Internationale übereinkommen

Atmosph?re, halbe Erdkugel vom Weltall aus gesehenzum Vergr??ern anklicken
Luft kennt keine Grenzen
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Inhaltsverzeichnis

 

Genfer Luftreinhalteabkommen

Das Forum für die internationale Kooperation im Bereich der grenzüberschreitenden Luftverschmutzung ist die Genfer Luftreinhaltekonvention von 1979 (Convention on Long-Range Transboundary Air Pollution). Die beteiligten Staaten haben darin folgende Vereinbarungen getroffen:

  • die Anerkennung, dass weitr?umige grenzüberschreitende Luftverunreinigung sch?digende Auswirkungen auf die Umwelt hat und die Menschen und ihre Umwelt davor zu schützen sind,

  • die Verpflichtung, dass die Vertragsparteien sich bemühen, die Emissionen dieser Luftverunreinigungen zu bek?mpfen,

  • die Einrichtung eines europaweiten überwachungsnetzes,

  • die Einrichtung von Gremien für die weitere Entwicklung und den Vollzug des übereinkommens.

Damit gibt das übereinkommen einen Rahmen für politische Verhandlungen zur Bek?mpfung der Luftverschmutzung für die Staaten Europas, die Nachfolgestaaten der UdSSR, die USA, Kanada sowie die Europ?ische Gemeinschaft (Ratifizierungsstand 9.06.04).

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Protokolle

In der Zwischenzeit wurde das übereinkommen durch acht Protokolle konkretisiert und in spezifische Pflichten für die Mitgliedsstaaten überführt. Das 1. Schwefelprotokoll, das Stickstoffprotokoll, das ⁠VOC⁠-Protokoll, das 2. Schwefelprotokoll und das Multikomponenten-Protokoll (das diese Protokolle abl?sen wird) sind auf die Verminderung der Emissionen von Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxide (NOX), flüchtige organische Verbindungen (NMVOC) und Ammoniak (NH3) gerichtet. Diese Schadstoffe verursachen in wechselnden Kombinationen sauren Regen sowie Gew?sser- und Bodenversauerung, ⁠Eutrophierung⁠ durch Stickstoffeintrag und Sommersmog durch bodennahes Ozon. Daneben gibt es die stoff- und produktbezogenen Protokolle über Schwermetalle (HM) und persistente organische Verbindungen (⁠POP⁠).

 

European Monitoring and Evaluation Programme (EMEP)

Eine Sonderstellung nimmt das EMEP-Protokoll (European ⁠Monitoring⁠ and Evaluation Programme) ein. Es regelt die Finanzierung für das europaweite überwachungsnetz und entsprechender Auswertungen. Grenzüberschreitende Luftverschmutzung wird unter EMEP in einem Netzwerk von über hundert Stationen in 25 Staaten gemessen. Auf der Basis der von den Staaten zur Verfügung gestellten Emissionsdaten stellt EMEP Informationen über den Transport und die Transformation aller relevanten Emissionen in der ⁠Atmosph?re⁠ sowie deren Konzentrationen und Depositionen zur Verfügung. EMEP ermittelt auch den grenzüberschreitenden Transport der Schadstoffe als Schadstoffimport und Exportbilanzen.

 

Berichterstattung

über die Einhaltung des Genfer Luftreinhalteabkommen und der Protokolle haben die Mitgliedstaaten dem für das Abkommen zust?ndigen Genfer ⁠UN⁠/ECE-Sekretariat in regelm??igen Abst?nden zu berichten. Die Berichte werden von einem international besetzten Prüfungsausschuss sehr genau untersucht und bewertet. Die Nichteinhaltung von Anforderungen führt zu unangenehmen Konsequenzen für die Vertragsverletzer.

 

Umweltbeobachtung im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention

Ein Ziel der Genfer Luftreinhaltekonvention ist die Messung von Luftschadstoffen in der ⁠Atmosph?re⁠ und die Beobachtung ihrer Wirkungen auf Mensch, Umwelt und Materialien. Zu diesem Zweck wurden unterschiedliche Umweltbeobachtungsprogramme eingerichtet; an den meisten Programmen ist das Umweltbundesamt direkt beteiligt.

Messung weitr?umig transportierter Luftverunreinigungen im Europ?ischen ⁠Monitoring⁠- und Bewertungsprogramm EMEP

EMEP unterstützt die Genfer Luftreinhaltekonvention durch die Bereitstellung belastbarer Messergebnisse und Modellrechnungen zu atmosph?rischen Konzentrationen, Depositionen und grenzüberschreitendem Transport von Luftverunreinigungen. Weitr?umig transportierte Luftverunreinigungen werden bei EMEP in einem Netzwerk von ca. 130 Stationen in 30 Staaten gemessen. Dabei werden einheitliche Kriterien für Standortauswahl, Messparameter, Messmethoden und Qualit?tssicherung befolgt. Die EMEP Stationen sollen m?glichst fernab von bedeutenden Emissionsquellen liegen und dabei typische regionale Unterschiede repr?sentieren.

Auch Deutschland hat sich zur Mitarbeit bei EMEP im Rahmen der Luftreinhaltekonvention verpflichtet; die Messungen führt das Umweltbundesamt durch. An sechs der sieben Stationen des Luftmessnetzes des Umweltbundesamtes (je zwei Küsten-, Flachland- und Mittelgebirgsstationen), werden Messungen grenzüberschreitend transportierter Luftverunreinigungen für EMEP durchgeführt.?

Umweltbeobachtung und Modellierung im Rahmen der Arbeit der Arbeitsgruppe Wirkungen WGE

Der Arbeitsgruppe Wirkungen (WGE) arbeiten sechs Internationale Kooperativprogramme (ICPs) sowie eine Arbeitsgruppe zu Gesundheitsaspekten von Luftverunreinigungen (Task Force on Health) zu. Bei fünf der ICPs liegt der Schwerpunkt der Arbeit in der langfristigen Messung und Beobachtung von Umweltwirkungen (Monitoring). Das sind die ICPs zur Wirkung von Luftverunreinigungen auf W?lder (ICP Forests), Oberfl?chengew?sser (ICP Waters), Materialien (ICP Materials), Nicht-Wald-Vegetation (ICP Vegetation) und das ICP zur integrierten Umweltbeobachtung (ICP Integrated Monitoring). Ein weiteres ICP befasst sich schwerpunktm??ig mit der modellgestützten Wirkungsbewertung und -kartierung (ICP Modelling and Mapping).

Das Umweltbundesamt unterstützt und koordiniert die Datenlieferungen und andere inhaltliche Beitr?ge Deutschlands. Es ist in der TF Health vertreten und nimmt die Vertretung Deutschlands in der WGE wahr.

ICP Waters, das Internationale Kooperativprogramm zur Bewertung und Beobachtung von Wirkungen von Luftverunreinigungen auf Flüsse und Seen

An den Aktivit?ten des ICP Waters beteiligen sich 18 Europ?ische L?nder, die USA und Kanada. Die Monitoringdaten dienen der Dokumentation der Wirkungen der grenzüberschreitenden Luftverunreinigungen. Sie belegen, dass die internationalen Vereinbarungen zur Minderung der Luftverunreinigung erfolgreich zur Verbesserung des chemischen und biologischen Zustandes der Gew?sser beigetragen haben.

ICP Materials, das Internationale Kooperativprogramm zu Wirkungen auf Materialien, einschlie?lich historischer Bausubstanz und Kulturdenkm?ler

Das ICP betreibt ein europ?isches Netzwerk von Untersuchungsstandorten, an denen unterschiedliche Materialien (derzeit verschiedene Metalle, Naturstein und Glas) den Einflüssen der Atmosph?re ausgesetzt werden, um die Wirkungen von Luftschadstoffen im Zusammenspiel mit natürlichen Faktoren (⁠Witterung⁠) zu untersuchen. Die erhobenen Daten werden zur Ableitung von Dosis-Wirkungs-Beziehungen, zur Dokumentation von Trends der Wirkungen sowie der Wirksamkeit von Luftreinhaltema?nahmen verwendet.

In Deutschland geh?ren zwei Standorte zum Netz des ICP Materials: ein industrienaher Standort in Bottrop (Ruhrgebiet) und ein verkehrsreicher Standort in Berlin. Genauere Informationen zu diesen und den anderen Standorten finden Sie auf der Internetseite des ICP Materials Programms.

ICP Integrated Monitoring (IM), das Internationale Kooperativprogramm zur integrativen Beobachtung der Wirkungen von Luftverunreinigungen auf ?kosysteme

Das Programm ?Integrated Monitoring“ untersucht an verschiedenen Standorten in Europa exemplarisch die Wirkung von (ferntransportierten) Luftschadstoffen auf ?kosysteme. Mit Hilfe umfassender Messungen werden Wasser- und Stoffhaushaltsbilanzen auf der Ebene von Wassereinzugsgebieten erstellt. Diese detaillierten Beobachtungen der Ursache-Wirkungs-Zusammenh?nge flie?en in die Erstellung und Validierung von Simulationsmodellen ein. Die Modelle werden genutzt, um die Auswirkungen zukünftiger Entwicklungen (Ma?nahmen der Luftreinhaltepolitik, Ver?nderung der ⁠Deposition⁠ von Luftschadstoffen, ⁠Klimawandel⁠) zu simulieren und um die Effekte von Luftschadstoffen auf die ?kosystemaren Stoffkreisl?ufe auch an anderen Standorten einzusch?tzen. Das Umweltbundesamt betreibt zwei Integrated-Monitoring-Messstellen in Deutschland

Video-Clips über die ⁠UBA⁠-Messstation Neuglobsow

ICP Modelling and Mapping (M&M), das Internationale Kooperativprogramm zur Modellierung und Kartierung von Critical Loads & Levels sowie von Wirkungen, Risiken und Trends der Luftverunreinigung

Ziele der Arbeit des ICP M&M ist die Bewertung von Schadwirkungen von ferntransportierten Luftschadstoffen auf unterschiedliche Rezeptoren wie z. B. W?lder oder landwirtschaftliche Nutzpflanzen. Die Bewertung erfolgt mit Hilfe von ?kologischen Belastungsgrenzen (Critical Loads & Critical Levels). Das ICP M&M liefert Informationen zum Ausma? und der geografischen Verteilung der Belastung durch Luftschadstoffe in Europa. Diese Informationen erm?glichen es r?umlich differenzierte Luftreinhaltestrategien zu entwickeln und gleichzeitig die Erfolge bei der Umsetzung verabschiedeter Minderungsma?nahmen zu überprüfen.

Task Force on Health, die gemeinsame Arbeitsgruppe der WHO und der CLRTAP zu Gesundheitsaspekten grenzüberschreitender Luftverunreinigungen

Die Task Force on Health (TFH) bewertet die Wirkungen grenzüberschreitender Luftverunreinigungen auf die menschliche Gesundheit aus toxikologischer und umweltepidemiologischer Sicht. Für ihre Arbeit verwendet die TFH Informationen zur Luftqualit?t die von EMEP bereitgestellt werden und sie greift auf die Bewertungen der Gesundheitsgefahren durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück. Neben der gesundheitlichen Bewertung einzelner Luftschadstoffe besch?ftigt sich die TFH auch mit Aspekten des Luftqualit?tsmanagements, wie unter anderem der gesundheitlichen Relevanz von Luftreinhaltepolitiken (regional: EU, nordhemisph?risch: CLRTAP), der Effektivit?t von überwachungs- und Informationssystemen für die ?ffentlichkeit sowie der Qualit?tssicherung. Im Kontext Qualit?tssicherung von Lufthygienemessungen führt das WHO Collaborating Centre for Air Quality Management and Air Pollution Control am UBA seit vielen Jahren ein etabliertes Harmonisierungsprogramm durch, vor allem ausgerichtet auf die Nicht-EU-Staaten der WHO-Region Europa, und seit einigen Jahren in Kooperation mit dem Joint Research Centre (JRC) der Europ?ischen Kommission, das das AQUILA-Netzwerk der nationalen Laboratorien der EU leitet.

ICP Forest, das Internationale Kooperativprogramm zur Bewertung der Wirkungen von Luftverunreinigungen auf W?lder

Ziel des ICP Forests ist die Beobachtung des Waldzustands in Europa. Au?erdem soll das wissenschaftliche Verst?ndnis der Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen beobachteten Sch?den und ?Stressfaktoren verbessert werden. Die atmosph?rische Deposition wird dabei als ein entscheidender Wirkungsfaktor betrachtet. Das ICP stützt sich auf ein einzigartiges Monitoring-Netzwerk von ca. 5000 Untersuchungsstandorten in Europa, an denen die Gesundheit und Vitalit?t der Waldb?ume mit abgestimmten Methoden bewertet werden (sogenannte Level I-Standorte). Zus?tzlich wird an einer geringeren Anzahl von Standorten ein deutlich intensiveres Untersuchungsprogramm durchgeführt (sogenannte Level II-Standorte), das Messung zur atmosph?rischen Deposition und Meteorologie sowie Untersuchungen zur Bodenchemie und Vegetation mit einbezieht.

ICP Vegetation, das Internationale Kooperativprogramm zur Bewertung der Wirkungen von Luftverunreinigungen auf natürliche Vegetation und Nutzpflanzen

ICP Vegetation versteht sich als internationales Forschungsprogramm, das die Wirkungen von Luftverunreinigungen auf landwirtschaftliche und g?rtnerische Kulturen, Waldb?ume und Wildpflanzen untersucht und bewertet. Es befasst sich insbesondere mit den Wirkungen von bodennahem Ozon sowie der atmosph?rischen Deposition von Schwermetallen und Stickstoff auf die Vegetation. Das ICP bezieht Untersuchungen zur Wirkung von kombinierten Stoffeintr?gen (z. B. Ozon und Stickstoff), zu Auswirkungen auf die ⁠Biodiversit?t⁠ und zur Modifizierung der Wirkungen durch den Klimawandel in seine Arbeit ein.

Genfer Luftreinhalteabkommen

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