Konzepte und Ma?nahmen zum Schutz der Arktis

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Eisbedeckte Berglandschaft auf Gr?nland
Quelle: nikolas_jkd / Fotolia

Ebenso wie die Ursachen der Sch?digung der arktischen Umwelt lokaler und globaler Natur sind, müssen sowohl vor Ort als auch weltweit Ma?nahmen zum Schutz der Arktis gefunden und umgesetzt werden. Dies liegt nicht nur in den H?nden einiger weniger - jeder Mensch kann etwas zum Erhalt des einzigartigen ?kosystems im hohen Norden beitragen.

Inhaltsverzeichnis

 

Hohe Umwelt- und Sicherheitsstandards bei allen wirtschaftlichen Aktivit?ten

Anders als die Antarktis ist die Arktis nicht vor der wirtschaftlichen Ausbeutung ihrer natürlichen Rohstoffe umfassend v?lkerrechtlich geschützt. Das Rohstoffpotential der Arktis ist enorm, wenngleich auch der Abbau mineralischer Ressourcen und die F?rderung fossiler Brennstoffe gro?e Sicherheits- und Umweltrisiken mit sich bringen. Die Nutzung der natürlich vorkommenden Ressourcen hat für die im hohen Norden lebenden Menschen eine wichtige Bedeutung – sei es zur eigenen Versorgung (wie beispielsweise Fischfang und Jagd), als Einnahmequelle des Staates (?l- und Gasf?rderung) oder der Schaffung und Erhaltung von Arbeitspl?tzen.

Deutschland selbst bezieht einen Gro?teil seiner Erd?l- und Erdgasimporte aus Norwegen und Russland, die auf der Suche nach lukrativen ?l- und Gasfeldern zunehmend in die Arktis vordringen.?

Für alle wirtschaftlichen Aktivit?ten sollte gem?? dem Vorsorgeprinzip die Beachtung h?chster Umwelt- und Sicherheitsstandards das Ma? der Dinge sein. Dazu geh?ren insbesondere auch der Einsatz modernster, umweltfreundlicher Technik und die Einhaltung hoher Sicherheitsstandards.

Für den Arktischen Ozean müssen Mechanismen und Pl?ne für den Katastrophenschutz etabliert werden, die trotz extremer klimatischer Bedingungen für die wirkungsvolle Eind?mmung von Havariefolgen herangezogen werden k?nnen. Hierfür ist eine eigene Arbeitsgruppe des Arktischen Rates zust?ndig (Emergency Prevention, Preparedness and Response Working Group (EPPR)), die beispielsweise ein Abkommen der Arktischen Staaten über die Zusammenarbeit im Fall einer ?lverschmutzung der Meere sowie zur Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr einschlie?lich entsprechender Verhaltensrichtlinien auf den Weg gebracht hat.?

Mit der zunehmenden Schifffahrtstauglichkeit polarer Meeresgebiete geht die Forderung nach modernen Schiffen einher, die weniger Abgase emittieren, von denen aus weniger Abf?lle in die Meeresumwelt abgeben werden und die unter strengen Sicherheitsstandards operieren. Hierfür wurde der Polar Code (International Code for Ships Operating in Polar Waters) durch die Internationale Seeschifffahrts-Organisation verabschiedet, der Anfang 2017 in Kraft treten soll. Dieser enth?lt einerseits verpflichtende Regelungen im Hinblick auf die Schiffssicherheit, wie zur Konstruktion und Sicherheitsausstattung der Schiffe, Qualifikation der Mannschaft, Such- und Rettungseins?tzen, unter dem SOLAS-übereinkommen (International Convention for the Safety of Life at Sea) sowie zum Umweltschutz unter dem MARPOL-übereinkommen (International Convention for the Prevention of Pollution from Ships). Neben verpflichtenden Regelungen beinhaltet der Polar Code auch Empfehlungen. So konnte zwar kein generelles Verbot von Schwer?l – wie es seit 2011 in der Antarktis existiert – verpflichtend durchgesetzt werden. Es wird aber dazu angeregt, auch in der Arktis kein Schwer?l zu nutzen oder zu transportieren. Unabh?ngig davon k?nnen Anrainer ?eigene Regelungen für ihre Meeresgebiete erlassen. Ein Schwer?lverbot gilt beispielsweise in gro?en Teilen um Spitzbergen, das zu Norwegen geh?rt.

 

Schutzgebiete als wertvolles Instrument

Zur Bewahrung der biologischen Vielfalt und dem Erhalt des ?kosystems ist die Einrichtung von Schutzgebieten von gro?em Wert. Umweltschutzorganisationen fordern in den letzten Jahren verst?rkt ein gro?r?umiges Schutzgebiet und ein Moratorium für industrielle Nutzungen durch die ?lindustrie und Fischerei im Bereich der Hohen See des Arktischen Ozeans (Schutzgebiet ?Hohe Arktis“). Im Juni 2016 scheiterte zuletzt die Ausweisung eines arktischen Meeresschutzgebietes im Geltungsbereich des OSPAR-Vertrages am Veto dreier Arktisanrainer. (Bei?OSPAR?handelt es sich um ein übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt im Nordostatlantik, die exekutive Kommission besteht aus 15 europ?ischen Regierungen – darunter auch Deutschland – und der EU.)

Unter den gegebenen Bedingungen ist es eher realistisch, kleinere Regionen unter Schutz zu stellen und in einem Netzwerk miteinander zu verknüpfen. Die Ausweisung dieser Gebiete in der Arktis muss jedoch gr??tenteils durch die Anrainerstaaten selbst erfolgen. Die Arbeitsgruppe des Arktischen Rates zum Schutz der Arktischen Meeresumwelt ?(Protection of the Arctic Marine Environment, PAME) hat sich mit der Thematik eines Netzwerkes aus Meeresschutzgebieten auseinandergesetzt und 2015 ein?Rahmenwerk zur Ausweisung mariner Schutzgebiete?herausgegeben.?

 

Anspruchsvolle Umweltstandards für den Tourismus

Auch bei der wirtschaftlichen Nutzung der Arktis durch den Tourismus muss der Umweltschutz einen hohen Stellenwert erhalten. Noch unberührte Gebiete der Arktis sollten in ihrer Natürlichkeit und Ursprünglichkeit bewahrt und nicht touristisch erschlossen werden. Allen Besuchern muss die Bedeutung des ?kosystems und seine Empfindlichkeit bewusst gemacht werden. Besucherrichtlinien helfen, umweltbewusstes Verhalten zu vermitteln und Sch?den an der Natur zu vermeiden. Ebenso wie in der Antarktis kommt ein gro?er Teil der Besucher mit dem Schiff in diese Region. Viele Reiseveranstalter haben sich zum Verband der Arktischen Expeditionskreuzfahrt-Veranstalter (Association of Arctic Expedition Cruise Operators, AECO) zusammengeschlossen, der sich für hohe Umweltstandards bei Reisen in die Arktis einsetzt. Auch die Arbeitsgruppe des Arktischen Rates zum Schutz der Arktischen Meeresumwelt ?(Protection of the Arctic Marine Environment, PAME) hat sich mit der Thematik auseinandergesetzt und im Rahmen des Arktischen Meerestourismus Projektes (Arctic Marine Tourism Project, AMTP) 2015 einen?Richtlinienkatalog?über vorbildliche Verfahren im arktischen Schiffstourismus herausgegeben.?

 

Globaler Klimaschutz

Doch auch jede und jeder, der nicht selbst in der Arktis lebt, arbeitet, forscht oder die Region als Tourist besucht, kann etwas für den Erhalt dieses einmaligen ?kosystems tun. Allgemeine Klimaschutzma?nahmen sind für den Schutz der Arktis von gro?er Bedeutung: Alle?Ma?nahmen, die für den internationalen ⁠Klimaschutz⁠ getroffen werden – beispielsweise die Reduktion der Emissionen durch die Verbrennung fossiler Energietr?ger – kommen letztendlich auch der Arktis zu Gute.

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 Umweltstandards  Sicherheitsstandards  Polar Code  Schutzgebite  Nachhaltiger Tourismus  Klimaschutz