Flora und Fauna der Arktis

Eisb?r in der arktischen Tundrazum Vergr??ern anklicken
Eisb?r in der arktischen Tundra
Quelle: chbaum / Fotolia

Mit der Arktis assoziieren wir automatisch das Bild des Polarb?ren auf dem Eis. Doch die Tier- und Pflanzenwelt am n?rdlichen Ende der Welt hat weit mehr zu bieten: Riesige Tundrengebiete von blühenden Pflanzen und mehrere tausend Tierarten. Besonders w?hrend der frühen Sommermonate, wenn auch die Zugv?gel in ihre arktischen Verbreitungsgebiete zurückkehren, wimmelt es von Leben.

Inhaltsverzeichnis

 

Angepasste Lebewesen

Trotz extrem lebensfeindlicher Bedingungen sind in der Arktis – im Vergleich zur Antarktis – viele verschiedene Pflanzen und Tiere beheimatet. Alle Lebewesen dort haben sich an die widrigen Umst?nde angepasst: niedrige Temperaturen und starke Temperaturunterschiede, wenig Sonneneinstrahlung bis hin zu monatelangen Dunkelperioden, kurze Vegetationsperioden und niedrige Reproduktionsraten, Permafrostb?den und extreme Wetterereignisse.?

 

Die Pflanzenwelt der Arktis

Das Gebiet um den Nordpol wird auch Polarwüste oder Hocharktis genannt und zeichnet sich durch permanenten Frost aus. An Land sind in den hohen Breiten nur etwa fünf Prozent der Bodenfl?che bewachsen – vornehmlich mit Kr?utern, Moosen und Flechten. Einen relevanten Anteil der Prim?rproduktion dieser kargen Region wird durch im Meereis lebende Bakterien und Algen beigetragen.

In südlicher Richtung schlie?t sich an die Polarwüste die sogenannte K?ltesteppe oder auch Tundra an. Der Permafrostboden in diesen Gebieten l?sst je nach Niederschlagsmenge und Jahresmitteltemperatur Flechten, Moose, Gr?ser und Zwergstr?ucher wachsen. Noch weiter südlich sind in der Waldtundra bereits B?ume zu finden, die allerdings teilweise einen krüppelhaften Wuchs aufweisen und nur vereinzelt in der Landschaft stehen.

Insgesamt existieren in der Arktis etwa 5.900 Pflanzenarten. Sie haben sich an die extremen Bedingungen angepasst und sind anf?llig für St?rungen und Ver?nderungen des ?kosystems.

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Nicht nur Eisb?ren

Müsste man für die Arktis ein Wappentier bestimmen, so würde man zweifellos den Eisb?ren ausw?hlen. Die wei?en B?ren haben hier ihr einziges natürliches Verbreitungsgebiet und sind die gr??ten an Land lebenden Raubtiere der Welt. M?nnliche Tiere wiegen im Durchschnitt ?etwa eine halbe Tonne und erreichen eine Schulterh?he von etwa 160 cm. Die Weibchen sind mit einem Gewicht von 150 bis 300 kg kleiner und leichter. Eisb?ren sind die Top-Pr?datoren der Arktis. Für die Jagd auf Robben, die Aufzucht der Jungtiere und sogar für die Fortbewegung sind die B?ren auf Meereis angewiesen – sie sind daher besonders anf?llig für das Abschmelzen der Eisdecke auf dem Nordpolarmeer.

Der Eisb?r mag zwar das berühmteste Tier der Arktis sein, aber bei weitem nicht das einzige: An Land leben sch?tzungsweise 6.000 Tierarten. Mehr als die H?lfte der Tierarten sind Insekten – S?uger sind mit einer Zahl von 75 Arten vergleichsweise gering vertreten. Dazu z?hlen neben den bereits erw?hnten Eisb?ren auch Polarw?lfe, Polarfüchse, Vielfra?e, Schneehasen, Lemminge, Moschusochsen, Karibus und Rentiere. In der Arktis sind 240 Vogelarten beheimatet – insbesondere w?hrend der Sommermonate, wenn zahlreiche Zugvogelarten in den hohen Norden kommen, um zu brüten, ist das Gebiet ein wahres Paradies für Ornithologen. Enten, G?nse, Schw?ne, M?wen, Skuas, ?Lummen, Schneehühner, Krabbentaucher, die Schnee-Eule und noch viele weitere sind im hohen Norden anzutreffen.?

Im Meer tummeln sich Ringel- und Bartrobben, Walrosse und verschiedene Walarten, wie der charismatische Narwal mit seinem 4 bis 5 Meter langen Sto?zahn. Zudem sind Gr?nlandhai, der Polardorsch, die arktische ?sche, der Wei?lachs, Kabeljau, Heilbutte, Lachse, Plattfische, Wirbellose und Krebstiere in der Arktis zu finden. Viele dieser Arten sind bereits jetzt durch den ⁠Klimawandel⁠ und dessen Folgeerscheinungen in ihrem Fortbestehen beeintr?chtigt.

Sowohl für die ⁠Fauna⁠, als auch für die ⁠Flora⁠ gilt: Die Artenvielfalt nimmt in Richtung Norden immer weiter ab.

 

Vielf?ltige überlebensstrategien

Um den extremen Bedingungen im hohen Norden zu trotzen, haben die meisten Tierarten besondere überlebensstrategien entwickelt. Hierzu z?hlt – insbesondere bei den S?ugetieren – ein spezieller K?rperbau: Im Vergleich zum K?rpervolumen haben Tiere wie der Polarfuchs oder der Moschusochse eine relativ kleine K?rperoberfl?che und kurze Extremit?ten, um die W?rmeabgabe so gering wie m?glich zu halten. Zus?tzlich lagern viele Tiere dicke Fettschichten unterhalb der Haut zur Isolierung gegen K?lte an. S?ugetiere an Land verfügen über ein dichtes Unterfell, das die Funktion eines isolierenden Luftpolsters zwischen Haut und Umgebung übernimmt. V?gel haben hierfür besonders zahlreiche Daunenfedern. Unter seinem hell gef?rbten Fell hat der Eisb?r zum Beispiel eine schwarze Haut. Sonnenstrahlen werden über die Haare zur Haut geleitet und helfen, den K?rper zu w?rmen. Auch das Auftreten im Pulk schützt einzelne Tiere verl?sslich vor Auskühlung, so stehen Moschusochsen bei starker K?lte oftmals dicht beieinander, um sich gegenseitig zu w?rmen.

Andere, wie das Karibu wandern auf der Suche nach Nahrung jahreszeitenbedingt enorme Strecken. Der arktische Ziesel, eine Erdh?rnchenart, hat eine andere ⁠Anpassungsma?nahme⁠: ?w?hrend der k?ltesten Monate h?lt er Winterschlaf. Dabei sinkt seine K?rpertemperatur unter den Nullpunkt – dennoch gefriert sein Blut nicht. ?hnliches ist bei einigen polaren Fischarten der Fall. Der Gefrierpunkt des Blutes liegt dank einer besonderen Beschaffenheit des Serums niedriger als der des umgebenden Wassers.

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