werden alle Emissionen erfasst, die durch inl?ndisch gekauften Kraftstoff und in Deutschland erbrachte ⁠Verkehrsleistung⁠ verursacht wurden.

Verkehrsemissionen belasten Luft und Klima

Der Verkehrssektor wird zur Emissionsberechnung in Stra?en-, Schienen-, Schiffs- und Flugverkehr unterteilt. Treibhausgase und Luftschadstoffe, die durch die verschiedenen Verkehrstr?ger freigesetzt werden, sind: Kohlendioxid, Methan, Lachgas, Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid, flüchtige organische Verbindungen und Feinstaub. Der Emissionstrend wird fast ausschlie?lich durch die Emissionen des Stra?enverkehrs dominiert, welche um die 95 Prozent der Verkehrsemissionen ausmacht. Von 1990 bis 1999 stiegen die Emissionen an, weil Einsparungen durch eine emissionsarme Fahrzeugtechnik durch den weiterhin steigenden Kraftstoffverbrauch überkompensiert wurde. Erst in den Folgejahren erfolgte eine Trendwende die bis etwa zum Jahr 2012 anhielt. In den Jahren 2013 bis 2017 stiegen die Emissionen jedoch mit der ⁠Fahrleistung⁠ wieder an. Erst in 2018 ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr erkennbar. Im Jahr 2018 war der Verkehrssektor für mehr als 19 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich. Hier nicht betrachtet werden Emissionen, die bei der Bereitstellung des Bahnstroms für den Schienenverkehr entstehen. Diese werden dem station?ren Anteil der Energiebranche (Bahnstrom-Kraftwerke) zugeordnet.

 

Industrie

Emissionen aus der Industrie

Rauchende und ru?ende Fabrikschlote sind dank moderner Anlagentechnik sehr selten geworden. Dennoch ist Industrie als Ganzes nach dem Energieindustrie die zweitwichtigste Emissionsquelle.

Industrielle Belastung von Luft und ⁠Klima

Bei der Produktion von Gütern und Waren entstehen Treibhausgasemissionen und Luftschadstoffe. Vor allem die Metallindustrie (z.B. Eisen und Stahl), die Herstellung mineralischer Produkte (z.B. Zement) und die chemische Industrie mit der Herstellung von Grundchemikalien sind dafür verantwortlich.

Von Bedeutung sind die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Lachgas, die sowohl energie- als auch prozessbedingt entstehen k?nnen, wobei die CO2-Emissionen aus Brennstoffen in der Quellgruppe ?Energie“ erfasst werden. Insgesamt waren Industrieprozesse im Jahr 2018 für 7,5 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich, darin enthalten sind auch Emissionen, die aus der industriellen Herstellung und dem Verbrauch von halogenierten Kohlenwasserstoffen und SF6 stammen. Dazu kommen wie bereits erw?hnt 15 Prozent energetisch bedingte Emissionen der Industrie. Die aktuellen Emissionen der klassischen Luftschadstoffe aus Industrieprozessen liegen heute durchweg deutlich niedriger als 1990.

 

F-Gase und L?semittel

L?semittel und fluorierte Verbindungen – Emissionen des Alltags

Viele Produkte und Anwendungen des t?glichen Lebens geben Emissionen ab. Ob D?mmstoffe, Feuerl?scher, Lacke oder Schallschutzfenster: Sie alle verwenden oder setzen Gase frei, die Mensch und ⁠Klima⁠ sch?digen. Die F-Gase machen um die 1,7 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland im Jahr 2018 aus.

Emissionen aus Klimaanlagen und Feuerl?schern

Die Emissionen der fluorierten Verbindungen (F-Gase) und die Emissionen aus L?semitteln sind nicht verwandt und haben dennoch eine gro?e Gemeinsamkeit: Diese Stoffgruppen umfassen jeweils viele verschiedene Einzelgase, die aus sehr unterschiedlichen Quellen emittiert werden. F-Gas-Emissionen fallen in Schaum- und D?mmstoffen, in K?lte- und Klimaanlagen und Feuerl?schger?ten, bei der Aluminium- und Halbleiterproduktion und zum Beispiel in Schallschutzfenstern (SF6) an. L?semittel hingegen kommen in Lacken, Druckfarben oder Klebstoffen vor. Im Jahr 2016 waren die F-Gase und die Emissionen aus L?semitteln und anderen Produktverwendungen mit 1,7 Prozent an den Treibhausgasemissionen in Deutschland beteiligt. Durch die zum Teil sehr gro?e Klimawirksamkeit der F-Gase und die zeitverz?gerte Freisetzung aufgrund unterschiedlicher Anwendungen wird die Bedeutung dieser Emissionen in Zukunft steigen – obwohl sie relativ gesehen derzeit noch einen nur geringen Anteil am ⁠Treibhauseffekt⁠ haben. Die Emissionen der fluorierten Treibhausgase sind eine der Quellen für die in den n?chsten Jahren mit steigenden Emissionen zu rechnen ist.

 

Landwirtschaft

Emissionen aus Stall und Feld

Ackerbau und Viehzucht sind in 2018 für ca. 7,4 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Wiederk?uende Rinder, Mist- und Güllelagerung sowie stark gedüngte Felder setzen die Gase Methan und Lachgas, aber auch Ammoniak frei. Die Landwirtschaft produziert die Grundlagen für unsere Lebensmittelproduktion, unter anderem sind das Getreide, ?lpflanzen (Sonnenblumen, Raps), Fleisch, Milch, Eier und auch die Futtermittel für die Tiere. In steigendem Umfang wird auch ⁠Biomasse⁠ für die Energieerzeugung angebaut.

Landwirtschaftliche Emissionen

Die Landwirtschaft ist neben dem Energiebereich und der Industrie ebenfalls eine wichtige Quelle von Treibhausgasen in Deutschland. Vor allem die Methan- und Lachgasemissionen spielen wegen ihrer hohen Klimawirksamkeit eine entscheidende Rolle: Methan ist danach 25-fach, Lachgas 298-fach klimasch?dlicher als Kohlendioxid. Abgegeben werden die Emissionen in allen Bereichen des landwirtschaftlichen Betriebes: Von den Tieren selbst, von Mist und Gülle, von den Feldern, auf denen Dünger und Gülle ausgebracht wird. Emissionen, die beim Betrieb landwirtschaftlicher Maschinen oder durch das Heizen von St?llen anfallen, werden dem Energiebereich zugerechnet. Durch die Aufschlüsselung der Quellgruppen in m?glichst einheitliche Unterkategorien und durch spezifische Emissionsfaktoren ist das deutsche Landwirtschaftsinventar mittlerweile genauer, als es die internationalen Richtlinien vorgeben.

 

Landnutzung, Landnutzungs?nderung und Forstwirtschaft

In der Biosph?re stellen B?den und deren Vegetation ein komplexes Speichersystem von Kohlenstoff und dessen Verbindungen dar. Bei intensiver Nutzung durch den Menschen und bei der ge?nderten Nutzung der Fl?chen kommt es zu ?nderungen in der Freisetzung oder Einbindung von Kohlendioxid (⁠CO2⁠-Emissionen). Diese Emissionen tragen ebenfalls zum Treibhausgaseffekt bei. Ma?nahmen, die diese zus?tzliche Freisetzung verhindern sollen, richten sich in erster Linie auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der W?lder und bodenschonende Bearbeitungsmethoden im Ackerbau. Eine detaillierte Emissionsübersicht ist unter Daten: Emissionen der Landnutzung, -?nderung und Forstwirtschaft zu finden.

 

Abfall und Abwasser

Mülltrennung gut fürs ⁠Klima

Je weniger Müll auf Deponien verrottet und je weniger Abwasser anf?llt, umso besser für das Klima. Dem Mülltrennmeister Deutschland ist es seit 1990 gelungen, 90 Prozent der deponierten Müllmenge einzusparen: Wertstoffe werden recycelt, Hausmüll aufbereitet, Bioabfall kompostiert und immer mehr Siedlungsabfall energetisch genutzt.

Erfolgsstory Abfallwirtschaft

überall da, wo organisches Material unter Luftabschluss verrottet, entsteht klimasch?dliches Methan. Mülldeponien, Senkgruben und offene Kl?rschlammfaulung sind daher betr?chtliche Emissionsquellen. Wie keinem anderen Bereich ist es der Abfall- und Abwasserwirtschaft jedoch gelungen, durch Umorganisation und gesetzliche Neuordnung die sch?dlichen Emissionen zu vermeiden. 2018 verursachte dieser Bereich nur noch 9,7 Millionen Tonnen CO2-?quivalent-Emissionen – das ist eine Reduktion um fast 75 Prozent seit dem Jahr 1990 mit 38,3 Millionen Tonnen CO2-?quivalent-Emissionen.

Gelungen ist das auch durch konsequente Mülltrennung: Organische Abf?lle werden nicht mehr deponiert, sondern in Kompostierungsanlagen verarbeitet. Verpackungen werden getrennt gesammelt und soweit wie m?glich wieder verwendet, Siedlungsabf?lle werden einer mechanisch-biologischen Behandlung unterzogen und die energetische Nutzung von Reststoffen wurde ausgeweitet. Die Menge der deponierten Siedlungsabf?lle ist von 1990 bis 2005 um mehr als 90 Prozent zurückgegangen.