Raum- und Siedlungsentwicklung

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Eine nachhaltige raumbezogene Planung muss sich den Herausforderungen des Umweltschutzes stellen
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Unsere Ansprüche an die Raumnutzung nehmen zu. Es ist daher wichtig, zukunftsorientiert zu planen. Die nachhaltige Planung und Entwicklung der Raum- und Siedlungsstrukturen m?chte die sozialen und ?konomischen Ansprüche an den Raum mit dem Schutz der Umwelt in Einklang bringen.

Inhaltsverzeichnis

 

Nachhaltige Planung und Entwicklung der Raum- und Siedlungsstrukturen

Das Leitbild der ⁠Nachhaltigkeit⁠ zielt darauf, umfassende Verantwortung für eine ?konomisch, sozial und ?kologisch tragf?hige Entwicklung für alle Generationen zu übernehmen. In diesem Kontext wird klar, dass Nachhaltigkeit immer auch eine r?umliche Dimension hat.

Siedlungs- und infrastrukturelle Entwicklungsprozesse

Bei siedlungs- und infrastrukturellen Vorhaben in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Versorgung und Mobilit?t muss grunds?tzlich auch über Standorte und Fl?chen – deren Nutzung und Zuordnung – entschieden werden. Die hierbei notwendigen Entscheidungen über die Inanspruchnahme neuer Fl?chen oder die Umnutzung vorhandener Fl?chen haben erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Der Verlust naturnaher Fl?chen, ein erh?hter Material- und Energieverbrauch oder auch der Anstieg verkehrsbedingter Emissionen führen zu Belastungen für die Umwelt. Entscheidungen über die Nutzung von Fl?chen sind daher immer auch auf ihre Umweltvertr?glichkeit hin zu prüfen.

Nutzungsansprüche koordinieren

In st?dtisch und l?ndlich gepr?gten R?umen bestehen vielf?ltige, miteinander konkurrierende Nutzungsansprüche, wie etwa:

  • Siedlungsfl?chenerweiterung,
  • Sicherung von Grün- und Freifl?chen
  • Ausbau der Stromversorgungsnetze,
  • Errichtung von Windenergieparks,
  • Stra?enbauprojekte.

Die Nutzungsansprüche nehmen st?ndig zu und fordern von Bund, L?ndern, Regionen und Kommunen zukunftsf?hige L?sungsstrategien.

Mehr denn je bedarf es einer vorsorgenden, fachübergreifenden und koordinierenden Planung und Entwicklung des knappen Raumes, und zwar an Land und auf See. Leitvorstellung ist eine nachhaltige Raumentwicklung, die die sozialen und ?konomischen Ansprüche an den Raum mit seinen umweltrelevanten Funktionen in Einklang bringt. Sie stellt zugleich sicher, dass die Beeintr?chtigungen der Umwelt ein vertretbares Ma? nicht übersteigen.

Raumordnungsplan für die deutsche ausschlie?liche Wirtschaftszone in der Nordsee - Karte
Raumordnungsplan für die deutsche ausschlie?liche Wirtschaftszone in der Nordsee

Raumordnungsplan für die deutsche ausschlie?liche Wirtschaftszone in der Nordsee - Kartenteil

Quelle: BSH 2009 PDF-Datei (Download)
 

Welchen Aufgaben stellt sich die nachhaltige Raumplanung?

Zu den Aufgaben einer nachhaltigen, umweltorientierten Raumplanung und -entwicklung z?hlen:

  • für den Umweltschutz wertvolle Fl?chen und Strukturen in erforderlichem Ma?e zu sichern und zu entwickeln. Dabei sind vor allem ihre Leistungsf?higkeit und Empfindlichkeit zu berücksichtigen;
  • negative Umweltauswirkungen, die sich durch verschiedene Nutzungen auf zu schützende Umweltgüter, Ressourcen und Gebiete ergeben würden, zu vermeiden oder soweit wie m?glich zu reduzieren;
  • Fl?chen grunds?tzlich sparsam und effizient in Anspruch zu nehmen, kompakte, funktionsgemischte Siedlungsstrukturen mit hoher Umwelt und-Aufenthaltsqualit?t zu f?rdern und gro?e, unbebaute Freir?ume zu erhalten;
  • den r?umlichen Erfordernissen des Klimaschutzes Rechnung zu tragen, und zwar sowohl durch Ma?nahmen, die dem ⁠Klimawandel⁠ entgegenwirken als auch durch solche, die der ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠ dienen.

Instrumente der r?umlichen Gesamtplanung

Die Belange und Instrumente einer nachhaltigen gesamtr?umlichen Planung und Entwicklung sind vor allem in folgenden Gesetzen verankert:

  • Raumordnungsgesetz (ROG) für die über?rtliche Planungsebene, das die Aufstellung von Raumordnungspl?nen des Bundes und der L?nder mit Zielen, Grunds?tzen und Gebietsausweisungen zur Ordnung, Entwicklung und Sicherung des Raumes vorsieht,
  • Baugesetzbuch (BauGB) für die ?rtliche Planung, das die Aufstellung von Bauleitpl?nen durch die Gemeinden vorsieht. Diese umfassen die beh?rdenverbindliche Darstellung der Grundzüge der Bodennutzung im Fl?chennutzungsplan für das ganze Gemeindegebiet sowie rechtsverbindliche Festsetzungen für einzelne Baugebiete im Bebauungsplan.

Informelle Instrumente und Fachplanungen

Zur Vorbereitung, Erarbeitung und Verwirklichung von raumbedeutsamen Planungen und Ma?nahmen k?nnen auch sogenannte informelle Instrumente verwendet werden. Zum Beispiel k?nnen dies Entwicklungskonzepte sein oder auch Managementstrategien und Netzwerke, die den Prozesscharakter der Planung unter frühzeitiger Einbeziehung verschiedener Akteure und Sektoren st?rker betonen. Diese Instrumente unterstützen die rechtlich verankerten Planungsverfahren.

Neben der r?umlichen Gesamtplanung existieren mehrere Fachplanungen mit spezifischen Raum- und Umweltbezügen, wie zum Beispiel:

  • Netzausbauplanung,
  • Verkehrswegeplanung,
  • wasserwirtschaftliche Planung,
  • Landschaftsplanung.

Sie verfügen zum Teil über eigene Rechtsgrundlagen und sind in unterschiedlicher Weise mit der Raumplanung verknüpft.

 

Wichtige Handlungsfelder

Eine nachhaltige raumbezogene Planung muss sich den aktuellen Herausforderungen des Umweltschutzes stellen. Neue inhaltliche Anforderungen sind zum Beispiel:

  • die Fl?chenvorsorge für den Ausbau erneuerbarer Energien,
  • die r?umliche Anpassung an den Klimawandel und den demografischen Wandel,
  • die Einbeziehung des unterirdischen und maritimen Raumes,
  • die Renaissance des Wohnens und Lebens in st?dtischen Quartieren.

In diesem Zusammenhang verfügt der Bund zunehmend über eigene Planungsinstrumente. Dazu geh?ren zum Beispiel die ⁠Raumordnung⁠ des Bundes in der ausschlie?lichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nord- und Ostsee sowie die Bundesbedarfs- und Bundesfachplanung für den Ausbau des H?chstspannungs-übertragungsnetzes. Zudem ist der Bund verst?rkt in rahmensetzende Planungsinitiativen der Europ?ischen Union eingebunden.

Das Umweltbundesamt nimmt vor allem folgende T?tigkeiten wahr:

  • Umweltfachliche Begleitung internationaler und nationaler Initiativen zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur maritimen Raumordnung und der EU-Empfehlung zum integrierten Küstenzonenmanagement (⁠IKZM⁠). Dies beinhaltet die Anwendung des ihnen zugrunde liegenden ?kosystemansatzes,
  • Vertretung raumbezogener Umweltbelange bei der Aufstellung und Fortschreibung von Raumordnungspl?nen in der deutschen AWZ der Nord- und Ostsee. Unterstützung bei der Umsetzung des HELCOM-Fahrplans zur maritimen Raumordnung im Ostseeraum und Initiierung von Pilotprojekten mit Ostsee -Anrainerstaaten,
  • Beteiligung bei bestehenden und neuen Fachplanungen des Bundes, zum Beispiel bei der Bundesbedarfs- und Bundesfachplanung Netze, bei der Bundesverkehrswegeplanung,
  • Weiterentwicklung des Raumordnungs- und Bauplanungsrechts in Richtung einer nachhaltigen Fl?chennutzung und Unterstützung der zust?ndigen Planungstr?ger bei der Umsetzung von Planungsrecht durch Praxishilfen. Aktuelle Themenfelder sind zum Beispiel ?Klimaschutz und Klimaanpassung in der r?umlichen Planung“, ?Planung von Lebensraumkorridoren“, ?Umweltqulit?t in Kompakten und nutzungsgemischten Stadtstrukturen mit kurzen Wegen“,
  • Empfehlungen zur Etablierung einer unterirdischen Raumplanung,
  • Hinweise zur Gestaltung von resilienten, ressourceneffizienten und demografiefesten Infrastrukturen,
  • Qualifizierung vorhandener und Erprobung neuer ?konomischer Instrumente, um eine umweltorientierte, effiziente Fl?cheninanspruchnahme zu erreichen. Hierzu z?hlen zum Beispiel Strukturf?rderung, Steuern, Abgaben, Fl?chenzertifikate.

Die T?tigkeiten und Beitr?ge bauen unter anderem auf den Ergebnissen von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf, die das ⁠UBA⁠ zur F?rderung einer nachhaltigen, umweltschonenden Raumentwicklung durchführt.

Grundlagen, Forschung und ausgesuchte Praxisbeispiele der r?umlichen Planung

Raumplanung