Europ?isches Erdbeobachtungsprogramm Copernicus

Sentinel-2 RGB Satellitenbildaufnahme von Dessau-Ro?lau (Aufnahmedatum 21.06.2020), überlagert mit dem Datenprodukt ?Riparian Zones“ (Bezugsjahr 2012), der durch den Copernicus Landdienst bereitgestellt wird.zum Vergr??ern anklicken
Sentinel-2 Satellitenbild (21.05.2020) überlagert mit dem Datenprodukt ?Uferzonen“ (Bezugsjahr 2012)
Quelle: Ver?nderte Copernicus Sentinel Daten (2020) und Informationen der Copernicus Dienste (2012)

Das europ?ische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus schafft auf Basis von Satelliten-, In-situ- und Modellierungsdaten wichtige Grundlagen für das Umwelt- und Naturschutzmonitoring, die Atmosph?ren- und Klimaüberwachung oder das Krisenmanagement bei Naturkatastrophen. Das UBA beteiligt sich an der nationalen Fachkoordination und evaluiert au?erdem die Nutzungspotentiale von Copernicus.

Inhaltsverzeichnis

 

Beobachtungssysteme erg?nzen sich

Ziel des Copernicus-Programms ist der Aufbau einer modernen und leistungsf?higen Infrastruktur für globale Erdbeobachtung. Das Programm wird unter der Leitung der europ?ischen Kommission (Generaldirektion Verteidigungsindustrie und Weltraum) in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten umgesetzt. Copernicus ist aus der europ?ischen Initiative ?Global ⁠Monitoring⁠ for Environmental and Security“ (GMES) hervorgegangen. Mit Inkrafttreten der Verordnung zur Einrichtung des Programms Copernicus wird dieses seit 2014 operationell umgesetzt. 2017 hat das Bundeskabinett die "Nationale Strategie für das europ?ische Copernicus-Programm" beschlossen und sich konkrete nationale Ziele zur Umsetzung des Programms gesetzt.

 

Satellitenmissionen

Copernicus ist aufgeteilt in eine Weltraum-, eine In-situ- und eine Dienste-Komponente. Erstere beinhaltet die sogenannten Sentinel Satellitenmissionen. Sentinel-1, -2, -3, -5P und -6 sind eigenst?ndige Satelliten.? Sentinel-5 und -4 hingegen Messinstrumente, die auf den Satelliten Meteosat und MetOp eingesetzt werden sollen. Bisher sind sieben Sentinels im Orbit (1A, 1B, 2A, 2B, 3A, 3B, 5P). Eine Erweiterung der Copernicus Weltraumkomponente um sogenannte ?High Priority Candidate Missions“ wird derzeit diskutiert. Erg?nzt wird das Portfolio durch sogenannte ?beitragende Missionen“. Es handelt sich hierbei um Missionen der Europ?ischen Weltraumagentur ESA, ihrer Mitgliedstaaten, EUMETSAT sowie von kommerziellen Missionsbetreibern die allesamt ihre Daten für die Ableitung von Datenprodukten dem Copernicus Programm zur Verfügung stellen.

 

In-situ-Daten

Die In-situ Komponente beinhaltet beispielsweise Messdaten aus bodengebundenen Wetterstationen, Ozeanbojen und Netze zur überwachung der Luftqualit?t, die aus verschiedenen wissenschaftlichen Initiativen und Forschungsnetzwerken integriert werden. In-situ-Daten tragen ma?geblich zur Validierung der Satellitendaten bei und sind ein wichtiger Baustein für eine Ableitung h?herwertiger Datenprodukte die über die Dienste bereitgestellt werden.

 

Dienste

Die sechs Copernicus Dienste stellen zu den Themenbereichen Landmonitoring, Meeresumwelt, ⁠Atmosph?re⁠, ⁠Klima⁠, Katastrophen- und Krisenmanagement und Sicherheit nutzerfreundliche Datenprodukte bereit. Diese werden aus den satellitengestützten Beobachtungen (Copernicus und beitragende Missionen), in Kombination mit In-situ-Daten und teilweise mittels Modellierungsans?tzen abgeleitet. Erst das Zusammenspiel dieser Informationen erm?glicht eine umfassende Datenerhebung für die Bereiche Land- und Ozeanbeobachtung, Klima- und Atmosph?re. Alle Datenprodukte werden offen und frei zur Verfügung gestellt.

 

Nationale Zust?ndigkeiten

Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) ist in Deutschland für Copernicus federführend zust?ndig. Die Weltraumkomponte wird durch das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) inhaltlich begleitet. Für die Copernicus Dienste hat die Bundesregierung Fachkoordinator*Innen aus verschiedenen Bundesbeh?rden benannt. Diese unterstützen die Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der Dienste und beraten Nutzende in Deutschland (einschlie?lich Beh?rden auf Landes- und kommunalen Verwaltungsebenen und kommerzielle Dienstleister) über die Copernicus Dienste und deren Anwendungsm?glichkeiten. Die Fachkoordinator*Innen vertreten die Bundesrepublik Deutschland zusammen mit dem BMVI und dem DLR im Copernicus Nutzerforum der EU.

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Wie beteiligt sich das UBA

Das ⁠UBA⁠ ist zusammen mit dem Bundesamt für Kartographie und Geod?sie (BKG) zust?ndig für die Fachkoordination des Copernicus Landdienstes und begleitet hier die Themenbereiche Umwelt- und Naturschutz.
Das UBA verantwortet die Erstellung des nationalen Datensatzes von CORINE Land Cover, einem europaweiten Projekt mit dem Ziel, einheitliche und damit vergleichbare Daten der Landbedeckungs- und Landnutzungsinformationen bereitzustellen.
Als Mitglied in der europ?ischen Copernicus Relay Initiative fungiert das UBA als ?Copernicus-Botschafter“. Wir sind Partner im EU Verbundvorhaben ?Framework Partnership Agreement on Copernicus User Uptake“, indem Ma?nahmen entwickelt werden, um die Nutzung der Daten in Europa zu bef?rdern.
Wir beteiligen uns an der deutschen Arbeitsgruppe zur ?Group on Earth Observation“ (GEO). GEO setzt für die freie Zug?nglichkeit global erhobener Erdbeobachtungsdaten ein und vernetzt Initiativen und Akteuren aus diesem Themenbereich.
Die Anwendungspotentiale von Copernicus für das Ressort werden darüber hinaus in Forschungsvorhaben untersucht.