Geographie der Antarktis

Auf der linken Seite des Bildes sieht man antarktisches Meer, von rechts ragt eine Schelfeisplatte hinein. zum Vergr??ern anklicken
Gewaltige Schelfeisplatten schwimmen auf dem Meer, sind aber an Land mit einem Gletscher verbunden.
Quelle: M. Müller/UBA

Karten der Antarktis k?nnen bei weitem nicht die geographische Vielfalt der Region wiedergeben. Unter dem m?chtigen Eispanzer liegen kilometerhohe Gebirge mit tief zerklüfteten Schluchten verborgen. Mit dem Wechsel der Jahreszeiten bilden sich mit dem Meereis immer wieder neue Küstenlinien - die genaue Fl?che ?ndert sich stetig.

Der Antarktis-Vertrag definiert das gesamte Gebiet südlich 60° südlicher Breite als Antarktis, das hei?t, den Kontinent, die Inseln, die Schelfeisfl?chen und den Ozean. Der Kontinent allein umfasst eine Fl?che von rund 13,5 Mio. km2 und ist damit 37mal so gro? wie Deutschland oder anderthalb mal so gro? wie Europa. Mehr als 99 Prozent des antarktischen Kontinents sind mit Eis bedeckt, das durchschnittlich 2,3 km dick ist.

Das Transantarktische Gebirge trennt den halbkreisf?rmigen ostantarktischen Schild von der Westantarktis mit der Antarktischen Halbinsel. Es erstreckt sich von Victorialand am Rossmeer bis Coats Land am Weddellmeer und ist mit einer L?nge von 3.500 km die fünftl?ngste Gebirgskette der Erde. Die Westantarktis ist von Bergmassiven und ebenen Eisfl?chen mit mittleren H?hen um 2.500 m gepr?gt. Die Ostantarktis, etwa doppelt so gro? wie die Westantarktis, wird von einem gro?en eisbedeckten Hochplateau mit Gipfelh?hen bis zu 4.500 m eingenommen. Die stellenweise mehr als 4.000 m dicke Inlandeisdecke macht die Antarktis zum h?chsten Kontinent der Erde.

Die Antarktis ist das gr??te Sü?wasserreservoir der Welt

70 Prozent des Sü?wassers der Erde sind hier als Eis gebunden und stellen somit das gr??te Sü?wasserreservoir der Welt dar. Ein Abschmelzen der Eiskappe würde den Meeresspiegel um bis zu 60 m ansteigen lassen, was zur überschwemmung zahlreicher dicht besiedelter Küstenregionen, Inseln und von weiten Landstrichen führen würde.

Die h?chste Erhebung der Antarktis ist der Mount Vinson im Ellsworth-Gebirge (4.897 m), der tiefste Punkt liegt im Bentleygraben (2.538 m unter dem Meeresspiegel). In der Antarktis gibt es vulkanisch aktive Gebiete, zum Beispiel Deception Island (vom Meer überflutete Caldera) oder der Vulkan Mount Erebus (3.794 m) auf der Ross-Insel.

Küstenlinien verschieben sich im Wechsel der Jahreszeiten

Der antarktische Kontinent allein hat eine Küstenlinie von 32.000 km. Er ist von einem Ringozean umgeben. Dieses Südpolarmeer wird von einem zirkumpolaren Strom beherrscht. Zwischen 45° und 57° südlicher Breite bildet dieser eine Front – die antarktische Konvergenz – aus, entlang der das w?rmere Meerwasser aus den n?rdlich gelegenen gem??igten Breiten auf die kalten Wassermassen des Südpolarmeers trifft.

Im Winter bildet sich um die Antarktis herum ein breiter Gürtel aus Meereis, wodurch sich ihre Fl?che etwa verdoppelt und die Küstenlinie des Gebietes sich stetig ?ndert. Im Sommer taut dieses Meereis wieder, die Eisgrenze wandert also im Verlauf eines Jahres nach Norden und wieder zurück.

Viele Eisschollen schwimmen auf dem arktischen Meer.
Im antarktischen Winter bildet sich um den Kontinent ein breiter Gürtel aus Meereis.
Quelle: M. Müller/UBA