Besiedlung

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Inupiat-Familie
Quelle: George R. King / National geographic magazine

Die Besiedlung der Arktis begann bereits in der Steinzeit. Damals herrschten weitaus freundlichere Klimabedingungen in der Region. Heute leben im riesigen Gebiet um den Nordpol bis zu vier Millionen Menschen. Diese haben sich an die teilweise lebensfeindlichen Bedingungen im hohen Norden angepasst.

Inhaltsverzeichnis

 

Besiedlung bereits in der Steinzeit

?Es sind heutzutage viele Menschen so von der Gr??e unserer Zeit erfüllt, dass sie meinen, die t?glich von uns gemachten Fortschritte und Erfindungen stellten die begabte wei?e Rasse hoch über alle anderen. Diesen vielen w?re es dienlich, sich einmal die Entwicklung des Eskimovolkes gründlich klarzumachen und sich die Ger?te und Erfindungen anzusehen, die dieses Volk geschaffen hat, um sich in einer so kargen, feindlichen Natur seinen Lebensunterhalt zu erwerben.“

Fridtjof Nansen (1861 - 1930), norwegischer Polarforscher?

Die arktischen Landmassen werden – im Gegensatz zur Antarktis – bereits seit Jahrtausenden von verschiedenen Naturv?lkern dauerhaft bewohnt. In den sibirischen Regionen l?sst sich die Besiedelungsgeschichte bis in die Steinzeit zurückverfolgen: Felsbilder von Mammuts in der N?he der Laptew-See konnten auf die Zeit um 25.000 vor Chr. datiert werden. Vermutlich gab es w?hrend der letzten Eiszeit mehrere Wanderungswellen, in denen die Steinzeitv?lker Sibiriens über die damals trocken liegende Beringstra?e in den nordamerikanischen Teil der Arktis einwanderten und von dort aus auch schlie?lich den Norden Gr?nlands besiedelten. Diese Regionen waren w?hrend der Eiszeit zu trocken für gro?fl?chige Vereisungen und auch nach der Eiszeit herrschte in der Arktis ein relativ mildes ⁠Klima⁠, das ausreichende Bedingungen für eine Besiedelung und Verbreitung bot.

Die bisher letzten bedeutenden Einwanderungswellen in der Arktis gingen ab dem 6. Jahrhundert nach Chr. haupts?chlich von Europa aus. Allen voran trugen die Wikinger Skandinaviens ab dem 9. Jahrhundert zur Besiedlung bei, indem sie Island und Gr?nland bev?lkerten. Zu dieser Zeit war es aufgrund warmer Klimabedingungen sogar m?glich, in Gr?nland Ackerbau zu betreiben.

Mit der Kleinen Eiszeit zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert wuchsen die Gletscher auf der Nordhalbkugel jedoch stark an und die Siedlungsfl?che ging zurück. Erst die systematischen Entdeckungsfahrten ab dem 16. Jahrhundert brachten wieder fremde Menschen in die Arktis und weckten neue Begehrlichkeiten: die wirtschaftliche Nutzung der arktischen Meere – insbesondere durch Walfang – und Ausbeutung der Ressourcen durch Bergbauaktivit?ten.?

 

Die derzeitige Situation

In der Arktis leben heute etwa zwei bis vier Millionen Menschen. Die Zahlen k?nnen nur schwer genauer eingegrenzt werden, da sie je nach Definition der Arktisregion und somit der zugeh?rigen Landesteile der Anrainer variieren. Geht man von vier Millionen Menschen aus, so geh?ren 12,5 Prozent den verschiedenen Gruppen der indigenen V?lker an.

Die ethnische Zusammensetzung ist sehr vielf?ltig, ?unterschieden wird unter anderem in Inuit, Aleuten, Athabasken, Samen, Tschuktschen, Kalaallit, Lappen und viele weitere, die sich auf die verschiedenen L?nder verteilen. Allein auf russischem Arktisgebiet leben ca. 40 unterschiedliche Volksgruppen – beispielsweise die Nenzen, die Jakuten und die Ewenken.

Fast 90 Prozent der gr?nl?ndischen Bev?lkerung sind indigenen Ursprungs. In anderen Regionen der Arktis stellen Indigene jedoch überwiegend Minderheiten mit weiter rückl?ufigem ⁠Trend⁠ dar.

 

Fortschreitende Urbanisierung

Insgesamt l?sst sich aufgrund wirtschaftlicher Bedingungen ein ⁠Trend⁠ zur Abwanderung in urbane Gebiete feststellen. Ein gro?er Teil der arktischen Bev?lkerung lebt in St?dten, da hier vor allem wichtige Versorgungsangebote wie Nahrungsmittel, ?rztliche Versorgung, Bildung und Besch?ftigung sichergestellt werden. Es gibt starke regionale Differenzen bezüglich der Siedlungsstruktur. Die Bev?lkerungsdichte in den zur Arktis geh?renden Teilen von Alaska und Kanada sowie in Gr?nland ist weitaus geringer als in den arktischen Gebieten Skandinaviens oder Russlands.

Die bev?lkerungsreichste Stadt der Arktis ist Archangelsk in Russland mit etwa 350.000 Einwohnern, dicht gefolgt von dem ebenfalls russischen Murmansk mit etwa 300.000 Einwohnern. Die gr??te arktische Stadt Nordamerikas dagegen ist Barrow (Alaska) mit etwa 4.000 Bewohnern.

Die gr??eren Siedlungen und St?dte befinden sich zumeist in der N?he der Küste auf eisfreien Gebieten und sind untereinander mit einem Stra?ennetz verbunden. Das Verkehrssystem ist jedoch nicht fl?chendeckend ganzj?hrig nutzbar, da bedingt durch die saisonalen Vereisungs- und Auftauzyklen auch die Infrastruktur beeinflusst wird. Aus diesem Grund existiert auch kein nennenswertes Schienennetz, aber die Küsten- und Flussschifffahrt sowie der Flugverkehr spielen eine bedeutende Rolle. In dünn besiedelten Gebieten kommen nach wie vor Hunde- und Rentierschlitten zum Einsatz.

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 Klimabedingungen  Urbanisierung  Indigene Bev?lkerung  Arktis  Besiedlung