Eintr?ge von Schadstoffen

Luftschadstoffe k?nnen in der Atmosph?re über weite Strecken transportiert und anschlie?end in ?kosysteme eingetragen werden. Dort wirken sie auf unterschiedliche Weise auf die B?den, sowie auf Pflanzen und Tiere. Für Land?kosysteme stellt der Schadstoffeintrag über die Atmosph?re h?ufig den wichtigsten Belastungspfad dar.

Karten der Schadstoffeintr?ge

Das Umweltbundesamt l?sst regelm??ig eine deutschlandweite Auswertung zur Ermittlung der Schadstoffeintr?ge durchführen. Darin flie?en Daten aus Messnetzen des Bundes und der L?nder ein. Die Daten zum Eintrag von Stickstoffverbindungen sind in einem Kartendienst zug?nglich. ?

Formen des Eintrages

Deposition

Luftschadstoffe wirken nicht nur direkt über die Luft auf ?kosysteme, sondern sch?digen diese auch nach ihrer Ablagerung (Deposition). Sie werden gasf?rmig, als Partikel oder in Niederschlag und Luftfeuchtigkeit gel?st eingetragen.

Nasse Deposition

Den Eintrag von luftgetragenen Schadstoffen in ?kosysteme durch Niederschlag in Form von Regen und Schnee bezeichnet man als nasse Deposition. Die Bestimmung der nassen Deposition erfolgt durch Messungen der Schadstoffkonzentrationen im aufgefangenen Niederschlag. Für den nationalen Depositionsdatensatz werden Messungen der Schadstoffkonzentrationen im Niederschlag aus verschiedenen Messnetzen interpoliert und mit Jahres-Niederschlagsdaten (1 x 1 km2) zu deutschlandweiten Karten des nassen Deposition verknüpft.?

Trockene Deposition

Luftgetragene Partikel und Gase lagern sich auch ohne Regen und Schnee auf B?den, Vegetation und Materialien ab.Wie hoch diese trockene Deposition ist, h?ngt unter anderem von den Eigenschaften des betrachteten ?kosystems bzw. der betrachteten Oberfl?che ab, so h?lt die Kronenschicht von W?ldern Partikel und kleine Tr?pfchen sehr effektiv zurück. Da die trockene Deposition nur an wenigen Messstellen routinem??ig ermittelt wird, werden fl?chendeckend hoch aufgel?ste Daten (1 x 1 km2) mit Hilfe von Modellen berechnet.

Okkulte (feuchte) Deposition

Atmosph?rische Schadstoffe l?sen sich in Nebel- und Wolkentr?pfchen und gelangen mit der Feuchtigkeit in ?kosysteme. ?hnlich wie bei der trockenen Deposition h?ngt die Menge der okkulten Deposition vor allem von der Oberfl?chenbeschaffenheit ab. Zu ihrer fl?chendeckenden Ermittlung werden Landnutzungs- und meteorologische Daten sowie Daten zur Immissionssituation von Schadstoffen kombiniert.

Gesamtdeposition

Die Gesamtdeposition wird durch eine Kombination der r?umlich interpolierten Messungen der nassen Deposition mit der modellierten trockenen und okkulten Deposition ermittelt. Sie liegt r?umlich hoch aufgel?st (1 x 1 km2) und landnutzungsabh?ngig vor.

Aktuelle Luftschadstoffdeposition in Deutschland

Das Umweltbundesamt l?sst im Rahmen von Forschungsvorhaben regelm??ig die Schadstoffeintr?gen aus der Luft in natürliche und naturnahe ?kosysteme ermitteln.
Da die Berechnung der Gesamtdeposition eine umfangreiche Datenaufbereitung und ?modellierung erfordert, stehen die Daten für ein Bezugsjahr erst drei bis fünf Jahre sp?ter zur Verfügung. Gegenw?rtig liegen die Eintragsdaten bis zum Jahr 2007 vor.

Ferner wurde ermittelt, wie sich die ⁠Deposition⁠ bis zum Jahr 2020 entwickeln wird, wenn keine weiteren Minderungsma?nahmen ergriffen werden (⁠Prognose⁠ auf Basis des Current Legislation Szenarios). Um die Eintr?ge zu bewerten, werden sie mit den ?kosystemspezifischen kritischen Eintragsraten (Critical Loads) verglichen.

In den folgenden Grafiken wird angegeben, auf wieviel Prozent der ?kosystemfl?che in Deutschland die kritischen Eintragsraten durch die Deposition unterschritten werden (grün). Für die restlichen Fl?chen wird die H?he der überschreitungen angegeben. Nachhaltig geschützt sind nur Fl?chen, auf denen die Critical Loads unterschritten werden.

Eutrophierung

Balkendiagramm zur überschreitung der ⁠Critical Loads für Eutrophierung⁠ durch Stickstoffeintr?ge auf den kartierten empfindlichen ?kosystemfl?chen in den Jahren 1990 bis 2007. Die Prozentzahl der Fl?chen, auf denen die Critical Loads unterschritten werden, ist von circa 1 Prozent im Jahr 1990 auf circa 22 Prozent im Jahr 2007 gestiegen. Das Ziel ist, dass im Jahr 2010 die Critical Loads auf circa 35 Prozent der Fl?chen unterschritten werden, im Jahr 2020 auf 100 Prozent der Fl?chen. Laut Prognose für das Jahr 2020 wird dies jedoch nur auf knapp 30 Prozent der Fl?chen erreicht werden.

Versauerung

Balkendiagramm zur überschreitung der ⁠Critical Loads für Versauerung⁠ durch S?ureeintr?ge auf den kartierten empfindlichen ?kosystemfl?chen in den Jahren 1990 bis 2007. Die Prozentzahl der Fl?chen, auf denen die Critical Loads unterschritten werden, ist von circa 15 Prozent im Jahr 1990 auf circa 55 Prozent im Jahr 2007 gestiegen. Das Ziel ist, dass im Jahr 2010 die Critical Loads auf circa 83 Prozent der Fl?chen unterschritten werden, im Jahr 2020 auf 100 Prozent der Fl?chen. Laut Prognose für das Jahr 2020 wird dies jedoch nur auf etwa 75 Prozent der Fl?chen erreicht werden.

Schlussfolgerungen

  • Die in der Vergangenheit ergriffenen Emissionsminderungsma?nahmen haben zu einer Verbesserung des Umweltzustandes geführt. Dies betrifft vor allem die Versauerung (Schwefeleintr?ge) in geringerem Umfang auch die Eutrophierung.
  • Mit den bisher vereinbarten Ma?nahmen wird sich der Umweltzustand bis 2020 zwar leicht verbessern. Dennoch werden auch im Jahr 2020 noch immer 70 Prozent der ?kosysteme nicht vor Sch?den durch Luftschadstoffe geschützt sein. Eine Gef?hrdung der biologischen Vielfalt in Deutschland und der damit zusammenh?ngenden ⁠?kosystemleistungen⁠ besteht also unver?ndert. Um irreversible Sch?den zu vermeiden und die Ziele der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu erreichen, müssen also weitere Emissionsminderungsma?nahmen ergriffen werden. Wichtige Ansatzpunkte sind die Landwirtschaft sowie Verkehr und Industrie.
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