Arktischer Rat

Weltkarte die Mitglieder und Beobachter des Artkischen Rats veranschaulichtzum Vergr??ern anklicken
Mitglieder und Beobachter im Arktischen Rat
Quelle: ColdWarCharlie / wikimedia commons

Der Arktische Rat ist das einzige multilaterale Gremium, das sich ausschlie?lich mit der Arktis befasst. Er ist die ma?gebliche Institution für künftige Ma?nahmen im Umweltschutzbereich. Deutschland ist einer der Beobachterstaaten im Arktischen Rat.

Der Arktische Rat (engl.: Arctic Council) wurde 1996 in der kanadischen Hauptstadt Ottawa gegründet und ist das einzige zwischenstaatliche Forum für Themen der Arktis. Ein zentrales Anliegen des Arktischen Rates ist die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten zu den Themen Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung der arktischen Gebiete. Daneben besch?ftigt sich der Rat aber auch mit politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Aspekten in der Region. Das Gremium koordiniert unter Mithilfe der indigenen Bev?lkerung und externer Staaten die Zusammenarbeit der Anrainer, identifiziert ?kologische Bedrohungen und formuliert Empfehlungen.

Die Mitglieder setzen sich aus den fünf Anrainerstaaten des Arktischen Ozeans, D?nemark (für Gr?nland/F?r?er-Inseln), Norwegen (für Spitzbergen), Russland, USA und Kanada und den drei Nicht-Anrainern Island, Schweden und Finnland zusammen. Entscheidungen im Rahmen des Arktischen Rates k?nnen nur durch diese acht Mitgliedsstaaten getroffen werden. Hinzu kommen zw?lf externe, sogenannte Beobachterstaaten (Deutschland, Spanien, Frankreich, Vereinigtes K?nigreich, Niederlande, Polen, China, Italien, Japan, Indien, Singapur, Südkorea). Eine Sonderrolle nehmen die Vertretungen der indigenen Bev?lkerung der arktischen Region als sogenannte ?St?ndige Teilnehmer“ ein. Die Dachorganisationen der Urbev?lkerung sind: ?

  • der Arktische Athabaskische Rat,?
  • die Aleutische Internationale Vereinigung,?
  • der Internationale Rat der Gwich’in,?
  • der Zirkumpolar-Rat der Inuit,?
  • die Russisch-Arktischen indigenen Menschen des Nordens sowie?
  • der Samische Rat.

Die indigenen Volksgruppen des Nordpolargebietes werden in die Arbeiten des Arktischen Rates mit einbezogen. Ein Gro?teil ihrer Arbeitsgruppen (SAAMI Council (Nord- und Westrussland), Inuit Circumpolar Conference (USA, Kanada, Gr?nland und Russland), Association of Indigenous Minorities of the North, Siberia and the Far East of the Russian Federation) werden durch das Sekretariat der indigenen Menschen (Indigenous Peoples Secretariat) repr?sentiert.?
Seit 2013 gibt es ein ?St?ndiges Sekretariat“ des Arktischen Rates in Troms? (Norwegen).

Die wesentliche Aufgabe des Arktischen Rates ist die Umsetzung der Arktischen Umweltschutzstrategie (Arctic Environmental Protection Strategy, AEPS). Diese Strategie wurde 1991 auf der ersten Ministerkonferenz in Rovaniemi (Finnland) von den fünf arktischen Staaten zusammen mit Island, Finnland und Schweden entwickelt, um ein Diskussions- und Kooperationsforum für ?kologische Probleme der Arktis zu schaffen. Die AEPS ist rechtlich unverbindlich und hat folgende Aufgaben und Ziele:?

  • Schutz der arktischen Umwelt,
  • Hilfe im Falle von Umweltkatastrophen,?
  • Absch?tzung von Umweltfolgen und Entwicklungen,
  • überwachung / ⁠Monitoring⁠ der arktischen Umwelt.

Der Abschluss von zwei v?lkerrechtlichen Abkommen (anknüpfend an die AEPS) st?rkt die Bedeutung des Arktischen Rats und zeigt, dass im Rahmen dieses Zusammenschlusses auch international verbindliche Regelungen gezielt für die Arktis erarbeitet werden k?nnen:

Zur Umsetzung seiner Aufgaben setzt der Arktische Rat Arbeitsgruppen und Unterarbeitsgruppen ein. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden auf den zweimal j?hrlich stattfindenden Ministertreffen der Vertreter der Mitgliedstaaten im Arktischen Rat diskutiert. Au?erdem werden künftige Aktivit?ten des Rates koordiniert und Vorschl?ge der arktischen Staaten oder st?ndigen Teilnehmer aufgegriffen. Beobachterstaaten werden zu den Treffen eingeladen, dürfen sprechen und Dokumente einbringen.?