Emissionsstandards

Bagger steht vor einem Abbruchhauszum Vergr??ern anklicken
Baumaschinen tragen erheblich zur Feinstaubbelastung in Innenst?dten bei
Quelle: Gerhard Bittner / Fotolia.com

Luftschadstoff- und Klimagasemissionen werden je nach motorisiertem Verkehrsmittel durch unterschiedliche Institutionen mit verschiedenen r?umlichen Anwendungsgebieten sowie durch verschiedene Mechanismen reguliert. Europ?ische Emissionsstandards für Pkw legen etwa fest, wie viele Luftschadstoffe ein neuer Pkw pro Kilometer aussto?en darf. Entscheidend ist auch eine realistische Prüfprozedur.

Inhaltsverzeichnis

 

Stra?enverkehr

Luftschadstoffemissionen von motorisierten Stra?enverkehrsfahrzeugen (Pkw, leichte Nutzfahrzeuge, schwere Nutzfahrzeuge, zwei- und dreir?drige sowie leichte vierr?drige Kraftfahrzeuge) werden durch einheitliche EU-Verordnungen reguliert. Die Begrenzung der klimawirksamen ⁠CO2⁠-Emissionen erfolgt derzeit lediglich für Pkw sowie leichte Nutzfahrzeuge. Weiterentwicklungen dieser Vorschriften finden oftmals auch im Rahmen der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (⁠UNECE⁠) statt.

Für motorisierte Stra?enfahrzeuge mit Otto- und Dieselmotor gelten für die oben genannten Bereiche jeweils Anforderungen zur Begrenzung des Aussto?es von Luftschadstoffen im Abgas. Diese Anforderungen wurden in der Vergangenheit in regelm??igen Abst?nden versch?rft. Somit sind diese neuen Emissionsstandards (Euro-Emissionsnormen) für alle neu zugelassenen Stra?enfahrzeuge verbindlich.

Die Festlegung der Emissionsgrenzwerte pro gefahrenem Kilometer bzw. pro geleisteter Arbeit eines jeden Fahrzeugs, aufgeschlüsselt nach der jeweiligen Fahrzeugklasse, ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Verordnungen. Darüber hinaus werden dort auch die Prüfprozeduren zur Messung der verschiedenen Luftschadstoffe in der jeweiligen Fahrzeugklasse festgelegt.?

Vorgaben für CO2-Emissionen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug, sondern auf ein gewichtetes Mittel aller von einem Hersteller in einem Jahr verkauften Neufahrzeuge. Ab dem Jahr 2025 werden auch bei ausgew?hlten schweren Nutzfahrzeugen Anforderungen zu erfüllen sein.

 

Mobile Maschinen und Ger?te

Auch für mobile Maschinen und Ger?te werden die Anforderungen an das Emissionsverhalten auf EU-Ebene einheitlich geregelt. Reguliert wird ein weites Feld an Maschinen und Ger?ten, unter anderem Rasenm?her, Kettens?gen, Baumaschinen, Generatoren, Binnenschiffe und Schienenfahrzeuge.?

Die Emissionsgrenzwerte werden pro geleisteter Arbeit für die Motoren der jeweiligen Leistungsklassen und die einzelnen Schadstoffe detailliert festgelegt und in einer festgelegten Prüfprozedur bestimmt. Für modernste Motoren wird zudem eine Kontrolle der Emissionen im Betrieb mit überwachungsprogrammen für ausgew?hlte Motorenklassen durchgeführt.?

 

Seeschiffe

Die Anforderungen an das Emissionsverhalten des globalen Seeverkehrs werden überwiegend in der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organisation (IMO) –?Sonderorganisation der Vereinten Nationen) geregelt. Die Emissionsstandards liegen weit hinter den Standards im Landverkehr. Seeschiffe fahren heute beispielsweise überwiegend mit Schwer?l, das eine minderwertige Qualit?t im Vergleich zu Marinediesel?l – und erst recht zum im Stra?enverkehr verwendeten Benzin und Diesel – aufweist. Deutliche h?here Luftschadstoffemissionen sind die Folge. Von der IMO sind bislang nur Grenzwerte für Schwefel und Stickstoffoxide festgeschrieben. Es wurden weltweite Standards sowie strengere Grenzwerte für besonders ausgewiesene Emissionskontrollgebieten (ECA) definiert.

Der internationale Seeverkehr tr?gt mit rund 2,7 Prozent zu den vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen bei. Die IMO hat weltweit verbindliche Ma?nahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz neuer Schiffe und zur Begrenzung der ⁠CO2⁠-Emissionen im internationalen Seeverkehr verabschiedet.?Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen der Flotte bis 2050 um 50 % gegenüber den Jahr 2008 zu reduzieren.

 

Flugzeuge

Die Schadstoffemissionen des Luftverkehrs werden global durch Zulassungsstandards der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organization (ICAO) –?Sonderorganisation der Vereinten Nationen) reguliert. Diese legt Grenzwerte für neu entwickelte Flugzeugtypen fest. Von besonderer Relevanz ist dabei die Begrenzung des Stickoxidaussto?es. Zukünftig wird es aber auch einen Anzahl- und Masse-basierten Grenzwert für nicht-flüchtige Partikel?(non-volatile particulate matter / nvPM) geben.

Der Luftverkehr stellt zudem ein wachsendes Klimaproblem dar. Da der Luftverkehr stark international ausgerichtet ist, unterliegt er kaum der einzelstaatlichen Regulierung oder Besteuerung. Die EU hat den Luftverkehr daher 2012 in ihr Emissionshandelssystem einbezogen?und reguliert damit die direkten ⁠CO2⁠-Emissionen. Mit dem "Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation" (CORSIA) etabliert die ICAO erstmalig ein globales Ssystem zur Begrenzung der CO2-Emissionen des internationalen Luftverkehrs auf dem Niveau von 2020.?Au?erdem hat die ICAO einen globalen CO2-Zulassungsgrenzwert für Verkehrsflugzeuge beschlossen.?Klimaeffekte aufgrund von Nicht-CO2-Effekten werden bisher noch nicht von den Klimaschutzinstrumenten erfasst.