Folgen der Fl?chennutzung

Jede Nutzung von Fl?chen durch Menschen hat mehr oder weniger gro?e Auswirkungen auf die Umwelt. Das gilt für Nutzungen durch die Land- und Forstwirtschaft ebenso wie für Nutzungen als Siedlungs- und Verkehrsfl?che oder zum Rohstoffabbau. Ziel ist es, knappe Fl?chen nachhaltig - also umweltschonend, ?konomisch effizient und sozial gerecht mit Rücksicht auf künftige Generationen - zu nutzen.

Inhaltsverzeichnis

 

Fl?chennutzungen

Jede Fl?chennutzung durch Menschen ist mit mehr oder weniger erheblichen – in menschlichen Zeitr?umen zum Teil irreversiblen – Umweltbelastungen verbunden. Um die biologische Vielfalt, die Eigenart von Landschaften, Natur- oder Bodendenkm?ler, fruchtbare B?den und einen angemessenen Teil der Bodensch?tze für künftige Generationen zu bewahren, ist es unumg?nglich, zumindest auf ausgew?hlten Fl?chen auf Nutzungen durch Menschen zu verzichten.

kleine Kiefern in der Tagebaufolgelandschaft mit Bagger und Kraftwerk im Hintergrund
Tagebaufolgelandschaft mit Bagger und Kraftwerk
Quelle: T. Linack / Fotolia.com
 

Reversible und unwiderrufliche Eingriffe

Irreversibel?wird etwa in die Fl?che eingegriffen, wenn natürliche Bodenstrukturen und -funktionen durch den Abbau von Rohstoffen, Ablagerung von Abf?llen oder überbauung und Versiegelung zerst?rt werden. Solch unwiderrufliche Ver?nderungen treten auch ein, wenn fossile Wasservorr?te verbraucht oder Tier- und Pflanzenarten ausgerottet werden oder sind die Folge einer sehr intensiven Land- oder Forstwirtschaft.?Schwer reversibel?sind Eingriffe wie die Trockenlegung von Sümpfen, der Umbruch von Grünland zu Ackerland oder die Rodung von W?ldern zugunsten von Landwirtschaftsfl?chen. Als?reversibel?bezeichnet man Eingriffe, bei denen die Ver?nderungen an der Bodenstruktur und den Bodenfunktionen nicht permanent sind. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Bewirtschaftung von ?ckern oder Wiesen moderat intensiviert wird. Denn nach einer Umstellung auf extensivere Bewirtschaftungsverfahren k?nnen die Folgen der intensiveren Bewirtschaftung nach einigen Jahren wieder abklingen.

 

Nutzung von Fl?chen durch die Landwirtschaft

Mit 51,1 % wurde im Jahr 2016 mehr als die H?lfte der Landesfl?che Deutschlands landwirtschaftlich genutzt (Statistisches Bundesamt). Fruchtbare B?den sind die Basis für die Erzeugung von Futter- und Nahrungsmitteln sowie für die Herstellung von Naturfasern für Textilien und von F?rbe- und Arzneipflanzen. Auf etwa 2,7 Millionen Hektar (Mio. ha) der landwirtschaftlich genutzten Fl?che wurden im selben Jahr nachwachsende Rohstoffe angebaut. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Anbau von Energiepflanzen für die energetische Verwertung (wie beispielsweise Mais für Biogas oder Raps für Biodiesel) zu. Im Jahr 2016 wurde in Deutschland auf 16,1 % der landwirtschaftlich genutzten Fl?che bzw. auf 22,9 % der Ackerfl?che Energiepflanzen angebaut (Statistisches Bundesamt). Die Landwirtschaft erh?lt zudem Agrar?kosysteme sowie unsere gewachsene Kulturlandschaft und pr?gt das Landschaftsbild.

Vor allem mit der zunehmenden Intensivierung in der Landwirtschaft sind vielf?ltige und weitreichende?Umweltbelastungen?verbunden. Ziel einer?umweltfreundlich gestalteten Landwirtschaft?muss daher sein, negative Auswirkungen auf die Schutzgüter Boden, Luft, Wasser und die biologische Vielfalt zu vermeiden, Kulturlandschaften zu erhalten und gleichzeitig die regionale Entwicklung zu f?rdern. Eine besonders nachhaltige, umwelt- und ressourcenschonende Bewirtschaftungsform ist in diesem Zusammenhang der??kologische Landbau.

 

Holzeinschlag in Wald und Forst

W?lder und Forsten liefern neben Holz für Geb?ude, Bauwerke, M?bel, Papier oder Brennholz auch vielf?ltige andere Rohstoffe wie Früchte, Honig, Pilze oder Arzneimittel. Sie haben auch eine wichtige Rolle im Wasserhaushalt als Rückhaltefl?chen, filtern Schadstoffe aus der Luft, bieten Raum für biologische Vielfalt, sind eine Senke für das klimasch?dliche Kohlendioxid (CO2) und dienen au?erdem der Erholung der Bev?lkerung.

Vielf?ltige Nutzungen führen zwar immer wieder zu Konflikten, jedoch aus ?konomischer und sozialer Sicht sind viele Synergien zwischen dem Schutz der biologischen Vielfalt, einem sanften, naturnahen Tourismus sowie einer umwelt- und landschaftsvertr?glichen Forstwirtschaft m?glich. Eine umwelt- und landschaftsvertr?gliche?Forstwirtschaft?verzichtet dabei auf Monokulturen und Kahlschl?ge sowie auf den Einsatz schwerer Erntemaschinen und auf überdimensionierte Forstwege.

Diese Betrachtungen k?nnen nicht auf Deutschland beschr?nkt bleiben. Denn für die Herstellung oder Verarbeitung von Produkten aus Holz ben?tigt die deutsche Holzindustrie weltweit eine Forst- und Waldfl?che von mehr als 20 Millionen Hektar (Mio. ha). Diese Fl?che ist doppelt so gro? wie die gesamte heimische Waldfl?che. Daher weist Deutschland hier einen beachtlichen weltweiten ?Fu?abdruck“ auf.

 

Nutzung von Fl?chen als Siedlungs- und Verkehrsfl?che

Siedlungs- und Verkehrsfl?chen (SuV-Fl?chen) sind das?Habitat?des Menschen. Sie dienen dem Wohnen, dem Arbeiten, der Versorgung, der Freizeit und der Mobilit?t. Die SuV-Fl?che wird immer noch zulasten land- und forstwirtschaftlicher Fl?chen ausgeweitet. Die SuV-Fl?che w?chst dabei schneller als die Bev?lkerung, wodurch die Effizienz der Fl?chennutzung sinkt (siehe??Fl?cheninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr reduzieren“).

Knapp die H?lfte der SuV-Fl?che ist versiegelt, also mit Geb?uden oder Anlagen bebaut oder für Fahrbahnen, Parkpl?tze und Gehwege asphaltiert, betoniert, gepflastert oder anderweitig befestigt. Auf diesen B?den kann kein Wasser versickern. Entsprechend hoch ist das Risiko von überflutungen bei Starkregenereignissen. Versiegelte Fl?chen verlieren au?erdem ihre F?higkeit zur Regulierung des Mikroklimas und k?nnen im Sommer keinen Beitrag zur Milderung der überhitzung in St?dten leisten. Die Versiegelung von B?den zerst?rt ferner die natürliche Bodenfruchtbarkeit, die sich erst in langen Zeitr?umen wieder herstellen l?sst. Fruchtbare B?den sind jedoch für die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie von Energiepflanzen und nachwachsenden Rohstoffen unerl?sslich.

Die zunehmende Zersiedelung durch SuV-Fl?chen hat daneben weitere direkte und indirekte Folgen:

  • Sie führt zu erh?htem ⁠Verkehrsaufkommen⁠, steigendem Kraftstoffverbrauch und h?heren Abgas- und L?rmbelastungen sowie zu mehr Staus. Dadurch entsteht die Notwendigkeit, Verkehrswege weiter auszubauen, was wiederum die Zersiedelung f?rdert.
  • Durch zus?tzliche Geb?ude kommt es zu einem erh?hten Energieverbrauch für Heizung, Kühlung und Beleuchtung und damit auch zu zus?tzlichen Kohlendioxid-Emissionen.
  • Mehr Geb?ude und Infrastrukturen führen zu einem h?heren Materialverbrauch für deren Instandhaltung und Erneuerung.

Zersiedelung verst?rkt den?Trend?zu material- und energieaufw?ndigeren Wirtschaftsweisen und Lebensstilen.

 

Nutzung von Binnengew?ssern

Wasser?geh?rt zu den wichtigsten Grundlagen menschlichen, tierischen und pflanzlichen Lebens. Gew?sser bieten Tieren und Pflanzen Lebensraum. Seen, Flüsse und Kan?le werden aber auch vom Menschen vielf?ltig genutzt: etwa zur Entnahme von Trink- und Kühlwasser, zur Bew?sserung, für die Schifffahrt, für den Wassersport, zum Baden, zum Fischen und zur Energieerzeugung. Sie dienen auch dem Hochwasserschutz. Allerdings werden in Gew?ssern auch Abw?sser mit zum Teil wassergef?hrdenden Stoffen entsorgt.

Im Rahmen einer nachhaltigen Gew?sserbewirtschaftung müssen daher mehrere Ziele miteinander in Einklang gebracht werden: Dazu geh?rt der Erhalt bestehender und die Schaffung künftiger Nutzungen, der Schutz der Gew?sserstrukturen und der Gew?sserqualit?t sowie der Schutz der Gew?sser vor den Folgen des Klimawandels und vor den Folgen von Hochwassern.

 

Deponie, Abbauland und sonstige Nutzungen

Werden Fl?chen als Deponie genutzt, werden die Bodenstruktur und die natürliche Bodenfunktionen unwiderruflich beeintr?chtigt. Das gilt auch beim Abbau von Rohstoffen. Beim Untertagebau sind m?gliche Sch?den an Kultur- und Sachgütern durch Senkungen oder Setzungen im Untergrund schwer vorhersehbar. Der Untertagebau ver?ndert auch den Wasserhaushalt und senkt die Wasserqualit?t, die sich durch oberirdische Bergehalden oder Absetzbecken für Aufbereitungsrückst?nde verschlechtern kann. Im Unterschied dazu greift der Tagebau vorhersehbarer in Landschaft, Wasserhaushalt, Struktur der B?den und ihre natürliche Fruchtbarkeit ein. Nach Beendigung des Tagebaus entsteht meist eine künstliche Seenlandschaft aus Restl?chern, die allm?hlich mit Grundwasser aufgefüllt werden. Eine Bebauung dieser Fl?chen ist wegen der Struktur des Untergrundes und des Risikos von Setzungen oder Flie?bewegungen nicht ratsam. Lediglich Land- und Forstwirte k?nnen die rekultivierten Landfl?chen eingeschr?nkt nutzen.

Auch ehemalige Bahngel?nde und frühere Truppenübungspl?tze k?nnen aufgrund der vorherigen Nutzung Boden- und Grundwasserkontaminationen aufweisen. Sie eignen sich daher nicht für eine unmittelbare Nachnutzung etwa als Landwirtschaftsfl?che zur Produktion von Nahrungsmitteln oder für das Wohnen. In der Regel ist im Falle eines solchen?Altlastenverdachtes?eine Gef?hrdungsabsch?tzung durchzuführen und die Fl?che gegebenenfalls zu sanieren. Nach durchgeführtem?Fl?chenrecycling?weisen insbesondere ehemalige Bahnfl?chen aufgrund ihrer Lage Potenziale für gewerbliche oder industrielle Nutzungen auf. Sie kommen aber auch als Standort für erneuerbare Energien oder für den Naturschutz in Betracht.