Geographie der Arktis

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Blick auf die Arktis
Quelle: NASA/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio; Blue Marble Next Generation data courtesy Reto Stockli (NASA/GSFC)

Beim Gedanken an die Arktis tauchen vor dem inneren Auge automatisch Bilder von scheinbar endlosen Schnee- und Eislandschaften auf, die von einsamen Eisb?ren durchwandert werden. Dabei ist die Arktische Landschaft eigentlich vielf?ltiger als man denkt: An die Hohe Arktis im Norden schlie?en sich südlich Gebirge, bewachsene Hügellandschaften und Tiefebenen an, die sich über fünf Staaten verteilen.

Inhaltsverzeichnis

 

Keine klare Grenze nach Süden

Die Arktis als Region ist in ihren Grenzen nicht eindeutig definiert. Das Nordpolargebiet umfasst das Nordpolarmeer – auch Arktischer Ozean genannt – und die n?rdlichen Landesteile der Kontinente Nordamerika (Alaska und Kanada), Europa (Skandinavien) und Asien (Russland).

Für die Abgrenzung der Arktis nach Süden gibt es verschiedene Ans?tze: Die ?lteste und eine tats?chlich veraltete Methode ist die Eingrenzung der Arktis als Gebiet n?rdlich des arktischen Polarkreises – diese deckt sich jedoch nicht mit der klimatischen Zone und wird daher kaum noch benutzt. Ein vegetationsgeografischer Ansatz zur Definition der Arktisregion ist die n?rdliche Baumgrenze – demzufolge geh?ren zur Arktis diejenigen Landgebiete im hohen Norden, in denen nur noch Tundra, (also keine hochwachsenden Pflanzen) existiert. Klimatisch kann die Arktis anhand der 10° Juli-Isotherme eingegrenzt werden: einer imagin?ren Linie, n?rdlich derer selbst im w?rmsten Monat des Jahres im mehrj?hrigen Durchschnitt die monatliche Mitteltemperatur unter 10oC liegt. Die Juli-Isotherme stimmt übrigens relativ gut mit der Baumgrenze überein. Demnach w?re die Arktis etwa 20 Millionen Quadratkilometer gro?.

Darüber hinaus gibt es anthropogene Grenzlinien, die je nach Zweck einen unterschiedlichen Verlauf nehmen. So ziehen die unterschiedlichen Arbeitsgruppen des Arktischen Rates auch unterschiedliche Grenzen. Die AMAP-Arbeitsgruppe (Arctic Monitoring and Assessment Program) bezieht sich beispielsweise in ihrer Definition der Arktisregion auf Salz- und Sü?wassergebiete, die im Rahmen der Arbeitsgruppe untersucht werden. Die gr??te Ausdehnung hat die Arktis im Rahmen des Arctic Human Development Report: Hier wird die Grenze zur Bewertung menschlicher Entwicklungen gezogen. Demnach umfasst die Arktis eine Fl?che von über 40 Millionen Quadratkilometer, was etwa acht Prozent der Erdoberfl?che insgesamt ausmacht.

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Der flachste Ozean der Welt

Der Arktische Ozean selbst ist etwa 15,5 Millionen Quadratkilometer gro? und durchschnittlich 1.200 Meter tief und damit der flachste Ozean der Welt. Der geographische Nordpol liegt inmitten des Ozeans, der an dieser Stelle über 4.000 Meter tief ist. Dort ist das Meer noch ganzj?hrig mit einer meterdicken Packeisdecke überzogen.

Das Nordpolarmeer ist über die Beringstra?e zwischen Russland und Alaska mit dem Pazifik und zwischen Gr?nland und Spitzbergen mit dem Atlantik verbunden. Bekannte Nebenmeere des Arktischen Ozeans sind beispielsweise die Barentssee, die Hudson Bay, die Laptewsee, das Europ?ische Nordmeer oder die Karasee. Die gro?en Festlandflüsse Ob, Lena, Yenissey, Yukon und Mackenzie speisen den Arktischen Ozean.

Teile des Nordpolarmeeres – vor allem um den Nordpol herum – sind noch ganzj?hrig von Eis bedeckt, dessen Ausbreitung saisonalen Schwankungen unterliegt (mehr dazu finden Sie auf der Seite ?Klima der Arktis“). Ihre minimale Ausdehnung hat die Eisfl?che gew?hnlich im September, das Maximum wird etwa im M?rz erreicht. Im Zentralen Bereich erreicht das mehrj?hrige Eis eine durchschnittliche Dicke von 3,5 Metern. Bedingt durch die Meeresstr?mungen ist die Eisdecke allerdings kein starres Gebilde, sondern kann rei?en oder brechen und sich zu 30 Meter hohen Pressungen auftürmen, die Packeis genannt werden.

 

Vielfalt der arktischen Landschaft

Schnee und Eis bedecken besonders in der Hohen Arktis noch ganzj?hrig einen Teil der Land- und Meeresgebiete, wohingegen in südlicheren Breiten das Eis w?hrend der Sommermonate taut. Die Landgebiete in der Arktis erstrecken sich über eine Küstenl?nge von ca. 45.400 Kilometern.

Die arktische Landschaft ist vielf?ltig: Man findet Gebirge, Gletscher, weite Hügellandschaften, Sümpfe, Wiesen und Tiefebenen. Der Gunnborn Fjeld im Osten Gr?nlands ist mit etwa 3.700 Metern H?he der h?chste, rein arktische Gebirgszug. Der h?chste Gipfel der Arktis ist gleichzeitig der h?chste Berg Nordamerikas: Der Denali (bis 2015 Mount McKinley genannt) mit knapp 6.200 Metern H?he.

Feuchtgebiete machen etwa 70 % der Landmassen aus und sind ein wichtiger Lebensraum für Zugv?gel und andere Tiere.

 

Hell und Dunkel – im Halbjahresrhythmus

Die Arktis wird stark vom Polartag und von der Polarnacht beeinflusst. W?hrend des Polartages in den Sommermonaten sinkt die Sonne nicht unter den Horizont. Direkt am Nordpol dauert der Polartag von April bis September. Je weiter man sich von dort dem n?rdlichen Polarkreis n?hert, verkürzt sich die Zeit, in der die Sonne st?ndig zu sehen ist. Daher dauert der Polartag im norwegischen Troms? ?etwa von Ende Mai bis Ende Juli. Andersherum verh?lt es sich mit der Polarnacht: W?hrend dieser Zeit bleibt die Sonne stets unter dem Horizont und hüllt die Arktis mehr oder weniger in Dunkelheit.

 

Teilweise ungekl?rter politischer Status

Die Arktis umfasst Teile der Staatsgebiete der Anrainerstaaten D?nemark (Gr?nland), Norwegen, Russland, Kanada und den USA. Die Küstenlinie zum Nordpolarmeer ist mehr als 45.000 km lang. Jeder Küstenstaat hat begrenzte Kontrolle über die Wasserfl?che des Meeres, das an das jeweilige Küstenmeer angrenzt und übt dort souver?ne Rechte aus. Dieser Bereich wird als Ausschlie?liche Wirtschaftszone bezeichnet und erstreckt sich über eine Breite von 200 Seemeilen (= 370km) beginnend bei der Basis-Küstenlinie. Gleiches gilt für den sogenannten Festlandsockel: Dieser erstreckt sich über die gleiche Breite über den Meeresboden und dessen Untergrund. Der Nordpol selbst ist demnach nicht ?in Besitz“ eines Staates sondern befindet sich im Bereich internationaler Gew?sser, da weite Teile um den Nordpol so weit vom Festland entfernt sind, dass kein Staat einen Anspruch darauf erheben kann.?

Laut?Seerechtsübereinkommen?k?nnen die Anrainer innerhalb von zehn Jahren nach Ratifizierung des Vertrages, Ansprüche auf eine Ausweitung ihres Festlandsockels stellen. Aufgrund dieser Regelung beantragten Norwegen, Russland, Kanada und D?nemark eine solche Ausweitung ihres Gebietes (da die USA dem Seerechtsübereinkommen bisher nicht beigetreten sind, wurde von dieser Seite auch kein Antrag gestellt). Dafür ist nachzuweisen, dass der Kontinentalschelf des jeweiligen Landes über die 200-Meilen-Zone hinausgeht. Sind die Ansprüche auf die Ausweitung des Festlandsockels rechtm??ig, erh?lt der entsprechende Staat souver?ne Rechte zur Erforschung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen des Meeresbodens im Bereich des Kontinentalschelfs. Die endgültigen Festlandsockelgrenzen sind derzeit noch nicht abschlie?end gekl?rt.

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